Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Zehn Jahre nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers und dem Ausbruch der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise geht es Deutschland wirtschaftlich so gut wie lange nicht – die deutsche Wirtschaft befindet sich zurzeit im längsten Aufschwung seit einem halben Jahrhundert. Bei allen bekannten Risiken sind sich die Prognostiker auf breiter Front einig, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen wird.

An diesem positiven Ausblick ändert auch die jüngste Meldung des Statistischen Bundesamts nichts, in der für das Herbstquartal ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung vermeldet wurde. Dieser leichte Dämpfer geht im Wesentlichen auf einen Sondereffekt zurück: Neue Zulassungsverfahren für Kraftfahrzeuge haben zeitweilig zu Absatz- und Produktionseinschränkungen im Automobilsektor geführt, da die Prüfkapazitäten knapp wurden. Doch diese Probleme werden bald überwunden sein. Die Zahl der Kfz-Zulassungen und auch die Produktionszahlen sind zuletzt bereits wieder kräftig gestiegen.

Gegenwärtig sind die Kapazitäten in der Industrie gut ausgelastet. Die Auftragsbücher sind voll und der Aufschwung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Allein im dritten Quartal ist die Zahl der Erwerbstätigen um 130.000 Personen gestiegen, und die Arbeitslosigkeit bewegt sich weiter im Sinkflug. Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigen, dass auch die Weltwirtschaft – trotz aller Spannungen – weiter wächst.

Doch natürlich dürfen wir die Hände nicht in den Schoß legen. Ganz im Gegenteil: Jetzt ist der richtige Moment, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Am 15. November hat die Bundesregierung deshalb ihre Strategie Künstliche Intelligenz verabschiedet, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam mit anderen Ressorts erarbeitet hat. Als Schlüsseltechnologie wollen wir Künstliche Intelligenz und ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in allen Bereichen der Gesellschaft fördern, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ausbauen und den Forschungsstandort Deutschland stärken.

Vor allem braucht es aber mutige Unternehmerinnen und Unternehmer, die unser Land mit ihren Ideen voranbringen. Um die Gründungaktivitäten zu stärken, habe ich als Bundeswirtschaftsminister daher gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft eine breit angelegte Gründungsoffensive gestartet. Die wesentlichen Schwerpunkte sowie weitere Informationen finden Sie in dieser Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik.

In diesem Monatsbericht warten außerdem viele weitere spannende Themen auf Sie. Wir berichten unter anderem darüber, wie wir Deutschland mit der neuen Digitalstrategie fit machen für die Zukunft. Ein Beitrag zur Gründerwoche macht deutlich, wie wichtig Gründerinnen und Gründer sind, damit Deutschland innovativ und wettbewerbsfähig bleibt. Außerdem präsentieren wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse des Jahresgutachtens des Sachverständigenrats und informieren über neue Standards im internationalen Messwesen.

Ausführlich berichten wir darüber, was sich zehn Jahre nach der Wirtschafts- und Finanzkrise im Bereich der Konjunkturprognosen getan hat. In einem hochkarätigen Workshop haben wir diskutiert, was wir aus der letzten Krise lernen können und wie zukünftige Entwicklungen besser eingeschätzt werden können.

In einem weiteren Beitrag befassen wir uns mit Unternehmen, die trotz anhaltender Ertragsprobleme am Markt überleben. Solche Unternehmen binden volkswirtschaftliche Ressourcen und sind ein Beleg dafür, dass der Prozess der schöpferischen Zerstörung möglicherweise eingeschränkt ist. In Deutschland tritt dieses Phänomen allerdings nur sehr begrenzt auf und stellt für die Gesamtwirtschaft kein Problem dar.

Und, last but not least, finden Sie einen Beitrag über einen spannenden BMWi-Workshop, der sich den deutschen Leistungsbilanzüberschüssen gewidmet hat. Da die Kritik an den Überschüssen anhält, haben wir mit verschiedenen Experten über Handlungsbedarf und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine aufschlussreiche und interessante Lektüre dieser Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik!

Peter Altmaier,
Bundesminister für Wirtschaft und Energie