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Themenseite - Erneuerbare Energien

Förderung für den Ausbau der Erneuerbaren: Ausschreibungen national und europaweit

Einleitung

Photovoltaik-Freiflächenanlage zu Ausschreibungen mit anderen EU-Staaten; Quelle: BMWi/Holger Vonderlind

© BMWi/Holger Vonderlind

Strom aus erneuerbaren Energien wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) gefördert. Die Höhe dieser Förderung ermittelt die Bundesnetzagentur (BNetzA) seit 2017 durch Ausschreibungen. Dabei gilt: Wer am wenigsten für den wirtschaftlichen Betrieb einer neuen Erneuerbare-Energien-Anlage fordert, wird gefördert. Anlagenbetreiber, die während der Ausschreibung anbieten, Strom aus Biogas, Wind oder Sonne mit möglichst geringer Förderung zu produzieren, haben also die beste Chance, dafür den Zuschlag zu erhalten. Der Umstieg von staatlich festgesetzten Förderhöhen hin zu Ausschreibungen sorgt dafür, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien kontinuierlich und kontrolliert weitergeht – und das zu den geringstmöglichen Kosten. Bei der Umstellung auf Wettbewerb soll die Akteursvielfalt – ein Markenzeichen der deutschen Energiewende – erhalten bleiben. Kleine und mittlere Anlagen sind von den Ausschreibungen ausgenommen.

Solaranlagen

In Deutschland tragen netzgekoppelte Photovoltaikanlagen maßgeblich zur Stromversorgung bei und werden mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Die Vergütung für Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen und großen Dächern ab einer Leistung von 750 Kilowatt (kW) wird durch wettbewerbliche Ausschreibungen ermittelt. Investoren können ihre Gebote zu den jeweils angekündigten Gebotsterminen bei der BNetzA abgeben. Solaranlagen unterhalb einer Leistung von 750 kW werden weiterhin über gesetzlich festgelegte Vergütungen gefördert.

Die Ausschreibungen orientieren sich an den Erfahrungen, die von 2015 bis 2016 im Rahmen der Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gesammelt wurden. Fast alle Photovoltaik-Projekte (im Durchschnitt 94 Prozent), die in den ersten drei Ausschreibungsrunden 2015 den Zuschlag für eine staatliche Förderung erhalten haben, wurden in der zweijährigen Frist realisiert und sind inzwischen in Betrieb

Weitere Informationen zu den Ausschreibungen und Ergebnissen finden Sie auf dem Informationsportal „Erneuerbare Energien“.

Allgemeine Informationen zum Thema „Solarenergie“ finden Sie ebenfalls auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Windenergieanlagen auf See

Die Bundesregierung will die installierte Leistung von Windenergieanlagen auf See ab dem Jahr 2021 bis zum Jahr 2030 auf insgesamt 15 Gigawatt steigern. Um dieses Ziel kostengünstig zu erreichen, wird auch die Höhe der Vergütung durch Ausschreibungen ermittelt. Grundlage hierfür ist das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG). Zusätzlich regelt die Besondere Gebührenverordnung Strom (StromBGebV) die Gebühren, die Bieter für die Prüfung und Überarbeitung eines Gebots im Rahmen des Zuschlagsverfahrens entrichten müssen.

Bei den Ausschreibungen geht es zum einen um die Förderhöhe für jede erzeugte Kilowattstunde Strom. Zum anderen erhalten die Windparks, die den Zuschlag bekommen, die nötige Netzanbindung, um den produzierten Strom überhaupt ins Stromnetz einspeisen zu können. Wie wichtig diese Netzanbindung für viele Windparkbetreiber ist, zeigt die erste Ausschreibungsrunde, die im Jahr 2017 stattgefunden hat: Drei von vier Projekten, die einen Zuschlag erhalten haben, benötigen überhaupt keine staatliche Förderung für die eigentliche Stromproduktion – der sogenannte Gebotswert lag bei 0,00 Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh). Für den wirtschaftlichen Erfolg dieser drei Windparks sind maßgeblich die bereitgestellte Netzanbindung sowie die Strompreise ausschlaggebend, die sich nach Prognose der Bieter später am Markt erzielen lassen. Weitere Informationen zu den Ausschreibungen und Ergebnissen finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien" und hier.

Am 30. Januar 2018 hat die BNetzA die zweite Ausschreibungsrunde bekannt gemacht. Das Ausschreibungsvolumen beträgt 1.610 Megawatt. Den Zuschlag erhalten die Projekte mit den niedrigsten Gebotswerten, das heißt mit dem niedrigsten Förderbedarf. Gebote konnten bis zum 3. April 2018 abgegeben werden. Weitere Informationen zu den aktuellen Ausschreibungen finden Sie hier.

Windenergieanlagen an Land

Die Windenergienutzung an Land wird als eine der kostengünstigsten Sparten immer wichtiger für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei wird der weitere Ausbau der Windenergie an Land nicht nur durch die Änderung der EEG-Vergütung bestimmt, sondern vor allem auch durch die begrenzten Flächen, die für den Ausbau der Windenergie an Land zur Verfügung stehen. Eine Strategie zur Entwicklung der Windenergie an Land ist das so genannte Repowering, bei dem gerade an guten Standorten viele alte, kleinere Windenergieanlagen durch moderne, leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden können. Grundsätzlich sind Ausschreibungen für Anlagen ab einer installierten Leistung von 750 kW vorgesehen. Ausgenommen sind Pilotanlagen, mit denen innovative Technik erprobt wird.

Erste Ergebnisse aus den Ausschreibungen für den Ausbau von Windenergie bestätigen die Reform als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende. Auch bei den Windenergieanlagen an Land wirken die wettbewerblichen Ausschreibungen kostensenkend. Der durchschnittliche Zuschlagswert betrug im Jahr 2017 bei der Ausschreibung im Mai 5, 71 Ct/kWh, im August 4,28 Ct/kWh und im November 3,82 Ct/kWh. Bei der Ausschreibung im November gingen 98 Prozent aller Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften.

Die Ausschreibungstermine 2018 liegen auf dem 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. Oktober. Es werden jeweils 700 MW ausgeschrieben. Gegenüber den Ausschreibungen im Jahr 2017 gibt es zwei wesentliche Änderungen: Zum einen hat die Bundesnetzagentur den Höchstwert für die Ausschreibungen für Windenergie an Land im Jahr 2018 auf 6,30 Ct/kWh festgelegt. Zum anderen müssen Bürgerenergiegesellschaften zumindest bei den ersten beiden Ausschreibungsrunden im Jahr 2018 wie alle anderen Bieter auch eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorlegen.

Weitere Informationen zu den Ausschreibungen und Ergebnissen finden Sie auf dem Informationsportal „Erneuerbare Energien“.

Weitere Informationen zum Thema „Windenergie an Land“ finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Biomasseanlagen

Die Bundesnetzagentur hat die erste Ausschreibung für Biomasseanlagen durchgeführt. Gebotstermin war der 1. September 2017. Zu diesem Termin wurden 122,446 Megawatt ausgeschrieben. Insgesamt gingen 33 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 40,912 Megawatt ein. 24 Gebote mit einem Gebotsumfang von 27,551 Megawatt erhielten einen Zuschlag, 20 entfielen auf Bestandsanlagen.

Teilnehmen konnten Neuanlagen mit einer installierten Leistung größer als 150 kW. Eine Besonderheit für Biomasseanlagen war: Auch Bestandsanlagen (auch kleiner als 150 kW), deren bisheriger Förderanspruch nur noch maximal acht Jahre beträgt, konnten an der Ausschreibung teilnehmen. Auf diese Weise konnten Bestandsanlagen den Zuschlag für eine 10-jährige Anschlussförderung erhalten. Sie müssen dann aber die gleichen Flexibilitätsanforderungen erfüllen wie Neuanlagen.

Der durchschnittliche Zuschlagswert aller Gebote lag bei 14,30 ct/kWh. Bei Neuanlagen lag der mittlere Zuschlagswert bei 14,81 ct/kWh, bei Bestandsanlagen 14,16 ct/kWh.

Weitere Ausschreibungen finden zukünftig einmal jährlich zum Gebotstermin 1. September statt.

Weitere Informationen zum Thema „Biomasse“ finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien".

Ausführliche Informationen zu den nationalen Ausschreibungen und Ergebnissen sind ebenfalls auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien" abrufbar.

Gemeinsame Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen

In einem Pilotvorhaben werden in den Jahren 2018 bis 2020 Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen gemeinsam ausgeschrieben. Als Grundlage hierfür, hat das Bundeskabinett am 17. Mai 2017 den Entwurf der Mantelverordnung zur Einführung von Ausschreibungen für KWK-Anlagen sowie zur Einführung von gemeinsamen Ausschreibungen von Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen verabschiedet.

Ziel der gemeinsamen Ausschreibungen ist es, Funktionsweise und Wirkungen von technologieübergreifenden Ausschreibungen zu erproben und die Ergebnisse, auch im Vergleich zur technologiespezifischen Ausschreibung, zu evaluieren. Das Pilotvorhaben bedeutet nicht, dass die technologieübergreifenden Ausschreibungen auch nach dem Jahr 2020 fortgeführt werden. Das Ausschreibungsvolumen der gemeinsamen Ausschreibungen beträgt insgesamt 400 Megawatt installierte Leistung pro Jahr. Es wird gleichmäßig auf zwei Gebotstermine jeweils am 1. April und 1. November verteilt.

Sowohl die Verordnung zu den gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen (GemAV) als auch die KWK-Ausschreibungsverordnung (KWKAusV) sind am 18. August 2017 in Kraft getreten.

Detaillierte Informationen zu den gemeinsamen Ausschreibungen finden Sie im Eckpunktepapier (PDF: 67 KB).

Um die Energiewende grenzüberschreitend zu verankern, wird ein Teil der Ausschreibungen nach dem EEG 2017 auch für Anlagen mit Standort in anderen Mitgliedstaaten geöffnet. Konkret werden ab 2017 fünf Prozent der jährlich zu installierenden Leistung für die Teilnahme von Anlagen in anderen Mitgliedstaaten geöffnet (rund 300 Megawatt pro Jahr). Diese grenzüberschreitenden Ausschreibungen treten ergänzend neben die nationalen Ausschreibungen.

Rechtsgrundlage für die Pilotöffnung war die Grenzüberschreitende-Erneuerbare-Energien-Verordnung (GEEV), die zunächst nur für Solaranlagen galt und nun auch auf grenzüberschreitende Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land erweitert worden ist. Zum anderen wurde ein zusätzliches Modell zur Ausgestaltung der gleitenden Marktprämie bei grenzüberschreitenden Ausschreibungen ergänzt. Durch die GEEV-Novelle wurden die Vorgaben der Europäischen Kommission im beihilferechtlichen Genehmigungsverfahren für das EEG 2017 umgesetzt. Ziel der grenzüberschreitenden Ausschreibungen ist eine stärkere regionale Zusammenarbeit insbesondere mit den sogenannten „Stromnachbarn“. Die Kooperation soll eine positive Signalwirkung entwickeln, um die deutsche Energiewende auch europäisch zu verankern. Die Änderung der GEEV ist am 16. August 2017 in Kraft getreten. Mehr zur Novelle lesen Sie hier.

Voraussetzungen

Die Förderung von Erneuerbaren-Strom aus dem Ausland ist nach § 5 Abs. 3 EEG 2017 an drei Voraussetzungen geknüpft:

  • Zwischen Deutschland und dem Partnerland wird eine völkerrechtliche Vereinbarung im Sinne der Kooperationsmechanismen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie abgeschlossen.
  • Die Kooperation basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das bedeutet, dass Deutschland seine Ausschreibungen für Anlagen im Ausland öffnet, wenn der Kooperationsstaat umgekehrt seine Ausschreibungen in einem vergleichbaren Umfang für Anlagen in Deutschland öffnet.
  • Der Strom muss einen tatsächlichen Effekt auf den deutschen Strommarkt haben ("physischer Import").

Pilot-Kooperation mit Dänemark

Dänemark und Deutschland haben im 4. Quartal 2016 geöffnete Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-Freiflächenanlagen) durchgeführt. An diesen europaweit ersten grenzüberschreitenden Ausschreibungen konnten sich sowohl PV-Anlagen in Deutschland als auch in Dänemark beteiligen. In Deutschland wurde die geöffnete Ausschreibung mit einem Volumen von 50 Megawatt von der Bundesnetzagentur durchgeführt. Sie stieß auf großes Interesse in beiden Ländern. In einem intensiven Wettbewerb konnten sich schlussendlich fünf Projekte mit Standort in Dänemark erfolgreich durchsetzen.

Das Ergebnis der dänischen geöffneten Ausschreibung wurde im Dezember 2016 von der dänischen Energieagentur bekanntgeben. Insgesamt wurden 20 Megawatt ausgeschrieben; Anlagen mit Standort in Deutschland konnten im Umfang von anteilig 2,4 Megawatt bezuschlagt werden. Da jedoch für Anlagen in Deutschland keine Gebote abgegeben wurden, entfielen alle Zuschläge auf Anlagen in Dänemark.

Weitere Informationen zur Pilot-Kooperation mit Dänemark finden Sie hier.

Weitere grenzüberschreitende Ausschreibungen sind geplant. Dies gilt vorbehaltlich des erfolgreichen Abschlusses von Verhandlungen mit Partnerländern.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilungen

  • 12.04.2018 - Pressemitteilung - Erneuerbare Energien

    Pressemitteilung: Staatssekretär Bareiß zu den Ergebnissen der ersten gemeinsamen Ausschreibung von PV und Wind

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

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