Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt die Herbstprojektion vor

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt die Herbstprojektion vor

© BMWi/Susanne Eriksson

Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufschwung fort. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 % (preisbereinigt). Auch für das Jahr 2019 wird ein Zuwachs von 1,8 % erwartet.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier:
„Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter im Aufschwung und wird nächstes Jahr bereits ins zehnte Jahr des Aufschwungs gehen – das ist die längste Aufschwungsphase seit 1966, die zweitlängste überhaupt. Die Menschen in unserem Land profitieren von der guten wirtschaftlichen Lage. Die Beschäftigung wird bis zum Jahr 2019 auf über 45 Millionen steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt auf ein neues Rekordtief. Steigende Löhne und Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger sorgen dafür, dass die Einkommen spürbar zulegen. Die Binnenwirtschaft wird so weiter eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung bleiben. Zu Unsicherheiten für die weitere Entwicklung führen die zunehmenden protektionistischen Tendenzen und die internationalen Handelskonflikte. Sie schaden allen Beteiligten. Wir haben deshalb ein großes Interesse an einer zügigen Umsetzung der gemeinsamen Erklärung von Kommissionspräsident Juncker und Präsident Trump zur Lösung des Handelskonflikts zwischen den USA und der EU. Wir müssen Zölle und Handelsbeschränkungen abbauen – und nicht erhöhen – davon profitieren beide Seiten.“

  • Die Weltwirtschaft dürfte – auch nach Einschätzung der internationalen Organisationen – im Projektionszeitraum leicht an Schwung verlieren. Für die Exporte von Waren und Dienstleistungen aus Deutschland werden daher relativ moderate Zuwächse erwartet.
  • Die Importe werden aufgrund der starken Inlandsnachfrage deutlich ausgeweitet. Beim Außenhandel ist daher – rein rechnerisch – in beiden Jahren mit einem leicht negativen Wachstumsbeitrag zu rechnen.
  • Der Leistungsbilanzüberschuss sinkt kontinuierlich und wird bis zum Jahr 2019 auf 7,1 % zurückgehen.
  • Die deutschen Unternehmen investieren angesichts gut ausgelasteter Kapazitäten weiter in Maschinen und Anlagen.
  • Die Bauinvestitionen bleiben auf Grund niedriger Zinsen und einer hohen Nachfrage rege. Auch die öffentlichen Bauinvestitionen werden in diesem und dem kommenden Jahr deutlich gesteigert. Die Baubranche stößt aber zunehmend an Kapazitätsgrenzen.
  • Die Beschäftigung wird bis 2019 auf jahresdurchschnittlich 45,3 Mio. Personen steigen. Angesichts der hohen Arbeitsnachfrage wird ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet, die Arbeitslosenquote sinkt auf einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung von 5,0 %. Gleichzeitig werden die Einkommen spürbar zunehmen. Damit ist auch die Grundlage für eine dynamische Konsumnachfrage gelegt.
  • Im Zuge leicht überausgelasteter Kapazitäten erhöht sich die Inflationsrate. Die Verbraucherpreise werden mit Raten von 1,9 % in diesem und 2,0 % im kommenden Jahr zunehmen.

Mit der Herbstprojektion revidiert die Bundesregierung ihre Projektion für das laufende und das kommende Jahr nach unten. Ein wesentlicher Grund dafür liegt im schwächeren außenwirtschaftlichen Umfeld. Zudem führte der neue Testzyklus für Pkw (WLTP) zu Verzögerungen im Zulassungsverfahren, der Produktion und Export vorübergehend negativ beeinflusst. Schließlich ist durch die Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen die Ausgangsbasis für das laufende Jahr etwas ungünstiger.

Die Herbstprojektion der Bundesregierung wurde am 11. Oktober 2018 im interministeriellen Arbeitskreis „Gesamtwirtschaftliche Vorausschätzungen“ unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie abschließend beraten. Das Statistische Bundesamt und die Deutsche Bundesbank waren beteiligt.

Die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Herbstprojektion bilden die Grundlage für die Steuerschätzung vom 23. bis 25. Oktober 2018 in Hamburg. Als gemeinsamer Orientierungsrahmen dienen sie der Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Eckwerte der Herbstprojektion 2018

Veränderung des Bruttoinlandsproduktes (preisbereinigt) [1]201720182019
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent, soweit nicht anders angegeben
Bruttoinlandsprodukt2,21,81,8
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,81,62,0
Konsumausgaben des Staates1,51,42,5
Bruttoanlageinvestitionen2,93,02,7
- darunter Ausrüstungen 3,74,52,6
- Bauten2,93,03,0
Inlandsnachfrage2,02,02,2
Exporte 4,62,83,7
Importe4,83,64,9
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,61,71,9
Bruttoinlandsprodukt1,51,72,0
Erwerbstätige (Inland)1,41,30,9
nachrichtlich:
Verbraucherpreisindex1,81,92,0
absolute Werte in Mio. Personen
Erwerbstätige (Inland)44,344,945,3
Arbeitslose (BA)2,532,352,24

[1] Bis 2017 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes; Stand: August 2018;
[2] Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck.