Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Mit dem Ende des Kalten Krieges begann Anfang der 1990er Jahre ein rasanter Globalisierungsschub. Deutschland hat wie kaum eine andere Volkswirtschaft davon profitiert. Die Unternehmen nutzten die Chancen, die sich durch größere Absatzmärkte ergaben. Konsumenten profitierten von einer größeren Vielfalt und niedrigen Preisen der angebotenen Güter und Dienstleistungen.

Aktuell befindet sich die Weltwirtschaft im Wandel und das Wesen der Globalisierung hat sich verändert: Auf der einen Seite beobachten wir, dass die Digitalisierung neue Möglichkeiten eröffnet, zum Beispiel für den Handel mit Dienstleistungen. Neue Kommunikationstechnologien erleichtern den Austausch von Ideen und Informationen über Ländergrenzen hinweg. Auf der anderen Seite haben globale Wertschöpfungsverflechtungen in den letzten Jahren etwas nachgelassen. Dahinter stehen strukturelle Faktoren, aber doch auch zunehmende protektionistische Tendenzen und staatliche Interventionen.

Ich bin überzeugt: Ein freier Welthandel mit fairen internationalen Wettbewerbsbedingungen gibt wichtige Impulse für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Vor dem Hintergrund der aktuellen Handelsspannungen müssen wir uns daher umso mehr für offene Märkte mit klaren Regeln einsetzen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Welthandelsorganisation. Die WTO steht für Rechtssicherheit, Transparenz und Gleichbehandlung im Welthandel. Um sie fit zu machen für das 21. Jahrhundert, müssen wir ihr Regelwerk weiterentwickeln – zum Beispiel im Hinblick auf Industriesubventionen oder die Digitalisierung.

Wir müssen uns aber auch fragen, was wir für die Unternehmen in Deutschland tun können. Mir ist es wichtig, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf globalen Märkten zu sichern und zu stärken. Hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Wir müssen unsere mittelständischen Unternehmen bei Steuern, Abgaben und Bürokratie entlasten. Wir müssen in leistungsfähige Infrastrukturen investieren sowie für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung sorgen. Besonders wichtig ist außerdem die Schaffung eines investitions- und innovationsfreundlichen Umfelds, das Unternehmen Flexibilität ermöglicht, Forschung honoriert und unsere Wirtschaft dabei unterstützt die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche und interessante Lektüre!

Peter Altmaier
Bundesminister für Wirtschaft und Energie