Weltkugel im Gras symbolisiert G20-Energieministertreffen.

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Zu den heute vom Umweltbundesamt vorgestellten vorläufigen Emissionszahlen für 2020 erklärt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:

„Die heutigen Zahlen sind eine gute Nachricht. Deutschland erreicht das Klimaziel 2020. Im Vergleich zu 1990 ist es gelungen die Treibhausgasemissionen um rund 40,8 Prozent zu reduzieren. Den größten Beitrag liefert dabei der Energiesektor.
Das ist ein großer Erfolg und lässt sich keinesfalls nur mit der Corona-Krise begründen. Tatsächlich ist seit 2017 ein signifikanter und stabiler Rückgang der Treibhausgasemissionen in Deutschland zu verzeichnen. Der Rückgang in den vergangenen drei Jahren beträgt etwa 152 Millionen Tonnen; das entspricht einer Reduktion von 17 Prozent. Vor allem der Rückgang der Kohleverstromung und der Ausbau der Erneuerbaren Energien sind hierfür wesentliche Faktoren.“

Weitergehende Informationen zu den Emissionszahlen:

In Deutschland wurden im Jahr 2020 rund 739 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – das sind rund 70 Millionen Tonnen oder rund 8,7 Prozent weniger als 2019. Damit setzt sich der positive Trend der Vorjahre fort. Im Jahr 2020 gibt es dabei einen Corona-Effekt. Der Rückgang lässt sich jedoch keinesfalls nur mit dem Corona-Effekt begründen. Vielmehr wirken strukturelle Veränderungen, gerade beim Umbau der Energieversorgung weg von Kohleverstromung und hin zu mehr Erneuerbaren Energien.

Für die Sektoren, für die das Bundeswirtschaftsministerium nach den Festlegungen des Bundesklimaschutzgesetzes zuständig ist, gilt das Folgende:

In der Energiewirtschaft ist der größte Emissionsrückgang zu verzeichnen. Im Vergleich zu 1990 wurde sogar eine Halbierung der Emissionen erreicht, nämlich ein Rückgang der Emissionen um 53 Prozent. Damit liegt der Energiebereich deutlich über dem gesteckten Ziel. So sank vor allem die Stromerzeugung aus Kohle im Jahr 2020 gegenüber 2019 deutlich um 25 Prozent bei Steinkohle und um 19 Prozent bei Braunkohle. Insgesamt betrug die Stromerzeugung aus Kohle in 2020 nur noch rund 135 TWh. 2015 war es mit rund 270 TWh noch doppelt so viel. Gleichzeitig steigt der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auch in 2020 weiter an – nach vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf ca. 45 Prozent.

Auch der Industriesektor hat sein Ziel erfüllt. Im Industriebereich gibt es in 2020 aufgrund des Rückgangs des Bruttoinlandsprojekts konjunkturelle Effekte. Daneben wirken aber auch hier klare strukturelle Prozesse wie der Emissionshandel und Effizienzsteigerungen. Weitere CO2-Einsparungen werden hier vor allem durch Anreize und Fördermaßnahmen erwartet, wie insbesondere durch den Wasserstoffeinsatz in industriellen Prozessen.

Auch im Gebäudesektor (doppelte Federführung Bundesinnenministerium und Bundeswirtschaftsministerium) sind die Emissionen rückläufig. Aktuell verfehlt der Gebäudesektor das 2020er Ziel knapp mit 2 Millionen Tonnen. Die im Gebäudebereich eingeführten zusätzlichen Maßnahmen wirken, werden sich in den Emissionszahlen aber erst mit etwas Zeitverzug zeigen. So werden die kürzlich aufgelegten oder aufgestockten Förderprogramme im Gebäudesektor stark abgerufen und die Zahl der Sanierungen steigt. Die Summe der Anträge für die Gebäudeeffizienzprogramme des BMWi von 2019 auf 2020 fast verdoppelt – von 326.000 in 2019 auf 600.000. Besonders stark war die Steigerung bei Anträgen für den Einbau von Heizungen auf Basis Erneuerbarer Energien von ca. 76.000 Anträgen in 2019 auf über 280.000 Anträge in 2020. Zusätzliche Reduktionen im Gebäudebereich liefert in 2021 der zu Jahresbeginn eingeführte nationale Emissionshandel.