Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die deutsche Wirtschaft wächst bald das zehnte Jahr in Folge. Die Unternehmen investieren kräftig und am Arbeitsmarkt werden neue Beschäftigungsrekorde erzielt. Der jüngste Ländervergleich des Weltwirtschaftsforums zeigt einmal mehr: Deutschland zählt zurzeit zu den wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt.

Doch die Welt steht nicht still und es wäre gefährlich, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Wir erleben einen Prozess der Digitalisierung, der auch die industrielle Basis der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland erfasst – die Grenzen zwischen der alten Welt der Maschinen und der virtuellen Welt des Internets werden fließend. Dieser Prozess bietet große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Aber er muss auch gestaltet werden.

Als Bundeswirtschaftsminister möchte ich, dass Deutschland auch in Zukunft ein erfolgreicher Industriestandort bleibt. Hierzu braucht es drei Dinge: Wir müssen, erstens, Innovationen für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft voranbringen. Dazu gehören Hochtechnologien wie Künstliche Intelligenz und die Batteriezellfertigung. Wir brauchen, zweitens, endlich Entlastungsmaßnahmen für diejenigen, die unseren Wohlstand erarbeiten. Die gewachsenen Steuereinnahmen machen dies möglich. Und, drittens, gilt es, den Bürokratieabbau entschieden voranzutreiben. Unternehmerinnen und Unternehmer sollen nicht stundenlang Formulare ausfüllen, sondern ihre Energie in neue Ideen und Produkte stecken können.

All dies gelingt uns nur im konstruktiven Dialog und Austausch mit Arbeitgebern und Gewerkschaften. Nur gemeinsam können wir die mit der Digitalisierung verbundenen Aufgaben angehen und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland gestalten. Die Sozialpartnerschaft, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert, ist eine tragende Säule der Sozialen Marktwirtschaft und ein Standortvorteil der deutschen Wirtschaft.

In unserem aktuellen Monatsbericht stellen wir Ihnen ausführlich die Herbstprojektion der Bundesregierung vor. Die deutsche Konjunktur entwickelt sich trotz der weltweiten Handelskonflikte weiterhin solide. Die Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr um 1,8 Prozent zulegen. Wir verschaffen Ihnen außerdem einen Überblick über das so genannte Europäische Semester, den jährlichen Prozess zur Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitiken der EU-Mitgliedstaaten. Zudem informieren wir über den aktuellen Stand der Umsetzung des OECD-Übereinkommens über die Bekämpfung von Auslandsbestechung.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine aufschlussreiche und interessante Lektüre dieser Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik!

Peter Altmaier,
Bundesminister für Wirtschaft und Energie