21.08.2020 - Online-Version - Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik Ausgabe September 2020

Einleitung

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II. Konjunktur

Einleitung

In Kürze

Die deutsche Wirtschaft erebte im ersten Halbjahr einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Trotz weiter schwelender Pandemie befindet sie sich seit der Lockerung des harten Shutdowns ab Mai bereits wieder auf dem Weg der Erholung. Dieser wird sich aber länger hinziehen.

Der zunächst schnelle Aufholprozess der Industrie setzt sich fort, wird aber angesichts der schwachen Auslandsnachfrage an Fahrt verlieren. Er wurde bislang maßgeblich vom Bereich Kfz und Kfz-Teile getrieben.

Am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Die Arbeitslosigkeit sank im Juli nach drei Monaten mit heftigen Anstiegen um 18.000 Personen ggü. Juni. Ersten Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit zufolge geht die Kurzarbeit im Juni von 6,7 Mio. Personen auf 4,5 Mio. Personen zurück. Die Erwerbstätigkeit sank im Juni nur noch leicht. Die Frühindikatoren haben sich weiter erholt.

In nahezu allen Wirtschaftsbereichen mit Ausnahme des Baugewerbes brach die Wirtschaftsleistung teilweise massiv ein. Dank des umfangreichen Einsatzes von Kurzarbeit konnte sich die Beschäftigung davon weitgehend entkoppeln. Mit der schrittweisen Lockerung der Einschränkungen hat für die deutsche Wirtschaft ab Mai bereits wieder der Erholungsprozess eingesetzt. Die Industrie konnte ihre Erzeugung und ihren Absatz im Mai und Juni kräftig ausweiten. Ihr Produktionsniveau lag Stand Juni dennoch erst bei gut 87 % des Jahresendquartals 2019 vor Ausbruch der Pandemie. Auch in vielen Dienstleistungsbereichen ist eine wirtschaftliche Erholung zu beobachten. Angesichts der hierdurch bereits wieder etwas günstigeren Ausgangslage wird es im dritten Quartal zu einem kräftigen Wiederanstieg des Bruttoinlandsprodukts kommen. Die weitere konjunkturelle Belebung hängt dabei ganz maßgeblich vom Pandemieverlauf im In- und Ausland ab. Einige Volkswirtschaften unserer Handelspartner sind durch die Pandemie weiterhin stark belastet. Schon deshalb wird nach der kräftigen Erholung im Mai und Juni der weitere Erholungsprozess der deutschen Wirtschaft nur langsam voranschreiten und noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Grundsätzlich sind die Unternehmen aber wieder merklich zuversichtlicher gestimmt. Laut ifo Konjunkturtest vom Juli sind die gesamtwirtschaftlichen Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate per saldo bereits wieder positiv und günstiger als im Jahr 2019.

Weltwirtschaft: Aussichten verbessern sich

Während die Rückschau für die Weltkonjunktur düster ausfällt, signalisieren Frühindikatoren eine Erholung im weiteren Jahresverlauf. Die globale Industrieproduktion wurde im Zeitraum April/Mai um rund 12 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gedrosselt. Der weltweite Warenhandel fiel sogar um etwa 17 %. Auch anhand erster Meldungen großer Volkswirtschaften zur BIP-Entwicklung im zweiten Quartal wird das Ausmaß der Corona- Rezession in der ersten Jahreshälfte deutlich. Im Euroraum ging das BIP um 12,1 % und in den USA um 9,5 % zurück. Für das zweite Halbjahr senden Stimmungsindikatoren hingegen positive Signale. Der globale Einkaufsmanagerindex (PMI) von J.P.Morgan/ IHS Markit für die Industrie kletterte im Juli erstmals seit Januar mit 50,3 Punkten über seine Wachstumsschwelle.

Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hängt maßgeblich vom Verlauf der Corona-Pandemie sowie den Maßnahmen und Verhaltensänderungen zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Virus ab. Dabei sind die einzelnen Länder in den verschiedenen Teilen der Welt in unterschiedlichem Maße betroffen. Laut Robert-Koch-Institut vermeldet China als Ausgangspunkt der Pandemie aktuell nur noch geringe Fallzahlen und befindet sich bereits in einer wirtschaftlichen Erholungsphase mit einem BIP-Wachstum von 11,5 % im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal. Derweil entwickeln sich andere Länder leider zu Corona-Hot-Spots (mehr als 120 Fälle je 100.000 Einwohner). Dazu zählen die USA, Südafrika und Teile Lateinamerikas, unter anderem Brasilien und Argentinien. Erhöhte Fallzahlen (60–119 Fälle) lassen sich in Süd- und Ost-Europa wie etwa in Spanien, Rumänien und Ungarn sowie in schwächerer Abstufung (20–59 Fälle) in Russland, Indien, Schweden und Großbritannien beobachten. Dies verdeutlicht, dass das außenwirtschaftliche Umfeld für die deutsche Wirtschaft noch einige Zeit schwierig bleiben dürfte.

Bruttoinlandsprodukt und ifo Geschäftsklima

Bruttoinlandsprodukt und ifo-Geschäftsklima (kalender-und saisonbereinigt, Veränderungen zum Vorquartal in v.H. ) Bild vergrößern

Bruttoinlandsprodukt und ifo-Geschäftsklima (kalender-und saisonbereinigt, Veränderungen zum Vorquartal in v.H. )

© StBA, BBk, ifo Institut

Einkaufsmanagerindex Welt J.P. Morgan / IHS Markit

Einkaufsmanagerindex Welt J.P. Morgan / IHS Markit (Composite Output Index, saisonbereinigt, Wachstumsschwelle = 50) Bild vergrößern

Einkaufsmanagerindex Welt J.P. Morgan / IHS Markit (Composite Output Index, saisonbereinigt, Wachstumsschwelle = 50)

© J.P.Morgan/ IHS Markit, Macrobond

Deutscher Aussenhandel erholt sich weiter

Im Juni setzte sich die Erholung der Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen fort. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie saisonbereinigt und nominal um 10,8 %. Im Mai konnte bereits mit einem Plus von 8,2 % eine deutliche Steigerung nach dem pandemiebedingten Einbruch verzeichnet werden. Für das zweite Quartal ergab sich noch eine spürbare Abnahme um 21,2 %. Das Niveau der Waren- und Dienstleistungsexporte liegt trotz des eingesetzten Aufholprozesses erst etwa bei 83 % des Niveaus vor Beginn der Corona-Krise im Februar.

Die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen sind noch weiter vom Vorkrisenniveau entfernt. Das liegt auch daran, dass ihr Wachstum im Juni saisonbereinigt und nominal gegenüber dem Vormonat mit 5,4 % vergleichsweise schwach ausfiel (Mai: +2,4 %). Im Quartalsvergleich sanken die Importe noch um beispiellose 19,3 %.

Die Frühindikatoren zur Außenwirtschaft deuten eine weitere Erholung an. Die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe lagen im Juli per saldo erstmals seit Januar wieder im positiven Bereich. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland erholten sich im Juni weiter mit einem kräftigen saisonbereinigten Plus von 22,0 % gegenüber Mai. Diese Signale deuten darauf hin, dass sich der Aufholprozess im weiteren Jahresverlauf fortsetzt. Dieser wird sich allerdings noch hinziehen.

Warenhandel

Warenhandel (in Milliarden Euro, kalender- und saisonbereinigt) Bild vergrößern

Warenhandel (in Milliarden Euro, kalender- und saisonbereinigt)

© Zahlungsbilanzstatistik BBk

Aussenhandel

Aussenhandel (Angaben in jeweiligen Preisen) Bild vergrößern

Aussenhandel (Angaben in jeweiligen Preisen)

© StBA, BBk

Industriekonjunktur – Erholung setzt sich fort

Die seit Mai einsetzende Erholung der Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im Juni kräftig fortgesetzt. Saisonbereinigt stieg sie um 8,9 %. In der Industrie war der Zuwachs mit +11,1 % erneut besonders ausgeprägt. Wie bereits im Mai war hierfür ein deutliches Plus von 54,7 % im gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile maßgeblich. Nachdem dort die Erzeugung im April weitestgehend zum Stillstand gekommen war, lag sie zuletzt bereits wieder bei rd. 80 % des Niveaus vom vierten Quartal 2019 vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Bau, der bislang weniger Einschränkungen durch Corona erfuhr, verzeichnete einen Anstieg in Höhe von 1,4 %. Im Quartalsvergleich schlägt der harte Shutdown im April zu Buche. So hat sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe im zweiten Vierteljahr gegenüber der Vorperiode um 16,1 % verringert. In der Industrie lag das Minus bei 19,3 % und im Baugewerbe bei 4,2 %. Diese spürbar negativen Quartalswerte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Verlauf des zweiten Vierteljahrs bereits zu einer deutlichen Erholung gekommen ist.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe erholten sich im Juni gegenüber dem Vormonat kräftig um 27,9 %, nach der eher noch verhaltenen Belebung im Mai um 10,4 %. Die Bestellungen von Investitionsgütern nahmen dabei kräftig um 45,7 % zu (Bereich Kfz/Kfz-Teile: +66,5 %). Auch bei Vorleistungsgütern war der Zuwachs beachtlich (+10,6 %), während der bei Konsumgütern moderat ausfiel (+1,1 %). Im Quartalsvergleich ergab sich auch bei den Ordereingängen im Verarbeitenden Gewerbe ein deutlicher Rückgang von 22,9 %, vor allem wegen der schwachen Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum (-30,7 %) und Euroraum (-26,2 %).

Die Juni-Daten zu Produktion und Auftragseingängen zeigen somit ebenso wie das ifo Geschäftsklima und der PMI eine deutliche Erholung der Industriekonjunktur an. Laut den Umfragen von ifo und IHS Markit/BME im Juli gehen die Unternehmen von einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäfte in den kommenden Monaten aus. Der Aufholprozess dürfte aber in Anbetracht der anhaltend schwachen Auslandsnachfrage und der Unwägbarkeiten des Pandemieverlaufs noch längere Zeit in Anspruch nehmen.

Industrie

Industrie (Veränderung gegen Vorzeitraum in Prozent,Volumen, saisonbereinigt) Bild vergrößern

Industrie (Veränderung gegen Vorzeitraum in Prozent,Volumen, saisonbereinigt)

© StBA, BBk

Produktion im produzierenden Gewerbe nach Wirtschaftszweigen

Produktion im produzierenden Gewerbe nach Wirtschaftszweigen (Volumenindex (2015 = 100, saisonbereinigt)) Bild vergrößern

Produktion im produzierenden Gewerbe nach Wirtschaftszweigen (Volumenindex (2015 = 100, saisonbereinigt))

© StBA, BBk

Einzelhandel belebt sich spürbar

Seit Mai nimmt der Konsum auf Grund wieder geöffneter Geschäfte deutlich zu. Der Einzelhandel ohne Kfz verbuchte durch Nachholbedarf und unterstützt durch den boomenden Versand- und Internethandel Rekordumsätze. Dieses Niveau hat er im Juni fast gehalten. Der stationäre Handel dürfte sich dabei weitgehend stabil entwickelt haben, während der Versand- und Internethandel nach den kräftigen Zuwächsen der letzten beiden Monate 8,6 % einbüßte. Der Handel mit Kfz nahm im Mai um mehr als ein Drittel (+34,5 %) zu, liegt aber noch 22,3 % unter seinem Umsatz im Februar. Der scharfe Anstieg bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter im Juli (+87,4 %) deutet aber darauf hin, dass sich der Erholungsprozess zeitnah fortsetzen dürfte. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel verbesserte sich im Juli deutlich. Insgesamt überwiegen inzwischen die positiven Einschätzungen. Das GfK Konsumklima setzte seine V-förmige Erholung fort und wird im August seinen neutralen Bereich wieder erreichen. Bei den Verbraucherpreisen machte sich im Juli die befristete Senkung der Steuern auf den Umsatz spürbar bemerkbar, die anscheinend zu einem beachtlichen Teil an die Verbraucher weitergegeben wird. So sanken die Preise für Waren, die knapp die Hälfte des Warenkorbs ausmachen, gegenüber Juni um 1,9 %. Die Preise für Dienstleistungen sind demgegenüber bei Ausklammerung der preisvolatilen Pauschalreisen im Durchschnitt unverändert geblieben. Die Inflationsrate, also die Preisentwicklung binnen Jahresfrist, wurde leicht negativ (-0,1 %), nachdem sie im Vormonat noch bei +0,9 % lag. Dabei sanken die Preise für Energieprodukte um 6,7 %. Bei Nahrungsmitteln (+1,2 %) fiel die Teuerungsrate um mehr als drei Prozentpunkte. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) verringerte sich im Juli um 0,6 Prozentpunkte auf +0,7 %.

Einzelhandelsumsatz ohne Handel mit Kfz

Einzelhandelsumsatz ohne Handel mit Kfz (Monate, Volumenindex 2015 = 100, saisonbereinigt) Bild vergrößern

Einzelhandelsumsatz ohne Handel mit Kfz (Monate, Volumenindex 2015 = 100, saisonbereinigt)

© StBA, BBk

Verbraucherpreisindex

Verbraucherpreisindex (Veränderung in Prozent) Bild vergrößern

Verbraucherpreisindex (Veränderung in Prozent)

© StBA, BBk

Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit haben sich durch den verbreiteten Einsatz von Kurzarbeit und mit der Belebung der Geschäftstätigkeit stabilisiert. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit sank im Juni nur noch leicht um 40.000 Personen, nachdem sie in den beiden Vormonaten um zusammengenommen 600.000 Personen abgenommen hatte. Das Stellenangebot und somit die Nachfrage nach Arbeitskräften ist aber weiterhin verhalten. Zunächst setzen die Unternehmen vor Neueinstellungen auf eine Rückkehr zur Regel-Arbeitszeit. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank im Mai saisonbereinigt um 74.000 Personen (April: -268.000 Personen). Die Besserung der Arbeitsmarktlage zeigt sich auch an der Entwicklung der Kurzarbeit. Nach einer Inanspruchnahme durch 6,7 Mio. Beschäftigte im Mai erwartet die Bundesagentur für Arbeit für Juni einen Rückgang auf 4,5 Mio. Personen mit weiter fallender Tendenz. Die registrierte Arbeitslosigkeit sank im Juli dank der Kurzarbeit und anderer arbeitsmarktpolitischer Instrumente saisonbereinigt nach drei Monaten mit heftigen Anstiegen um 18.000 Personen. Nach den Ursprungszahlen nahm sie saisonüblich leicht auf 2,91 Mio. Personen zu. Rein Corona-bedingt stieg die Arbeitslosigkeit nach Schätzung der BA bisher um ca. 635 Tsd. Personen, wobei die zusätzliche Belastung durch die Corona-Krise von Monat zu Monat kleiner geworden ist. Der Vorjahresabstand ist etwa ebenso hoch. Den Frühindikatoren von IAB, ifo und der BA zufolge dürfte sich die Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen.

ifo Beschäftigungsbarometer und Erwerbstätige (Inland)

ifo Beschäftigungsbarometer und Erwerbstätige (Inland) (Monate, saisonbereinigt) Bild vergrößern

ifo Beschäftigungsbarometer und Erwerbstätige (Inland) (Monate, saisonbereinigt)

© StBA, BBk, ifo Institut

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (in 1000)

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (in 1000) Bild vergrößern

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (in 1000)

© BA, IAB, BBk

Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt (kalender- und saisonbereinigte Angaben) Bild vergrößern

Arbeitsmarkt (kalender- und saisonbereinigte Angaben)

© BA, StBA, BBk

[1] In diesem Bericht werden Daten verwendet, die bis zum 14. August 2020 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie kalender- und saisonbereinigter Daten.

In Kürze
Der Nowcast für die Saison- und kalenderbereinigte Veränderungsrate des BIP im dritten Quartal 2020 beträgt +3,0 % gegenüber dem Vorquartal (Stand 12. August) [1].

Das Prognosemodell ermittelt als Nowcast für das BIP im dritten Quartal 2020 einen saison- und kalenderbereinigten Anstieg des BIP um 3,0 % gegenüber dem Vorquartal. Der Nowcast ist eine täglich aktualisierte, rein technische Prognose, bei der es sich weder um die Prognose des BMWi noch um die offizielle Projektion der Bundesregierung handelt. Die ersten amtlichen Ergebnisse für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht das Statistische Bundesamt voraussichtlich am 30. Oktober.

Abbildung 1 zeigt die Entwicklung des Nowcast im Zeitverlauf. Zu Quartalsbeginn lag der Nowcast am 1. Juli auf Basis der rezessiven Datenlage für den Berichtsmonat April zunächst bei -1,1 %. Nachdem sich der wirtschaftliche Aufholprozess in den Daten für den Berichtsmonat Mai, die im Laufe des Monats Juli veröffentlicht wurden, abzeichnete, passte der Schätzwert seine Tendenz jedoch in den deutlich positiven Bereich an. Ein Teil dieses Aufwärtsdrucks wurde zwischenzeitlich durch enttäuschende Nachrichten zur Konjunktur im Euroraum gedämpft. Anfang August wurde der Nowcast aber erneut kräftig angehoben, als Auftragseingänge, Produktion und Exporte in Deutschland im Juni besser ausfielen als vom Modell erwartet.

Abbildung 1: Entwicklung des BIP Nowcast für dritte Quartal 2020 (saison-und kalenderbereinigtes Wachstum ggü. Vorquartal) Bild vergrößern

Abbildung 1: Entwicklung des BIP Nowcast für dritte Quartal 2020 (saison-und kalenderbereinigtes Wachstum ggü. Vorquartal)

© Now-Casting Economics Ltd.

Aktuell ist die Prognoseunsicherheit für den Nowcast sehr hoch: Zum einen befindet sich die deutsche Konjunktur in einer einmaligen Ausnahmesituation und vor allem auch außerhalb des Erfahrungshorizonts des Modells, weshalb der Zusammenhang zwischen den Indikatoren und der wirtschaftlichen Entwicklung derzeit in den meisten empirischen Modellen nur ungenügend abgebildet wird. Zum anderen basiert der Nowcast für das dritte Quartal bisher maßgeblich auf Umfrageindikatoren und Daten aus dem Vorquartal.

Aus Sicht des BMWi erscheint das von dem Modell prognostizierte BIP-Wachstum im dritten Quartal als deutlich zu schwach. Wie stark die Erholung tatsächlich ausfällt, wird sich Anfang September etwas verlässlicher abzeichnen, wenn weitere Informationen aus der Industrie für den Monat Juli vom Modell verarbeitet wurden.

Das Modell
Das Modell zur Prognose des deutschen Bruttoinlandsprodukts wird von Now-Casting Economics Ltd. betrieben. Der hier veröffentlichte Nowcast ist eine rein technische, modellbasierte Prognose. Die Schätzungen sind mit einer hohen statistischen Unsicherheit behaftet, die mit Modellprognosen immer einhergeht. Es handelt sich bei dem Nowcast weder um die Prognose des BMWi noch um die offizielle Projektion der Bundesregierung.

[1] Für nähere Erläuterungen zur Methode, den verwendeten Daten und der Interpretation des Modells siehe Senftleben und Strohsal (2019): „Nowcasting: Ein Echtzeit-Indikator für die Konjunkturanalyse“, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Juni 2019, Seite 9–11, und Andreini, Hasenzagl, Reichlin, Senftleben und Strohsal (2020) „Nowcasting German GDP“, CEPR DP14323.

In Kürze:
Die Erholung der Weltwirtschaft verläuft in den einzelnen Regionen der Welt sehr heterogen. Die Erholungsgeschwindigkeit wird vom jeweiligen Ausmass und Betroffenheit durch die Pandemie bestimmt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen CoronaPandemie hat die globale Konjunktur im zweiten Quartal 2020 einen historischen Einbruch verzeichnet. Durch die von der CoronaPandemie ausgelösten Angebots- und Nachfrageschocks kam es in allen Regionen der Welt zu erheblichen Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität. Bereits vor der weltweiten Ausbreitung der Pandemie wurde die weltwirtschaftliche Dynamik durch zyklische Entwicklungen der globalen Industriekonjunktur, die Auswirkungen der Handelskonflikte der USA mit China und der EU und geopolitische Risiken gedämpft. Mit den einsetzenden Effekten der Corona-Pandemie schrumpfte die weltweite Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 [1] in US-Dollar daher preis- und saisonbereinigt um 2,9 % gegenüber dem Vorquartal.

Für das zweite Quartal 2020 zeichnet sich als Folge der coronabedingten Lockdown-Maßnahmen ein noch viel deutlicherer Einschnitt ab. Auch wenn Daten für die weltweite Wirtschaftsleistung noch nicht verfügbar sind, kündigen Rückgänge regionaler Wirtschaftsleistungen im zweiten Quartal wie etwa im Euroraum mit -12,1 %, den USA mit -9,5 % oder dem Vereinigten Königreich mit -20,4 % ein historisches Ausmaß des globalen Konjunktureinbruchs an. Mittlerweile senden insbesondere Stimmungsindikatoren, aber auch bereits einige harte Wirtschaftsdaten wieder positivere Signale, die auf eine einsetzende Erholung hindeuten. Allerdings sind die einzelnen Länder in unterschiedlichem zeitlichen Ablauf und Ausmaß von der Ausbreitung des Corona-Virus betroffen. Daraus ergeben sich auch unterschiedliche wirtschaftliche Auswirkungen. China etwa vermeldet nur noch geringe Fallzahlen und befindet sich mit einem BIP-Wachstum von 11,5 % im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal bereits umfänglich in der wirtschaftlichen Erholungsphase. In anderen Teilen der Welt hingegen bilden sich aktuell teilweise regelrechte Corona-Hotspots [2] aus, die eine rasche wirtschaftliche Erholung behindern. Hierzu zählen etwa die USA, Südafrika und Teile Lateinamerikas wie z. B. Brasilien und Argentinien. Diese gegensätzlichen Entwicklungen erschweren die Zeichnung eines akkuraten Bilds der wirtschaftlichen Lage nach Schwellenländern oder Industrieländern, wie es vor der Corona-Pandemie üblich war. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung weltweit hängt maßgeblich von den jeweiligen regionalen Pandemie-Verläufen ab.

Weltwirtschaftswachstum

Weltwirtschaftswachstum (BIP Wachstum in Prozent) Bild vergrößern

Weltwirtschaftswachstum (BIP Wachstum in Prozent)

© Weltbank, CPB Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis

In Brasilien ging die Wirtschaftsleistung bereits im ersten Quartal um 1,5 % zurück. Sie wird dort aufgrund der rapiden Ausbreitung von COVID-19 im nun abgelaufenen zweiten Quartal einen noch heftigeren Rückgang verzeichnen. Die Dynamik in Indien und Russland hatte sich im ersten Quartal um 4,4 % bzw. 0,3 % verbessert, dürfte aber durch Lockdown-Maßnahmen im zweiten Quartal ebenfalls stark beeinträchtigt worden sein.

Die Indikatorenlage zur Weltwirtschaft deutet am aktuellen Rand insgesamt dennoch auf eine Erholung der weltweiten Konjunktur hin. So lag die Weltindustrieproduktion im Mai immer noch 12,0 % unter dem Vorjahresniveau, sie nahm jedoch bereits wieder gegenüber April etwas zu. Der Welthandel war im Mai nochmals um -1,1 % schwächer als im April. Das Tempo der Abschwächung hat sich aber merklich abgebremst (April: -12,2 %). Darüber hinaus signalisieren die vorausschauenden Stimmungsindikatoren steigende Zuversicht in der Wirtschaft. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit verzeichnete im Juni und Juli bereits deutliche Zuwächse. Er liegt mit zuletzt mit 50,8 Punkten erstmals seit Januar wieder über seiner Wachstumsschwelle. Dabei bewegen sich die Teilindizes für den Dienstleistungssektor und die Industrie mittlerweile wieder auf ähnlichem Niveau. Während der Lockdown-Monate im März und April war der Teilindex für den Dienstleistungssektor deutlich stärker abgestürzt als der Teilindex für die Industrie.

Solange sich die Pandemie nicht verschärft, ist für die zweite Jahreshälfte mit einer wirtschaftlichen Erholung und einem entsprechenden Anziehen der Weltkonjunktur zu rechnen. Der IWF geht in seinem aktualisierten Juni-Bericht für das Gesamtjahr 2020 zwar von einem Rückgang des globalen BIP um preis- und kaufkraftbereinigt 4,3 % aus, ist dabei aber auf positive Wachstumsraten für die globale Wirtschaftsleistung ab dem dritten Quartal 2020 eingestellt. Das Vorkrisenniveau des globalen BIP wird gemäß dieser Prognose bereits zu Beginn des Jahres 2021 wieder erreicht. Für die entwickelten Volkswirtschaften sieht der IWF jedoch einen länger gestreckten Erholungsverlauf bis Ende 2021.

USA: Historischer Einbruch der wirtschaftlichen Entwickung im zweiten Quartal

Die Wirtschaftsleistung der USA ging im zweiten Quartal 2020 preis- und saisonbereinigt um 9,5 % gegenüber dem Vorquartal zurück. Im ersten Quartal 2020 belief sich der Rückgang noch auf rund
1,3 %. Am stärksten litten die Ein- und Ausfuhren, die aufgrund des stockenden Welthandels um jeweils 17,4 % und 22,6 % zurückgingen. In der Binnenwirtschaft verursachte der Lockdown heftige Einbußen beim privaten Konsum (-10,1 %) und bei den Investitionen (-8,5 %). Nur die Konsumausgaben des Staates wuchsen aufgrund der staatlichen Stützungsmaßnahmen um rund 0,7 %.

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sind die wirtschaftlichen Aussichten weiterhin maßgeblich vom zukünftigen Infektionsgeschehen geprägt. Die USA verzeichnen weltweit die mit Abstand meisten Fälle von COVID-19 und registrierten Mitte August mehr als 50.000 Neuinfektionen pro Tag. Zwar haben sich parallel zu den Lockerungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen nach dem dramatischen Absturz im April auch wirtschaftliche Indikatoren wieder verbessert. Die Industrieproduktion stieg im Juni um 5,4 % und die Auftragseingänge um 6,2 % jeweils gegenüber dem Vormonat. Durch die weiterhin unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Virus bestehen allerdings erhebliche Risiken für eine kontinuierliche wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt: Nach einem historischen Rückgang von rund 20 Mio. Erwerbstätigen im März und April waren Ende Juli bereits wieder 9 Mio. Menschen in Erwerbstätigkeit gekommen. Das Vorkrisenniveau ist damit jedoch noch in weiter Ferne und die Arbeitslosenquote verbleibt auf hohen 10,2 %.

In seiner aktualisierten Projektion vom Juni geht der IWF von einem BIP-Rückgang in Höhe von 8,0 % im Jahr 2020 und einer nicht annähernd so hohen Erholung von 4,8 % im Jahr 2021 aus. Der Mittelwert des Consensus Forecast liegt für das Jahr 2020 gegenwärtig bei -5,2 %. Darüber hinaus besteht das Risiko einer erneuten Eskalation in Handelsfragen und politischen Streitpunkten mit China. Auch seit längerem bestehende Handelskonflikte mit der EU schwelen weiter. Der Ausgang und weitere Verlauf dieser Konflikte dürfte ebenfalls die wirtschaftliche Entwicklung in den USA prägen.

Japan: Bereits vor Corona in einer technischen Rezession.

Die japanische Wirtschaftsleistung verzeichnete im ersten Quartal 2020 mit preis- und saisonbereinigt -0,6 % einen weiteren Rückgang des BIP, nachdem bereits im vierten Quartal 2019 die wirtschaftliche Aktivität um 1,9 % eingebrochen war. Die japanische Wirtschaft befand sich demnach bereits vor dem harten Lockdown in einer technischen Rezession. Die Entwicklung im ersten Quartal war dabei insbesondere durch einen Rückgang im privaten Konsum getrieben, der durch die geographische Nähe zu China und dem dort bereits seit Januar ausgebrochenen Corona-Virus früher als im Rest der Welt beeinträchtigt wurde. Der wirtschaftliche Abschwung zog sich auch länger hin und kam erst im Juni zu einem Halt. Dementsprechend fiel auch das zweite Quartal für die japanische Wirtschaft stark negativ aus. Mit einer Abnahme des BIP um 7,8 % wurde nicht nur die bereits bestehende Rezession fortgeführt, sondern auch der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung vergleichbarer Daten im Jahr 1980 verbucht. Die Industrieproduktion verzeichnete ab Februar 2020 zunächst vier Monate heftige Rückgänge und brach im April und Mai noch um jeweils 9,8 % und 8,9 % gegenüber dem Vormonat ein. Der Negativtrend wurde erst im Juni mit einem leichten Wachstum von 2,7 % vorerst beendet. Parallel dazu entwickelten sich auch die Auftragseingänge im April (-8,3 %) und Mai (-11,0 %) stark negativ und trüben die Aussichten für die kommenden Monate.

Für das laufende Jahr zeichnen die Frühindikatoren ein düsteres Bild der japanischen Konjunktur. Sowohl der Tankan-Index der japanischen Zentralbank zur Ermittlung des Geschäftsklimas als auch der Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit stürzten im zweiten Quartal auf historische Tiefststände und erholten sich am aktuellen Rand auch nur mäßig. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex etwa fiel im Mai auf 38,4 Punkte und verblieb auch im Juli mit 45,2 Punkten deutlich unter der Wachstumsschwelle.

Der IWF erwartet für 2020 einen Rückgang des japanischen BIP in Höhe von 5,8 %. Für 2021 wird mit einer teilweisen Erholung um 2,4 % gerechnet.

Euroraum: Deutlicher Einbruch im zweiten Quartal.

Mit den in den Euro-Mitgliedstaaten verhängten Lockdown-Maßnahmen ging im Euroraum die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal preis- und saisonbereinigt um 12,1 % zurück und verzeichnete ebenfalls einen historischen Einbruch. Im ersten Quartal 2020 war die Wirtschaftsleistung bereits preis- und saisonbereinigt um 3,8 % zurückgegangen.

Industrieproduktion der größten Volkswirtschaften der Welt

Industrieproduktion der größten Volkswirtschaften der Welt (Index 2018 = 100) Bild vergrößern

Industrieproduktion der größten Volkswirtschaften der Welt (Index 2018 = 100)

© Eurostat, METI, Federal Reserve, NBS

Besonders starke Einbrüche im zweiten Quartal verzeichneten Frankreich (-13,8 %), Italien (-12,4 %) und Spanien (-18,5 %).

Die Frühindikatoren am aktuellen Rand signalisieren auch im Euroraum eine einsetzende Erholung. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Auftragseingänge stiegen schon im Mai um 12,3 % bzw. 3,5 % an. Im Juni führte die Industrieproduktion den Aufwärtstrend fort und erhöhte sich um weitere 9,1 %. Auch die Stimmungsindikatoren zeigen sich verbessert: Der Economic Business Climate Indicator der Europäischen Kommission und der Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit legten bis Juli kräftig zu. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex stieg mit 54,9 Punkten bereits wieder über seine Wachstumsschwelle (Dienstleistungssektor: 54,7 Punkte; Industrie: 51,8 Punkte).

Der IWF geht in seiner Sommerprognose von einer BIP-Abnahme im Eurogebiet von 10,2 % im Jahr 2020 aus. Für 2020 wird wiederum ein Anstieg um 4,5 % erwartet.

China: Wieder auf Wachstumskurs im Corona-Jahr.

China als Ausgangspunkt und erstes Epizentrum der Corona-Pandemie hat auch als erste der großen Volkswirtschaften den Lockdown aufgehoben und wieder die Weichen für wirtschaftliches Wachstum gestellt. Im Ergebnis meldete die chinesische Wirtschaft als einzige der großen Volkswirtschaften ein Wachstum im zweiten Quartal 2020. Nach offiziellen Angaben stieg die Wirtschaftsleistung in diesem Zeitraum um preis- und saisonbereinigt 11,5 % gegenüber dem Vorquartal bzw. um 3,2 % gegenüber Vorjahr. Zuvor war Chinas BIP im ersten Quartal aufgrund des verhängten Lockdowns um 10,0 % zurückgegangen.

Für die zweite Jahreshälfte senden die Frühindikatoren zuversichtliche Signale. Die Industrieproduktion wurde bereits im März nach dem Lockdown-Monat Februar wieder hochgefahren und wuchs im zweiten Quartal beständig zwischen 1,3 % und 2,2 % pro Monat. Der Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit hat sich ebenfalls kräftig erholt und lag schon im Mai mit 54,5 Punkten deutlich über seiner Wachstumsschwelle. Im Teilindex für die Industrie wurde im Juli mit einem Wert von 52,8 sogar der höchste Stand seit über neun Jahren erreicht. Auch der Li-Keqiang-Index, der Kreditvergabe, Stromverbrauch und Schienenfrachtverkehr der Volksrepublik erfasst, hat das Vorkrisen-Niveau längst übertroffen. Entsprechend der guten wirtschaftlichen Stimmung im Land entwickelten sich auch die Autoverkäufe in China positiv. Im Juni und Juli waren sie bereits wieder umfangreicher als im Jahresdurchschnitt 2019 mit etwa 2,1 Mio. Einheiten monatlich.

Auch im Außenhandel stehen die Zeichen auf Erholung. Die Exporte wuchsen im Juli mit einem Plus von 7,3 % gegenüber dem Vorjahr wieder kräftig. Die Importe reduzierten sich indes leicht um 0,9 %. Nach wie vor besteht aber aufgrund des schwelenden Handelskonflikts mit den USA, der nun größere politische Dimensionen annimmt, ein großes Risiko für den chinesischen Außenhandel.

Nur für China rechnet der IWF in seiner Prognose vom Juni noch mit einem positiven Wachstum im laufenden Jahr und sagt eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 1,0 % voraus. Für 2021 wird wieder ein kräftiges Plus von 8,2 % erwartet.

Wirtschaftswachstum der größten Volkswirtschaften der Welt

Wirtschaftswachstum der grössten Volkswirtschaften der Welt (saison- und preisbereinigte Veränderung gegenüber Vormonat in Prozent) Bild vergrößern

Wirtschaftswachstum der grössten Volkswirtschaften der Welt (saison- und preisbereinigte Veränderung gegenüber Vormonat in Prozent)

© BEA, Eurostat, CaO, NBS

[1] Aktuellere Daten lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor.
[2] Definiert als Orte mit mehr als 120 Fälle je 100.000 Einwohner.