Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Das Bruttoinlandsprodukt ist im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Die deutsche Wirtschaft wächst damit bereits das achte Jahr in Folge. Auf dem Arbeitsmarkt können wir mit 44,3 Millionen Erwerbstätigen einen neuen Rekord vermelden. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Auch die Investitionstätigkeit der Unternehmen hat sich dank der anziehenden Weltwirtschaft spürbar belebt. Insgesamt hat der wirtschaftliche Aufschwung an Schwung und Breite gewonnen.

Und dieser Aufschwung wird sich weiter fortsetzen, da sind sich alle Experten einig. Die Bundesregierung hat im Rahmen des Jahreswirtschaftsberichts ihre neue Konjunkturprognose vorgelegt und rechnet für das laufende Jahr mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent. Die Auftragsbücher sind voll, die Stimmung in den Unternehmen ist hervorragend und die Kauflaune der Deutschen bleibt ungebremst. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird sich daher fortsetzen und auch die Löhne dürften kräftig steigen. In einem Satz: Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind so gut wie lange nicht.

Dies sind gute Voraussetzungen, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Gerade beim Thema Europa kann Deutschland dank seiner wirtschaftlichen Stärke wichtiger Impulsgeber sein. Doch dafür bedarf es starker Partner wie Frankreich. Seit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags vor 55 Jahren hat die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung und Integration ständig zugenommen. Wirtschaftlich ist Frankreich unser wichtigster Partner in der Europäischen Union. Gemeinsam wollen wir uns für mehr Wohlstand und mehr Arbeitsplätze einsetzen.

Dabei wird auch das Thema Digitalisierung eine zentrale Rolle spielen. Die Entwicklung in Deutschland geht bereits in die richtige Richtung. Vor kurzem wurde der jüngste Digitalindex der Initiative D21 vorgestellt. Er misst seit vielen Jahren, wie die Bürgerinnen und Bürger mit dem digitalen Wandel Schritt halten. Der Index zeigt: Die Gesellschaft begegnet der Digitalisierung aufgeschlossener als noch vor einigen Jahren. Das Internet, soziale Medien, digitale Assistenten und Haushaltsroboter gehören mittlerweile für immer mehr Menschen zum Alltag. Dennoch gibt es in vielen Bereichen Luft nach oben. Beispielsweise verfügen nur 13 Prozent der Bevölkerung über Programmierkenntnisse. Hier müssen wir besser werden. Fortschritt benötigt digitale Kompetenz!

Im vorliegenden Heft finden Sie außerdem Beiträge über den aktuellen Jahreswirtschaftsbericht und die Jahresprojektion der Bundesregierung, das europäische Kaufrecht und die Energiewende im Seeverkehr. Daneben berichten wir von den Ergebnissen der Konferenz „Deutschlands Rolle in der Globalisierung“, die am 9. Januar 2018 im BMWi stattgefunden hat und geben wie immer einen Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Lage.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Freude bei der Lektüre!

Brigitte Zypries
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie