Artikel - Klimaschutz

Klimaschutz

Einleitung

Erdkugel symbolisiert Klimaschutz Quelle: colourbox.de

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Der Schutz des Klimas ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Denn der Ausstoß von CO2 bei der Stromerzeugung, bei der Heizung von Gebäuden, im Verkehr und von der Industrie trägt entscheidend zur Erderwärmung bei. Deutschland setzt vor allem auf den zunehmenden Einsatz von erneuerbaren Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz. Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung: Die klimaschädlichen CO2-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu senken.

Die Herausforderung Klimaschutz wurde von der internationalen Politik in den 1990er Jahren aufgegriffen und führte im Jahre 1997 zum Abschluss des nach dem Verhandlungsort (Kyoto, Japan) benannten "Kyoto-Protokolls" und zum UN-Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen. Aufgrund eines langwierigen Ratifizierungsprozesses trat das Protokoll aber erst 2005 in Kraft.

Im Kyoto-Protokoll Kyoto-Protokoll (PDF: 74,9 KB, deutsch, englisch) verpflichteten sich die Industriestaaten dazu, die Emissionen von sechs Treibhausgasen in der ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 um mindestens fünf Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken.

Nach der Abrechnung der 1. Kyoto-Verpflichtungsperiode (2008 - 2012) hatte Deutschland seine Emissionen um durchschnittlich 23,6 Prozent gegenüber 1990 reduziert; Deutschland hatte somit deutlich mehr als sein Minderungsziel von 21 Prozent erreicht (siehe auch: Deutsche Klimaschutzpolitik).

Auf der Klimakonferenz in Doha, Katar, verständigten sich die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls im Dezember 2012 darauf, das Kyoto-Protokoll fortzuführen. Damit gingen die EU und einige weitere Industrieländer, unter anderem Australien, Norwegen und die Schweiz weitere Minderungsverpflichtungen ein.

Die "zweite Verpflichtungsperiode" sollte die Übergangsphase von 2013 bis zum Inkrafttreten des neuen globalen Klimaabkommens (ab 2020, siehe nächsten Abschnitt) abdecken. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sagten zu, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

Bei der UN-Klimakonferenz in Paris (Frankreich) im Dezember 2015 einigten sich 197 Staaten auf ein neues, globales Klimaschutzabkommen. Das Abkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, nachdem es von 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgase emittieren, ratifiziert wurde. Mittlerweile haben 180 Staaten das Abkommen ratifiziert (Stand September 2018), darunter auch die Europäische Union (EU) und Deutschland (Ratifikation am 5. Oktober 2016).

Das Abkommen von Paris bildet ein anspruchsvolles Klimaregime mit universeller Geltung und völkerrechtlichen Pflichten für alle Staaten. Bis zur 24. UN-Klimakonferenz, die im Dezember 2018 in Kattowitz (Polen) stattfindet, sollen viele weitere Detailregelungen ausgearbeitet und verabschiedet werden. Etwa zur Frage, wie die verschiedenen nationalen Klimaschutzanstrengungen transparent gemacht und überprüft werden können.

Die vormals starre Zweiteilung in Industrieländer einerseits und Schwellen- und Entwicklungsländer andererseits wurde erstmals in einem multilateralen Klimaabkommen aufgebrochen. Das Abkommen betont die gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten.

Das Abkommen von Paris verfolgt drei Ziele:

  • Die Staaten setzen sich das globale Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf "deutlich unter" zwei Grad Celsius zu begrenzen mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 Grad Celsius.
  • Die Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel soll gestärkt werden und wird neben der Minderung der Treibhausgasemissionen als geleichberechtigtes Ziel etabliert.
  • Zudem sollen die Finanzmittelflüsse mit den Klimazielen in Einklang gebracht werden.

Der weltweite Scheitelpunkt der Treibhausgasemissionen soll so bald wie möglich erreicht werden. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgasemissionen und deren Abbau durch Senken (Treibhausgasneutralität) erreicht werden.

Zur Erreichung der Ziele legen die Staaten ihre nationalen Klimaschutzbeiträge (Nationally Determined Contributions) selbst fest. Um die Erfüllung der Ziele sicherzustellen, findet alle fünf Jahre, beginnend 2018, eine globale Bestandsaufnahme statt. Die nationalen Klimaschutzbeiträge müssen ab 2025 alle fünf Jahre fortgeschrieben und gesteigert werden („Ambitionsmechanismus"). Alle Staaten werden darüber hinaus aufgefordert, bis 2020 Langfriststrategien für eine treibhausgasarme Entwicklung vorzulegen.

Entwicklungsländer werden bei Minderung und Anpassung von den Industrieländern durch Technologieentwicklung und -transfer, durch Kapazitätsaufbau sowie durch finanzielle Hilfe unterstützt. Der bestehende Technologiemechanismus soll internationale Kooperationen zur Minderung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel beschleunigen. Die im Rahmen des Technologiemechanismus eingerichteten nationalen Kontaktstellen (National Designated Entities) bilden dafür eine der Grundlagen. Der Technologiemechanismus wird in Artikel 10 des Pariser Abkommens bestätigt und soll weiter ausgebaut werden.

Die deutsche Kontaktstelle ist im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verankert. Seit dem 20. Juni 2016 werden die Aufgaben der deutschen Kontaktstelle in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie durch eine Geschäftsstelle wahrgenommen.

Die 2009 im Rahmen der Weltklimakonferenz in Kopenhagen gegebene Zusage, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimafinanzierung bereitzustellen, wird bis 2025 fortgeschrieben. Für die Zeit danach sollen ein neues Ziel festgelegt und der Geberkreis erweitert werden.

Klimaschutzziele: Wichtige Orientierung für die Industrie

Das Abkommen von Paris und das anspruchsvolle Langfristziel bieten eine wichtige Orientierung auch für die deutsche Industrie. Eine langfristig verlässliche, transparente und nachvollziehbare Ausgestaltung der Klimapolitik ist Voraussetzung für künftige erfolgreiche wirtschaftliche Betätigung.

Der Technologiemechanismus verbessert gleichzeitig durch seine umfassenden Analysen und das die meisten Staaten umfassende globale Netzwerk die Chancen für Unternehmen, ihre Produkte zur Treibhausgasminderung und zur Anpassung an den Klimawandel in internationale Kooperationen einzubringen.

Es müssen noch viele konkrete Beschlüsse zur Umsetzung getroffen werden. Bei allen Maßnahmen, die sich aus der Umsetzung des Abkommens von Paris ergeben, sollen der Wirtschaft möglichst keine zusätzlichen bürokratischen oder finanziellen Belastungen entstehen und weiterhin ein "level playing field" im internationalen Kontext gewahrt bleiben.

Treibhausgasminderungen Deutschlands im Gegensatz zum weltweiten Anstieg der Treibhausgasemissionen

In Deutschland werden von der Industrie große Anstrengungen unternommen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Im Zeitraum 1990-2015 hat Deutschland seine CO2-Emissionen insgesamt um 22,4 Prozent verringert; weltweit sind diese jedoch im gleichen Zeitraum um rund 57,5 Prozent angestiegen.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig neben der nationalen Klimaschutzpolitik vor allem globale Lösungen unter Einbeziehung der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer anzustreben. (Infografik PDF: 286 KB).

Entwicklung der CO2-Emissionen 1995 bis 2015 - weltweit und in Deutschland (in Millionen Tonnen)

© Internationale Energieagentur (CO2 Emissions from Fuel Combustion 2017 – Highlights)

Andernfalls kann es zu einem Export von Treibhausgasemissionen und einer Verlagerung von Arbeitsplätzen aus den Vorreiterstaaten in Länder mit weniger ambitionierten Klimaschutzbemühungen (Carbon Leakage[1]) kommen. Die derzeit eingesetzten klimapolitischen Instrumente müssen daher mit entsprechenden Vorkehrungen versehen werden, dass es dazu nicht kommt.

Das Risiko der Verlagerung der Produktion in Länder mit weniger strikten Umweltauflagen nimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ernst. Den Blick nur auf nationale oder regionale Klimaschutzziele zu richten - ohne internationale Rückwirkungen zu berücksichtigen - dient nicht dem globalen Klimaschutz.

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[1] Carbon-Leakage: Wörtlich: "Kohlenstoff-Leckage". Das Schlagwort umschreibt das Risiko, dass aufgrund zu strenger EU-Vorgaben im Emissionshandel Unternehmen ihre Standorte aus der EU herausverlagern in Staaten ohne vergleichbare Klimaschutzstandards. Es droht allerdings nicht nur Verlagerung von CO2-Quellen - mit der Industrie werden zugleich auch Arbeitsplätze verlagert.

EU-Emissionshandel

Der Emissionshandel ist seit 2005 das zentrale EU-weite Instrument zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und damit das Hauptinstrument zur Umsetzung der Klimaziele der Europäischen Union. Er umfasst fast die Hälfte aller europäischen Treibhausgasemissionen.

Teilnehmende Unternehmen müssen für die von ihnen verursachten Emissionen entsprechende Zertifikate einreichen und können diese untereinander handeln. Der Emissionshandel stellt also ein marktwirtschaftliches Instrument dar, welches Treibhausgasen einen expliziten, marktbasierten Preis gibt. Dabei nimmt die Gesamtzahl der neu zur Verfügung gestellten Zertifikate entsprechend der internationalen Klimaschutzverpflichtungen der EU Jahr für Jahr ab (sogenannter Deckel, im Englischen: „Cap“). Dies führt dazu, dass langfristige europäische Emissionsminderungsziele in ein für Unternehmen relevantes Preissignal übersetzt und Emissionsreduktionen ökonomisch effizient dort durchgeführt werden, wo es am kostengünstigsten ist. Der Preis für Emissionszertifikate setzt dabei Anreize für Investitionen in emissionsarme Technologien. Denn wenn ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen reduziert, kann es in der Folge entsprechend weniger benötigte Emissionsrechte verkaufen.

Mit Beginn der sogenannten dritten Handelsperiode (2013 bis 2020) wurde die Umsetzung des Emissionshandels europaweit harmonisiert: er basiert seitdem auf einer europäischen Emissionsobergrenze, europaweiten Allokationsregeln für Gratiszuteilungen und der zunehmenden Versteigerung der Zertifikate.

Marktstabilitätsreserve baut Überschüsse ab

Die Funktionsweise des Emissionshandels steht fortlaufend unter Beobachtung, damit gewährleistet wird, dass er seine volle Wirkung zum Schutz des Klimas entfaltet. Zu Beginn der dritten Handelsperiode bestand zwischen Angebot und Nachfrage der Emissionszertifikate ein Ungleichgewicht, das zu einem Überschuss an Zertifikaten geführt hat. Es war daher wichtig im Rahmen einer Reform des Emissionshandels, das Überangebot zu reduzieren und die Anreize für Investitionen in emissionsarme Technologie zu stärken.

Die sogenannte Marktstabilitätsreserve ist dabei ein wichtiger Schritt zur Reform. Die Regelungen für die Marktstabilitätsreserve sehen vor, dass das Angebot an Zertifikaten jährlich an die Überschusssituation im Emissionshandelsmarkt angepasst wird: Wenn die Überschussmenge 833 Millionen Zertifikate übersteigt, wird die Versteigerungsmenge des jeweiligen Jahres um 24 Prozent des Überschusses verringert. Umgekehrt wird die jährliche Versteigerungsmenge um 100 Millionen Zertifikate erhöht, wenn der rechnerische Überschuss 400 Millionen Zertifikate unterschreitet oder es zu starken Preissprüngen kommt.

Weiterentwicklung des Emissionshandelssystems nach 2020

Zur weiteren Ausgestaltung des Rechtsrahmens des Emissionshandels nach 2020 hatte die Europäische Kommission darüber hinaus am 15. Juli 2015 einen Vorschlag (PDF: 1,05 MB) für die vierte Handelsperiode 2021 bis 2030 vorgelegt. Inhaltlich ging es dabei um die Umsetzung der Vorgaben des Europäischen Rats vom Oktober 2014 zum Beitrag des Emissionshandels zur Erreichung des EU-Klimaziels 2030, einer Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 und der Maßnahmen zur Vermeidung der Abwanderung von Unternehmen

Europäische Kommission, Rat und Europäisches Parlament haben sich im November 2017 auf die Reform des Europäischen Emissionshandels für die vierte Handelsperiode geeinigt. Diese ist seit dem 8. April 2018 in Kraft getreten.

Die Bundesregierung hatte bei der Reform des Emissionshandels zwei zentrale Anliegen. Und zwar die Stärkung des Preissignals des Emissionshandels sowie die Gewährleistung eines angemessenen Schutzes der energie- und emissionsintensiven europäischen Industrie vor der Konkurrenz aus dem nicht vom Emissionshandel regulierten Ausland durch „Carbon Leakage“.

Diese Ziele konnte im Rahmen der Reform mit Erfolg von der Bundesregierung durchgesetzt werden. Die Reform enthält die folgenden zentralen Aspekte:

  • Die Gesamtmenge der in einem Jahr zur Verfügung stehenden Zertifikate im EU-Emissionshandel wird ab 2021 jährlich um einen Linearen Reduktionsfaktor von 2,2 Prozent gesenkt an Stelle von bisher 1,74 Prozent.
  • Ab 2019 werden jährlich 24 anstatt der ursprünglich vorgesehenen zwölf Prozent der im Markt vorhandenen Überschüsse in die Marktstabilitätsreserve eingestellt, wenn die Überschüsse einen Schwellenwert von 833 Millionen Zertifikaten überschreiten.
  • Ab dem Jahr 2023 wird die Reserve auf ein Volumen begrenzt, das jeweils der Versteigerungsmenge des Vorjahres im EU-ETS entspricht. Die darüber hinaus gehende Menge in der Reserve wird gelöscht (voraussichtlich mehr als zwei Milliarden Zertifikate), wenn der bis dahin geplante Review zu keinem anderen Ergebnis kommt.

Weiterführende Informationen

  • Artikel - Europäische und internationale Energiepolitik

    Europäischer Emissionshandel – wichtig für die Energiewende

    Öffnet Einzelsicht

Zentrales Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik ist die Minderung von Treibhausgasemissionen. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, seine nationalen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Diese Ziele wurden bereits mit dem Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) der Bundesregierung beschlossen.

In Deutschland konnten die Treibhausgas-Emissionen seit 1990 deutlich vermindert werden. Nach einer ersten Prognose-Berechnung des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2017 in Deutschland 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Die Emissionen der Kyoto-Treibhausgase in Deutschland sind somit gegenüber dem Basisjahr 1990 um 27,7 Prozent gesunken. Das entspricht einer absoluten Minderung von 347,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Klimaschutzplan 2050

Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ist ein Gesamtkonzept für die Energie- und Klimapolitik bis zum Jahr 2050. Er legt die Maßnahmen fest, die erforderlich sind, um die gesetzten, langfristigen Klimaziele Deutschlands zu erreichen.

Darüber hinaus legt er auch eine klare Ausrichtung für die Industriepolitik fest und verbindet damit Klimaschutz mit dem Erhalt der industriellen Arbeitsplätze auch in den energieintensiven Industrien.

Im November 2016 wurde der Klimaschutzplan vom Kabinett beschlossen. Es wurde unter anderem beschlossen, einen Regionalfonds zu schaffen, um neue Wertschöpfung und Arbeitsplätze in den Regionen des Strukturwandels zu schaffen, und bei den Sektorzielen Korridore der CO2-Reduzierung für Energie, Industrie, Gebäude. Verkehr und Landwirtschaft festgelegt.

Weitere Informationen zum Klimaschutzplan 2050 finden Sie hier.

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Um das nationale Treibhausgasminderungsziel 2020 zu erreichen, hat die Bundesregierung am 3. Dezember 2014 das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 beschlossen, da nach den im 2014 bekannten Projektionen mit den bis dahin angestoßenen Maßnahmen bis 2020 eine Minderung der Treibhausgase um etwa 33 bis 34 Prozent erreicht werden kann, mit einer Unsicherheit von +/- einen Prozent. Somit sind zusätzliche Anstrengungen erforderlich, um diese Minderungslücke zu schließen. Im Klimaschutzbericht 2017 der Bundesregierung wird allerdings auf die Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums hingewiesen, nach der durch die beschlossenen Maßnahmen bis 2020 voraussichtlich nur eine Minderung um 32 Prozent erreicht werden wird.

Das Aktionsprogramm setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

Insgesamt ergeben sich damit Minderungsbeiträge von 62-78 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Die deutsche Klimaschutzpolitik setzt zur Erreichung der vorgegebenen Ziele einen breiten Instrumentenmix ein. Hierzu gehören neben dem EU-Emissionshandel zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, das Energieeinsparungsgesetz, die Energieeinsparverordnung und das Energiewirtschaftsgesetz sowie das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz und das Energie- und Klimafondsgesetz. Außerdem engagiert sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aktiv für eine Intensivierung der Zusammenarbeit zur Verbreitung klimafreundlicher Technologien und zur Anpassung an den Klimawandel im Rahmen des Technologiemechanismus der Klimarahmenkonvention.

Der globale Klimawandel wird sich nach Erkenntnissen der Wissenschaft auch in Deutschland in vielfältiger Weise auswirken: Neben dem Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen werden vor allem die Häufigkeit und die Intensität extremer Wetterereignisse, wie Starkniederschläge, Stürme und Hitzewellen zunehmen. Viele Unternehmen werden in Zukunft noch stärker von klimatisch bedingten Beeinträchtigungen betroffen sein und müssen ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln, um Wettbewerbsvorteile zu erhalten. Aufgrund zunehmend enger vernetzter globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten ist die Industrie dabei in besonderem Maße von potenziellen Risiken und Schäden betroffen.

Der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entwickelte Klimacheck unterstützt Unternehmen bei der Identifikation klimabedingter Risiken und der Entwicklung erster Ansätze zum Umgang mit diesen Risiken. Der Klimacheck richtet sich dabei explizit an mittelständische Unternehmen des produzierenden Gewerbes, kann aber auch in anderen Geschäftsbereichen, etwa der Logistik, angewandt werden.

Der Klimacheck umfasst zwei Elemente:

  • Der Klimacheck-Leitfaden bietet eine inhaltliche Einführung in klimabezogene Risiken für Unternehmen in Deutschland. Er liefert Hintergrundinformationen zu einer schrittweisen Adressierung von Klimarisiken in vier Modulen. Der Leitfaden dient außerdem als praktische Arbeitshilfe zur Nutzung des Klimacheck-Tools.
  • Das Klimacheck-Tool (XLSX: 1,7 MB) auf Basis von MS Excel führt Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe mit vier aufeinander aufbauenden Modulen schrittweise an den Umgang mit Klimarisiken heran. Aufbauend auf einer Typisierung Ihres Unternehmens hilft der Klimacheck, für Ihr Unternehmen relevante Risiken zu identifizieren und zu bewerten, und gibt Ihnen Anregungen zur Steuerung dieser Risiken. Die Ergebnisse des Klimacheck-Tools lassen sich mit Standardsoftware weiterverarbeiten oder in bereits vorhandene Risikomanagementsysteme integrieren.

Der Klimacheck ist ein Beitrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur Ausgestaltung des von der Bundesregierung beschlossenen "Aktionsplans Anpassung". Dieser unterlegt die "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" (DAS) mit konkreten Maßnahmen. Die Deutsche Anpassungsstrategie hat zum Ziel, die Verwundbarkeit gegenüber den Folgen des globalen Klimawandels zu mindern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Ermittlung und Bereitstellung von Wissen über die künftigen Auswirkungen des Klimawandels. Damit sollen die Eigenvorsorge und die Anpassungsfähigkeit der betroffenen Akteure befördert und unterstützt werden.

Der Klimacheck spiegelt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse wider und wurde in Abstimmung mit Unternehmen des produzierenden Gewerbes entwickelt. Um Ihre Erfahrungen mit dem Klimacheck in die Weiterentwicklung des Leitfadens und des Tools einbeziehen zu können, freut sich das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie über Ihre Rückmeldung zum Klimacheck unter buero-ivc2@bmwi.bund.de.

Weiterführende Informationen

Die Vertragsparteien der UN-Klimarahmenkonvention (UN-Framework Convention on Climate Change) haben sich bei den Klimaverhandlungen Ende 2010 in Cancún (Mexiko) auf eine Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich klimarelevanter Technologien (Minderung der Treibhausgasemissionen und Anpassung an den Klimawandel) verständigt und beschlossen, den sogenannten Technologiemechanismus einzurichten. Dieser besteht aus einem politischen Teil, dem Technologie-Exekutivausschuss (Technology Executive Committee), und einem Implementierungsteil, dem Klimatechnologiezentrum und -netzwerk (Climate Technology Centre and Network).

Der Technologie-Exekutivausschuss hat im September 2011 seine Arbeit aufgenommen; seine Empfehlungen sollen Eingang in die Beschlüsse der Klimarahmenkonvention finden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Klimatechnologiezentrum und -netzwerk bildet die Basis für eine intensivierte Zusammenarbeit in klimarelevanten Technologien, um die Vernetzungsmöglichkeiten zu verbessern. Als Trägerorganisation für das Netzwerk wurde das UN-Umweltprogramm (UN-Environment Programme) ausgewählt. Es hat seinen Sitz in Kopenhagen und nahm seine Tätigkeit im Mai 2013 auf. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Nationale Kontaktstelle

Die Nationale Kontaktstelle (National Designated Entity) ist Teil des Technologiemechanismus der Klimarahmenkonvention und soll die Arbeit des Klimatechnologiezentrum auf nationaler Ebene unterstützen.

In Schwellen- und Entwicklungsländern haben Kontaktstellen die Funktion, Kooperationsanfragen zu formulieren, zu bündeln und an das internationale Netzwerk zu leiten.

Die deutsche Kontaktstelle dient als zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen aus dem Klimatechnologiezentrum bzw. anderer nationaler Kontaktstellen nach klimarelevanten Technologien, Programmen der Bundesregierung, Dienstleistungen oder möglichen Forschungskooperationen im Zusammenhang mit dem Technologiemechanismus sowie für alle Anfragen nach Technologiekooperationen mit deutschen Unternehmen, Forschungsstellen und öffentlichen Stellen sowie für Anfragen deutscher Unternehmen und Investoren.

Zu den klimarelevanten Technologien zählen Technologien zur Minderung von Treibhausgasemissionen, zur Beobachtung der Auswirkungen des Klimawandels sowie zur Anpassung an den Klimawandel.

Je nach Bedarf werden Angebote aus Deutschland (Forschungsvorhaben, Technologieangebote und so weiter) koordiniert und an das Klimatechnologiezentrum weitergegeben. Beziehungsweise Anfragen des Technologiezentrum und aus Entwicklungs- und Schwellenländern gebündelt und an relevante deutsche Akteure weitergeleitet.

Die Aufgaben der Geschäftsstelle der deutschen Kontaktstelle nimmt seit dem 20. Juni 2016 die HEAT GmbH, in enger Abstimmung mit dem Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, wahr. Der Sitz der Geschäftsstelle ist in Königsstein.

E-Mail-Kontaktadresse: NDE-Germany@bmwi.bund.de

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