Im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wurde das dritte Zertifikat für ein Smart-Meter-Gateway überreicht.

Im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wurde das dritte Zertifikat für ein Smart-Meter-Gateway überreicht.

© BMWi/Andreas Mertens

Ein weiterer Hersteller von Smart-Meter-Gateways (SMGW) hat erfolgreich das anspruchsvolle Zertifizierungsverfahren beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchlaufen. Heute wurde ihm im BMWi in Berlin das dritte Zertifikat für ein Smart-Meter-Gateway überreicht.

Das Smart-Meter-Gateway ist die Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung der Energiewende. Es versorgt die Akteure – vom Netzbetreiber über den Stromlieferanten bis zum Verbraucher – mit den Informationen zu Erzeugung und Verbrauch. Mit dieser Hilfe können künftig u.a. die Stromnetze intelligent gesteuert und effizienter genutzt werden.

Dabei garantiert das Smart-Meter-Gateway Datenschutz und Datensicherheit auf höchstem Niveau. Es legt den Grundstein für das intelligente und sichere Netz von morgen. Mit dem nun dritten zertifizierten Smart-Meter-Gateway zeigen Hersteller, BMWi und das BSI, dass Digitalisierung auch bei hohen Vorgaben an Datenschutz und Informationssicherheit gelingt.

Der Rollout startet, wenn auf Basis einer Marktanalyse des BSI die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt wird (sog. Markterklärung). Diese Analyse wird aktuell vom BSI erstellt und soll Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden. Darin werden die besonderen Anforderungen unterschiedlicher Einsatzbereiche den technischen Möglichkeiten gegenübergestellt. Bereits jetzt ist der freiwillige Einbau von zertifizierten Geräten möglich.

Ergänzende Informationen

Zertifizierung und Smart-Meter-Rollout
Die Digitalisierung ist ein entscheidender Faktor für die Energiewende. Deshalb haben Bundesregierung und Bundestag im Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (Messstellenbetriebsgesetz - MsbG) Regelungen zur sicheren Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen getroffen. Intelligente Messsysteme mit BSI-zertifizierten Smart-Meter-Gateways werden in Zukunft überall dort, wo es für die Energiewende von entscheidender Bedeutung ist, herkömmliche Stromzähler und Messsysteme ersetzen. Das ist u.a. der Fall bei verbrauchsstarken Haushalten bzw. Unternehmen (Jahresstromverbrauch über 6.000 kWh), größeren Erzeugungsanlagen (über 7 kW installierte Leistung) und steuerbaren Verbrauchern (Ladepunkte für Elektromobile, Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen).

Der verpflichtende Rollout beginnt, wenn mindestens drei voneinander unabhängige Unternehmen intelligente Messsysteme am Markt anbieten, die erfolgreich das Zertifizierungsverfahren durchlaufen haben und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, und sobald die Feststellung der technischen Möglichkeit (sog. Markterklärung) des BSI vorliegt. Grundlegend für diese Erklärung des BSI wird eine Marktanalyse sein, die das BSI ebenfalls auf seinen Internetseiten veröffentlichen wird.

Im Zertifizierungsverfahren werden neben der Einhaltung der Sicherheitsvorgaben im Smart-Meter-Gateway auch die Herstellungs- und Entwicklungsprozesse des Herstellers sowie die Auslieferungswege der Geräte evaluiert und durch das BSI abschließend zertifiziert.

Aktuell befinden sich weitere Smart-Meter-Gateway-Hersteller beim BSI im Zertifizierungsverfahren.

Neue Geschäftsstelle
Im September hat das BMWi die Geschäftsstelle „Technische Standards, Ausschuss Gateway-Standardisierung“ eingerichtet. Ihre Aufgabe ist es u.a., die technischen Standards für die Digitalisierung der Energiewende im Bereich Netze, Mobilität, Gebäude und Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Dies dient der fortlaufenden Umsetzung der „Standardisierungsstrategie zur sektorübergreifenden Digitalisierung nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ (BMWi-BSI-Roadmap).