Auf dem Weg zur Klimaneutralität der Industrie kommt der industriellen Bioökonomie, also der Nutzung biobasierter statt fossiler Produkte und Verfahren, eine zentrale Rolle zu. Laborerprobte bioökonomische Produkte und Verfahren sollen schneller aus dem Labor in die industrielle Anwendung gebracht werden. Hier setzt die BMWi-Förderung an.

Staatssekretärin Winkelmeier-Becker überreichte am heutigen Tag eine der ersten Förderzusagen an das Unternehmen BluCon Biotech GmbH am Standort Köln. Das Unternehmen entwickelt ein Verfahren zur industriellen Herstellung von Bioplastik aus dem Reststoff Stroh, über Milchsäure als Fermentationsprodukt. Der Kunststoff ist zudem biologisch abbaubar. Das Projekt wird mit 931.111 Euro gefördert.

Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker: „Dieses Bundes-Förderprogramm soll die Ressourceneffizienz im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft steigern sowie zur Einhaltung der Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele beitragen. Auch angesichts der weltweiten Verschmutzung der Meere durch nichtabbaubares Mikroplastik ist die Produktion von biobasiertem und biologisch abbaubarem PLA ein wichtiger Fortschritt. Dass dazu Reststoffe aus Land- und Fortwirtschaft als Ausgangsstoffe genutzt werden sollen, ist ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. BluCon wird neben den Produkten auch die zugrundeliegende Technologie an den Markt bringen. Damit ist das Projekt ein gutes Beispiel dafür, dass die Industrie in Deutschland nicht nur Leitmarkt, sondern auch internationaler Leitanbieter von klimaschonenden Produkten und Verfahren wird.“

Am 28. Dezember 2020 hat das BMWi eine Richtlinie zur Förderung der Nutzung des Baus von Demonstrationsanlagen für die industrielle Bioökonomie veröffentlicht. Das Unternehmen BluCon Biotech GmbH ist eines der Unternehmen, die bei der ersten Ausschreibungsrunde für eine Förderung ausgewählt wurden. Bei einem Workshop im Juni dieses Jahres hatte Minister Altmaier bereits die ersten beiden Förderzusagen im Rahmen des Förderprogramms erteilt. Noch in diesem Jahr soll die Förderrichtlinie um einen weiteren Baustein ergänzt werden, bei dem es darum geht, die Integration von bereits hochskalierten biobasierten Produkten und Verfahren in regionale Wert-schöpfungsketten zu fördern. Ziel ist es dabei auch Beispielregionen der industriellen Bioökonomie mit Vorbildcharakter für ganz Deutschland zu schaffen.