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Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hat heute die Abschlusskonferenz des SINTEG-Programms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ eröffnet.

Staatssekretär Feicht: „Mit der Abschlusskonferenz geht unser Förderprogramm SINTEG erfolgreich zu Ende. Experten aus ganz Deutschland haben in fünf Modellregionen Lösungen für das Energiesystem der Zukunft und die Digitalisierung des Energiesektors entwickelt und getestet. Für viele der Herausforderungen, die eine Energieversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien mit sich bringt, sind übertragbare Blaupausen entstanden. Die Empfehlungen der SINTEG-Experten werden wir in die Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens einfließen lassen. Der erfolgreiche Abschluss von SINTEG zeigt auch, dass Reallabore ein geeigneter Rahmen sind, akteursübergreifende Problemlösungen und Innovationen hervorzubringen und auszuprobieren. Mit diesen stärken wir nicht nur den Innovationsstandort Deutschland, sondern machen uns klimapolitisch fit für die Zukunft.“

Prof. Dr. Werner Beba, Sprecher der Schaufensterkoordinatoren und Koordinator des norddeutschen Schaufensters NEW 4.0: “Das Erfolgsrezept von SINTEG ist die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure und Teams aus 300 Projektpartnern aus Energiewirtschaft, Wissenschaft, Industrie und anderen. Dadurch ist ein einzigartiges Netzwerk von Experten aus ganz Deutschland entstanden, das eine Übertragbarkeit der jeweiligen regionalen Lösungen sicherstellt. Wir werden weitermachen!“

Mit dem SINTEG-Programm wurden innerhalb der fünf Schaufenster folgende Bereiche erfolgreich untersucht:

  • Identifizierung von Flexibilitätspotenzialen und Verstärkung der Sektorkopplung
    SINTEG zeigt, wie und wo technische Last‐ und Erzeugungsverschiebungspotenziale sowie Potenziale der Sektorkopplung aktiviert werden können, um als Flexibilitäten im Energiesystem zur Verfügung zu stehen. Zudem werden Anwendungen der Sektorkopplung modellhaft erprobt, bei denen (überschüssiger) regenerativ erzeugter Strom für den Wärmemarkt, den Verkehrssektor oder die Industrie nutzbar gemacht wird.
  • Entwicklung netzdienlicher Flexibilitätsmechanismen
    SINTEG erprobt marktliche Mechanismen („Flexibilitätsplattformen“) zur Bereitstellung von Systemdienstleistungen für die Netzbetreiber und erarbeitet konkrete Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens.
  • Digitalisierung – zwischen Enabler und Mehrwertdiensten im intelligenten Energiesystem
    SINTEG demonstriert Anwendungsfälle für intelligente Messsysteme und moderne Messeinrichtungen und zeigt deren Potenzial für eine sichere Einbindung einer Vielzahl dezentraler Stromproduzentinnen und -produzenten in das Stromsystem der Zukunft. Darüber hinaus zeigt SINTEG, wie im elektrischen Energiesystem digitale Mehrwertdienste entstehen können.
  • Pioniere für Reallabore
    Mit SINTEG ist ein wichtiges Experimentier‐ und Demonstrationsfeld zur Erprobung der Machbarkeit der Energiewende und zur Innovationsförderung geschaffen worden, das Musterlösungen im nationalen wie internationalen Kontext erzeugt hat. SINTEG steht aber auch für einen Ökosystem‐Ansatz in der Energieforschung mit großen, agilen, Wertschöpfungsstufen‐übergreifenden Partnernetzwerken, in denen alle relevanten Akteure gemeinsam die Lösungen für das intelligente Energiesystem der Zukunft in Praxisgroßtests erproben.
  • Partizipation & Akzeptanz – Verständnis schaffen und Leidenschaft wecken für eine chancenorientierte Energiewende
    Bürger spielen bei der Nutzung erneuerbarer Energien eine aktive Rolle. Im SINTEG-Reallabor wurden zahlreiche neue Methoden entwickelt und demonstriert, um Bürger, Fachleute und Interessierte aktiv in die Energiewende einzubinden, die Akzeptanz zu fördern und die Teilhabe Einzelner und der Gesellschaft in die Energiewende zu erhöhen.

Das BMWi fördert die fünf SINTEG-Schaufenster mit rund 200 Millionen Euro. Zusammen mit den Investitionen der beteiligten Unternehmen wird so eine halbe Milliarde Euro in die Digitalisierung des Energiesektors investiert.

Die fünf SINTEG-Schaufenster sind:

  1. „C/sells: Großflächiges Schaufenster im Solarbogen Süddeutschland“: Das Schaufenster „C/sells“ in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen hat den Schwerpunkt Solarenergie. Im Fokus steht die regionale Optimierung von Erzeugung und Verbrauch.
  2. „DESIGNETZ: Baukasten Energiewende – Von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft“: Im Schaufenster „DESIGNETZ“ in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland soll Energie aus Sonne und Wind für die Versorgung von urbanen und industriellen Verbrauchern genutzt werden.
  3. „enera: Der nächste große Schritt der Energiewende“: Das Schaufenster „enera“ in Niedersachsen adressiert die drei Schwerpunkte Netz, Markt und Daten. Es wird beispielsweise eine digitale Marktplattform für den Handel von lokalen Flexibilitäten zur Optimierung des Netzbetriebs entwickelt.
  4. „NEW 4.0: Norddeutsche EnergieWende“: Das Schaufenster „NEW 4.0“ in Schleswig-Holstein und Hamburg soll zeigen, dass die Region bereits 2035 sicher und effizient mit 100 Prozent regenerativer Energie versorgt werden kann.
  5. „WindNODE: Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands“: Das Schaufenster „WindNODE“ umfasst die ostdeutschen Bundesländer. Ziel ist eine effiziente Einbindung von erneuerbarer Erzeugung in einem energieträgerübergreifend optimierten System aus Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor.

Nähere Informationen zum SINTEG-Programm finden Sie hier.