Die Anwendungsfälle des Smart Metering können einen erhöhten Verkehr an Daten, die Aufschluss über das Verbrauchsverhalten von Privathaushalten geben können und somit datenschutzrechtlich sensibel sind, mit sich bringen. Auch ist jede digitale Kommunikationsinfrastruktur zwangsläufig den Gefahren von Hacking-Angriffen ausgesetzt.

Um ein einheitliches und sehr hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten, erklärt das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) Schutzprofile und Technische Richtlinien für intelligente Messsysteme zur Gewährleistung von Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität für verbindlich. Diese wurden im Auftrag des BMWi vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit Branchenvertretern unter enger Einbindung des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, der Bundesnetzagentur und der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt erarbeitet. Die mehrere hundert Seiten umfassenden Dokumente sind auf der Homepage des BSI (www.bsi.bund.de) veröffentlicht. Mit einem Siegel des BSI werden nur solche Systeme ausgezeichnet, die die sehr hohen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen nachweislich erfüllen.

Prüfstandards BSI-Siegel; Quelle: BMWi

© BMWi

Teil 3 des Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) regelt abschließend, welcher Akteur welche Daten zu welchem Zweck erhalten darf und wann erhaltene Daten zu löschen sind. Eine Datenübermittlung wird ausschließlich für die energiewirtschaftlich zwingend notwendigen Anwendungsfälle vorgesehen. Ein höherer Datenverkehr bedarf stets der Zustimmung des Verbrauchers.

Nein. Verbraucher bis zu einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden behalten nach Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ihre Daten "vor Ort" allein zum Zwecke der Verbrauchsveranschaulichung. Grundeinstellung ist hier die jährliche Übermittlung. Nur wenn vom Verbraucher ein Tarif gewählt wird, der eine feinere Messung und Übermittlung erfordert, werden weitere Daten an Netzbetreiber und Lieferanten versendet. Der durchschnittliche 4-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht rund 3.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Jedem Verbraucher werden vom Messstellenbetreiber Datenblätter zur Verfügung gestellt, die den notwendigen Datenverkehr erläutern. Seine Verbrauchsdaten kann der Verbraucher jederzeit einsehen.

Es ist zu vermuten, dass der technische Fortschritt immer wieder neue Bedrohungsszenarien mit sich bringen wird. Hiermit müssen die Smart Meter Schritt halten, um auch dauerhaft den hohen Standard an Datenschutz und Datensicherheit zu gewährleisten. Daher wird das BSI kontinuierlich Informationen von Herstellern und Anwendern über bekanntgewordene Sicherheitslücken zusammentragen, auswerten und durch Fortentwicklung der technischen Dokumente entsprechend reagieren.

Die Messwerte des intelligenten Messsystems werden nicht ununterbrochen übermittelt.

Bei einem Jahresverbrauch unter 10.000 kWh werden die Messdaten (Monatsarbeitsmenge/Verbrauch in kWh bzw. Zählerstand des Monatsersten) nur einmal im Monat an den Messstellenbetreiber gesendet. Der Messstellenbetreiber gibt die Daten unter anderem an den Netzbetreiber und den Lieferanten weiter.

Ansonsten können Sie sich die Daten über eine HAN-Schnittstelle (Home Area Network) am Gerät oder ein Online-Tool jederzeit anzeigen lassen.

Bei einem Tarif, der häufigere Messungen und Datenübermittlungen erfordert, werden die Daten dementsprechend häufiger ausgelesen und übertragen. Das wäre zum Beispiel bei dynamischen Tarifen notwendig.

* Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht ca. 3.500 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr.

Sie selbst können Ihre eigenen Verbrauchsdaten immer über die elektronische HAN (Home Area Network)-Schnittstelle am Gerät oder über ein Online-Portal einsehen.

Es ist gesetzlich festgelegt, welchen Beteiligten zu welchem Zweck Daten übermittelt werden dürfen.
Das ist in erster Linie der Messstellenbetreiber, der die Daten z.B. an den Netzbetreiber und den Energielieferanten weiterleitet. Auch andere Unternehmen wie Bilanzkoordinatoren, Bilanzkreisverantwortliche, Direktvermarktungsunternehmer nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und jede Stelle, die über eine datenschutzrechtskonforme Einwilligung des Anschlussnutzers verfügt, dürfen die Daten erhalten.

Die Übermittlung Ihrer Daten darf nur erfolgen, wenn es zwingend erforderlich ist, etwa zur Vertragserfüllung oder Pflichterfüllung der berechtigen Stellen.
Es darf keine weitere Datenübermittlung stattfinden, wenn Sie dem nicht zugestimmt haben.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht auf das Thema Datenkommunikation im Messstellenbetrieb genauer ein.