Artikel - Twinning

Twinning für den Verwaltungsaufbau

Einleitung

Besprechung zum Thema Twinning; Quelle: istockphoto.com/Rawpixel Ltd

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Twinning ist ein von der EU finanziertes Instrument zur Förderung von Partnerschaften zwischen Behörden aus den EU-Mitgliedsstaaten und Staaten mit EU-Beitrittsperspektive, Staaten der europäischen Nachbarschaft sowie seit 2020 mit Ländern der europäischen Entwicklungszusammenarbeit. Twinning fördert den Aufbau von öffentlichen Strukturen im Einklang mit der EU-Verwaltungspraxis und den europäischen Werten und Standards. In Beitrittsländern und potentiellen Kandidatenstaaten steht zusätzlich die Umsetzung des gemeinsamen rechtlichen Besitzstandes der EU im Fokus, da alle Rechtsakte, die für die Mitgliedsstaaten der EU verbindlich sind, bei einem Beitritt schrittweise übernommen werden müssen.

Mit Twinning vermitteln Expertinnen und Experten aus öffentlichen Verwaltungen in EU-Mitgliedsstaaten im Partnerland ihr Wissen, teilen ihre Erfahrungen und helfen so, langfristig die bilaterale Zusammenarbeit zu fördern. In Deutschland wird Twinning von der Nationalen Kontaktstelle im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) koordiniert.

Auf der Website www.ncp-twinning.de gibt es weitere Informationen zu aktuellen Projektausschreibungen, Informationen zu laufenden Projekten sowie grundsätzliche Dokumente, wie das Twinning Handbuch, zum Download. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich als Expertin und Experte für Twinning-Projekte zu registrieren.

Institutionelle Partnerschaften zwischen deutschen Behörden und den Behörden der Partnerländer sind ein Türöffner für die deutsche Wirtschaft: Sie zielen darauf ab, das wirtschaftliche Geschäftsumfeld in den Partnerländern zu verbessern und deutschen Unternehmen den Markteintritt zu erleichtern. Deutsche Behörden können die institutionellen und persönlichen Kontakte der Projekte nutzen, um die bilaterale Zusammenarbeit auch zum Vorteil deutscher Unternehmen zu stärken.

Neben dem durch die EU finanzierten Twinning-Instrument, setzt das BMWi auch bilaterale Verwaltungspartnerschaften um. Auch hier ist das Ziel, durch den Einsatz von Expertinnen und Experten des BMWi oder nachgeordneter Behörden, Reformprozesse in wirtschaftsrelevanten Partnerbehörden ausgewählter Länder zu unterstützen und Verwaltungsstrukturen zu modernisieren.

Daneben beteiligen sich die nachgeordneten Behörden des BMWi sehr aktiv am Twinning-Programm, darunter insbesondere die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), das Bundeskartellamt (BKartA) und die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Das BMWi gehört mit rund 200 durchgeführten Twinning-Projekten zu den aktivsten Twinning-Ressorts und setzt seit 2019 mittlerweile auch diverse bilaterale Verwaltungspartnerschaften um. Thematisch bedient das BMWi Fragen der Europa-, Wirtschafts-, Energie-, Industrie-, Außenwirtschafts-, Innovations-,Digital-, Kommunikations- und Mittelstandspolitik.

Weitere Informationen zum Twinning und den bilateralen Verwaltungspartnerschaften im Geschäftsbereich des BMWi sowie derzeit laufenden Projekten finden Sie hier.

TAIEX (Technical Assistance and Information Exchange Instrument) ist ein EU-Instrument für Kurzzeitmaßnahmen. Ähnlich wie Twinning-Projekte sind TAIEX-Veranstaltungen kleinere Verwaltungspartnerschaften, die einen Austausch zwischen öffentlichen Bediensteten aus EU- Mitglieds- und Partnerstaaten fördern. TAIEX unterstützt öffentliche Verwaltungen bei der Annäherung, Anwendung und Durchsetzung der EU-Gesetzgebung, vereinfacht den Erfahrungsaustausch und ermöglicht eine kurzfristige und flexible Mobilisierung maßgeschneiderter Expertise.

Die deutsche Beteiligung an TAIEX wird von der Nationalen Kontaktstelle (NCP) im BMWi koordiniert. Darüber hinaus können sich deutsche Institutionen und Experten auch direkt in der TAIEX-Expertendatenbank der EU-Kommission als fachliche Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner für einen spezifischen Themenbereich registrieren.

Mehr Informationen zu TAIEX Maßnahmen finden Sie unter: www.ncp-twinning.de

Pressemitteilungen

  • 25.08.2020 - Pressemitteilung - Europäische Wirtschaftspolitik

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier und der serbische Staatspräsident Vučić vereinbaren Partnerschaft zur Verbesserung des Geschäftsumfeldes in Serbien

    Öffnet Einzelsicht