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Artikel - Innovationspolitik

Transferinitiative: Mehr Ideen - mehr Erfolge

Einleitung

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Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bei der Auftaktveranstaltung

© BMWi/BILDKRAFTWERK

In Deutschland herrschen gute Bedingungen, damit Unternehmen innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln können. Die Ausgaben für die Forschung und Entwicklung neuer Ideen sind im internationalen Vergleich hoch. Deutschland investiert hierfür über drei Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts.

Doch diese guten Voraussetzungen können noch besser genutzt werden. Unser Ziel ist es, noch mehr Ideen zu noch mehr Erfolg zu verhelfen.

Dabei beobachten wir, dass steigende Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Wirtschaft in erster Linie auf das Konto von Großunternehmen gehen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen stagnieren diese Ausgaben seit Jahren.

Deswegen arbeiten wir an einer Erhöhung der Innovatorenquote. Dabei handelt es sich um den Anteil der Unternehmen, die innerhalb eines dreijährigen Referenzzeitraums zumindest eine Produkt- oder Prozessinnovation eingeführt haben.

Wie verbessern wir das deutsche Innovationsökosystem?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat eine Transferinitiative gestartet, die das Umsetzen von Ideen in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen unterstützt.

Im Rahmen der Transferinitiative prüft das BMWi zusammen mit den Innovationsakteurinnen und -akteuren, was besser gemacht werden kann, damit der Transfer von Ideen in den Markt noch besser funktioniert. Dabei wird Bestehendes überprüft und Neues entwickelt. Ziel ist, das Innovationsökosystem zu optimieren, damit die Steigerung der Innovationstätigkeit in Deutschland gelingt.

 

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Wir werden die Rahmenbedingungen so gestalten, dass möglichst viele kleine Unternehmen ihre kreativen Ideen erfolgreich umsetzen können und mehr Innovationserfolge in Deutschland erzielt werden.

Corona und Innovation

Corona: Auswirkungen und Maßnahmen im Bereich der Innovationspolitik

Im Zeitraum 08.-30.04.2020 hat das BMWi eine Online-Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die unternehmerische Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationstätigkeit (FuEuI) durchgeführt. Die Ergebnisse finden Sie hier (PDF, 790 KB). Das BMWi hat als Reaktion auf die Corona-Krise bereits zahlreiche Maßnahmen in seinen Innovations- und Digitalförderprogrammen (PDF, 145 KB) umgesetzt, die Verfahren entbürokratisieren, die Digitalisierung unterstützen und die Teilnahme für den innovativen Mittelstand erleichtern. Eine Reihe von Best practice-Beispielen aus den Förderprogrammen für Forschung, Entwicklung und Innovation des BMWi, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen sollen, finden Sie hier (PDF, 167 KB).

Dialogreihe

Innovationshemmnisse erkennen, Fördermöglichkeiten aufzeigen

Zu den Hauptelementen der Transferinitiative zählen eine Dialogreihe und eine Roadshow. Ziel der Dialogveranstaltungen: Hemmnisse beim Transfer von der Forschung in die Praxis aufzeigen und beseitigen. Eine Roadshow wird das Förderportfolio des Bundeswirtschaftsministeriums und die Ergebnisse der Dialogveranstaltungen verbreiten.

Die Dialogreihe soll Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden, von Projektträgern und aus der Politik ansprechen. Expertinnen und Experten diskutieren über die Frage, wie das deutsche Innovationsökosystem verbessert werden kann und welche Hemmnisse es gibt. Die Veranstaltungsreihe wird an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen fortgesetzt. In intensiven Fachgesprächen sollen Lösungsansätze erarbeitet werden, um Transferhemmnisse zu beseitigen und Transferpotenziale auszuschöpfen.

Bundesminister Altmaier sagte dazu bei der Auftaktveranstaltung am 11. März 2019: „Wir wollen mit allen Akteuren ins Gespräch kommen, die am Innovationsprozess teilhaben. Wir werden denen zuhören, die in ihrer täglichen Arbeit mit Fragen des Transfers befasst sind. Und dann erarbeiten wir gemeinsame Lösungen und setzen diese um.“

Wenn Sie über Aktivitäten und Veranstaltungen im Rahmen der Transferinitiative informiert werden möchten, können Sie sich hier in unseren Verteiler eintragen.

Auch außerhalb von Veranstaltungen im Rahmen von Dialogreihe und Roadshow laden wir Sie ein, uns Ihre Ideen und Ansatzpunkte zur Verbesserung des Technologietransfers mitzuteilen und sich in den Prozess einzubringen. Unter transferinitiative@bmwi.bund.de freuen wir uns auf Ihre Beiträge.

Die Hebelwirkung der innovativen öffentlichen Beschaffung für den Technologie- und Wissenstransfer ist enorm. Deswegen vertiefen wir im Rahmen einer virtuellen Dialogveranstaltung am 29.06.2020 die Frage, wie die öffentliche Beschaffung noch stärker genutzt werden kann, um innovativen Produkten und Dienstleistungen den Weg in den Markt zu ebnen. Es sollen Ansätze diskutiert und entwickelt werden, wie die innovative öffentliche Beschaffung zukünftig noch stärker als Instrument des Wissens- und Technologietransfers genutzt werden kann. Wichtig ist auch die Frage, inwieweit gerade auch KMU und Start-ups an der innovativen öffentlichen Beschaffung teilhaben und von deren Instrumenten profitieren können. Zur Vorbereitung der Veranstaltung hat das BMWi im Mai/Juni 2020 eine Online-Befragung durchgeführt.

Die vierte Dialogveranstaltung der Transferinitiative fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter der Überschrift „Die Rolle von Normung und Standardisierung für den Technologietransfer“ statt.

In Impulsvorträgen berichteten Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft an den Beispielen Industrie 4.0, zivile Sicherheitsforschung, Blockchain sowie Künstliche Intelligenz über ihre Erfahrung mit Normung und Standardisierung. In den anschließenden Workshops wurde unter anderem erörtert, wie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Mitwirkung an der Entwicklung nationaler, europäischer und globaler Normen und Standards erleichtert werden kann und wie die Normung Unternehmen noch besser unterstützen kann, ihre innovativen Ideen in den Markt zu bringen.

Zusammengefasst haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Stellschrauben identifiziert und dazu sieben Thesen aufgestellt, die einen Transfer von der Idee zum Markterfolg vereinfachen und beschleunigen können:

These 1: Das zurückhaltende Engagement insbesondere von Start-ups in Normung und Standardisierung liegt unter anderem an einem Informationsdefizit.

These 2: Eine kostenlose Normen- und Standardrecherche würde die Nutzung derselben für KMU und Start-ups erleichtern.

These 3: Für KMU und Start-ups sollten leicht zugängliche Möglichkeiten zur Beteiligung an Standardisierungsprozessen geschaffen werden.

These 4: Normung und Standardisierung müssen deutlich agiler werden, um den zeitlichen Anforderungen insbesondere von Start-ups gerecht zu werden.

These 5: Normung und Standardisierung sollten in Technologieförderprogrammen stärker berücksichtigt werden.

These 6: Normung und Standardisierung sollten insbesondere in technischen Studiengängen stärkere Berücksichtigung in den Curricula finden, um ein Basiswissen aufzubauen. Darüber hinaus sollten "Crashkurse" für Normungsanfänger angeboten werden.

These 7: Die vorhandenen Förderprogramme sollten auf ihre Passgenauigkeit überprüft und gegebenenfalls besser verzahnt werden.

Die dritte Dialogveranstaltung der Transferinitiative fand im Kunststoff-Institut Lüdenscheid unter der Überschrift „Technologie- und Wissenstransfer von der Forschung in die unternehmerische Praxis: Das Beispiel Kunststoff“ statt.

Bei dieser Veranstaltung wurden zum ersten Mal mit einem Branchenfokus folgende Fragen des Technologie- und Wissenstransfers von der Forschung in die unternehmerische Praxis diskutiert:

  • Welche Hemmnisse behindern den Innovationsprozess?
  • Warum haben gute Ideen oftmals Schwierigkeiten, den Weg in den Markt zu finden?

Am Beispiel der Kunststoffindustrie wurden Best-Practice Beispiele für den Technologietransfer vorgestellt. In Podiumsdiskussionen und Workshops wurden Rahmenbedingungen und Instrumente diskutiert, die den Technologie- und Wissenstransfer weiter fördern und optimieren können.
Außerdem wurden innovative Technologien, wie zum Beispiel innovative Oberflächentechnologien und additive Fertigung, live demonstriert. Der Austausch von Wissenschaft und kleinen und mittleren Unternehmen stand bei der gesamten Dialogveranstaltung im Vordergrund.

Die zweite Dialogveranstaltung der Transferinitiative fand in Stuttgart unter der Überschrift „Innovationen über Branchengrenzen hinweg – Chancen und Potenziale von cross-sektoralen Innovationen“ statt.

Strategisches Technologie- und Innovationsmanagement für das Wachstum von morgen war das Thema des Eröffnungsvortrags von Prof. Dr.-Ing. Prof. e. h. Wilhelm Bauer, Technologiebeauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg.

In Impulsvorträgen berichteten Vertreter aus Industrie, Kreativwirtschaft und Clusterorganisation über ihre Erfahrung mit branchenübergreifenden Kooperationen. Neben den großen Marktchancen, die cross-sektorale Innovationen bieten, wurden Herausforderungen beim Entstehungsprozess, insbesondere für kleine Unternehmen, thematisiert und mögliche Lösungsansätze vorgestellt.

Zusammengefasst haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Stellschrauben identifiziert, die für die Entstehung von branchenübergreifenden Innovationen wichtig sind:

  1. Für neue Perspektiven und Denkweisen braucht es Begegnungen mit Menschen außerhalb der eigenen Branche und des eigenen Umfelds, wie zum Beispiel auf Veranstaltungen.
  2. Unternehmen müssen über den Tellerrand hinausschauen und bereit sein, aktuelle Geschäftsmodelle und Produkte zu überdenken sowie offen für neue Herangehensweisen sein.
  3. Branchenübergreifende Zusammenarbeit mit neuen und unbekannten Partnern erfordert eine andere Art der Kooperation:

    • Die persönliche Zusammenarbeit schafft Vertrauen.
    • Es gilt, gemeinsame Ziele und Interessen zu definieren und zu formulieren auf Basis einer offenen und ehrlichen Kommunikation zwischen den Partnern.
    • Branchenübergreifende Forschungs- und Innovationsprojekte sind risikobehaftet. Dieses Risiko muss unter den Beteiligten klar benannt werden.

Der Auftakt zur Dialogreihe der Transferinitiative fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter der Überschrift „Mehr Ideen – mehr Erfolge: Wie verbessern wir das deutsche Innovationsökosystem?“ statt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gab am 11. März 2019 den Startschuss für die Transferinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In seiner Rede bei der Auftaktveranstaltung der Initiative betonte Minister Altmaier: „Der Innovationsstandort Deutschland steht gut da. Der Input in Forschung und Entwicklung ist gestiegen. Aber wir müssen besser werden, wenn es darum geht, Innovationen in die Praxis umzusetzen und zu verwerten. Dabei sind gerade die agilen, kleinen und mittleren Unternehmen für unsere Innovationskraft und unseren Wohlstand wichtig. Wir werden die Rahmenbedingungen so gestalten, dass möglichst viele von ihnen ihre kreativen Ideen erfolgreich umsetzen können. So können wir dazu beitragen, dass mehr Ideen in den Markt gebracht und mehr Innovationserfolge in Deutschland erzielt werden. Denn wo das gelingt, da entstehen die Arbeitsplätze und das Wachstum der Zukunft.“

Dr. Ludger Schuknecht, stellvertretender Generalsekretär der OECD, analysierte in seinem Vortrag die Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems und der Transferwege aus internationaler Perspektive. Nach einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und von Verbänden in Workshops weiter aus. Hier ging es unter anderem um die Frage, wie das deutsche Innovationsökosystem verbessert werden kann und welche Herausforderungen es aktuell gibt.

Dialogveranstaltungen Transferinitiative

Roadshow

Die Roadshow

Einen Überblick über die Innovationspolitik des Bundeswirtschaftsministeriums, über Förderprogramme und Initiativen, die passgenau auf die unterschiedlichsten Herausforderungen zugeschnitten sind, dies bietet die Roadshow der Transferinitiative.

Zielgruppe sind vor allem KMU, die für die Innovationskraft und unseren Wohlstand wichtig sind. Die Roadshow wird Unternehmen zur Transferinitiative und zur Innovationspolitik des BMWi in der Fläche mit wechselnden thematischen Schwerpunkten informieren.

Am 17.06.2020 fand die Auftaktveranstaltung zur Roadshow „Von der Idee zum Markterfolg“ in Zusammenarbeit mit der IHK Karlsruhe statt. Ein Schwerpunkt der virtuellen Veranstaltung lag auf den Förderprogrammen ZIM, go-Inno und go-digital. Es gab Praxisbeispiele zu durch das BMWi geförderten Projekten von:

  • Conemis AG (ZIM-Einzelprojekt),
  • Metrix GmbH und AndererConsulting (go-Inno),
  • AppSphere AG (go-digital).

Innovationspolitik

Die Innovationskraft in Deutschland stärken

Das BMWi schafft innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und marktorientierte Förderprogramme. Ziel ist es, den Mittelstand bei Innovationen und Digitalisierung weiter nach vorn zu bringen, Begeisterung für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu wecken und den qualifizierten Nachwuchs von morgen zu sichern.

Formeln an einer Tafel zum Thema Innovationspolitik; Quelle: stock.adobe.com – pict rider

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Innovationspolitik

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Publikationen

Pressemitteilungen

  • 22.06.2020 - Pressemitteilung - Innovationsförderung

    Parlamentarische Staatssekretärin Winkelmeier-Becker: „Kultur- und Kreativwirtschaft hat enormes Innovationspotenzial“

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  • 26.05.2020 - Pressemitteilung - Innovationspolitik

    Unternehmen passen Forschung und Entwicklung in der Krise an

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  • 19.05.2020 - Pressemitteilung - Innovationspolitik

    Jarzombek: Öffentliche Beschaffung für Innovationen nutzen

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    Wie wirkt Corona auf Forschung und Innovation?

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  • 17.01.2020 - Pressemitteilung - Innovationsförderung

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  • 18.12.2019 - Pressemitteilung - Innovationsförderung

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Hand vor einem virtuellen Hintergrund für Transferinitiative; Quelle: stock.adobe.com/greenbutterfly