Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Seit 2009 ist unsere Wirtschaftsleistung Jahr für Jahr gestiegen. Hinter uns liegt eine der längsten Aufschwungphasen der Nachkriegsgeschichte. Dieser Konjunkturaufschwung ist mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit verbunden und sorgt auch für höhere Löhne und ein kräftig gestiegenes Wohlstandsniveau: In den letzten neun Jahren hat sich die reale Kaufkraft je Einwohner um 17 Prozent erhöht.

Doch es gehört zum Charakter einer jeden Marktwirtschaft, dass die wirtschaftliche Dynamik mal etwas schwungvoller, mal etwas gedämpfter ausfällt. Unsere eng in internationale Handelsketten eingebundene Volkswirtschaft ist dabei in besonderem Maße vom Auf und Ab der Weltkonjunktur abhängig. Die schwache globale Nachfrage trifft derzeit insbesondere die exportorientierte deutsche Industrie. Hinzu kommen die Verunsicherung durch den Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie die Unklarheiten in Bezug auf den Ausgang des Brexit-Prozesses. In diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt daher nur um 0,5 Prozent zunehmen. Im nächsten fällt das Plus mit voraussichtlich 1,0 Prozent zwar weiter verhalten, aber schon wieder etwas höher aus.

Ich kann aber dennoch klar feststellen: Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich nicht in einer tiefergehenden Konjunkturkrise. Natürlich steht die exportabhängige Industrie konjunkturell und auch strukturell vor großen Herausforderungen, doch angesichts der hohen Kapazitätsauslastung der letzten Jahre erleben wir derzeit eher eine Verlangsamung auf hohem Niveau. Die hohe Beschäftigung und die weiterhin boomende Bauwirtschaft sorgen zudem für eine starke Binnennachfrage und stabilisieren damit die Konjunktur.

Um das gedämpfte Wachstum zu stützen, müssen wir nun die langfristigen Wachstumskräfte in unserem Land stärken. Dazu gehört, die Leistungsträger unserer Gesellschaft wieder in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik zu rücken. Nur ein innovativer Mittelstand und eine wettbewerbsfähige Industrie werden Beschäftigung, Wachstum und Wohlstand auf Dauer sichern.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche und interessante Lektüre!

Peter Altmaier
Bundesminister für Wirtschaft und Energie