Artikel - Maritime Wirtschaft

Maritime Förderprogramme

Einleitung

Für die Exportnation Deutschland ist eine starke maritime Wirtschaft von zentraler Bedeutung, denn etwa 95 Prozent des interkontinentalen Warenaustauschs erfolgt über den Seeweg. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert die maritime Wirtschaft daher auf vielfältige Art und Weise.

Bremerhavener Containerhafen zu Maritime Technologien; Quelle: Fotolia.com/Gabriele Rohde

© Fotolia.com/Gabriele Rohde

Die Maritimen Technologien sind von hoher strategischer Bedeutung bei der Unterstützung der gesamten deutschen Wirtschaft bei der Beschaffung von Rohstoffen und Wirtschaftsgütern. Die hohe Kompetenz der maritimen Wirtschaft zeigt sich insbesondere in den Bereichen Spezialschiffstechnik, Produktion sowie bei Sicherheits- und Umweltschutzsystemen. Auf dem hart umkämpften Markt kann der Vorsprung im Know How nur durch stetige Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen gehalten werden.


Die maritime Wirtschaft gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Ihre Wettbewerbsfähigkeit trägt dazu bei, dem Land einen Spitzenplatz als Technologie-, Produktions-, Logistik- und Energiestandort zu sichern. Etwa 60 Prozent der deutschen Exporte werden über Seewege abgewickelt. Rohstoffe wie Kohle, Öl, Gas, Erze und viele andere Güter werden fast ausschließlich über Seetransporte verschifft. Ohne diese Transportmöglichkeiten wären wichtige Industriezweige wie Mobilität, Chemie, Mikroelektronik, Energie oder Luft- und Raumfahrt nicht konkurrenzfähig.

Seit Jahren ist der Verdrängungswettbewerb in Schiffbau und Schifffahrt erheblich. Der deutsche Schiffbau konkurriert mit staatlich subventionierten Unternehmen im Ausland, die einen fairen Wettbewerb um Schiffbauaufträge unterlaufen. Der seriennahe Handelsschiffbau ist in Deutschland bereits nahezu zum Erliegen gekommen. Der deutsche Schiffbau ist heute in hoch spezialisierten Spezialschiffbaunischen erfolgreich, die ein besonderes Know-how erfordern. Aber auch hier nimmt der Konkurrenzdruck zu. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu konkurrenzfähigen Kosten zu verbessern.

Die maritime Branche steht dabei in den kommenden Jahren vor besonderen Herausforderungen. Wie in anderen Branchen kündigt sich auch hier ein radikaler Wandel durch Digitalisierung in der Wertschöpfungskette, durch die Bereitstellung und Verarbeitung immer größerer Datenmengen, durch die stetig fortschreitende Automatisierung von Prozessen, durch die zunehmend notwendige Vernetzung mit anderen Industriesektoren, durch neue smarte Systeme und Produktionsprozesse sowie der Notwendigkeit einer maritimen Mobilitätswende an.

Es gibt ein Merkmal, das diese Herausforderungen verbindet. Sie sind sparten- und teilweise auch sektorübergreifend. Folglich erscheint es zweckmäßig, Lösungswege mit Hilfe querschnittstechnischer Ansätze mit Unterstützung der Förderinstrumente des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu suchen.

Die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in den maritimen Technologien ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Weiterführende Informationen

  • Artikel - Wirtschaftsbranchen

    Maritime Wirtschaft

    Öffnet Einzelsicht

Mit der am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Förderbekanntmachung zum Maritimen Forschungsprogramm (PDF, 503KB) unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Forschungs- und Technologievorhaben mit einer Anwendung in der maritimen Branche am Standort Deutschland.

Damit unterstreicht die Bundesregierung ihr Ziel, die Innovationskraft der maritimen Branche im internationalen Wettbewerb zu stärken, wichtige Arbeitsplätze am Standort zu sichern sowie auszubauen und gleichzeitig den Schutz von Klima und Umwelt voranzutreiben. Zu den wichtigsten Programmzielen zählen:

  • Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit
  • Intensivierung der Digitalisierung der maritimen Branche
  • Steigerung der Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit

Vernetzung von maritimer Industrie und Forschung sowie die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen sind weitere wesentliche Anliegen.

Um die heutigen und zukünftigen Herausforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft zu bewältigen, orientieren sich die inhaltlichen Zielstellungen des Programms an vier Querschnittsthemen:

  • MARITIME.green – Umweltschonende maritime Technologien
  • MARITIME.smart – Maritime Digitalisierung und smarte Technologien
  • MARITIME.safe – Maritime Sicherheit
  • MARITIME.value – Maritime Ressourcen

Die Anwendungsbereiche liegen typischerweise in den vier Sparten Schiffstechnik, Produktion maritimer Systeme, Schifffahrt und Meerestechnik. Gerade im Hinblick auf spartenübergreifende Innovationen sowie sektorübergreifende Kooperationen und Vernetzungen über Branchengrenzen hinaus, sind die genannten Querschnittthemen sinnvolle Anknüpfungspunkte, soweit sie im Verbund mit gewerblichen Projektpartnern zusammenwirken.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland. Die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ist ausdrücklich erwünscht. Ein¬richtungen der Kommunen und Länder sowie des Bundes, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen kommen ebenfalls als Antragsteller infrage

Zuwendungen werden als nicht rückzahlbare Zuschüsse im Wege der Projektförderung gewährt. Bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft setzt das BMWi grundsätzlich eine angemessene Eigenbeteiligung von mindestens 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten voraus. Für KMU sind für Forschung und Entwicklung unter Berücksichtigung etwaiger Zuschläge Förderquoten von bis zu 80 Prozent möglich.

Detaillierte Informationen zur Antragstellung finden Sie unter: www.ptj.de.

Mit der am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Förderbekanntmachung zur Förderlinie „Echtzeittechnologien für die Maritime Sicherheit“ (PDF, 424KB) verfolgt das BMWi das Ziel, die Entwicklung innovativer Echtzeittechnologien zur Steigerung der zivilen maritimen Sicherheit in den Bereichen Safety sowie Security zu unterstützen. Die Bewältigung dieser globalen Herausforderung kann von innovativen Technologien und Lösungen aus breitgefächerten Technologiefeldern profitieren. Beispielsweise kann die globale Satelliteninfrastruktur auf diesem Gebiet mit ihren Diensten neue Perspektiven eröffnen. Dialog und Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Einrichtungen der relevanten Branchen sollen daher gestärkt werden, um neue Synergien und strategische Allianzen zu schaffen. Die Fördermaßnahme trägt dazu bei, dass auch Unternehmen und Dienstleisterder Informationstechnologie neue Geschäftsfelder in diesem Bereich erschließen können.

Durch die Förderung wird ein breites Anwendungsfeld im maritimen Bereich berührt. Zu den bedeutendsten Anwendungen gehören unter anderem:

  • Schutz maritimer Infrastrukturen und der dort beschäftigten Menschen
  • Überwachung maritimer Gebiete zur Prävention illegaler Aktivitäten
  • Schutz und Sicherung der globalen Versorgungskette
  • Sicherheit der maritimen Transportsysteme sowie der Seefahrer und Passagiere
  • Mariner Umweltschutz durch Beobachtung und Vermeidung von Unfällen

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland. Die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ist ausdrücklich erwünscht. Ein¬richtungen der Kommunen und Länder sowie des Bundes, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen kommen ebenfalls als Antragsteller infrage, soweit sie im Verbund mit gewerblichen Projektpartnern zusammenwirken.

Zuwendungen werden als nicht rückzahlbare Zuschüsse im Wege der Projektförderung gewährt. Bei Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft setzt das BMWi grundsätzlich eine angemessene Eigenbeteiligung von mindestens 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten voraus. Für KMU sind für Forschung und Entwicklung unter Berücksichtigung etwaiger Zuschläge Förderquoten von bis zu 80 Prozent möglich.

Detaillierte Informationen zur Antragstellung finden Sie unter: www.ptj.de.

Ziel des Programmes ist es, deutsche Werften bei der erstmaligen industriellen Anwendung von innovativen Produkten und Verfahren beim Neubau, Umbau und bei der Reparatur von Handelsschiffen mit Eigenantrieb sowie von Offshore-Strukturen zu unterstützen. Das Programm richtet sich an Schiffbau-, Schiffsreparatur- und Schiffsumbauwerften mit Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland; insbesondere sind kleine und mittlere Unternehmen adressiert, für die besondere Fördersätze gelten.

Die Förderrichtlinie (PDF, 1.007KB) ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten und aktuell bis 31. Dezember 2019 befristet.

Detaillierte Informationen zur Antragstellung finden Sie unter: www.bafa.de.

Weiterführende Informationen

  • Artikel - Innovationspolitik

    Neue Hightech-Strategie - Innovationen für Deutschland

    Öffnet Einzelsicht

Publikationen