Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wir erleben in vielen Bereichen einen tiefgreifenden Strukturwandel. Mit dem Aufstieg Chinas verschieben sich die geopolitischen Machtverhältnisse. Der demografische Wandel sorgt hierzulande dafür, dass unsere Bevölkerung insgesamt schrumpft und altert. Der daraus resultierende Fachkräftemangel stellt für viele Unternehmen bereits heute eine große Herausforderung dar. Besonders der ländliche Raum kämpft mit Bevölkerungsschwund, während in den Städten zum Teil Wohnungsmangel herrscht und die Mieten steigen. Die Digitalisierung stellt traditionelle Geschäftsmodelle in Frage und der Klimawandel erzwingt intensive Anpassungsprozesse, insbesondere in der Automobilindustrie und in den Kohlerevieren.

Strukturwandel ist kein neues Phänomen. Aber in einer globalisierten und digitalisierten Welt haben diese Veränderungsprozesse an Komplexität und Geschwindigkeit gewonnen. Dies sorgt bei vielen Menschen für Verunsicherung. Doch Strukturwandel bietet auch neue Perspektiven. Wir sollten diese Entwicklungen als Chance begreifen. Wirtschaftlicher Wandel bedeutet Fortschritt und Innovation und ist damit Voraussetzung und Antreiber für Wohlstand und Wachstum.

Im Zentrum dieses Wandels steht der deutsche Mittelstand. Ihm werden große Kraftanstrengungen abverlangt. Mut und Ideen sind gefragt. Es ist gerade Kern unternehmerischen Handels, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen, flexibel zu bleiben und im Wettbewerb neue Chancen zu erkennen und zu ergreifen.

Aufgabe der Politik ist es, den Strukturwandel zu begleiten und zu gestalten. Wenn es uns gelingen soll, diese Veränderungsprozesse für uns und zum Wohle unseres Landes nutzbar zu machen, dann muss es ein Kernanliegen unserer Wirtschaftspolitik sein, die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen so zu setzen, dass sie sich aus eigener Kraft an die Veränderungen anpassen, den Wandel gestalten und mit Innovationen vorangehen können.

Ich habe deshalb vor Kurzem eine Mittelstandsstrategie vorgelegt, die all jene ins Zentrum rückt, die unseren Wohlstand tagtäglich hart erarbeiten. Wir wollen Unternehmen von Steuern und Abgaben entlasten, den Bürokratieabbau vorantreiben, arbeitsrechtliche Regelungen flexibler gestalten und für leistungsfähige Infrastrukturen, mittelstandsfreundliche Energiepreise und gute Finanzierungsmöglichkeiten sorgen. Darüber hinaus enthält die Strategie zahlreiche Maßnahmen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen oder den Mittelstand bei Digitalisierung und Innovationen zu unterstützen.

Die vorliegende Ausgabe der Schlaglichter setzt sich darüber hinaus mit ganz unterschiedlichen Aspekten des Strukturwandels auseinander. Wir berichten unter anderem über die Ergebnisse des Klimakabinetts und zeigen, wie die Kohleregionen bei der Bewältigung des Strukturwandels durch das Strukturstärkungsgesetz unterstützt werden. Außerdem stellen wir Ihnen Reallabore der Energiewende vor, in denen innovative Energietechnologien erprobt werden, und zeigen, wie sich die Industrie mit dem Leitbild 2030 für die digitalisierte und vernetzte Zukunft wappnet. Daneben finden Sie im Heft Beiträge zu vielen weiteren spannenden Themen und wie immer ausführliche Informationen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche und interessante Lektüre!

Peter Altmaier
Bundesminister für Wirtschaft und Energie