Artikel - Wirtschaftsbranchen

Papier- und Druckindustrie

Einleitung

Stapel von Papier zum Branchenfokus Papier- und Druckindustrie; Quelle: istockphoto.com/malerapaso

© istockphoto.com/malerapaso

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie erwirtschaftete im Jahr 2018 mit 40.550 Beschäftigten einen Umsatz von 15,5 Milliarden Euro. Das Unternehmensbild ist dabei höchst unterschiedlich. Es reicht vom internationalen Großkonzern bis hin zum mittelständischen, familiengeführten Unternehmen.

Mit einem Produktionsvolumen von 22,7 Millionen Tonnen (t) im Jahr 2018 steht die deutsche Papierindustrie europaweit an der Spitze und ist die Nummer vier im weltweiten Vergleich hinter China (115,8 Millionen t), den USA (72,3 Millionen t) und Japan (26,5 Millionen t). Das Produktionsvolumen gliedert sich in vier Sortengruppen auf: Verpackungspapiere (53,0 Prozent Anteil am Produktionsvolumen), grafische Papiere (34,2 Prozent) sowie Hygienepapiere (6,6 Prozent) und Spezialpapiere (6,2 Prozent).

Deutschland exportiert knapp die Hälfte seiner Produktion, während umgekehrt rund die Hälfte seines Verbrauchs durch Importe gedeckt wird. 2018 umfassten die Exporte von Papier, Karton und Pappe aus Deutschland 13,8 Millionen Tonnen. Mit einem Exportanteil von 79 Prozent ist der EU-Raum die bedeutendste Abnehmerregion für die deutsche Papierindustrie. 2018 konnte hier ein leichter Zuwachs des Absatzes verzeichnet werden (+0,6 Prozent). Positive Nachfrageimpulse mit einem Exportwachstum von 2,2 Prozent kamen von den östlichen EU-Ländern. 25 Prozent der Exporte aus Deutschland erfolgten in diese Länder. Die Lieferungen in das nicht-europäische Ausland nahmen 2018 im Vergleich zum Vorjahr zu (+2,6 Prozent). Der Anteil der deutschen Exporte in diese Regionen liegt bei 14,4 Prozent.

Deutschland ist vor den USA das größte Importland der Welt für Papier, Karton und Pappe. Die größten Lieferanten Deutschlands sind Schweden und Finnland mit einem Anteil von 19,8 und 18,5 Prozent an allen Einfuhren. Der Anteil der Einfuhren aus den Überseeländern liegt gemessen an den Gesamteinfuhren lediglich bei 2,7 Prozent.

Neben Zellstoff und Holzstoff ist Altpapier der mengenmäßig wichtigste Rohstoff in der Papierindustrie. 2018 wurden 17,2 Millionen Tonnen Altpapier zu Papier, Karton und Pappe verarbeitet. Die deutsche Papierindustrie nimmt mit einer Altpapiereinsatzquote von 76 Prozent im Jahr 2018 eine Spitzenstellung im internationalen Vergleich ein. Sie leistet damit einen wertvollen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und setzt auf das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Eckdaten der deutschen Papierindustrie

Papier, Karton und 
Pappe insgesamt
20172018reale Veränderung in Prozent
Umsatz (Mrd. Euro)14,71715,507+5,4
Beschäftigte40.10040.550+1,1
Produktion (in Mio. t)22,92522,664-1,1
Gesamtabsatz (in Mio. t)22,97922,491-2,1
Export (in Mio. t)13,68213,797+0,8

(Quelle: Verband Deutscher Papierfabriken e. V. und Statistisches Bundesamt)

Stand 22.05.2019

Die deutsche Druck und Medienwirtschaft zählt rund 10.500 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit derzeit ca. 130.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. 82 Prozent aller Betriebe beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Branchenumsatz liegt seit mehreren Jahren zwischen 20 und 21 Milliarden Euro. Für 2018 wird er auf 20,4 Milliarden Euro geschätzt.

Laut der jüngsten Input-Output-Statistik des Statistischen Bundesamtes resultieren rund 85 Prozent der Aufträge für die Druckbranche aus der inländischen gewerblichen Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung. Sie brauchen Verpackungen, Gebrauchsanweisungen, Formulare, Berichte, Plakate, Flyer, Kalender, Schilder und Etiketten. Sie ordern bedruckte Tapeten, Fußböden, Folien, Displays, Keramik, Chips, Batterien und Tastaturen um damit wiederum ihre eigenen Märkte zu beliefern beziehungsweise Deutschlands Bevölkerung zu informieren und zu bedienen. Etwa 20 Prozentpunkte des Auftragsvolumens gehen auf das Verlagswesen zurück, also auf Zeitungen, Zeitschriften und Bücher.

Rund 12 Prozent des gesamten Bruttoproduktionswertes werden von privaten Kunden beauftragt. Für gedruckte Karten, Fotobücher oder individualisierte Puzzle geben die Deutschen etwa 2,3 Milliarden Euro aus.

Weitere 10 Prozent ihrer Produktion exportiert die deutsche Druckindustrie ins Ausland.


Eckdaten zur deutschen Druck- und Medienwirtschaft

20182017 20162015
Umsatz (Mrd. Euro)20,420,821,121,1
Beschäftigte (Tsd.) (Juni)130133136139
Investitionen (Mio. Euro)596556665546

Quelle: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, Bundesverband Druck und Medien (bvdm)

  • begleitet die Entwicklung der Papier- und Druckindustrie und gibt, wo nötig entsprechende Unterstützung, z.B. bei der Umsetzung europäischer Richtlinien in nationales Recht,
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