Altmaier: „Wollen Umsetzung der Grünen Agenda für den Westbalkan mit Sonderbeauftragtem unterstützen“

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Bundeswirtschaftsminister Altmaier führt heute Gespräche mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen aus den Ländern des westlichen Balkans und weiteren Partnern des „Berliner Prozesses“. Die Themenschwerpunkte liegen auf der Grünen Agenda, der Industriestrategie für den Westbalkan, und der Weiterentwicklung eines gemeinsamen regionalen Marktes.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Die Länder des westlichen Balkans sind ein integraler Teil Europas. Ihren Weg in die Europäische Union unterstützen wir durch den Berliner Prozess. Dabei gewinnt die Verbindung von Industrie- und Umweltpolitik immer mehr an Bedeutung. Die Grüne Agenda für den Westbalkan ist der Wegweiser für den Strukturwandel in der Region hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Bei der Bewältigung dieser großen Herausforderung wollen wir die Länder des Westbalkans unterstützen. Ich habe deshalb heute die Einsetzung eines Sonderbeauftragten vorgeschlagen.“

Im Rahmen der Konferenz findet auch ein Wirtschaftsforum mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen und Verbänden, die in der Region aktiv sind, statt. Dabei geht es u. a. um die berufliche Bildung, die Digitalisierung, die Kooperation im Energiebereich und die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums.

Der sogenannte „Berliner Prozess“ für den Westbalkan, eine Initiative der Bundesregierung aus dem Jahre 2014, ist ein gemeinsames Format von mehreren EU-Ländern und Großbritannien, der Europäischen Kommission und den sechs Westbalkanländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien. Ziel der Initiative ist es, die Westbalkan-Länder an die Europäische Union heranzuführen und die regionale Zusammenarbeit zu vertiefen. Die Region ist wirtschaftlich eng mit dem EU-Binnenmarkt verflochten: Etwa 70 Prozent des Handels der Westbalkanstaaten findet mit der Europäischen Union statt. Beim Gipfeltreffen von EU und Westbalkanstaaten in Sofia 2020 wurde die Grüne Agenda für den Westbalkan beschlossen. Ein wichtiger Aspekt ist die Reduzierung der Kohleverstromung. Aktuell liegt der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den Ländern des Westbalkans bei durchschnittlich etwa 70 Prozent.