Eine Frau bedient ein Home-Control-System

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Das „Pilotprogramm Einsparzähler“ fördert innovative digitale Plattformen und Geschäftsmodelle, die Energiesparen zum Geschäftsmodell erheben. Mehr als 30 Gründer- und Start-up-Unternehmen erschließen den Markt für Energieeffizienz.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß: „Das Innovationsförderprogramm 'Pilotprogramm Einsparzähler' zeigt, dass digitale Plattformen und smarte Geschäftsmodelle für die Energiewende neue Möglichkeiten eröffnen. Die digitalen Innovationen, die auch dank der Förderung durch das BMWi möglich gemacht werden, sind ein wichtiger Schritt, um Deutschland im Bereich der Digitalisierung der Energie weiter nach vorne zu bringen.“

Gefördert werden digitale Plattformen und smarte Dienstleistungen für Energieeffizienz und die Energiewende. Die Innovationsprojekte bestehen typischerweise aus der Neuentwicklung von Hard- und Software sowie – als zweitem zentralen Element, von dem auch die Hälfte der Fördergelder abhängt – aus der Entwicklung von digital gestützten Dienstleistungen zum Energiesparen.

Zwei Jahre nach Inkraftsetzung der Förderbekanntmachung hat sich eine lebhafte Gründer- und Start-up-Szene im Energiebereich mit aktuell fast drei Dutzend digitalen Plattformen und Energiespardienstleistungen rund um das Programm etabliert.

Allen ist gemeinsam, dass sie die Energiespar-Maßnahmen als Geschäftsmodell entwickeln und so die Lücke zwischen Forschung und Anwendung schließen. Staatssekretär Bareiß: „Die Pilotprogramme überführen die digitale Innovation in die praktische Anwendung beim Kunden. So kann nicht zuletzt der Kunde selbst neue Energiedienstleistungen ausprobieren.“

In Summe sollen mehr als 30.000 Endkunden aus den Bereichen Privathaushalte, Gewerbe, Dienstleistungen, Produktion, Gebäude und Industrie sowie öffentlicher Dienst, Vereine und Kirchen mit „Einsparzählern“ ausgestattet werden.

Im Rahmen des Förderprogramms wird die Entwicklung der IT-Plattform und der darauf aufbauenden Dienstleistungen gefördert. Die Energiesparmaßnahmen zahlen die Endkunden selbst. So wird Energiesparen technologieoffen gefördert.

Zwei Jahre nach dem Start lässt sich beobachten, dass unterschiedliche Innovations-Kategorien und Ansätze für digitale Energie-Dienstleistungen verfolgt werden. Eine Gruppe von Projekten konzentriert sich auf branchenspezifische Energiespar-Dienstleistungen und entwickelt passgenaue Lösungen für ihre Kunden zum Beispiel aus den Bereichen Krankenhäuser, Hotels und Gaststätten. Analyse-, Beratungs- und zum Teil auch Wartungs- und Finanzierungsdienstleistungen werden für die Bedürfnisse dieser Kundengruppen entwickelt und angeboten. Die Einsparpotenziale betragen bis zu 10 Prozent, in Einzelfällen sind auch noch größere Einsparungen realisierbar.

Eine zweite Kategorie von Innovationen strebt an, integrierte digitale Systeme zu schaffen. Dabei werden erneuerbare Stromproduktion und -lieferung gemeinsam mit Effizienzmaßnahmen und einer automatischen Verbrauchssteuerung zu einer gemeinsamen Energiedienstleistung gebündelt.

Eine dritte Kategorie von Gruppe von Anträgen strebt die Integration mehrerer Systeme und Energieträger in einer gemeinsamen digitalen Plattform an. Diese Systeme machen zum Beispiel alle Energieverbräuche eines Gebäudes über eine digitale Plattform transparent und ermöglichen eine einheitliche Steuerung.

Staatssekretär Bareiß: „Bislang kennt kaum einer seinen eigenen Energieverbrauch oder weiß, was der größte Energieverschwender in seinem Haushalt oder Betrieb ist. Deswegen ist oft auch nicht klar, wo die Potentiale liegen um den Energieverbrauch kostengünstig zu senken. Die im Rahmen des 'Pilotprogramms Einsparzähler' entwickelten digitalen Dienstleistungen helfen genau dabei.“

Stand heute fördert das BMWi mehr als 30 digitale Innovationsprojekte für die Energiewende. Allen Anträgen ist gemeinsam, dass sie das Energiesparen als Geschäftsmodell entwickeln und so die Lücke zwischen Forschung und Markteinführung schließen.

Interessierte Unternehmen können sich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle informieren oder Anträge stellen.