Artikel - Wirtschaftsbranchen

Bergbau und Rohstoffe

Einleitung

Absetzer Rheinbraun zum Branchenfokus Bergbau und Rohstoffe; Quelle: DEBRIV

© DEBRIV

Deutschland ist eines der führenden Industrieländer und daher Großverbraucher mineralischer Rohstoffe. Ein Großteil der jährlich in Deutschland benötigten Rohstoffe, insbesondere die Steine- und Erden-Rohstoffe, werden aus heimischen Lagerstätten gewonnen. So wurden im Jahr 2017 in Deutschland 177,2 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl, 8,283Milliarden m³ Erdgas, Erdölgas und Grubengas sowie etwa 609 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe zuzüglich ca. 4,3 Millionen m³ Torf produziert. Diese Produktionsmenge hatte einen Wert von insgesamt rund 12,3 Milliarden Euro.

Während die Eigenversorgung mit diesen Rohstoffen ganz oder anteilig sichergestellt, ist die Bedarfsdeckung bei den Metallrohstoffen, einzelnen Industriemineralen und den Energierohstoffen mit Ausnahme der Braunkohle sehr stark von Importen abhängig.

Publikation

Weiterführende Informationen

Deutscher Steinkohlenbergbau

Im Dezember 2018 endete der Abbau von Steinkohle in Deutschland mit der Schließung der letzten Zechen. Damit ging ein wichtiges Kapitel deutscher Industriegeschichte zu Ende. Die Förderung im deutschen Steinkohlebergbau belief sich im Jahr 2017 noch auf 3,67 Millionen Tonnen. Im deutschen Steinkohlenbergbau waren 2017 noch rund 5.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Steinkohle wird überwiegend zur Verstromung eingesetzt. Darüber hinaus wird Steinkohle für die Stahlerzeugung benötigt. Nur noch geringe Mengen werden im Wärmemarkt verwendet. Seit Jahren wird der Bedarf an Steinkohle hauptsächlich durch Importe gedeckt, rund 7 Prozent wurde 2017 noch aus einheimischer Förderung bedient.

Deutscher Braunkohlenbergbau

Der deutsche Braunkohlenbergbau ist in den Revieren Rheinland, Lausitz und Mitteldeutschland konzentriert. Die Förderung der heimischen Braunkohle findet ausschließlich im Tagebau statt. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 171,3 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert.

Braunkohle wird zu 90 Prozent zur Strom- und Fernwärmeerzeugung in öffentlichen und industriellen Kraftwerken eingesetzt. Rund 10 Prozent gehen an Veredlungsbetriebe zur Herstellung von Briketts, Koks, Staubkohlen, Wirbelschichtkohlen und Braunkohlenxylit. Im Braunkohlenbergbau sind rund 15.900 Personen beschäftigt.

Zur Zukunft der Braunkohleverstromung hat die Bundesregierung 2018 eine Kommission „Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung“ eingesetzt. Am 26. Januar 2019 verabschiedete diese Kommission nahezu einstimmig ihren Abschlussbericht. Dieser enthält konkrete Vorschläge sowohl für den Strukturwandel in den Kohleregionen als auch für die schrittweise Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung.

Weiterführende Informationen

Im Vergleich zum Vorjahr wurde auch 2017 erneut weniger Erdöl sowie Erdgas gefördert. Der Rückgang der Produktion ist auf die zunehmende Erschöpfung der großen Lagerstätten und damit einhergehend deren natürlichen Förderabfall sowie ausbleibende Neufunde zurückzuführen.

Die Produktion von Erdgas lag 2017 bei 7,9 Milliarden (Vn) Rohgas, bzw. 7,2 Milliarden (Vn) normiertes Reingas mit einem normierten Brennwert von Ho = 9,77 kWh/ (Vn). Das bedeutet eine Verringerung von 8,6 Prozent Rohgas (7,9 Prozent Reingas) gegenüber 2016. Die weitere Abnahme der Produktion ist im Wesentlichen auf die zunehmende Erschöpfung der vorhandenen Lagerstätten zurückzuführen. Nennenswerte Neufunde
konventioneller Lagerstätten sind in den letzten Jahren ausgeblieben. Der Anteil Niedersachsens an der Rohgasförderung Deutschlands betrug 2017 rund 94 Prozent.

Die Förderung von Erdgas lag im Jahr 2003 noch bei rund 22 Milliarden , geht seit 2004 kontinuierlich zurück und betrug im Berichtsjahr 2017 damit nur noch 36 Prozent dieses Volumens. Die heimische Erdgasgewinnung trägt damit nur noch rund 7 Prozent zur Deckung des Erdgasverbrauchs bei.

Erdgas- und Erdölgasförderung 2011 bis 2017

JahrErdgasErdölgasGesamt (Naturgas)FelderFördersonden
1000 (Vn)1000 (Vn)1000 (Vn)
201112 872 53379 67112 952 20481494
201211 705 66178 19711 783 85781497
201310 677 86972 74310 750 61278498
201410 060 02566 61810 126 64377494
20159 322 97364 6529 387 62477476
20168 608 22564 5588 672 78277469
20177 869 82562 4347 932 25977449

Quelle: LBEG "Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2017"

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 2,22 Millionen Tonnen Erdöl gewonnen. Damit fiel die Erdölproduktion um ca. 140.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr.. Die heimische Erdölproduktion hat zu rund 2,0 Prozent (112,5 Millionen Tonnen) zur Deckung des heimischen Erdölverbrauchs beigetragen.

Erdöl- und Erdölgasförderung 2011 bis 2017

JahrErdöl/KondensatErdölgasFelderFördersonden
Mio. tMio. (Vn)
20112,67979,671 491122
20122,62178,197491083
20132,63872,743491077
20142,43066,618501066
20152,41364,652501031
20162,35564,55850991
20172,21862,434501000

Quelle: LBEG "Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2017"

Die wichtigsten Erdöl-Fördergebiete Deutschlands liegen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Im Jahr 2017 erbrachten die Erdölfelder dieser beiden Bundesländer zusammen 2,0 Millionen Tonnen Öl, das entspricht 91 Prozent der deutschen Gesamtproduktion. Nach wie vor ist Schleswig-Holstein mit dem Feld Mittelplate/Dieksand das förderstärkste Bundesland. Obwohl die Produktion im Vergleich zu 2016 rückläufig war (68.000 Tonnen weniger), deckte das Feld rund 55,6 Prozent der heimischen Erdölförderung ab. Auch Niedersachsen produzierte rund 14.000 Tonnen weniger als 2016, das entspricht einem Anteil an der Gesamtförderung von 35,5 Prozent.

In den Unternehmen der deutschen Erdöl- und Erdgasgewinnungsindustrie sind rund 8.400 hochqualifizierte Mitarbeiter im Bereich der Aufsuchung, Förderung und Speicherung von Erdgas und Erdöl tätig.

Dazu kommt noch schätzungsweise die doppelte Anzahl von Beschäftigten aus Zuliefer- und Dienstleistungsbereichen. Für weitere Informationen zur Erdgas- und Erdölversorgung siehe hier.

Weiterführende Informationen

In Deutschland werden von der K+S Gruppe in fünf Bergwerken Kali- und Magnesiumrohsalze gewonnen. Ende 2018 wurde das Kalibergwerk Sigmundshall in Niedersachsen geschlossen. Die in diesen natürlichen Rohstoffen erhaltenen lebensnotwendigen Elemente wie Kalium und Magnesium werden für die Herstellung von hochwertigen Mineraldüngern benötigt. Die verwertbare Förderung in Form von Kaliprodukten betrug im Jahr 2017 knapp 5,4 Millionen Tonnen, mit einem umgerechneten K2O-Inhalt von ca. 3 Millionen Tonnen. Zusätzlich wurden ca. 1,25 Millionen Tonnen sonstige Produkte auf Kalium-, Magnesium- oder Rohsalzbasis hergestellt. Die größten ausländischen Kalisalzvorkommen finden sich in Russland, der Ukraine, Weißrussland, Kanada und den USA. Die K+S GmbH ist nach wie vor der führende Produzent auf dem Kalisektor in der EU und der fünftgrößte Kaliproduzent der Welt.

Im Jahr 2017 konnte die Salzindustrie in Deutschland ihre Stellung als größter Salzproduzent in der EU behaupten. Die Jahresproduktion an verwertbarem Steinsalz in Deutschland aus sieben aktiven Steinbergwerken betrug 6,5 Millionen Tonnen, an Industriesole aus zehn Gewinnungsstellen 33,6 Millionen m3 mit einem Inhalt von 8,05Millionen Tonnen NaCl. Damit erhöhte sich die Steinsalzförderung im Jahr 2017 gegenüber dem Jahr 2016 deutlich (+16,3 Prozent) und auch die Industriesoleförderung stieg gegenüber dem Vorjahr an (+4,6 Prozent).

Weiterführende Informationen

Hochwertiges Flussspatkonzentrat wird hauptsächlich zur Herstellung von Flusssäure verwendet. Abnehmer sind die chemische und die metallurgische Industrie. In Deutschland wurden im Jahr 2016 rund 84 Prozent des genutzten Flussspats in der chemischen Industrie zur Herstellung von Fluorverbindungen eingesetzt. Bei der Herstellung von Stahl und Edelstahl dient Flussspat als Flussmittel zur Erhöhung der Fließfähigkeit der Schlacken. Zur Deckung des heimischen Bedarfs wurden im Jahr 2017 zusätzlich zur heimischen Produktion von ca. 45.000 Tonnen noch knapp 151.000 Tonnen Flussspatkonzentrat importiert.

Ähnlich verhält es sich beim Schwerspat. Um den heimischen Bedarf an Schwerspat zu decken, reicht die heimische Produktion nicht aus und Importe aus dem Ausland sind notwendig. Im Jahr 2017 deckte die heimische Schwerspatgewinnung rund 19 Prozent der hiesigen Bedarfe. Damit macht die deutsche Produktion knapp 1 Prozent der weltweiten Förderung von rund 7,2 Millionen Tonnen aus. Im selben Jahr wurden zusätzlich über 109.000 Tonnen Schwerspat importiert.

Publikation

Kiese, Sande und gebrochene Natursteine, die zu 95 Prozent in der Bauindustrie verwendet werden, stellen massenmäßig den größten Anteil der Rohstoffproduktion in Deutschland. Im Jahr 2017 wurden hier etwa knapp 257 Millionen Tonnen Sand und Kies sowie knapp 220 Millionen Tonnen gebrochene Natursteine gewonnen. Die wirtschaftliche Situation der Produzenten mineralischer Gesteinskörnungen ist sehr eng mit der Auftragssituation in der Bauwirtschaft als deren Hauptabnehmer verknüpft. Die benötigten Rohstoffe Sand, Kies und Naturstein werden ausschließlich nachfragegerecht gewonnen und zu verkaufsfähigen Körnungen für den direkten Einsatz aufbereitet oder für die Veredelung in der Baustoffindustrie weiterverarbeitet.

Längerfristig gestalten sich die Bedarfsaussichten vor allem durch neue Nachfrageimpulse im Zuge der Energiewende auch für die Baustoffindustrie positiv.

Publikation

Weiterführende Informationen

Pressemitteilungen

  • 06.11.2019 - Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Altmaier: „Wir meinen es ernst mit den Sorgfaltspflichten!“

    Öffnet Einzelsicht
  • 09.05.2019 - Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Parlamentarischer Staatssekretär Wittke: EITI-Bericht bescheinigt Deutschland Transparenz im Rohstoffsektor – wichtiger Schritt für Rohstoffpolitik der Bundesregierung

    Öffnet Einzelsicht
  • 31.01.2019 - Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Staatssekretär Wittke verleiht Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis 2018

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

  • Artikel - Rohstoffe und Ressourcen

    Artikel: Rohstoffe – unverzichtbar für den Zukunftsstandort Deutschland

    Öffnet Einzelsicht