Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Deutschland befindet sich wirtschaftlich in einer hervorragenden Lage. Unser Aufschwung geht ins neunte Jahr, die Löhne steigen und die Investitionen ziehen an. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem historischen Tiefstand und bei der Beschäftigungsentwicklung bewegen wir uns mit großen Schritten auf das Ziel der Vollbeschäftigung zu.

Allerdings hat sich die Zahl der Selbständigen in den letzten fünf Jahren um eine Viertelmillion verringert – das ist ein Rückgang um über 5 Prozent. Natürlich spiegeln sich in dieser Entwicklung auch die gute Lage am Arbeitsmarkt und die guten Beschäftigungschancen wider, aber dennoch: Eine Volkswirtschaft, die dynamisch und innovativ bleiben will, ist auf Gründerinnen und Gründer angewiesen.
Unsere Gesellschaft profitiert auf ganz vielfältige Weise von einer regen Gründerkultur. Existenzgründer bringen nicht nur frischen Wind in die Unternehmenslandschaft und sorgen mit ihren Ideen für den notwendigen Wettbewerb, sondern schaffen auch Arbeitsplätze für sich und andere.

Wir brauchen daher eine neue Gründungsoffensive. Denen, die den Mut zur Selbständigkeit mitbringen und die bereit sind, Risiken einzugehen und Chancen zu ergreifen, müssen wir den Rücken stärken. Wir müssen ihnen die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten und unnötige Hürden aus dem Weg räumen.

Vor kurzem hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie deshalb gemeinsam mit der KfW Bankengruppe den Startschuss für eine Gründerplattform gegeben, die junge Existenzgründer in der entscheidenden Phase der Gründungsvorbereitung unterstützen soll. Ob Ideenfindung, Businessplan, Finanzierung oder Förderung: Mit der Gründerplattform wollen wir Informationen bündeln und die Schwelle für den Schritt in die Selbständigkeit senken. Ein Beitrag in dieser Ausgabe gibt dazu einen umfassenden Überblick.

Darüber hinaus finden Sie einen Artikel zum Thema „Sustainable Finance“. Darin geht es um die Frage, wie unser Finanzsystem nachhaltig gestaltet werden kann. Bereits heute gibt es zahlreiche Initiativen und das nachhaltige Finanzsegment wächst rasant. Gerade für Deutschland, als Vorreiter in Umweltfragen, liegt hier ein großes Potenzial. Weitere Beiträge befassen sich mit der Rolle der Digitalisierung im Messwesen und stellen das neue Kompetenzzentrum Tourismus vor. Außerdem startet mit dieser Ausgabe eine dreiteilige Artikelserie, die einen Überblick über die verschiedenen Rechtsverfahren beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gibt.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine aufschlussreiche und interessante Lektüre dieser Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik!

Peter Altmaier,
Bundesminister für Wirtschaft und Energie