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Gesundheitswirtschaft

Einleitung

Stetoskop zum Branchenfokus Gesundheitswirtschaft; Quelle: Colourbox.de

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Das Thema Gesundheit durchdringt alle Lebensbereiche. Gesundheit ist längst ein "Megatrend". Die Corona-Pandemie hat Gesundheit und Gesundheitswirtschaft zum Topthema gemacht.

Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den größten Branchen der deutschen Wirtschaft. Sie ist durch ihre Innovationskraft und ihre Beschäftigungsstärke ein Wachstumstreiber.

Aus diesen Gründen ist die Gesundheitswirtschaft von besonderer Bedeutung für die Arbeit des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Hauptaugenmerk des BMWi konzentriert sich dabei auf folgende Aspekte:

  • Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung
  • Fachkräfte
  • Digitalisierung
  • Außenhandel

Um den Beitrag der Gesundheitswirtschaft für die Wertschöpfung und die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland zu bemessen, lässt das BMWi seit mehreren Jahren regelmäßig ökonomische Studien zur Gesundheitswirtschaft durchführen. Das Herzstück dieser Analysen ist die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR). Die GGR erlaubt es, die Gesundheitswirtschaft als Querschnittsbranche aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung herauszulösen und differenziert zu betrachten. Sie erfasst alle Waren und Dienstleistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden.

Die aktuelle Auswertung der GGR "Gesundheitswirtschaft Fakten & Zahlen" erfasst die Daten der Gesundheitswirtschaft für Deutschland bis 2020. Des Weiteren ist für 2019 eine gesonderte Auswertung für die Bundesländer vorgenommen worden, die Länderergebnisse der GGR werden in einer separaten Broschüre dargestellt. Sonderthema in diesem Jahr ist der ökonomische Einfluss der Corona-Pandemie auf die Gesundheitswirtschaft. Als Erläuterung der Methodik der GGR ist ein „Handbuch“ zur GGR entwickelt worden.

Die GGR zeigt auf, wie viel Beschäftigung und Wertschöpfung die Gesundheitswirtschaft schafft und wie sich diese über den Zeitverlauf entwickelt. Die aktualisierten Zahlen für das Beobachtungsjahr 2020 zeigen erneut, dass die Gesundheitswirtschaft auch im neu untersuchten Zeitraum Motor für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland ist. Allerdings hatte auch die Gesundheitswirtschaft in der Corona-Pandemie einen Rückgang zu verzeichnen.

Im Jahr 2020 betrug die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft 364,5 Milliarden Euro. Das entspricht 12,1 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland. 2020 waren ca. 7,4 Millionen Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt, das sind 16,5 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. Seit 2011 ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtschaft um 1 Millionen gestiegen.

Die aktuellen Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung zeigen, dass die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in den letzten 10 Jahren - mit Ausnahme des Jahres 2020 - stabil gewachsen ist, deutlich stärker als die der Gesamtwirtschaft. Im Durchschnitt wuchs sie um 3,3 Prozent pro Jahr, die Gesamtwirtschaft um 2,5 Prozent.

Die wirtschaftliche Aktivität der Gesundheitswirtschaft sorgt für positive Ausstrahleffekte in der deutschen Gesamtwirtschaft. Durch die Verflechtung mit Akteuren aus anderen Wirtschaftsbereichen entstehen (durch indirekte und induzierte Effekte) gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfungseffekte von rund 281 Milliarden Euro. Vereinfacht gesprochen: Mit jedem Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft gehen 0,77 Euro zusätzliche Bruttowertschöpfung in der Gesamtwirtschaft einher. Zudem sind mit der wirtschaftlichen Aktivität eines Erwerbstätigen in der Branche 0,56 zusätzliche Erwerbstätige in der Gesamtwirtschaft verbunden.

Qualifizierte Fachkräfte sichern Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung. Bedingt durch die demografische Entwicklung wird die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und Gütern in den nächsten Jahren weiter steigen.

Vor allem in den Berufen der medizinischen und pflegerischen Versorgung fehlt es bereits heute an qualifizierten Fachkräften. In der Alten- und Krankenpflege sowie bei den Ärzten und Ärztinnen ist das Problem seit längerem bekannt. Mit dem Modellprojekt „Ausbildung junger Menschen aus Vietnam in Deutschland zu Pflegefachkräften“ hat das BMWi schon 2012 die Initiative ergriffen, Auszubildende aus Drittstaaten für die Pflege zu gewinnen. Ziel des Modellvorhabens war es, Hindernisse bei der Rekrutierung von Menschen aus Drittstaaten zur Ausbildung in der Pflege in Deutschland zu ermitteln und diese zu überwinden. Den deutschen Pflegeeinrichtungen wurde ein Weg aufgezeigt, wie sie in Zukunft selbständig Auszubildende aus Drittstaaten gewinnen können. Das Projekt ist erfolgreich verlaufen, es gibt bereits Nachfolgeprojekte.

Begleitend zum Modellprojekt sind ein Evaluationsbericht und ein Leitfaden für Pflegeeinrichtungen entwickelt worden. Der Leitfaden enthält konkrete und praxisnahe Handlungsempfehlungen. Er wurde von der IGES Institut GmbH erarbeitet und so weit wie möglich verallgemeinert, so dass er sich als Anleitung zur erfolgreichen Gewinnung von Auszubildenden für die Pflege aus Drittstaaten eignet.

In der industriellen Gesundheitswirtschaft ist die Fachkräftesituation weniger offensichtlich, da die Berufsprofile hier weniger spezifisch sind. Doch auch hier wird es immer schwieriger, qualifizierte Ingenieure, Maschinenbauer und Informatiker einzustellen. Gerade in diesem hochinnovativen Bereich, der sich zugleich durch eine hohe Arbeitsproduktivität auszeichnet, kann ein Fachkräftemangel zu einem starken Rückgang an Wertschöpfung führen.

Um die Versorgung der Menschen mit Pflegefachkräften zu sichern und die positive wirtschaftliche Entwicklung der Gesundheitswirtschaft zu gewährleisten, ist es daher wichtig sicherzustellen, dass es auch in Zukunft ausreichend qualifizierte Fachkräfte in der Gesundheitswirtschaft gibt.

Der digitale Transformationsprozess nimmt nun auch im Gesundheitsbereich deutlich an Fahrt auf. Die Möglichkeiten digitaler Innovationen für Prävention, Gesundheitsversorgung und Pflege sind jedoch noch längst nicht ausgeschöpft. Daher bietet die Digitalisierung ein enormes Potential für zukünftiges Wachstum und neue Geschäftsmodelle für die Gesundheitswirtschaft. Davon können nicht nur die Versicherten und Beitragszahler in Form von verbesserten Prozessen und Abläufen, innovativen Therapien und neuartigen Gesundheitslösungen profitieren, sondern auch die Unternehmen und Start-Ups der Gesundheitswirtschaft.

Ziel des BMWi ist es, den Prozess der Digitalisierung unseres Gesundheitswesens voran zu bringen. Wichtige Voraussetzungen für eine umfangreiche Digitalisierung sind interoperable informationstechnische Systeme im Gesundheitswesen, eine sichere Infrastruktur zum Datenaustausch und ein einheitlicher, unbürokratischer und sicherer Datenschutz. Zentrale Handlungsfelder aus BMWi-Sicht sind in dem Eckpunktepapier "Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft" (PDF, 50 KB) kurz und knapp zusammengefasst. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den relevanten Verbänden und Institutionen der Gesundheitswirtschaft hat das BMWi fünf priorisierte Forderungen in einer "Werkstatt Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft" konkretisiert.

Um die Datenverfügbarkeit und Datennutzung im Gesundheitswesen weiter voranzutreiben, hat das BMWi gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Gesundheit eine Roadmap zur Innovationsinitiative „Daten für Gesundheit“ erarbeitet. Darin wird in fünf Handlungsfeldern dargelegt, wie Deutschland als internationaler Vorreiter für die Entwicklung und Anwendung digitaler Gesundheitsinnovationen etabliert werden soll.

Das BMWi fördert die Digitalisierung im Gesundheitsbereich unter anderem durch folgende Maßnahmen:

Start-ups im Digital Health-Bereich unterstützt das BMWi u.a. mit folgenden Programmen:

Das BMWi ist Beiratsmitglied der Gesellschaft für Telematik. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Einführung, der Betrieb und Ausbau sowie die Weiterentwicklung der sicheren Dateninfrastruktur im Gesundheitswesen (Telematikinfrastruktur), der elektronischen Gesundheitskarte sowie zugehöriger Fachanwendungen. Sie nimmt insbesondere die Definition rechtsverbindlicher Standards und Spezifikationen für alle Komponenten und Dienste der Telematikinfrastruktur vor. Dies soll deren Funktionalität, Kompatibilität und Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass sie von allen Akteuren im Gesundheitswesen genutzt werden können.

Der Außenhandel ist für die Gesundheitswirtschaft von zentraler Bedeutung. Die deutsche Gesundheitswirtschaft exportierte im Jahr 2020 Waren und Dienstleistungen im Wert von gut 127 Mrd. Euro, im Jahr 2019 waren es sogar knapp 140 Mrd. Euro. Damit erreicht die Gesundheitswirtschaft einen Anteil von 8,8 % an allen Exporten (s. "Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung").

Die Unternehmen der deutschen Gesundheitswirtschaft sind im Export also gut positioniert. Jedoch stellt die Globalisierung die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es schwierig, die Marktmechanismen im Ausland zu durchdringen und einen Marktzugang zu finden. Deswegen unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit der „Exportinitiative Gesundheitswirtschaft“ insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte.

Die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft existiert seit 2011 und ist der zentrale Ansprechpartner und Kompetenzzentrum für die Gesundheitswirtschaft. Im folgenden Video wird ein Überblick über die Exportinitiative gegeben: YouTube – Exportinitiative Gesundheitswirtschaft

Das Angebot der Exportinitiative reicht von umfangreichen Informationen zu Exportmärkten weltweit über die Unterstützung bei der Vermarktung im Ausland hin zu der Vernetzung mit potenziellen internationalen Partnern und Kunden. In wichtigen Zielmärkten der Branche steht die Exportinitiative im Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, um positiv auf die Rahmenbedingungen für deutsche Exporteure einzuwirken. Die Exportinitiative wird von Germany Trade & Invest (GTAI) umgesetzt, was eine enge Zusammenarbeit mit dem weltweiten Netz der GTAI-Korrespondenten im Ausland ermöglicht. Die Initiative steht in engem Austausch mit allen relevanten Programmen der Außenwirtschaftsförderung der Bundesregierung und sorgt damit für eine bestmögliche Verzahnung der Förderangebote für Unternehmen der Branche.

Seit 2020 fokussiert die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft neben den Drittmärkten auch europäische Märkte. Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durchgeführte Studie zu den Exportpotenzialen der deutschen Gesundheitsprodukte in der EU finden Sie hier:

Exportpotenziale deutscher Gesundheitsprodukte (Kurzbericht) (PDF, 999 KB)

Exportpotenziale deutscher Gesundheitsprodukte (Studienbericht) (PDF, 3 MB)

Die Gesundheitswirtschaft ist in den letzten zehn Jahren mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020 beständig gewachsen. 2020 erbrachte sie 364,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Das entspricht 12,1 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Gerechnet auf einen Tag sind das 1 Milliarde Euro Bruttowertschöpfung.

Jeder achte Euro Bruttowertschöpfung in Deutschland entsteht in der Gesundheitswirtschaft

Im Pandemie-Jahr 2020 hatte auch die Gesundheitswirtschaft - wie andere Bereiche der deutschen Volkswirtschaft - einen Rückgang zu verzeichnen. Unterbrochene Lieferketten hatten Einfluss auf die Produktion. Der Exportstopp führte zu Umsatzeinbrüchen bei deutschen Unternehmen. Rückläufige Patientenanzahlen hatten Folgen für die regulären Behandlungsfälle in der ambulanten und stationären Versorgung.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft um -3,7 Prozent zurückgegangen. Damit hatte die Gesundheitswirtschaft einen stärkeren Rückgang zu verzeichnen als die deutsche Volkswirtschaft insgesamt mit -3,0 Prozent.

Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft und ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Daten 2020.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen", Daten 2020, S. 9

In der Gesundheitswirtschaft sind 1 Millionen neue Stellen geschaffen worden

Die Gesundheitswirtschaft beschäftigt 7,4 Millionen Erwerbstätige und somit jeden 6. Erwerbstätigen in Deutschland.

Vergleichbar positiv wie die Bruttowertschöpfung entwickelt sich die Erwerbstätigenzahl in der Gesundheitswirtschaft. Mit Ausnahme des jüngsten Krisenjahres 2020 konnte stets ein Erwerbstätigenzuwachs verzeichnet werden. Trotz des Rückgangs in 2020 (-121.700) ist der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr konstant bei 16,5 Prozent geblieben. Seit 2011 hat die Gesundheitswirtschaft mehr als eine Million zusätzliche Stellen geschaffen.

Mehr als 60 Prozent der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft sind in stationären und nicht-stationären Einrichtungen tätig. Seit 2011 wurden dort mehr als 700.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft und Anteil an der Gesamtwirtschaft

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Daten 2020.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen", Daten 2020, S. 15

Exporte betragen fast 128 Milliarden Euro

Im Jahr 2020 betrugen die Exporte der Gesundheitswirtschaft 127,7 Milliarden Euro und damit 8,8 Prozent aller deutschen Exporte. Die exportstarken Bereiche sind dabei die Branchen der industriellen Gesundheitswirtschaft, insbesondere die medizintechnische und pharmazeutische Industrie. Die Exporte der Gesundheitswirtschaft haben zwischen 2011 und 2019 stetig zugenommen. Erstmals seit über zehn Jahren kommt es durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und den zeitweiligen Schließungen der Grenzen zu einem Rückgang der gesundheitswirtschaftlichen Exporte im Jahr 2020 um fast 9 Prozent. Trotz des starken Rückgangs im Jahr 2020 (-12,2 Milliarden Euro) konnte die Gesundheitswirtschaft ihren Anteil am Außenhandel mit 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr behaupten. Nach Abzug der Importe weist die Gesundheitswirtschaft 2020 einen positiven Außenhandelsüberschuss von 6,5 Milliarden Euro auf.

Exporte in der Gesundheitswirtschaft und ihr Anteil am deutschen Gesamtexport

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Daten 2020.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen", Daten 2020, S. 16

Entwicklung in den Teilbereichen der Gesundheitswirtschaft

Die GGR gliedert die Gesundheitswirtschaft in drei große Bereiche:

Die medizinische Versorgung umfasst als größter Bereich die stationären Einrichtungen (unter anderem Krankenhäuser, stationäre Pflege, Rehakliniken) und die nicht-stationären Einrichtungen (unter anderem Arztpraxen, ambulante Kliniken, ambulante Pflege). In der medizinischen Versorgung werden zusammen fast 54 Prozent der Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft erbracht. Weiterhin zeichnet sich dieser Bereich durch eine hohe Beschäftigungsintensität aus. 63 Prozent der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft sind in diesen Bereichen beschäftigt.

Die industrielle Gesundheitswirtschaft umfasst die Produktion von Arzneimitteln, Medizintechnik und Medizinprodukten, sowie den Handel und Vertrieb mit diesen Gütern. Die industrielle Gesundheitswirtschaft zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Arbeitsproduktivität und Exporttätigkeit aus. Hier wurden 2020 fast 21 Prozent der Wertschöpfung der deutschen Gesundheitswirtschaft erbracht.

Dritter Bereich der GGR sind die „weiteren Teilbereiche“ der Gesundheitswirtschaft. Dazu gehören unter anderem Krankenversicherungen und öffentliche Verwaltung, die eigenständige Gesundheitsversorgung, Sport- Wellness- und Tourismus-Dienstleistungen sowie Investitionen. Dieser Bereich hat einen Anteil von 25 Prozent an der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft.

Bruttowertschöpfung und Erwerbstätige der Gesundheitswirtschaft nach Teilbereichen

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Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen", Daten 2020, S. 7

Über 50 Prozent der Bruttowertschöpfung werden in stationären und nicht-stationären Einrichtungen erbracht

Stationäre und nicht-stationäre Einrichtungen sind zusammen für fast 54 Prozent der Wertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft verantwortlich. Weiterhin sind mehr als 60 Prozent der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft in diesen Bereichen beschäftigt. Die nicht-stationären Einrichtungen wuchsen in den vergangenen 10 Jahren mit 4,7 Prozent deutlich schneller als die stationären Einrichtungen und als die Gesundheitswirtschaft insgesamt und hatten im Pandemiejahr 2020 sogar einen leichten Zuwachs zu verzeichnen.

Bruttowertschöpfung in stationären und nicht-stationären Einrichtungen

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Daten 2020.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen", Daten 2020, S. 30


Über 20 Prozent der Bruttowertschöpfung werden in der industriellen Gesundheitswirtschaft erzeugt

Die industrielle Gesundheitswirtschaft hat langfristig ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet, wenngleich dieses Wachstum mit 2,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Gesundheitswirtschaft (3,3 Prozent) lag. Im Ergebnis ist der Anteil der iGW an der Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft über die Jahre leicht abnehmend gewesen. Aufgrund der globalen Auswirkungen des Pandemiegeschehens ist es 2020 zu einem außergewöhnlich starken Rückgang der Wertschöpfung in der iGW in Höhe von 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gekommen. Die absolute Wertschöpfung lag daher zuletzt mit 75,2 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau von 2016.

Bruttowertschöpfung in der industriellen Gesundheitswirtschaft und Anteil an der Gesundheitswirtschaft

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© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Daten 2020.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen", Daten 2020, S. 54


GGR-Ergebnisse für die Bundesländer

Die Gesundheitswirtschaft trug 2019 in Deutschland in der Fläche in unterschiedlichem Maße zur Wertschöpfung bei. Betrachtet man die Bundesländer, ist der Anteil der Gesundheitswirtschaft am bedeutendsten in Schleswig-Holstein, wo sie 15,8 Prozent der Wertschöpfung erwirtschaftet.

Gemessen am Beschäftigungsanteil ist die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern am wichtigsten, wo sie für 20,2 Prozent der Gesamtbeschäftigung verantwortlich ist.

Anteil der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft an der regionalen Gesamtwirtschaft (in Prozent)

Anteil der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft an der regionalen Gesamtwirtschaft (in Prozent) Bild vergrößern

© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2021): Gesundheitswirtschaft – Fakten & Zahlen. Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2019.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen“ - Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2019, S.5

Auch die Struktur der Gesundheitswirtschaft ist regional sehr unterschiedlich. Beim Bereich der medizinischen Versorgung (ambulante und stationäre Versorgung) zeigt sich, dass dieser in unterschiedlichem Maß zur Bruttowertschöpfung der regionalen Gesundheitswirtschaft beiträgt. Tendenziell liegt der Anteil in den östlichen Bundesländern höher, am niedrigsten ist der Anteil in Hessen. Die absoluten Bruttowertschöpfungsbeiträge sind allerdings in den alten Bundesländern höher als in den neuen Bundesländern.

Anteil der Bruttowertschöpfung der medizinischen Versorgung an der regionalen Gesamtwirtschaft (in Prozent)

Anteil der Bruttowertschöpfung der medizinischen Versorgung an der regionalen Gesamtwirtschaft (in Prozent) Bild vergrößern

© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2021): Gesundheitswirtschaft – Fakten & Zahlen. Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2019.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen“ - Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2019, S.17

Die industrielle Gesundheitswirtschaft hingegen ist stärker in Clustern organisiert. Sie konzentriert sich vor allem in Baden-Württemberg (32,4 Prozent), Hessen (27,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (26,1 Prozent) wo sie überproportional zur Gesundheitswirtschaft beiträgt. In Mecklenburg-Vorpommern hat sie hingegen nur einen Anteil von 9,1 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 22 Prozent.

Anteil der Bruttowertschöpfung der industriellen Gesundheitswirtschaft an der regionalen Gesamtwirtschaft (in Prozent)

Anteil der Bruttowertschöpfung der industriellen Gesundheitswirtschaft an der regionalen Gesamtwirtschaft (in Prozent) Bild vergrößern

© Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2021): Gesundheitswirtschaft – Fakten & Zahlen. Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2019.

Infografik als PDF in der Publikation "Gesundheitswirtschaft Fakten und Zahlen“ - Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2019, S.11

Auswertung und Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Unterstützung der Außenwirtschaftsaktivitäten der deutschen Gesundheitswirtschaft durch die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft

Pilotprojekt zur Fachkräftegewinnung für die Pflegewirtschaft

Politische Flankierung der positiven Entwicklung der Branche insbesondere durch die Gesundheitswirtschaftskonferenzen des BMWi.

Das BMWi fördert die Digitalisierung im Gesundheitsbereich u.a. durch folgende Maßnahmen:

Start-ups im Digital Health-Bereich unterstützt das BMWi u.a. mit folgenden Programmen:

Die Bundesförderung "Corona-gerechte stationäre raumlufttechnische (RLT-)Anlagen" dient dazu, Anreize für bestimmte Investitionen in RLT-Anlagen zu setzen, um das Infektionsrisiko in Räumlichkeiten mit besonders hoher Fluktuation zu senken. Mit dem bis Ende 2021 befristeten Förderprogramm möchte der Bund einen Beitrag zur aktuellen Pandemiebekämpfung leisten.

Die Bundesregierung hat am 12. Mai 2021 beschlossen, die ursprünglich zum 20. Oktober 2020 in Kraft getretene Förderrichtlinie "Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten" vom 13. Oktober 2020 (erstmals novelliert zum 2. April 2021) um den Neueinbau von RLT-Anlagen in Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren zu erweitern. Für diese Personengruppe steht aktuell und voraussichtlich auch in absehbarer Zeit kein Impfstoff zur Verfügung. Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren umfassen Kindertageseinrichtungen, Horte, Kindertagespflegestellen und staatlich anerkannte allgemeinbildende Schulen in öffentlicher oder freier Trägerschaft, mit Ausnahme von Schulen der Erwachsenenbildung.

Die novellierte Richtlinie "Corona-gerechte stationäre raumlufttechnische Anlagen" ist am 10. Juni 2021 veröffentlicht worden. Anträge nach der neuen Richtlinie können ab 11. Juni 2021 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des BAFA.

Publikationen

Pressemitteilungen

  • 19.10.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Wirtschaftspolitik

    500 Millionen Euro für Raumlufttechnische Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten zur Eindämmung des Corona-Virus

    Öffnet Einzelsicht