Artikel - Energiewende

Smart Meter: Intelligente Messsysteme für die Energiewende

Einleitung

Die Einführung von intelligenten Messsystemen (Smart Metern) ist das Startsignal für die Digitalisierung der Energiewende in Deutschland. Mit Smart Metern können Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen ihren Stromverbrauch beziehungsweise die Einspeisung ihres Stroms etwa aus Solarzellen vom Dach besser und komfortabler managen und von neuen Tarifen profitieren. Ebenso ermöglichen Smart Meter, dass das Stromnetz besser ausgelastet wird. Das macht die Energiewende effizienter und spart teuren Netzausbau zugunsten aller Stromkunden.

Auf dieser Seite haben wir Informationen zu Smart Metern für Sie zusammengetragen.

Report Digitalisierung: Smart Meter
So wie eine Smart Watch deutlich mehr kann als nur die Zeit messen, können Smart Meter weit mehr, als den Stromverbrauch anzeigen. Was alles in den intelligenten Messsystemen steckt, erklärt unser "Report Digitalisierung".

Das intelligente Messsystem (manchmal auch „Smart Meter“ genannt) löst den bekannten analogen Ferraris-Stromzähler ab. Es besteht aus einem digitalen Stromzähler („moderne Messeinrichtung“) sowie einer Kommunikationseinheit (dem „Smart-Meter-Gateway“):
Der erste Bestandteil, die moderne Messeinrichtung (mME), ist ein digitaler Stromzähler. Im Gegensatz zum herkömmlichen „Ferraris-Zähler“ kann man mit einem digitalen Stromzähler nicht nur den aktuellen Zählerstand, sondern den tatsächlichen Stromverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit (zum Beispiel Tag, Woche, Monat, Jahr) präzise erkennen.

Das Smart-Meter-Gateway (SMGW) ist eine besonders gesicherte Schnittstelle für die Kommunikation zwischen den Stromverbrauchern und -erzeugern mit den Betreibern der Stromnetze und den Energielieferanten.

Auf einen Blick

Intelligentes Messsystem („Smart Meter“) = moderne Messeinrichtung („digitaler Stromzähler“) + Smart-Meter-Gateway („Kommunikationseinheit“)

Warum brauchen wir intelligente Messsysteme?

Mit dem Umbau unseres Energiesystems hin zu mehr erneuerbaren Energien steigen die Anforderungen an einen sicheren und effizienten Netzbetrieb. In Zukunft werden Stromerzeuger und -verbraucher über ein intelligentes Netz (Smart Grid) miteinander verknüpft und kommunizieren digital.

Dazu hat der Bundestag im August 2016 das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) (PDF, 264 KB) beschlossen. Auf Grundlage dieses Gesetzes soll eine moderne Infrastruktur für die Energiewende geschaffen werden. Das betrifft jeden, denn es wird eine neue Technologie ausgerollt. Zentrale Komponente wird das intelligente Messsystem sein. Besonders wichtig dabei ist der Schutz der Daten. Die Energieversorgung und Ihre Daten müssen sicher sein. Der Gesetzgeber schreibt deshalb hohe Sicherheitsanforderungen vor, die das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überwacht.

Welche Vorteile haben Haushaltskundinnen und Haushaltskunden von intelligenten Messsystemen?

Intelligente Messsysteme sind ein Allround-Talent, um Energiekosten zu senken und Effizienz und Komfort zu steigern.

  • Transparenz und Stromsparen
    Mit intelligenten Messsystemen können Sie Ihren Stromverbrauch viel genauer und transparenter nachverfolgen als bisher. Aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten können Sie auch historische Stromverbräuche, beispielsweise Tageswerte, erfassen und Ihr Verbrauchsverhalten und Ihre Stromrechnung leichter nachvollziehen. Und wer sein Verbrauchsverhalten besser kennt, dem fällt auch das Stromsparen leichter.
  • Genauere und bequemere Abrechnung
    Die Verbrauchsdaten werden automatisch an den Messstellenbetreiber übermittelt. Auch muss künftig kein Ablesedienst mehr in Ihr Haus oder in die Wohnung kommen. Das spart Mühe, Zeit und Geld. Sie bezahlen nur so viel Strom, wie verbraucht wurde, das heißt keine Abschlagszahlung und Nachzahlungen mehr.
  • Ein Gerät für Strom, Gas, Wasser und Wärme
    Die Smart-Meter-Gateways sind so ausgelegt, dass sie auch Ihren Gas-, Wasser- oder Wärmeverbrauch verarbeiten können. Wenn Ihr Messstellenbetreiber dies anbietet, können Sie also alle Verbräuche messen und auf einen Blick analysieren, etwa über eine App. Das ist bequem und spart Geld.
  • Erfolgreiche Energiewende sicherstellen
    Intelligente Messsysteme werden gebraucht, um mehr Strom aus erneuerbaren Energien in die Stromnetze aufzunehmen. Es weht nicht immer Wind und auch die Sonne scheint nicht immer. Dennoch muss der Strom immer gleichmäßig fließen. Auch der Verkehr soll zunehmend auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Wenn nach Feierabend viele Elektroautos gleichzeitig laden, stoßen die Netze an ihre Grenzen. Die intelligenten Messsysteme ermöglichen, die Erzeugung und den Verbrauch aufeinander abzustimmen. Mit ihnen kann der Netzbetreiber sein Stromnetz besser auslasten. Das ist günstiger und schneller als neue Stromleitungen zu verlegen. So vermeiden wir Baustellen und höhere Netzentgelte für die Stromkunden.

Wer bekommt intelligente Messsysteme?

Verpflichtend ist der Einbau laut dem Gesetz nur für größere Stromverbraucher bzw. -erzeuger, weil sie einen stärkeren Einfluss auf das Stromnetz haben. Für Privathaushalte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch (circa 3.500 Kilowattstunden pro Jahr) ist lediglich der Einbau einer modernen Messeinrichtung (digitaler Zähler) vorgeschrieben. Die intelligenten Messsysteme werden schrittweise, gestaffelt nach Stromverbrauch bzw. Erzeugungsleistung eingebaut. Die Verteilung („Rollout“) der intelligenten Messsysteme beginnt, sobald drei Hersteller die hohen Sicherheitsstandards des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllt haben. Das wird voraussichtlich Anfang 2019 der Fall sein.

  • Einbau bei Stromverbrauchern
    Ab einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden ist der Einbau eines intelligenten Messsystems von Anfang an Pflicht. Ab 2020 erweitert sich die Einbaupflicht auch auf Stromverbraucher mit einem Verbrauch ab 6.000 Kilowattstunden. Darunter können zum Beispiel Haushalte fallen, die ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe haben. Bei einem Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden ist das intelligente Messsystem dagegen bloß optional, das heißt der zuständige Messstellenbetreiber entscheidet über den Einbau.
  • Einbau bei Stromerzeugern
    Wenn Sie selbst Strom erzeugen, greift die Einbaupflicht ebenfalls erst ab einer bestimmten installierten Leistung Ihrer Anlage. Bei Stromerzeugern mit einer Leistung ab 7 Kilowatt müssen intelligente Messsysteme eingebaut werden. Das betrifft zum Beispiel auch Haushalte mit einem Mini-Blockheizkraftwerk oder einer Photovoltaik-Anlage. Bei kleineren Strom erzeugenden Anlagen zwischen 1 und 7 Kilowatt installierter Leistung kann der Messstellenbetreiber optional intelligente Messsysteme einbauen lassen.

Muss ich etwas tun?

Genau wie beim „klassischen Stromzähler“ brauchen die Stromverbraucher bzw. -erzeuger die neuen Geräte nicht selbst einzubauen. Das ist vielmehr die Aufgabe des Messstellenbetreibers. Das ist nach dem Gesetz zunächst der örtliche Verteilernetzbetreiber. Von ihm erfahren Sie, wann und wie Ihr bisheriger Stromzähler umgerüstet wird.

Welche Kosten dürfen anfallen?

Schon heute bezahlen Sie mit Ihrer Stromrechnung auch für Ihren Stromzähler. Für die neuen Geräte schreibt das Gesetz Höchstpreise vor. Dabei gilt: Wer viel Strom verbraucht oder erzeugt, zahlt auch mehr. Er kann aber auch mehr von der neuen Technik profitieren. Zum Beispiel: Die jährlichen Kosten für die „Grundausstattung“ mit einer modernen Messeinrichtung bei einem Durchschnittshaushalt in Deutschland (Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden) entsprechen in etwa den Kosten für einen alten Zähler. Sie dürfen maximal 20 Euro brutto pro Jahr betragen. Wird dort (optional) ein intelligentes Messsystem installiert, dürfen maximal 40 Euro brutto abgerechnet werden.

Die wichtigsten Preisobergrenzen je Verbrauchsstufe:

  • Moderne Messeinrichtung, bis zu 6.000 kWh: max. 20 Euro/Jahr
  • Intelligentes Messsystem, 3.000-4.000 kWh: max. 40 Euro/Jahr
  • Intelligentes Messsystem, 6.000-10.000 kWh: max. 100 Euro/Jahr
  • Intelligentes Messsystem, 10.000-20.000 kWh: max. 130 Euro/Jahr

Wann kommt das intelligente Messsystem?

Bei Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch ab 10.000 Kilowattstunden ist der Messstellenbetreiber von Anfang an zum Einbau von intelligenten Messsystemen verpflichtet. Ab 2020 müssen auch Betriebe mit einem Verbrauch ab 6.000 Kilowattstunden umgerüstet werden. Dafür haben die Messstellenbetreiber für die meisten Verbrauchsgruppen acht Jahre Zeit. Wer weniger als 6.000 Kilowattstunden verbraucht, kann optional mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden. Bei Unternehmen, die Strom erzeugen, ist der Einbau ab 7 Kilowatt installierter Leistung vorgeschrieben.

Welche Vorteile haben Unternehmen von intelligenten Messsystemen?

Unternehmen können mit intelligenten Messsystemen viel Geld sparen. Durch das Mehr an Transparenz können Unternehmen leichter ihre Verbräuche identifizieren. Intelligente Messsysteme bieten eine optimale technische Grundlage für das betriebliche Energiemanagement, das sich mit Hilfe transparenter Verbrauchsdaten entsprechend ausrichten und optimieren lässt. Dadurch können Unternehmen bereits nach kurzer Zeit deutliche Energieeinsparungen erzielen. Zudem ermöglichen intelligente Messsysteme neue, flexible Tarifmodelle, mit denen Strom möglichst preiswert bezogen werden kann. Viel Einsparpotenzial bietet auch die Möglichkeit, verschiedene Verbrauchssparten gesammelt über das intelligente Messsystem zu messen. Für Unternehmen lohnt sich der Einbau also sowohl aus ökologischer wie auch aus finanzieller Sicht.

Mit intelligenten Messsystemen können außerdem Stromlasten einfacher und gezielter eingesetzt werden. Unternehmen können so Flexibilitäten auf dem Markt anbieten. Das ist nicht nur für den Aufbau von intelligenten Stromnetzen („Smart Grids“) wichtig, sondern insbesondere auch für kleine Betriebe eine Verbesserung. Sie können das intelligente Messsystem mitnutzen und müssen nicht länger gesonderte Technik aus dem Industriebereich kostspielig installieren.

Welche Kosten dürfen anfallen?

Auch für Unternehmen richten sich die Kosten nach dem Stromverbrauch bzw. der Erzeugungsleistung. Denn damit steigt auch das Einsparpotential für die neue Technik. Die Kosten für Einbau und Betrieb sind gestaffelt nach dem Verbrauch und gedeckelt gemäß der aktuellen Kosten für den Betrieb von Stromzählern und dem Einsparpotential durch die neuen Geräte. Beispielsweise liegen die gedeckelten Kosten für intelligente Messsysteme bei einem Verbrauch zwischen 50.000 – 100.000 Kilowattstunden pro Jahr bei maximal 200 Euro brutto. Die Preisobergrenzen sind so kalkuliert, dass sich mindestens die Kosten für das intelligente Messsystem durch die erzielten Stromeinsparungen amortisieren. Die Kosten für intelligente Messsysteme können also höher sein, als für die einfachen Zähler. Dem stehen durch die neuen Funktionen aber auch neue Einsparmöglichkeiten gegenüber.

Die wichtigsten Preisobergrenzen je Verbrauchsstufe:

  • Intelligentes Messsystem, 10.000-20.000 kWh: max. 130 Euro/Jahr
  • Intelligentes Messsystem, 20.000-50.000 kWh: max. 170 Euro/Jahr
  • Intelligentes Messsystem, 50.000-100.000 kWh: max. 200 Euro/Jahr

Der Gesetzgeber hat hohe Anforderungen für Datenschutz und Datensicherheit aufgestellt. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt hierzu so genannte BSI-Schutzprofile sowie Technische Richtlinien auf und entwickelt die Anforderungen ständig weiter.

Auf Grundlage dieser verbindlichen Standards werden die Smart-Meter-Gateways durch das BSI geprüft und zertifiziert und sollen somit ein dauerhaft hohes Schutzniveau gewährleisten. Erst, wenn das BSI die Geräte zertifiziert hat, beginnt die Einbauverpflichtung. Die Sicherheitsstandards, die beim Smart Meter umgesetzt sind, sind sogar höher als beim Online Banking und die Daten damit sehr sicher. Deutschland ist mit diesem Standard Vorreiter in Europa.

Das Gesetz regelt auch genau, wer welche Daten bekommen darf. Das intelligente Messsystem versendet die Daten anonymisiert und gegebenenfalls sogar pseudonymisiert und zwar nur an berechtigte Empfänger. Daten dürfen nur für klar definierte Zwecke verwendet werden. Das regelt das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ausdrücklich. Sobald die übermittelten Daten für ihren bestimmten Verwendungszweck verarbeitet wurden, werden sie gelöscht.

Fragen zu Smart Meter an Staatssekretär Feicht

Häufig gestellte Fragen rund um Smart Meter

Was heißt "Digitalisierung der Energiewende"?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Gibt es einen europarechtlichen Hintergrund für den Einbau von Smart Metern?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wie behandeln die weiteren EU-Mitgliedstaaten das Thema "Smart Metering"?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Publikationen

Rechtsgrundlagen

Pressemitteilungen

  • 31.01.2020 - Pressemitteilung - Energiewende

    Startschuss für den Einbau intelligenter Messsysteme – Rollout beginnt

    Öffnet Einzelsicht
  • 19.12.2019 - Pressemitteilung - Netze und Netzausbau

    Rollout rückt näher: Drittes Zertifikat für Smart-Meter Gateway übergeben

    Öffnet Einzelsicht
  • 20.12.2018 - Pressemitteilung - Netze und Netzausbau

    Wichtiger Meilenstein für die Digitalisierung der Energiewende: Erstes Zertifikat für Smart-Meter Gateway übergeben

    Öffnet Einzelsicht
  • 29.01.2019 - Pressemitteilung - Netze und Netzausbau

    Roadmap für intelligente Energienetze der Zukunft

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen