Meister und Schüler Metallblasinstrumenten-Handwerk

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die neue Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk erlassen. Die Verordnung wurde modernisiert und dabei handlungs- sowie prozessorientiert ausgestaltet. Die Meisterprüfung orientiert sich an konkreten Arbeits- und Geschäftsprozessen und bildet diese handlungsorientiert nach.

An der Neuordnung der Meisterprüfungsverordnung im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Gewerkschaft IG Metall, die Fachgruppe Blasinstrumente des Bundesinnungsverbandes sowie das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität Köln (FBH) mitgewirkt.

Die Verordnung wurde am 5. Juni 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Als Grundlage und Rahmen für den Verordnungstext diente ein Strukturentwurf, der vom FBH entwickelt und zwischen den beteiligten Bundesministerien, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften abgestimmt wurde.

Wie ist die Meisterprüfung aufgebaut?

Die Meisterprüfung besteht insgesamt aus vier selbständigen Teilen, wovon die Teile I und II durch die Metallblasinstrumentenmacher-Meisterverordnung geregelt werden.

In der Prüfung in Teil I weist der Prüfling im Rahmen eines Meisterprüfungsprojekts, eines Fachgesprächs und einer Situationsaufgabe nach, dass er Tätigkeiten des Metallblasinstrumentenmacher-Handwerks meisterhaft verrichtet. In Teil II der Meisterprüfung, die aus drei schriftlich anzufertigenden Prüfungsarbeiten im Umfang von jeweils drei Stunden besteht, wird geprüft, ob der Prüfling die fachtheoretischen Kenntnisse in seinem Handwerk beherrscht und anwenden kann.

Den rechtlichen Rahmen für die betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Prüfung (Teil III) sowie die berufs- und arbeitspädagogische Prüfung (Teil IV) der Meisterprüfung bildet die Allgemeine Meisterprüfungsverordnung vom 26. Oktober 2011.

Ab wann gilt die neue Verordnung?
Die Verordnung tritt am 1. September 2020 in Kraft.

Wie sieht die Tätigkeit eines Meisters im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk aus?

Ein Meister im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk besitzt über die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, um einen Betrieb oder eine Werkstatt selbständig führen. Dabei berücksichtigt er unter anderem Gesichtspunkte der Kostenkalkulation, der Wettbewerbssituation, des Qualitätsmanagements, des Datenschutzes, der Nachhaltigkeit sowie des Personalwesens. Der Meister ermittelt die Wünsche seiner Kunden, plant Konzepte sowie Arbeits- und Geschäftsprozesse. Er baut, repariert und stimmt Metallblasinstrumente. Dabei begegnet ihm eine große Vielzahl unterschiedlicher Instrumente vom Waldhorn über die Kontrabassposaune bis hin zur Tuba mit ganz unterschiedlichen Techniken, Bauweisen und Zeitpunkten der Herstellung sowie damit verbundenen Herausforderungen. Neben digitalen Hilfsmitteln kommen auch selbst hergestellte Werkzeuge und Vorrichtungen zum Einsatz. Instrumente werden zum Teil für international renommierte Musiker und Orchester hergestellt und vom Klang individuell angepasst und optimiert. Diese Tätigkeiten erfordern eine ausgezeichnete Qualifikation, welche durch das erfolgreiche Ablegen der Meisterprüfung nachgewiesen werden.

Meister sind darüber hinaus auch als Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen oder Sachverständige tätig. Als weitere Perspektive für Meister kommen unter anderem eine Fortbildung als Restaurator/-in, geprüfter Betriebswirt/-in nach der Handwerksordnung oder ein Studium in Musikinstrumentenbau in Betracht.