ESA-Ministerratskonferenz 2019

14,4 Mrd. Euro stehen für europäische Raumfahrtprogramme in den nächsten drei bis fünf Jahren bereit.

Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt (links) und  Dr. Ing. Walther Pelzer, Vorstand des DLRRaumfahrtmanagements (rechts)

Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt (links) und Dr. Ing. Walther Pelzer, Vorstand des DLRRaumfahrtmanagements (rechts)

© ESA – S. Corvaja

Regierungsvertreter aus 22 Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumagentur (ESA) tagten im November 2019 im spanischen Sevilla. Als höchstes politisches Entscheidungsgremium tritt die ESA-Ministerratskonferenz alle zwei bis drei Jahre zusammen, um strategische Weichen für die künftige europäische Raumfahrtpolitik zu stellen und deren finanziellen Rahmen festzulegen. Die deutsche Delegation leitete der Koordinator für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek.

Die ESA-Mitgliedstaaten haben in Sevilla insgesamt 14,4 Mrd. Euro für die europäischen Raumfahrtprogramme der kommenden drei bis fünf Jahre gezeichnet. Die deutsche Bundesregierung hat sich in Höhe von 3,3 Mrd. Euro neu verpflichtet und damit die Investitionen in die Raumfahrt deutlich erhöht. Mit 22,9 % stellt Deutschland nun mit Abstand den größten Anteil an den Gesamtinvestitionen der Europäischen Weltraumagentur.

Der deutsche Beitrag ist richtungsweisend für die europäische Raumfahrt, aber ebenso entscheidend für den Ausbau deutscher Kompetenzen in Industrie und Forschung zur Lösung drängender globaler Herausforderungen. Entsprechend konsequent legte die deutsche Delegation klare programmatische Schwerpunkte unter anderem auf (i) die Stärkung des deutschen Raumfahrt-Mittelstands durch maßgebliche Beteiligung an Technologieprogrammen, (ii) die Verbesserung des Klimaschutzes durch Erdbeobachtung und (iii) die Bereitung des Weges für eine europäische robotische Mondmission.

In die Technologieprogramme der Europäischen Weltraumagentur investiert Deutschland in der kommenden Periode 160 Mio. Euro und verdoppelt damit sein finanzielles Engagement zur Verbesserung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sowie von Start-ups. Diese Programme befördern zum Beispiel die Entwicklung von Technologien zur nachhaltigen Nutzung des Weltraumes, zum Beispiel KI-gestützte Anwendungen auf Satelliten oder die Entwicklung und Nutzung von Quantentechnologien. In der Erdbeobachtung ist Deutschland seit Langem international führend und konnte mit Zeichnungen in Höhe von rund 720 Mio. Euro seine Führungsrolle in Sevilla erneut bestätigen. Allein 520 Mio. Euro des deutschen Beitrages fließen in das operationelle europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus; die Mittel dienen der Systemerweiterung um neue Satelliten und Dienste, unter anderem für Klimaüberwachung, Landwirtschaft, Mobilität, Sicherheit und Katastrophenvorsorge. Mit einem deutschen Engagement von 55 Mio. Euro wird zudem eine europäische robotische Mondmission ermöglicht.

Kontakt
Dr. Peggy von Speicher
Referat: Grundsatzfragen der Raumfahrt, ESA
schlaglichter@bmwi.bund.de

Erfolgreich in Afrika!

BMWi unterstützt Unternehmen beim Export von klimafreundlichen Energielösungen

Bei der Fachveranstaltung wurden neue Geschäftskontakte geknüpft.

Bei der Fachveranstaltung wurden neue Geschäftskontakte geknüpft.

© BMWi

„Afrika hat ein bedeutendes Wachstumspotenzial“, machte Staatssekretärin Claudia Dörr-Voß in ihrer Begrüßungsrede zu einer Fachveranstaltung der Exportinitiative Energie am 26. November 2019 unter dem Titel „Erfolgreich in Afrika!“ deutlich. Diese Meinung teilten die anwesenden Experten. Insgesamt diskutierten rund 140 Teilnehmer Unterstützungsangebote für klimafreundliche Energielösungen „made in Germany“ mit Fokus auf Afrika. Staatssekretärin Dörr-Voß appellierte an die deutschen Unternehmer: „Wir wollen Sie als BMWi unterstützen und dazu ermutigen, die Herausforderungen zu meistern!

Auf einem Unternehmenspanel gaben Chiara-Felicitas Otto (Eight Innovations GmbH), Carsten Halle (Jonsol GmbH) und Tobias Merkel (SOLAR23 GmbH) Einblicke in ihre Arbeit vor Ort. Sie wurden bei ihrem Afrikageschäft von verschiedenen Programmen der Exportinitiative Energie des BMWi unterstützt. Die Initiative hat zum Ziel, deutsche umweltfreundliche Energietechnologien weltweit stärker zu verbreiten. „Das Renewable-Energy-Solutions (RES)-Projekt in Ruanda gab uns die Möglichkeit, dort Fuß zu fassen und den Markteintritt zu schaffen“, be-richtete zum Beispiel Chiara-Felicitas Otto. Carsten Halle gefiel am Geschäftsreiseprogramm besonders die Unterstützung bei der Geschäfts¬feld¬entwicklung, denn durch die Exportinitiative konnte er Zeit und Kapazitäten sparen: „Wir bekommen von der Auslandshandelskammer Marktinformationen, dazu kommen Kontakte zu potenziellen Kunden. Ich spare mir zwei Mitarbeiter. Für uns als kleines Unternehmen ist das sehr wichtig.“ Tobias Merkels Firma ist bereits in 20 afrikanischen Ländern aktiv. Er gab den Anwesenden vor allem einen Rat: „Augen auf bei der Kompagnon-Wahl. Am Ende steht und fällt alles mit den Partnern vor Ort.“

Im Anschluss stellten zahlreiche Referenten aus dem Netzwerk der Exportinitiative Programme unter anderem zu Geschäftsanbahnung und Projektentwicklung, Finanzierung sowie Aus- und Weiterbildung vor. Nach diesen Impulsen konnten die Unternehmer in Kleingruppen ihre Fragen an die jeweiligen Experten richten. Beim späteren Networking wurde der rege Austausch fortgesetzt. „Wir versuchen, Themen zu finden, die auf großes Interesse stoßen – Afrika war ein Volltreffer“, resümierte Christina Wittek, Referatsleiterin „Exportinitiative Energie“ im BMWi. Auch die Rückmeldung der Teilnehmer fiel sehr positiv aus. Der Solarpumpen-Consultant Michael Schenker (KSB SE & Co. KGaA) beispielsweise lobte nicht nur den hohen Informationswert der Veranstaltung, sondern auch das gut gelungene Format.

Mehr zu dem Thema
Die nächste Fachveranstaltung der Exportinitiative Energie zum Thema Finanzierung findet am 21. April 2020 im BMWi statt. Weitere Informationen dazu finden Sie auf: www.german-energy-solutions.de
Kontakt
Christina Wittek
Referat: Exportinitiative Energie
schlaglichter@bmwi.bund.de