Artikel - Wirtschaftsbranchen

Luft- und Raumfahrt

Einleitung

Quelle: fotolia.com/Jürgen Fälchle

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Die Luft- und Raumfahrt ist ein Technologie- und Konjunkturmotor in Deutschland. Sie verbindet fast alle Hochtechnologien des Informationszeitalters: Elektronik, Robotik, Mess-, Steuer-, Werkstoff- und Regeltechnik. Die daraus resultierenden Innovationen haben zum Beispiel den Computerbau wesentlich beflügelt und finden auch Anwendung in vielen anderen Industriezweigen. Mobilfunksysteme, Navigationssysteme in Autos, Live-Übertragungen von sportlichen und politischen Großereignissen, Videokonferenzen mit Menschen in fernen Ländern oder globale Umwelt- und Klimaforschung wären ohne die Pionierleistungen dieser Branche nicht möglich. Die Luftfahrt verbindet nicht nur Kontinente, sondern hat sich auch Anfang dieses Jahrtausends als erste Verkehrsbranche der Nachhaltigkeit verpflichtet und konkrete Klimaschutzziele (ACARE 2020) definiert. Die Raumfahrt liefert neue Erkenntnisse über die Erde und das Weltall, erschließt neue Technikanwendungen, ermöglicht neuartige Dienstleistungen und fördert die internationale Zusammenarbeit.

Die Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland ist damit – obwohl eine vergleichsweise kleine industrielle Branche – von enormer strategischer Bedeutung. Der Anteil der industriellen Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Gesamtumsatz ist mit durchschnittlich 10 Prozent deutlich höher als in anderen wichtigen Industriezweigen, zum Beispiel der Automobilindustrie.

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Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie als Gesamtbranche konnte im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz von 41 Milliarden Euro erreichen. Damit wurde das hohe Umsatzniveau von 2018 gehalten. Die Gesamtzahl der direkt in der Luft- und Raumfahrt Beschäftigten stieg von 111.500 im Jahr 2018 auf 114.000 im Jahr 2019 und damit auf einen neuen Höchststand.

Die Zivilluftfahrt ist weiter der größte Sektor der nationalen Luft- und Raumfahrtindustrie. Global steigende Bestell- und Auslieferungszahlen führten zu einer Steigerung von Produktion und Produktivität. Der Umsatz im Jahr 2019 steigerte sich um 10 Prozent auf 32 Milliarden Euro und hat damit einen Anteil von 78 Prozent am Gesamtumsatz der Branche. Gut 81.000 Menschen arbeiteten im Jahr 2019 in diesem Segment und damit rund 2.500 mehr als im Jahr 2018.

In der militärischen Luftfahrt ist die Beschäftigtenanzahl von 2019 mit der von 2018 vergleichbar, der Umsatz sank jedoch um 12 Prozent. 2019 betrug er rund 6,7 Milliarden Euro, 2018 waren es 7,7 Milliarden. Im Jahr 2019 arbeiteten 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Segment; im Jahr 2018 waren es 23.700.

Auch in der Raumfahrt entsprechen Umsatz und Beschäftigtenzahl dem Geschäftsjahr 2018. Der Umsatz lag 2019 bei 2, 7 Milliarden Euro, 2018 waren es 2,9 Milliarden. Die Beschäftigtenzahl stieg um 700 auf 10.000 in 2019.

Die industrieeigenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Gesamtbranche liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau. Sie umfassten im Jahr 2019 ein Volumen von knapp 3,3 Milliarden Euro. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 8 Prozent des Branchenumsatzes. Der Exportanteil lag im Jahr 2019 gemessen am Umsatz der Gesamtbranche bei 77 Prozent.

Aufgrund des Nachfrageeinbruchs und der weitreichenden Einreisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie war der Passagierluftverkehr in Deutschland, Europa und der Welt seit dem Frühjahr 2020 weitgehend zum Erliegen gekommen. Zahlreiche Fluggesellschaften hatten ihren Flugbetrieb drastisch reduziert. Branchenangaben zufolge ist der weltweite Passagierluftverkehr im Vergleich zu 2019 Corona-bedingt um 45 Prozent zurückgegangen; im Mai 2020 standen 16.500 von rund 29.000 Flugzeugen dauerhaft am Boden. Auch der Luftfrachtverkehr hat sich in Folge der weltweiten Rezession vermindert, allerdings nicht im gleichen Maße wie der Reiseflugverkehr. Inzwischen haben die deutschen und viele internationale Fluggesellschaften ihre Flugverbindungen schrittweise wieder aufgenommen.Viele dieser Verbindungen werden allerdings zunächst mit reduzierter Frequenz angeflogen. Die Branchenverbände rechnen damit, dass das Vorkrisenlevel im Luftverkehr frühestens in 3-4 Jahren wieder erreicht sein wird. Dementsprechend wird die Rückkehr zur Normalität auch in der Luftfahrtindustrie im best-case-Szenario für 2021 und im worst-case-Szenario für 2025 prognostiziert.

Als weitere schwer kalkulierbare Risiken für die Entwicklung der Branche kommen globale Handelskonflikte und der Brexit hinzu.

Gerade die deutsche mittelständisch geprägte Zulieferindustrie steht damit vor großen Herausforderungen (fehlender Hochlauf der zivilen Luftfahrzeug-Programme) in den nächsten Jahren. Einerseits muss sie ihre technologische Leistungsfähigkeit erhalten (Lieferkette für die OEM), andererseits fallen in großem Maße Umsätze weg (laufende Programme, zukünftige neue Programme).

(Quelle der Statistik: BDLI)

Die Luftfahrtbranche folgt dem Trend vieler Industriezweige hin zu immer kürzeren Innovationszyklen bei gleichzeitig steigenden Produktanforderungen an Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit.

Um die technologische Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie dabei nachhaltig zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie diese Branche durch ein eigenständiges Luftfahrtforschungsprogramm. Für den ersten Aufruf des Luftfahrtforschungsprogramms VI (2020 bis 2021) wurden durch das Parlament rund 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Anknüpfend an die Erfolge des fünften Programms fördert das Bundeswirtschaftsministerium leistungsfähige Forschungsnetzwerke aus Wissenschaft und Wirtschaft, die den gesamten Innovationsprozess von der Idee bis zur industriellen Verwertung abdecken.

Mit dem aktuellen Programmaufruf (LuFo VI-1) wurde eine neue anwendungsorientierte Programmlinie „Hybrid Elektrisches Fliegen“ aufgelegt. In dieser Programmlinie stehen Forschungs- und Technologievorhaben im Fokus, die sich Themen der bemannten elektrischen Luftfahrt widmen – von der urbanen Mobilität über Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt bis hin zu Regional- und Kurzstreckenflugzeugen. Ein weiterer neuer Schwerpunkt, neben den bereits bestehenden Themen Digitalisierung und Industrie 4.0, ist die Förderung von Projekten, welche die Entwicklung und den Einsatz modernster, digital gestützter Produktionssysteme und fortschrittliche Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) als strategisches Ziel fokussieren. Zudem wurde die erfolgreiche Förderlinie für kleine und mittlere Unternehmen weiter ausgebaut.

Zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandorts Deutschland müssen unter anderem Entwicklungszeiten und -kosten entscheidend gesenkt werden, ohne die technologische Leistungsfähigkeit der Produkte zu beeinträchtigen. Die Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums zielt daher auf die Entwicklung von Technologien für Luftfahrzeuge und Antriebe mit direktem und indirektem Umwelt- und Klimabezug, etwa die Senkung des Energieverbrauchs und der Lärmbelästigung und Verfahren zur Effizienzsteigerung von Fertigungs- und Produktionsverfahren bei gleichzeitiger Steigerung des Qualitäts- und Sicherheitsniveaus. Insgesamt stärkt die Förderung die technologischen Kernfähigkeiten der deutschen Luftfahrtindustrie und sichert die Technologieführerschaft in zukunftsträchtigen Bereichen.

Zur effizienten Verwendung der zur Verfügung stehenden Ressourcen ist das Luftfahrtforschungsprogramm eng mit den verschiedenen Förderprogrammen der Bundesländer und der Europäischen Union abgestimmt.

Darüber hinaus ist die Stärkung der Ausrüster- und Zulieferindustrie in Deutschland erklärtes Ziel der Bundesregierung, um so zu einem umweltfreundlichen, sicheren, leistungsfähigen und passagierfreundlichen Luftfahrtsystem beizutragen. Ein wichtiges Instrument zur Förderung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ausrüster- und Zulieferindustrie ist das Luftfahrzeugausrüsterprogramm . Mit dem Luftfahrzeugausrüsterprogramm fördert das Bundeswirtschaftsministerium daher anteilig Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Zulieferindustrie einschließlich Triebwerkshersteller durch verzinsliche, teilweise bedingt rückzahlbare Darlehen zur Begrenzung von Entwicklungsrisiken.

Weiterführende Informationen

Airbus

Airbus ist ein entscheidender Impulsgeber für die europäische und somit auch die deutsche Luftfahrtindustrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 135.00 Mitarbeiter weltweit, davon rund 46.000 in Deutschland. Die zivile Flugzeugsparte dominiert mit rund 77 Prozent Umsatzanteil; weitere Sparten sind „Airbus Defence and Space“ (15 Prozent Umsatzanteil) und „Airbus Helicopters“ (8,5 Prozent Umsatzanteil).

In engem Zusammenwirken von Industrie und Politik und gemeinsam mit den europäischen Partnern hat sich der europäische Flugzeughersteller längst auf Augenhöhe mit Boeing etabliert. Der Marktanteil von Airbus bei sogenannten Single-Aisle-Flugzeugen wie dem A320 liegt heute bei über 60 Prozent. Mit dem A350 verfügt Airbus über das modernste und mit dem A380 über das größte Passagierflugzeug der Welt. Mittel- und langfristiges Ziel bleibt es, die vorhanden Fähigkeiten, Kernkompetenzen und hochqualifizierten Arbeitsplätze an den deutschen Standorten zu sichern und auszubauen. Die Corona-Pandemie wird jedoch den Geschäftsbetrieb sowie die Finanz- und Ertragslage in den kommenden drei bis fünf Jahren wesentlich beeinflussen. Dabei wird sich die Nachfrage im Segment „Single Aisle“ mit der A320-Familie voraussichtlich schneller erholen als bei den größeren Flugzeugen des Segments „Widebody“ mit den Modellen A330 Neo und A350 XWB.

Ausrüster- und Zulieferindustrie

Die Luftfahrtindustrie ist grundsätzlich geprägt vom Duopol Airbus und Boeing. Beide Firmen haben in berechenbarer Abfolge große Entwicklungs- und Produktionsprogramme aufgelegt. Bisher konnten deutsche Zulieferer in einem verhältnismäßig stabilen Umfeld an Programmen des regionalen Systemführers teilhaben.

Diese Verhältnisse ändern sich aber zusehends: Statt auf Entwicklungsprogramme für neue Flugzeugmodelle setzt vor allem Airbus mehr auf graduelle Verbesserungen an bestehenden Modellen wie dem A320 Neo und dem A330 Neo. Große Entwicklungsprogramme laufen zudem aktuell aus, so zum A350 XWB. Umso wichtiger ist es für die deutsche Zuliefererindustrie, sich weiter zu diversifizieren und zu internationalisieren.

Kurz- und mittelfristig werden auch die Zulieferer aufgrund der Corona-Folgen Lösungen finden müssen, um den Wegfall von Bestellungen und Auslieferungen zu kompensieren und gleichzeitig die Lieferketten zu erhalten. Gleichzeitig treten neue Wettbewerber zum Beispiel aus Asien auf. Gerade im Bereich kleinerer Flugzeuge haben sich zudem Nationen wie Kanada oder Brasilien mit den Unternehmen Bombardier und Embraer profiliert.

Die Zulieferketten internationalisieren sich. Regional wichtige Unternehmen kaufen nicht unbedingt mehr schwerpunktmäßig in ihrer Region ein. Die europäische Dominanz in den Airbus-Zulieferketten wird ebenso abnehmen wie die amerikanische Dominanz in der Boeing-Lieferkette. Dies setzt die deutschen Zulieferer einerseits unter Wettbewerbsdruck; eröffnet ihnen andererseits aber auch neue internationale Absatzchancen.

Mittelständisch geprägte Zulieferstruktur in Deutschland

Während zum Beispiel Frankreich eine größere Zahl Zulieferer aufweist, die direkt dem Systemhersteller zuliefern, besteht die Zulieferindustrie in Deutschland zumeist aus kleineren eigentümergeführten Firmen in der nachgelagerten Lieferkette. Die deutsche Luftfahrtlandschaft ist demzufolge von einer großen Zahl hochspezialisierter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) im Zulieferbereich geprägt. So sind 80 Prozent der Zulieferbetriebe in Deutschland KMU.

Aktuell sind die Systemhersteller bemüht, zunehmend größere Arbeitsanteile auszulagern. Zugleich wird die Anzahl der Betriebe reduziert, die direkt für ein neues Modell zuliefern. Ziel ist es, mit möglichst wenigen Zulieferern der höchsten Stufe den eigenen Abstimmungsaufwand zu minimieren und Produktions- und Entwicklungsrisiken auf die nachgelagerte Stufe zu verlagern.

Nachgefragt werden also immer komplexere Lösungen aus einer Hand, die deutsche Firmen, trotz Technologieführerschaft in ihrem Segment, nur schwer leisten können. Um auch künftig in größeren Projekten auf hoher Ebene in der Lieferkette zum Zuge zu kommen, ist die Branche also gefordert, sich zu Zulieferverbünden zusammenzuschließen oder durch Konsolidierung und Unternehmenszusammenschlüsse neue Zulieferer auf erster Ebene zu schaffen. Nur so können komplexe Lösungen angeboten und notwendige Investitionen in Entwicklung aufgebracht werden.

Anders als im Luftfahrtbereich, in dem der kommerzielle Markt stark ausgeprägt ist, wird die internationale Raumfahrt trotz des weltweit zu beobachtenden Kommerzialisierungstrends nach wie vor stark durch die staatlichen Raumfahrtstrategien und die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bestimmt. Für die deutsche Raumfahrt haben daher die Raumfahrtpolitik der Bundesregierung und deren Beitrag zu europäischen Raumfahrtsstrukturen zentrale Bedeutung.

In der Hightech-Strategie 2020 hat die Bundesregierung der Raumfahrt einen besonderen Stellenwert eingeräumt: Raumfahrt ist dort eine wichtige Schlüsseltechnologie. Denn Raumfahrttechnologien und deren Anwendungen sind wichtige Instrumente der modernen Informations- und Industriegesellschaft. So sind etwa Kommunikation und Fernsehberichterstattung oder präzise Klima- und Wetteranalysen von Raumfahrttechnologien abhängig. Die Bundesregierung verfolgt deshalb das Ziel, deutsche Spitzenpositionen in den Raumfahrtanwendungen sowie in der Weltraumforschung und -technologie auszubauen und den deutschen Unternehmen im europäischen und globalen Wettbewerb gute Chancen in den entstehenden Märkten zu bieten.

Hier hat die Bundesregierung in den letzten Jahren klare Akzente gesetzt. Sie hat ihre finanziellen Aufwendungen für die Raumfahrt deutlich gesteigert und konsequent in die Bereiche investiert, in denen die Raumfahrt als Werkzeug zum Erreichen wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, strategischer und gesellschaftlicher Ziele beiträgt. Deutschland verfügt heute in der Raumfahrt über leistungsfähige Industrie- und Forschungsstrukturen. Mit den eingesetzten Mitteln wurde Deutschland als wichtiger Raumfahrtstandort gestärkt und die deutsche Position in europäischen und internationalen Programmen gefestigt. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert auch den branchenübergreifenden Wissens- und Technologietransfer, um Synergieeffekte etwa mit anderen Wirtschaftsbereichen zu stärken und Innovationen schneller umzusetzen.

Deutschland ist nach Frankreich die zweitgrößte europäische Raumfahrtnation. Allein das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Raumfahrtanwendung und -forschung mit mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr.

Die Bundesregierung stärkt die Raumfahrt als Schlüsseltechnologie im Dienste der Menschen. Sie unterstützt daher unter anderem, konkrete Projekte in den Bereichen Erdbeobachtung, Satellitenkommunikation und Satellitennavigation. Das dadurch gewonnene wissenschaftliche und technische Know-how trägt zur Stärkung des Industrie- und Technologiestandortes Deutschland bei.

Die Umsetzung der deutschen Raumfahrtpolitik ruht auf vier Säulen:

  • Beteiligung an europäischen Programmen, insbesondere an der Europäischen Weltraumorganisation ESA und an EUMETSAT
  • Nationales Weltraumprogramm
  • Raumfahrtforschung im DLR
  • Beteiligung an EU-Programmen wie Galileo und Copernicus

Deutschland nimmt an Vorhaben der ESA in allen wichtigen Sektoren der Raumfahrt teil. Auf der ESA-Ministerratskonferenz 2019 in Sevilla (Space19+) hat die Bundesregierung die Position Deutschlands in der europäischen Raumfahrt unter anderem durch folgende Beiträge weiter gestärkt:

  • Durch seine führende Rolle in der wissenschaftlichen und operativen Erdbeobachtung leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhebung von Erdbeobachtungsdaten, die auch für Landwirtschaft, Mobilität, Sicherheit und Katastrophenvorsorge genutzt werden.
  • Deutschland beteiligt sich in großem Umfang in anwendungsnahen Programmen, insbesondere in der Telekommunikation und der Technologieentwicklung – mit großem Fokus auf innovative Technologien und Produkte sowie übergreifend über alle Programmbereiche: die Stärkung des Mittelstands.
  • Deutschland beteiligt sich an einer europäischen Mondmission und trägt zum Bau des European Service Modul der bemannten US-amerikanischen Mondmission Artemis bei. Auch die Aufrechterhaltung der starken deutschen Beteiligung am Betrieb der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) bis zum Jahr 2024 sichert Deutschlands Position in der Raumfahrt.
  • Deutschland verfolgt das Ziel, privatwirtschaftliches Engagement junger aufstrebender Raumfahrt-Firmen zu fördern (insbesondere Start-ups) und veranstaltet in diesem Zusammenhang einen deutschen Wettbewerb zur Entwicklung eigener Startmöglichkeiten mittels Microlaunchern.
  • Im Schulterschluss mit Frankreich unterstützt Deutschland den Abschluss der 2014 in Luxemburg beschlossenen Entwicklung der Ariane 6 und deren wettbewerbsfähigen Markteinführung.
  • Deutschland engagiert sich in den Themenfeldern Weltraumwetter und Beobachtung von erdnahen Objekten und Weltraumschrott, die auch immer mehr in den Fokus der Aktivitäten bei der ESA treten.

Mit seiner Zeichnung von rund 3,3 Mrd. Euro bei der ESA-Ministerratskonferenz Space 19+ ist Deutschland vor Frankreich beitragsstärkstes Mitgliedsland der ESA.

Zusätzlich zur deutschen ESA-Beteiligung soll das Nationale Programm für Weltraum und Innovation die Verfolgung von eigenständigen, besonders auch den Standort Deutschland betreffenden Zielen ermöglichen. Außerdem soll es die gestaltende Beteiligung an ESA- und EU-Programmen vorbereiten und dazu komplementäre nationale und bilaterale Arbeiten durchführen. Einen Schwerpunkt setzt die Bundesregierung hier in Automation und Robotik. Denn die Raumfahrtrobotik ist unverzichtbar für zahlreiche Raumfahrtanwendungen und darüber hinaus eine Sprungbretttechnologie für Anwendungen auf der Erde. Weiterhin fördert die Bundesregierung zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie die Kommerzialisierung und den Technologietransfer in und aus der Raumfahrt. Öffentlich-private Partnerschaften finden auch in der Raumfahrt Eingang und werden bei dafür geeigneten Vorhaben eingesetzt. Entsprechende Regelungen bieten den Beteiligten Rechtssicherheit zum Beispiel für die Vermarktung von Erdbeobachtungsprodukten (Satellitendatensicherheitsgesetz, SatDSiG). Damit ist die Voraussetzung geschaffen worden, innovative Technologieentwicklungen wie die Erhebung von Erdfernerkundungsdaten privatwirtschaftlich zu nutzen und daraus ein tragfähiges Geschäftsfeld zu entwickeln.

Raumfahrt ist ein wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur einer vernetzen Wirtschaft und Gesellschaft – ohne Satellitenkommunikation und -navigation ist diese Vernetzung nicht denkbar. Auch Cybersecurity stützt sich auf die Raumfahrt-Infrastruktur. Zudem wird der Raumfahrtsektor von neuen Methoden der Industrie 4.0 erfasst: So werden Produktionsketten vernetzt und neue Produktionstechniken, wie etwa der 3D-Druck, etabliert – welcher beispielsweise die Kleinserienproduktion im Satellitenbau ermöglicht. Dies alles bedeutet ein Mehr an Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz; für beides nimmt die Raumfahrt eine Multiplikatorwirkung ein.

Weiterführende Informationen

  • Artikel - Innovationspolitik

    Artikel: Neue Hightech-Strategie - Innovationen für Deutschland

    Öffnet Einzelsicht
  • Artikel - Luft- und Raumfahrt

    Artikel: Satellitendatensicherheitsgesetz - SatDSiG

    Öffnet Einzelsicht

Das DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt und Raumfahrt (aber auch in den Bereichen Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung) sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden.

Sein Portfolio reicht von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von Produkten für morgen. Das DLR betreibt Großforschungsanlagen für eigene Projekte und als Dienstleister für Partner in der Wirtschaft. Darüber hinaus fördert es den wissenschaftlichen Nachwuchs, berät die Politik und ist eine treibende Kraft in den Regionen seiner derzeit bundesweit 29 Standorte mit insgesamt rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Am 24. Juli 2017 haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das DLR die Strategie 2030 (PDF, 233 KB) vorgestellt. Sie zielt darauf ab, die Kernkompetenzen des DLR zu stärken und interne Synergiepotenziale noch gezielter zu nutzen, um die Spitzenposition in der Forschung zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft weiter auszubauen. Die strategischen Ziele in der Forschung, zehn neue Querschnittsprojekte und der neue Querschnittsbereich Digitalisierung spiegeln diese Ambitionen wider.

Seit 2019 kommen zwölf weitere DLR-Institute und ein institutionelles Forschungsprogramm in acht Bundesländern hinzu. Thematische Schwerpunkte sind die solarthermische Erzeugung von Brennstoffen im industriellen Maßstab, CO2-arme Industrieprozesse, klimaneutrale Antriebstechnik für Schiffe, der Schutz wichtiger terrestrischer Infrastrukturen, autonomes Fahren, Weltraumwetter, Quantentechnologien, Fragen des elektrischen Fliegens (Kleinflugzeuge, Lufttaxis, Urban Air Mobility), die Entwicklung neuartiger hybrid-elektrischer Triebwerke für die Luftfahrt, und unbemannte Luftfahrtsysteme.

An der Umsetzung der deutschen Raumfahrtpolitik ist das DLR in einer Doppelrolle beteiligt:

  • das Raumfahrtmanagement im DLR ist im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten auf nationaler und europäischer Ebene zuständig.
  • als Forschungseinrichtung und Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) leistet das DLR durch sein Portfolio Beiträge zur Lösung globaler Herausforderungen und trägt so zu einer nachhaltigen Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland bei.

Weiterführende Informationen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

  • ist federführend für die Luft- und Raumfahrtforschung der Bundesregierung verantwortlich und setzt sich für ressortübergreifende Luft- und Raumfahrtpolitik ein
  • flankiert wichtige Projekte der deutschen Luftfahrt inklusive der dazugehörigen Ausrüsterindustrie und unterstützt deren Internationalisierung
  • unterstützt mit dem zivilen Luftfahrtforschungsprogramm Forschungs- und Technologieentwicklungsvorhaben mit einer Anwendung in der zivilen, kommerziellen Luftfahrt am Standort Deutschland mit dem Ziel eines umweltfreundlichen, leistungsfähigen und sicheren Luftverkehrssystems
  • gewährt Darlehen für die Zulieferindustrie zur Entwicklung neuer, innovativer Produkte am Standort Deutschland (Luftfahrzeugausrüsterprogramm)
  • unterstützt die Entwicklung des Airbus A350 und des A380 durch Darlehensprogramme
  • fördert die deutschen Raumfahrtaktivitäten über die deutsche Mitgliedschaft in der Europäischen Weltraumorganisation ESA, das Nationale Programm für Weltraum und Innovation und stellt dazu pro Jahr rund 1,2 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit
  • setzt sich bei der Europäischen Union für deutsche Raumfahrtinteressen ein
  • stellt dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt für die Forschungsbereiche Luft- und Raumfahrt die notwendigen institutionellen Fördermittel zur Verfügung
  • arbeitet in nationalen, europäischen und internationalen Gremien der Luft- und Raumfahrt mit
  • wirkt an der Gestaltung internationaler Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Export in der Luft- und Raumfahrt mit und fördert konkrete Vorhaben der Luftfahrttechnologie
  • flankiert die Interessen der nationalen Luftfahrtindustrie in europäischen Forschungsrahmenprogrammen wie zum Beispiel Clean Sky, SESAR, HORIZON 2020
  • informiert die Öffentlichkeit über die Luft- und Raumfahrtpolitik

Publikationen

Pressemitteilung

  • 14.07.2020 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Drei Raketen-Start-ups starten in die 2. Runde des deutschen Wettbewerbs für Mikrolauncher

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.07.2020 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Altmaier begrüßt den Aufbau von vier DLR-Einrichtungen in den Braunkohlerevieren

    Öffnet Einzelsicht
  • 02.04.2020 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Luft- und Raumfahrtkoordinator würdigt Reimar Lüst

    Öffnet Einzelsicht
  • 18.03.2020 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Prof. Anke Kaysser-Pyzalla wird neue Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.03.2020 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Luft- und Raumfahrtkoordinator Jarzombek trifft Vertreter der Luftverkehrswirtschaft zu Corona

    Audio

    Öffnet Einzelsicht

Förderbereiche in der Technologiepolitik

Kontakt

Referat IVD2

(Luftfahrt - Geschäftsstelle des Koordinators für Luft- und Raumfahrt)
Regierungsdirektor Dr. Daniel Riedel

(030) 18 615-74 71

(030) 18 615-54 32 und -54 23

Kontakt

Referat IVD4

(Grundsatzfragen der Raumfahrt, ESA)
Ministerialrat Max Kroymann

(030) 18 615-33 21

Kontakt

Referat IVD5

(Raumfahrttechnologien)
Ministerialrat Thomas Koch

(030) 18 615-43 03

Kontakt

Referat IVD6

(Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Helmholtz-Gemeinschaft)
Regierungsdirektor Dr. Michael Scharnberg

(030) 18 615-43 22