Reagenzgläser symbolisieren das Thema Bioökonomie

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Bioökonomie ist ein wichtiges Zukunftsfeld für den Hightech-Standort Deutschland. Sie beschreibt den Übergang von erdölbasierten Prozessen hin zu einer industriellen Produktion auf biologischer Grundlage. Damit dieser Wandel gelingt, braucht es neue Versorgungsstrukturen für Rohstoffe. Hierfür baut das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“ auf, um einen zentralen Austausch aller beteiligten Interessengruppen zu ermöglichen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Die Bioökonomie leistet als Wirtschaftskonzept einen wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung unserer Ressourcen und trägt damit zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele bei. Sie stellt neue Anforderungen an Rohstoffe, Verfahren sowie Produkte – und bietet damit viele Chancen für unsere Wirtschaft, die wir aktiv nutzen sollten“.

Minister Altmaier trifft heute dazu führende Vertreterinnen und Vertreter der Branche sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um erste Grundlagen für die neue Dialogplattform zu erarbeiten.

Prof. Dr. Christine Lang, Vorsitzende des Bioökonomierates der Bundesregierung, zum Workshop: „Ich begrüße die Initiative des BMWi zur Förderung der Bioökonomie in der Industrie. Fortschritte in den Lebenswissenschaften und der Wunsch nach nachhaltiger Produktion sind Motor der Biologisierung der Wirtschaft. Eine Dialogplattform zur industriellen Bioökonomie kann wesentliche Impulse zur Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der Hightech-Strategie geben.“

Dr. Matthias Braun, Vorsitzender der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie, betont die Versorgungssicherheit: „Die Bioökonomie in Deutschland braucht eine verlässliche Rohstoffversorgung für biotechnologische Verfahren.“

Dr. Jürgen Eck, Vorstandsvorsitzender der BRAIN AG, unterstreicht die Chancen, die die Bioökonomie bietet: „Während in der Vergangenheit die Produktions- und Wirtschaftssysteme von Rohstoffinhabern getrieben und dominiert waren, zeichnet sich ein Wandel zu Gunsten der Technologieinhaber ab, welche über das Schließen von Stoffkreisläufen, verbesserte Ressourceneffizienz bis hin zur Erschließung ubiquitär verfügbaren Kohlendioxids als Rohstoff eine entscheidende Basis der Bioökonomie darstellen.“

Dr. Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds im Vorfeld der Gespräche: „Neben neuen Finanzierungsquellen bedarf es auch einer besseren Vernetzung und Unterstützung von Start-ups und Bioökonomie-Projekten.“

Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, fordert: „Die Umsetzung bioökonomischer Ansätze in der Industrie muss durch die Förderung von vorwettbewerblichen Pilotanlagen und Prototypentwicklungen beschleunigt werden.“

Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbunds Deutschland, betont die Wichtigkeit der öffentlichen Darstellung: „Entscheidend für eine gesellschaftliche Akzeptanz der Bioökonomie wird sein, ob sie ihren Blick über abstrakte technische und ökonomische Maximierungsmodelle, die häufig externe Kosten erzeugen und nur wenigen zur kurzfristigen Gewinnmaximierung dienen, zu erweitern vermag auf sozioökonomische, ökologische und kulturelle Zusammenhänge.“

Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE: „Die IG BCE spricht sich dafür aus, die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften zu stärken, denn die Entwicklung hin zu einer wissensbasierten Bioökonomie beginnt bei der Ausbildung junger Menschen.“

Als nächster Schritt wird eine Steuerungsgruppe zusammenkommen, um konkrete Strukturen und Themen der Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“ zu besprechen. Diese soll mit dem Agenda-Prozess „Von der Biologie zur Innovation“ unter dem Dach der „Hightech-Strategie“ verzahnt werden.