Im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz vom 22. März 2021 wurde die Bundesregierung aufgefordert, ein Monitoring durchzuführen, inwiefern Unternehmen bzw. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten regelmäßige Corona-Testangebote unterbreiten und somit ihrer vereinbarten Selbstverpflichtung nachkommen.

Die Evaluation der Bundesregierung beruht auf zwei Säulen: einer repräsentativen Beschäftigtenbefragung und einer repräsentativen Unternehmensbefragung. Insgesamt wurden etwa 2.500 Beschäftigte und 1.000 Unternehmen im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) seit Mitte März befragt.

Ziel der zeitgleichen Befragungen war es, bei der Bewertung sowohl Beschäftigten- als auch Arbeitgeberseite abzudecken, um eine ausgewogene Sicht auf das aktuelle Testangebot in der Wirtschaft zu erhalten. Beide Umfragen kommen dabei zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

Laut Unternehmensbefragung bieten heute über die Hälfte der Unternehmen Beschäftigten, die vor Ort arbeiten, mindestens einmal wöchentlich Tests an. Weitere Unternehmen planen dies bis etwa Mitte April. Somit haben insgesamt 69 Prozent der Unternehmen jetzt oder in Kürze ein regelmäßiges Testangebot für ihre Beschäftigten.

Auf der Beschäftigtenseite zeigt sich, dass aktuell 6 von 10 Beschäftigten (61 Prozent) eine Arbeitgeberin oder einen Arbeitgeber haben, die/der Corona-Tests anbietet. Von den rund 40 Prozent der Beschäftigten, die zurzeit kein Testangebot von ihren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zur Verfügung gestellt bekommen, gaben wiederum 30 Prozent an, ihr Arbeitgeber habe dies in Aussicht gestellt. Nimmt man diese Gruppe hinzu, so erhalten insgesamt etwa 70 Prozent der Beschäftigten ein Testangebot oder es wurde ihnen zumindest angekündigt. Mitte März lag dieser Anteil bei 35 Prozent.

Die Unternehmensbefragung zeigte nur geringfügige Unterschiede der Testangebote in Hinblick auf Unternehmensgrößen: So testen kleine Unternehmen etwas seltener im Vergleich zu größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten (64 Prozent). Dies wird durch die Beschäftigtenbefragung weitgehend gestützt. Hier zeigt sich jedoch, dass Mitarbeiter kleiner Betriebe (< 10 Beschäftigte) deutlich seltener ein Corona-Testangebot erhalten (etwa 40 Prozent).

Dem gegenüber steht der Wunsch der Beschäftigten nach einer ausreichenden Fürsorge ihres Arbeitgebers: Eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland begrüßt ein Corona-Testangebot der Unternehmen (84 Prozent); fast jeder zweite Beschäftigte nimmt das Testangebot an (46 Prozent), bei den in Präsenz Beschäftigten ist der Anteil höher (57 Prozent).

Aus der Perspektive der Unternehmen ergeben sich bezüglich der Tests folgende Schwierigkeiten: 43 Prozent gaben an, auf Grund der Kosten noch nicht zu testen oder sich hier finanzielle Unterstützung zu wünschen. Ein Drittel der Unternehmen gibt Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Tests an. Darüber hinaus bereiten fehlende Informationen zum Umgang mit Tests bezüglich arbeits- und datenschutzrechtlicher Fragen sowie fehlendes Schulungs- und Informationsmaterial bei Schnelltests vielen Unternehmen noch Probleme.