Bundesminister Altmaier auf der Bundespressekonferenz zur neuen Frühjahrsprojektion

© BMWi/Susanne Eriksson

Die deutsche Wirtschaft wächst weiter: Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 2,3 Prozent (preisbereinigt). Für das Jahr 2019 wird ein Anstieg um 2,1 Prozent erwartet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Die deutsche Konjunktur bleibt weiter schwungvoll, der Aufschwung geht weiter. Unsere Exportwirtschaft behauptet sich erfolgreich in einer Weltwirtschaft, die lebhaft wächst. Die Unternehmen investieren kräftig in neue Maschinen und Anlagen und die Menschen in unserem Land partizipieren am Aufschwung: Die Einkommen werden auch in den kommenden Jahren spürbar zulegen. Die Beschäftigung wird bis zum Jahr 2019 nochmals um eine Million Personen zunehmen, die Arbeitslosigkeit auf ein neues Rekordtief sinken. Das sind wichtige Schritte auf dem Weg hin zur Vollbeschäftigung.“

  • Die Weltwirtschaft dürfte sich – auch nach Einschätzung der internationalen Organisationen – lebhaft entwickeln, auch wenn sich die Dynamik unserer Absatzmärkte im nächsten Jahr etwas abschwächt. Für die Exporte von Waren und Dienstleistungen werden daher spürbare Zuwächse erwartet.
  • Auch die Importe werden aufgrund der starken Inlandsnachfrage deutlich ausgeweitet. Beim Außenhandel ist daher – rein rechnerisch – nicht mit nennenswerten Wachstumsbeiträgen zu rechnen.
  • Der Saldo der deutschen Leistungsbilanz wird im Prognosezeitraum wenn auch nur leicht, weiter auf einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 7,5 Prozent im Jahr 2019 zurückgehen.
  • Die Unternehmensinvestitionen, die zuletzt angesichts der starken Weltkonjunktur und gut ausgelasteter Kapazitäten bereits kräftig zugenommen haben, werden weiter dynamisch bleiben.
  • Die Bauinvestitionen bleiben angesichts niedriger Zinsen und einer hohen Nachfrage rege. Die Baubranche stößt aber zunehmend an Kapazitätsgrenzen.
  • Die Beschäftigung wird bis 2019 um knapp 1 Million Personen zunehmen und die Arbeitslosigkeit sinkt auf ein neues Allzeittief. Gleichzeitig werden die Einkommen spürbar steigen. Damit ist auch die Grundlage für dynamische Konsumnachfrage gelegt.
  • Die Verbraucherpreise entwickeln sich nach der ölpreisbedingten Talfahrt wieder in normalen Bahnen. Sie werden mit Raten von 1,8 Prozent in diesem, und 2,0 Prozent im kommenden Jahr zunehmen.
  • Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft gesamtwirtschaftlich zwar in einer Überauslastung, eine Überhitzung der Wirtschaft ist jedoch nicht erkennbar.

Die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung wurde am 25. April 2018 im interministeriellen Arbeitskreis „Gesamtwirtschaftliche Vorausschätzungen“ unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie abschließend beraten. Das Statistische Bundesamt und die Deutsche Bundesbank waren beteiligt.

Die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Frühjahrsprojektion bilden die Grundlage für die Steuerschätzung vom 9. bis 11. Mai 2018 in Mainz. Als gemeinsamer Orientierungsrahmen dienen sie der Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Eckwerte der Frühjahrsprojektion 2018

Veränderung des Bruttoinlandsproduktes (preisbereinigt) [1]201720182019
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent, soweit nicht anders angegeben
Bruttoinlandsprodukt2,22,32,1
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,91,71,8
Konsumausgaben des Staates1,52,61,8
Bruttoanlageinvestitionen3,33,73,6
- darunter Ausrüstungen 4,05,54,8
- Bauten2,72,62,7
Inlandsnachfrage2,22,32,2
Exporte 4,75,04,4
Importe5,15,85,1
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,71,82,0
Bruttoinlandsprodukt1,51,92,0
Erwerbstätige (Inland)1,51,30,9
nachrichtlich:
Verbraucherpreisindex1,81,82,0
absolute Werte in Mio. Personen
Erwerbstätige (Inland)44,344,945,3
Arbeitslose (BA)2,532,332,24

1) Bis 2017 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes. Stand: Februar 2018;
2) Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck.