Mann schaut sich Diagramme auf einem Tablet an, symbolisiert Wirtschaftliche Entwicklung

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Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben heute ihr Frühjahrsgutachten vorgestellt. Sie erwarten für dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt um 4,2 Prozent. Die Konjunktur wird sich nach aktuellen Ausgangsbeschränkungen schrittweise erholen. Die Forscher rechnen schon für das kommende Jahr wieder mit einem kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 5,8 Prozent.

Altmaier: „Ich fühle mich durch die heutigen Zahlen der Gemeinschaftsdiagnose in meiner Einschätzung bestätigt. Es zeichnet sich ab, dass wir mit einem erheblichen Rückgang der Wirtschaftsleistung rechnen müssen. Nach zehn Jahren Wirtschaftswachstum werden wir dieses Jahr eine Rezession erleben. Die Zahlen der Wirtschaftsforschungsinstitute zeigen aber auch sehr deutlich, dass unsere Maßnahmen, insbesondere die Kurzarbeit wirken, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beschränken. Der weitere konjunkturelle Verlauf wird maßgeblich davon abhängen, wann die unumgänglichen Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit wieder zurückgefahren werden können. Prognosen sind daher derzeit mit hohen Unsicherheiten verbunden, das stellen die Forscher selbst auch heraus. Ende April werde ich die Frühjahrsprognose der Bundesregierung vorlegen.“

Die Institute sehen die deutsche Wirtschaft gegenwärtig in Folge der Corona-Pandemie in einem kräftigen Abschwung. Dies führt zu einer Rezession, die ihre Spuren auch am Arbeitsmarkt zeigen wird. Vor allem die Kurzarbeit steigt vorübergehend sehr stark an. Der gesamtstaatliche Haushalt erreicht in diesem Jahr aufgrund der notwendigen finanzpolitischen Stabilisierungsmaßnahmen ein Rekorddefizit in Höhe von 159 Milliarden Euro.

Der Bundeswirtschaftsminister wird die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung voraussichtlich am 29. April vorstellen.

Das Gutachten der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose finden Sie hier: http://gemeinschaftsdiagnose.de/2020/04/08/wirtschaft-unter-schock-finanzpolitik-haelt-dagegen/