Artikel - Wirtschaftsbranchen

Maritime Wirtschaft

Einleitung

Quelle: istockphoto.com/Fabian Wentzel

© istockphoto.com/Fabian Wentzel

Für ein außenhandelsorientiertes Land wie Deutschland ist eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Der maritimen Wirtschaft kommt für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland und für die Sicherung von Wachstum und Beschäftigung eine Schlüsselrolle zu.

Ziel von Wirtschaft und Politik ist es deshalb, eine strukturell stark aufgestellte maritime Wirtschaft in Deutschland zu sichern, die ihre Potenziale ausschöpft.


Die maritime Wirtschaft gehört mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 50 Milliarden Euro zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Sie wird geprägt durch eine moderne, vielfach auf Hochtechnologie-Produkte spezialisierte Schiffbau- und Schiffbauzulieferindustrie mit überwiegend starken Positionen im weltweiten Wettbewerb, international führende Schifffahrtsunternehmen, insbesondere im Bereich der Containerschifffahrt, eine leistungsfähige Hafenwirtschaft und Logistik sowie eine innovative meerestechnische Industrie und renommierte maritime wissenschaftliche Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen.

Die Teilbereiche der maritimen Wirtschaft bleiben trotz eines schwierigen globalen Marktumfelds Zukunftsbranchen. Energiewende, Klima- und Umweltschutz, Rohstoffversorgung - zu diesen zentralen Zukunftsfragen kann die maritime Wirtschaft wichtige Antworten geben. Seeschifffahrt, Häfen, Schiffbau und Schiffbauzulieferindustrie, die Meerestechnik, die Offshore-Windenergie sowie maritime Forschung und Entwicklung gehören deshalb weiterhin zu den Kernbereichen unseres nationalen maritimen Interesses. Durch eine integrative maritime Politik sollen Beschäftigung, Wertschöpfung und Ausbildung gesichert und der maritime Standort Deutschland gestärkt werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 11. Januar 2017 die vom ehemaligen Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, vorgestellte Maritime Agenda 2025 beschlossen. Mit der ressortübergreifenden Strategie setzt die Bundesregierung einen langfristig angelegten Rahmen für eine konsequente Zukunftspolitik zur Stärkung des maritimen Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die Maritime Agenda 2025 enthält einen Maßnahmenkatalog für neun Handlungsfelder der maritimen Wirtschaftspolitik. Zur Sicherung der Technologieführerschaft und Erschließung von Wachstumsmärkten soll gemeinsam mit der Wirtschaft eine Roadmap zur künftigen Ausrichtung der anwendungsorientierten Forschungsförderung und zur Stärkung der Innovationskompetenz der stark mittelständisch geprägten Branche erarbeitet werden. Einen Schwerpunkt bildet der Bereich Digitalisierung: So sollen unter anderem der Ausbau hochleistungsfähiger Breitbandanschlüsse insbesondere auch in den Häfen vorangetrieben und entsprechende Leuchtturmprojekte (u.a. Echtzeitdienste in der Navigation) gefördert werden.

Die Bereiche der maritimen Wirtschaft, insbesondere der Schiffbau, die Seeschifffahrt und die Hafenwirtschaft sind aufs Engste mit der Weltwirtschaft und der Entwicklung des Weltseehandels verflochten. Die daraus resultierenden Interdependenzen machen sie im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen aber besonders empfindlich gegenüber weltwirtschaftlichen Veränderungen und Konjunkturschwankungen. Dies spiegelt sich in den Branchenentwicklungen der zurückliegenden Jahre deutlich wider.

Bis Ende 2008 war die maritime Wirtschaft im Zuge der wachsenden Weltwirtschaft und des dynamisch steigenden Welthandels durch einen lang anhaltenden konjunkturellen Aufschwung geprägt. Die Werften verzeichneten einen ausgeprägten Auftragsboom, die Schifffahrt eine überaus rege Schiffsraumnachfrage bei extrem hohen Fracht- und Charterraten und die Häfen erzielten Umschlagrekorde, vor allem im Containerbereich.

2009 kam es im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zu erheblichen Wachstumseinbrüchen in nahezu allen Bereichen der maritimen Wirtschaft.

Inzwischen hat sich der Welthandel größtenteils wieder erholt und die europäischen Häfen verzeichnen insgesamt einen moderat steigenden Güterumschlag. In der Schifffahrt hält die Krise noch an, insbesondere aufgrund eines immer noch hohen Zulaufs von Neubauten. Im Schiffbau konnte unter anderem aufgrund der Umstellung auf den Spezialschiffbau eine Erholung erreicht werden, das Marktumfeld bleibt aber schwierig.

Entwicklung des deutschen Seeschiffbaus 2010 bis 2017 (in Milliarden Euro)

 20102011201220132014201520162017
Umsatz7,54,65,15,06,45,15,4 5,9
Wert abgelieferter Schiffe 4,7 2,0 2,7 2,1 2,4 2,3 2,4 3,1
Export4,11,82,62,032,22,22,3 3,1
Exportquote 87 % 92 % 97 % 99 % 92 % 97 % 99 % 99 %
Auftragsbestand7,48,48,59,110,812,918,5 17,7
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt19.09818.35017.92816.72917.85418.04217.69217.941

Quelle: Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM)

Die Werften haben sich vom Bau von Standardschiffen abgewandt und sich auf Passagierschiffe, Fähren, Yachten und andere Spezialschiffe konzentriert. Während der globale Volumenschiffbau (etwa Containerschiffe) in der Krise steckt, konnten deutsche Werften mit ihrer Spezialisierung auf anspruchsvolle Nischenmärkte einen gestiegenen Auftragseingang in 2017 verzeichnen und einen Weltmarktanteil von knapp 18,8 Prozent hinsichtlich der Auftragswerte erzielen. Viele Schiffbauunternehmen haben die Herausforderung gemeistert, in einem schwierigen Marktumfeld strukturelle Anpassungen an die veränderten Marktverhältnisse vorzunehmen. Bei den Neubauaufträgen handelt es sich ausschließlich um technologisch anspruchsvolle Spezialschiffe.

In den Marktsegmenten der hochkomplexen Passagier- und Kreuzfahrtschiffe, Yachten, modernen Fähren und weiterer Arten von Spezialschiffen konnten die deutschen Werften durch technologische Spitzenleistungen, ausgeprägte Systemkompetenz und hohe Flexibilität ihre guten Marktpositionen halten.

Die deutschen Werften intensivieren ihre schiffbauliche Forschung und Entwicklung und Innovation mit dem Ziel, ihre Position in den Hightech-Segmenten des Passagier-, RoRo- und Spezialschiffbaus sowie des technologisch anspruchsvollen Standardschiffbaus weiter auszubauen.

Weiterführende Informationen

Die weitgehend mittelständisch geprägte deutsche Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie mit rund 400 Unternehmen und etwa 65.000 Beschäftigten erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 10,6 Milliarden Euro (2016: 11,1 Milliarden Euro). Der Umsatzrückgang ist vor allem auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei Investitionen der weltweiten Schifffahrt sowie der Offshore-Öl- und der Gaswirtschaft zurückzuführen. Die Exportquote lag 2017 bei 74 Prozent (2016: 78 Prozent). Die wichtigsten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Schiffbauzulieferindustrie sind das europäische Ausland (40 Prozent) gefolgt von Asien (30 Prozent) mit China und Südkorea als den führenden Empfängerländern. In beiden Ländern wächst jedoch der Wettbewerbsdruck auf ausländische Zulieferer, da die Regierungen den Aufbau der jeweils eigenen Schiffbauzulieferindustrie zum strategischen industriepolitischen Ziel erhoben haben.

Die deutsche Schiffbauzulieferindustrie ist nicht nur an der Küste, sondern deutschlandweit vertreten. Bayern und Baden-Württemberg stehen mit je 21 Prozent des Branchenumsatzes bei den Bundesländern vorn, gefolgt von Schleswig-Holstein (11 Prozent), Nordrhein-Westfahlen (11 Prozent) und Hamburg (10 Prozent).

Neben der Pflege der traditionellen Absatzmärkte setzt die deutsche Schiffbauzulieferindustrie verstärkt auf die Erschließung neuer Absatzmärkte insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern.

Gleichzeitig konzentriert die Zulieferindustrie ihr Engagement stärker auf wachstumsstarke Marktsegmente wie Personen- und Fährschifffahrt, Militär- und Behördenschiffe sowie weitere Spezialschiffsmärkte.

Ziel der deutschen Zulieferindustrie bleibt es, den technologischen Vorsprung durch Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Innovation weiter zu erhöhen. Besonderes Marktpotenzial besteht in umweltfreundlichen Produkten und Technologien, die auch dazu beitragen können, Energie effizienter einzusetzen und Betriebskosten zu senken. Eine stark zunehmende Bedeutung gewinnen die Digitalisierung sowie die Veränderungen rund um "Industrie 4.0", die sich sowohl in zukünftigen Fertigungsmöglichkeiten auswirken, als auch neue maritime Geschäftsfelder eröffnen, die aber auch große Herausforderungen für die Branche mit sich bringen, zum Beispiel bei den Themen Datenmanagement und Datensicherheit.

Kennziffern der deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie 1)

20102011201220132014201520162017

Umsatz

(Milliarden Euro)

11,111,511,611,711,911,711,110,6
Wachstum (Prozent)-6,73,51,01,01,72-5,3-4,4
Beschäftigte 72.00070.00068.00068.00067.00067.00065.00063.500

1) Quelle: VDMA AG Marine Equipment and Systems

Weiterführende Informationen

Die Lage in der Seeschifffahrt wurde in den vergangenen Jahren maßgeblich durch ein Überangebot an Schiffsraum geprägt. Die hohe Zahl an Schiffsneubauten hat die Schifffahrtsmärkte zusätzlich belastet.

Die weltweite Containerschiffsflotte ist 2019 auf 6.145 Vollcontainerschiffe angewachsen (2014: 5.062 Schiffe). Bei den neu auf den Markt gekommenen Schiffen handelt es sich überwiegend um sehr große Containerschiffe, wohingegen vor allem kleinere Einheiten verschrottet werden. Dadurch ist die Tragfähigkeit der weltweiten Containerflotte auf 22,8Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) gewachsen.

6. Deutschland besitzt Ende 2016 2.823 Handelsschiffe (Stand Ende 2015: 3.015) Davon fahren noch 304 Schiffe unter deutscher Flagge.

Im Bereich Containerschifffahrt verfügt Deutschland über rund 16,4 Prozent der weltweiten Containerschifffahrtskapazitäten (rund 3,773 Millionen TEU) und ist damit weiterhin international führend. Aufgrund der Überkapazitäten, vor allem bei Containerschiffen, stagnieren die Fracht- und Charterraten in den meisten Bereichen auf einem niedrigen Niveau.

Die Zurückhaltung wichtiger Banken in der Schiffsfinanzierung und der daraus resultierende Mangel an Fremdkapital hat die Lage insbesondere für kleine und mittlere Charterreedereien in Deutschland zusätzlich verschärft.

Positive Wirkungen für den Schifffahrtsstandort Deutschland gehen von der Schaffung international wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen aus. Beispielsweise sichert die auf insgesamt rund 90 Millionen Euro jährlich gestiegene Förderung von Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt das seemännische Know-how für das maritime Cluster in Deutschland.

Mittelfristig sind die Aussichten für die Seeschifffahrt trotz der bestehenden Herausforderungen gut. Der steigende Welt- und Weltseehandel und das künftig deutlich abgeschwächte Flottenwachstum dürften zu einer Annäherung von Angebot und Nachfrage nach Schiffsraum und einer sukzessiven Markterholung führen.

Weiterführende Informationen

Allgemeines

Die deutschen Seehäfen haben große regional- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Sie sind für die außenhandelsorientierte deutsche Volkswirtschaft sowie für Beschäftigung und Wertschöpfung am maritimen Standort Deutschland unverzichtbar. Leistungsfähige Häfen und bedarfsgerechte Hinterlandanbindungen sind wesentliche Voraussetzungen für die maritime Logistik. Nach Erhebungen des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe sind hierzulande ungefähr 300.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt seehafenabhängig.

Insgesamt werden die Umschlagvolumina der 19 größten deutschen Seehäfen nach Schätzungen von 269 Millionen Tonnen in 2010 auf ca. 468 Millionen Tonnen in 2030 steigen. Umschlagprognosen zeigen für die deutschen Seehäfen einen anhaltenden Wachstumstrend von durchschnittlich 2,8 Prozent jährlich. Der Hamburger Hafen verbuchte mit einem Seegüterumschlag von 135,1 Millionen Tonnen in 2018 ein sich fast auf Vorjahresniveau befindliches Ergebnis (136,5 Millionen Tonnen). Auch der Containerumschlag verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent auf 8,7 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer). Damit bleibt der Hamburger Hafen beim Containerumschlag im Ranking hinter Rotterdam und Antwerpen. Der Massengutumschlag musste ebenfalls einen leichten Rückgang um 1,2 Prozent hinnehmen und erreichte einen Wert von rund 44,2 Millionen Tonnen. Der Rückgang im seeseitigen Containerumschlag ist auf die rückläufigen Umschlagsmengen mit China, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner zurückzuführen.

Mit Abstand wichtigster Partner des Hamburger Hafens im Containerumschlag bleibt trotz leichten Rückgangs um 0,7 Prozent China. Sehr stark zurück ging der Containerumschlag mit Russland (-13,8 Prozent) und Finnland (-11,7 Prozent).Entgegen diesem Trend konnte der Handel mit Brasilien (+31 Prozent),Taiwan (+10,1 Prozent) und Südkorea (+6,3 Prozent) starke Zuwächse verzeichnen. In den bremischen Häfen stieg der Seegüterumschlag im Jahr 2018 um 1,3 Prozent auf 74 Millionen Tonnen, wobei Bremerhaven ein Plus von 3,3 Prozent verzeichnen konnte, der Umschlag in Bremen-Stadt jedoch um 8,1Prozent zurückging. Der Containerumschlag ging um 0,6 Prozent auf knapp 5,5 Millionen TEU zurück, und auch der Fahrzeugumschlag reduzierte sich um 4,1 Prozent auf 2,2 Millionen Fahrzeuge.

Als Ergänzung zu den Häfen in Hamburg und Bremen wurde im Jahr 2012 der Container Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven eröffnet. Der JadeWeserPort ist der einzige deutsche Tiefwasserhafen. Der Hafen bietet mit einer 1.750 Meter langen Kaje und acht der weltweit größten Containerbrücken ideale Vorrausetzungen tideunabhängig Großcontainerschiffe der neuesten Generation mit einem Tiefgang von bis zu 16,5 Metern abzufertigen. Während im Jahr 2018 der Gesamtumschlag des JadeWeserPorts um 10 Prozent zurückging auf 27,34 Millionen Tonnen, konnte der Containerumschlag um 18,3 Prozent gesteigert werden auf 0,66 Millionen TEU.

Seeverkehrsprognose 2030

2014 veröffentlichte das Bundesverkehrsministerium die Ergebnisse der übergreifenden Verkehrsverflechtungsprognose 2030 einschließlich Seeverkehrsprognose. Danach wird für die 19 untersuchten deutschen Seehäfen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,8 Prozent bis 2030 ausgegangen. Dies entspricht einer Zunahme des Umschlagsvolumens von 74 Prozent im untersuchten Zeitraum 2010 bis 2030. Im Seehafenhinterlandverkehr rechnet man in diesem Zeitraum mit einem Anstieg von rund 53 Prozent.

Ein wichtiges Ziel der Bundesregierung ist daher der Ausbau der hafenbezogenen Infrastruktur, damit die deutschen Seehäfen auch weiterhin ihre herausragende Funktion für die deutsche Volkswirtschaft erfüllen können. Gemäß der Seeverkehrsprognose nimmt der Seehafenhinterlandverkehr um etwa 25 Prozent stärker zu als das sonstige Güterverkehrsaufkommen. Folglich spielen die Hinterlandanbindungen von Seehäfen im Bundesverkehrswegeplan 2030 eine wichtige Rolle. Mit dem Soforthilfeprogramm „Seehafenhinterlandverkehr II“ sollen zudem vorranging kleine und schnell realisierbare Maßnahmen mit kapazitiver Wirkung zeitnah umgesetzt werden, wofür 270 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der Länder, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu steigern. Dafür wurde das Nationale Hafenkonzept durch das Bundesverkehrsministerium weiterentwickelt und 2016 vom Bundeskabinett beschlossen.

Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzepts geht es darum, die Häfen auch zukünftig in die Lage versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs verbessert werden. Außerdem besteht die Absicht, mehr Güter auf Schienenwege und Wasserstraßen zu verlagern und dazu beizutragen, die Klima- und Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen.

Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzeptes

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der Länder, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu steigern. Dafür wurde das Nationale Hafenkonzept durch das Bundesverkehrsministerium weiterentwickelt und 2016 vom Bundeskabinett beschlossen.

Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzepts geht es darum, die Häfen auch zukünftig in die Lage versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs verbessert werden. Außerdem besteht die Absicht, mehr Güter auf Schienenwege und Wasserstraßen zu verlagern und dazu beizutragen, die Klima- und Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen.

Bedeutung der Häfen für den Ausbau der Offshore-Windenergie

In der Wertschöpfungskette der Offshore-Windenergie nehmen Häfen eine zentrale Stellung ein. Für den Bau von Offshore-Windparks sind Häfen der Knotenpunkt, den alle Anlagenteile passieren müssen. Dabei geschieht in den Häfen weit mehr als die Verladung der Einzelteile von LKW, Binnenschiffen oder Zügen auf hochseetaugliche Spezialschlepper. Im Hafen werden viele Anlagenteile produziert, zwischengelagert oder teilmontiert. Zudem sind Offshore-Häfen die Basis für Spezialschiffe, die für den Transport und die Montage der Anlagen auf See benötigt werden. Sie sind Ausgangspunkt für Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Weiterführende Informationen

Zu den maritimen Wachstumsbereichen gehört die Meerestechnik. Sie ist ein dynamischer und innovativer Bereich mit hoher Leistungsfähigkeit vor allem auf den Gebieten der Offshore-Technik zur Öl- und Gasgewinnung und der Offshore-Windenergie. Für weitere Bereiche wie Unterwassertechnik, Umwelt- und Sicherheitstechnik, Aqua- und Marikultur oder Verfahren zur Gewinnung von mineralischen Rohstoffen am Meeresboden bestehen ebenfalls gute Marktaussichten. Deutsche meerestechnische Unternehmen haben bislang insgesamt nur einen geringen Weltmarktanteil, besitzen aber ein erhebliches technisches Know-how und Innovationspotenzial, das aufgrund steigender Anforderungen (z. B. wegen Bohrungen in immer größeren Meerestiefen nach Öl und Gas) immer wichtiger wird.

Am 24. August 2011 hat die Bundesregierung den Nationalen Masterplan Maritime Technologien (NMMT) beschlossen. Aufgrund der internationalen Entwicklungen wurde der Plan 2018 angepasst. Seit dem stehen vier Kernaspekte im Vordergrund: An erster Stelle steht das Querschnittsthema „Green Shipping“ mit den bevorstehenden Umbrüchen, die mit einem verschärften maritimen Klima- und Umweltschutz einhergehen. Der zweite Schwerpunkt „Smart Shipping“ zeigt sich in der immer stärkeren Verbreitung digitaler Systeme im gesamten maritimen Umfeld. In einem dritten Schwerpunkt geht es um Sicherheit und Echtzeitfähigkeiten, und der vierte Bereich umfasst die Transport-Logistikketten einschließlich der Hafendrehkreuze. Der Masterplan stellt eine gemeinsame Plattform für alle Akteure der maritimen Wirtschaft dar. Ressorts, Verbände und Küstenländer sind in die strategischen Entscheidungen zur Umsetzung und Fortentwicklung des Masterplans eng eingebunden.

In den vergangenen Jahren fanden mehrere hochrangige Fachveranstaltungen im BMWi statt. Dabei wurde deutlich, dass sich durch den NMMT die Vernetzung der Akteure in der Meerestechnik erkennbar verbessert hat. Fortschritte gibt es vor allem in den Bereichen Offshore-Windenenergie, Tiefseebergbau, Zivile Maritime Sicherheitstechnologien sowie Offshore Öl und Gas. Dennoch ist es notwendig, den Masterplan strategisch anzupassen.

Eine eigens eingerichtete Koordinierende Stelle unterstützt die Umsetzung des NMMT. Der NMMT setzt Schwerpunkte unter anderem auf maritime Sicherheit, Offshore-Windenergie und Tiefseebergbau. Weiterführende Informationen, wichtige Veranstaltungen und Termine, Dokumente, Einzelmaßnahmen sowie Fortschritte des Masterplans finden Sie unter www.nmmt.de.

Weiterführende Informationen

Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin ist die Nationale Maritime Konferenz die zentrale Veranstaltung der Bundesregierung zur Unterstützung der deutschen maritimen Wirtschaft. Sie bietet rund 800 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Gewerkschaften und Politik eine Plattform zum konstruktiven Dialog. Seit dem Jahr 2000 findet sie alle zwei Jahre statt und hat sich als branchenumspannende Veranstaltungsreihe zu einem wichtigen Impulsgeber am Standort Deutschland etabliert und bewährt. Die Organisation obliegt dem Maritimen Koordinator der Bundesregierung, der sie gemeinsam mit dem Bundesland und der Kommune des Veranstaltungsortes ausrichtet.

Hafen zum Thema Maritime Wirtschaft; Quelle: istockphoto.com/Fabian Wentzel

© istockphoto.com/Fabian Wentzel

Maritime Wirtschaft

Zum Artikel

Studien und Publikationen

Förderung durch das BMWi

Nationale Maritime Konferenz

  • Veranstaltung - Maritime Wirtschaft

    Veranstaltung: 10. Nationale Maritime Konferenz

    04.04.2017 Hamburg

    Öffnet Einzelsicht
  • Veranstaltung -

    Veranstaltung: Neunte Nationale Maritime Konferenz

    20.10.2015 Bremerhaven

    Öffnet Einzelsicht
  • Veranstaltung -

    Veranstaltung: Achte Nationale Maritime Konferenz

    08.04.2013 –09.04.2013 Kiel

    Öffnet Einzelsicht
  • Artikel - Maritime Wirtschaft

    Artikel: Branchenforum Offshore-Windindustrie

    Öffnet Einzelsicht