Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (Mitte), BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf (1. Reihe, 2.v.r.), Vorsitzender der IG Metall Jörg Hofmann sowie weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Industriekonferenz

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (Mitte), BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf (1. Reihe, 2.v.r.), Vorsitzender der IG Metall Jörg Hofmann sowie weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Industriekonferenz

© BMWi/BILDKRAFTWERK

Heute findet in Berlin die dritte Industriekonferenz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) statt. Die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist das zentrale Thema der Veranstaltung. Die Konferenz bildet den Abschluss der bundesweiten Woche der Industrie.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Deutschland ist einer der wettbewerbsfähigsten Industriestandorte weltweit – und das soll auch so bleiben. Dafür brauchen wir noch bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft als Ganzes. Wir müssen außerdem neue Technologien stärken und auf den Markt bringen. Und schließlich müssen wir dafür sorgen, dass wir technologisch souverän bleiben – gerade in Zeiten der Digitalisierung. Diese Ziele zu erreichen, liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Wirtschaft und Staat. Die Industriekonferenz bietet den idealen Rahmen, um mit Blick auf die „Industriestrategie 2030“ zu diskutieren, wie wir Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze erhalten und ausbauen können.“

Die wirtschaftliche Kraft Deutschlands im internationalen Wettbewerb beruht zu einem erheblichen Teil auf der Stärke seiner Industrie. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung liegt hier bei fast 23 Prozent – europäisch und weltweit gehört Deutschland damit zur Spitzengruppe. Mit seinem Vorschlag für eine „Nationale Industriestrategie 2030“ hat Minister Altmaier im Februar einen intensiven Dialog gestartet mit dem Ziel, die Industrie noch besser für die Zukunft zu wappnen. In den vergangenen Monaten wurden mit allen relevanten Akteuren Vorschläge und Maßnahmen hierzu erörtert.

Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): „Wir brauchen eine entschlossene Industriepolitik auf deutscher und europäischer Ebene, um die Innovationskraft unserer Industrien zu stärken. Dabei sollten wir nicht die fehlgeleitete Renationalisierungspolitik anderer Länder kopieren, die den weltweiten Trend zu Protektionismus und Abschottung nur beschleunigen würde. Deutschland muss wirtschaftspolitisch europäisch denken und handeln. Der hohe Grad von Vernetzung, die fortschreitende Digitalisierung und enorm beschleunigte Innovationsprozesse innerhalb der Industrie erfordern mehr als je zuvor systemische Ansätze, etwa bei der Finanzierung von großen Technologie- und Infrastrukturvorhaben. Durch Schaffung eines vorwiegend privat finanzierten Technologiefonds könnte die Bundesregierung das kreative Potenzial unserer Unternehmen stärken.“

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall: „Spätestens mit den Beschlüssen aus dem Klimakabinett ist klar: die Transformation der Industrie, die Sicherung der industriellen Netzwerke und hunderttausender Arbeitsplätze stehen JETZT auf der Tagesordnung. Der notwendige ökologische und soziale Umbau ist so groß, dass er allein durch Setzen auf die „Marktkräfte“ nicht gelingen kann. Deshalb erwarten wir nicht nur ambitionierte Klimabeschlüsse, sondern eine entschlossene, aktive und abgestimmte Infrastruktur-, Investitions- und Industriepolitik von der Bundesregierung und der neuen EU-Kommission. Es braucht aber auch Investitionen in Arbeitsplätze und Qualifikation der Beschäftigten. Hierzu ist eine begleitende Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik notwendig, die die Sozialpartner dabei unterstützt, den Beschäftigten Sicherheit im Wandel zu geben.“

Die Industriekonferenz wird in Kooperation mit dem Bündnis „Zukunft der Industrie“ veranstaltet. In ihm arbeiten 17 Partner aus Gewerkschaften, Industrie- und Arbeitgeberverbänden, der Deutschen Industrie und Handelskammer sowie das BMWi seit dem Jahr 2015 zusammen.

Im Vorfeld der Industriekonferenz hat vom 9. bis zum 24. September die bundesweite Woche der Industrie stattgefunden. Unter dem Motto #Industrieverbindet haben zahlreiche Veranstaltungen den Besucherinnen und Besuchern die Innovationskraft und die Bedeutung der Industrie für unser Land gezeigt. Es gab auch die Möglichkeit, sich aktiv an der Diskussion über die Industriestrategie 2030 zu beteiligen.