Das Bundeskabinett hat heute den Bundesbericht Energieforschung 2020 beschlossen. Der Bericht gibt einen ausführlichen Überblick über die Förderpolitik der Bundesregierung zur Energieforschung und stellt die Fortschritte des 7. Energieforschungsprogramms vor. Das 7. Energieforschungsprogramm wird neben dem Bundeswirtschaftsministerium wesentlich durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung umgesetzt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist ebenfalls beteiligt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Forschung und Entwicklung leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Energiewende und den Klimaschutz. Fortschritte bei der Effizienz und den Technologien sowie sinkende Kosten bei den erneuerbaren Energien haben die Energiewende erst möglich gemacht. Energieforschung ist daher ein strategisches Element unserer Energiepolitik. Sie trägt dazu bei den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, durch neue Technologien und Anwendungen für eine verlässliche, klimaverträgliche Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen. Zentral ist ein schneller Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Dazu haben wir die ersten Reallabore der Energiewende erfolgreich auf den Weg gebracht und so den ersten Baustein für die nationale Wasserstoffstrategie gelegt.“

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Wir wollen mit aller Kraft unsere Klimaziele erreichen – und gleichzeitig unsere Industrie stark und wettbewerbsfähig aufstellen. Wer aus der Atomenergie und Kohleverstromung aussteigt, der muss auch entschlossen in vielversprechende Bereiche wie den Grünen Wasserstoff einsteigen. Dieser Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung kann nur dann gelingen, wenn wir Weltmeister in innovativen Energietechnologien und einer starken Energieforschung werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in Deutschland unsere Klimaziele mit einer starken Energieforschung erreichen können. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, unser Engagement für die Energieforschung weiter zu intensivieren. Ein gutes Beispiel ist die Sektorkopplung: Damit wir Stahl oder Chemikalien künftig klimafreundlich herstellen können, müssen wir erneuerbare Energie unbedingt auch für Industrieprozesse nutzbar machen. Die Energieforschung arbeitet daher mit Hochdruck an den Innovationen, die das ermöglichen. So erforscht das Kopernikus-Projekt P2X, wie Grüner Wasserstoff als Rohstoff für die Chemieindustrie eingesetzt werden kann. Und das Projekt MACOR zeigt, wie Kohle in der Stahlproduktion durch Wasserstoff ersetzt werden kann. Ich bin mir sicher: Mit den Innovationen der Energieforschung schaffen wir die Energiewende!“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „Land- und Forstwirtschaft können einen unverzichtbaren Beitrag zur Energiewende und damit zur Erfüllung der Klimaziele leisten. Einerseits durch CO2-Speicherung in Böden und Hölzern. Andererseits durch Biomasse. Denn anders als Wind- oder Sonnenenergie steht diese immer zur Verfügung. Mehr noch: Mit der Güllevergärung lässt sich ein klimaschädliches Abfallprodukt gleich in doppelter Weise nutzen – daraus können Strom und Dünger werden. Und deshalb brauchen wir auf dem Gebiet der Bioenergie eine professionelle, leistungsstarke und international vernetzte Forschung. So kann das Einsatzspektrum der von der Land- und Forstwirtschaft bereitgestellten Biomasse voll entwickelt werden. Das schafft Wertschöpfung. Wichtig ist dabei, das Verhältnis der Energiegewinnung aus Anbaubiomasse sowie Abfall- und Reststoffen im Sinne einer effizienten Kreislaufwirtschaft neu auszutarieren.“

Für das 7. Energieforschungsprogramm beabsichtigt die Bundesregierung im Zeitraum 2018 bis 2022 insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro Fördermittel bereitzustellen. 2019 hat die Bundesregierung rund 1,15 Milliarden Euro in die Forschung, Entwicklung und Demonstration moderner Energie- und Effizienztechnologien für die Energiewende aufgewendet. Das ist ein Anstieg um rund 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2018: 1,06 Milliarden Euro). In Forschungsvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen hat der Bund dabei im Rahmen der Projektförderung 97,3 Millionen Euro investiert.

Das zentrale Informationssystem des BMWi zur Energieforschung EnArgus (www.enargus.de) stellt die Zahlen zur Projektförderung im Bericht ausführlich dar und bietet umfangreichen Einblick in laufende und abgeschlossene Forschungsvorhaben.