Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Deutschland ist auf offene Märkte und regelbasierten Welthandel angewiesen. In den vergangenen Jahrzehnten ist es der internationalen Staatengemeinschaft gelungen, die Rahmenbedingungen für den internationalen Austausch von Waren und Dienstleistungen deutlich zu verbessern. Zölle wurden verringert, Handelsbarrieren gesenkt und internationale Abkommen getroffen. Auch der europäische Binnenmarkt ist eine große Erfolgsgeschichte. Der internationale Wettbewerb sorgt für eine breitere Produktpalette, niedrigere Preise und Innovationsdruck.

Derzeit sind die internationalen Handelsbeziehungen wieder angespannter, der Ton in den handelspolitischen Debatten wird rauer. Doch neue Handelsschranken sind wie Sand im internationalen Getriebe und stellen ein unnötiges Risiko für das weltweite Wachstum dar. Gerade für Länder wie Deutschland sind die aktuellen Entwicklungen sehr bedenklich. Am Ende verlieren immer auch die Verbraucher.

Dessen ungeachtet braucht das internationale Handelssystem dringend Reformen und Antworten auf zentrale Fragen: Wie können wir vergleichbare Wettbewerbsbedingungen schaffen? Welchen Ordnungsrahmen braucht der Handel in der Digitalisierung? Dafür ist es notwendig, dass wir die internationalen Regelwerke überarbeiten. Hieran arbeiten wir intensiv.

Umso wichtiger ist es, dass wir mit unseren Partnern zusammenkommen und gemeinsam nach vernünftigen Lösungen suchen. Im Juni fand in Japan das G20-Treffen der Digital- und Handelsminister statt. Als deutscher Vertreter habe ich mich dabei klar für freien und regelbasierten Handel ausgesprochen. Die gemeinsame Abschlusserklärung der G20-Minister ist dabei ein gutes Zeichen und angesichts der bestehenden Spannungen ein Erfolg.

Die aktuelle Ausgabe der Schlaglichter steht ganz im Zeichen der volkswirtschaftlichen Analysen: In einem Beitrag stellen wir Ihnen ein neues Modell zur kurzfristigen Konjunkturprognose vor. Das sogenannte „Nowcast-Modell“ des BMWi liefert automatisiert und tagesaktuell eine Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Leistung und der konjunkturellen Situation am aktuellen Rand. Ein weiterer Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Produktivität und Firmengröße. Die Ergebnisse zeigen, dass die weit verbreitete Vorstellung, dass große Unternehmen produktiver sind als kleine, keineswegs auf alle Wirtschaftsbereiche zutrifft. Welche Faktoren die volatile Entwicklung der Investitionen bestimmen, beschreibt ein anderer Artikel.

Außerdem berichten wir über die 5. Internationale Energiewende-Konferenz „Berlin Energy Transition Dialogue“, auf der die Chancen und Herausforderungen der globalen Energiewende diskutiert wurden. Zudem werfen wir einen Blick auf das bundesweite Bewacherregister und stellen Ihnen die deutschen Finalisten für den Europäischen Unternehmensförderpreis vor. Und schließlich berichten wir wie immer ausführlich über die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Welt.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche und interessante Lektüre!

Peter Altmaier
Bundesminister für Wirtschaft und Energie