Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Haus mit erneuerbaren Energien zu heizen und für Warmwasser zu sorgen. Hier einige Beispiele:

  • Solarthermieanlage: Eine solche Anlage wird in der Regel auf dem Dach eines Hauses montiert und wandelt das Sonnenlicht in Wärme um. Die Solarthermieanlage kann einen Teil des Wärmebedarfs für die Warmwasserbereitung zum Beispiel für die Dusche und gegebenenfalls auch der Heizung abdecken.
  • Heizen mit Biomasse: Beispiele sind Holzpellet- oder Scheitholzkesselheizungen, die Wärme für Heizung und Warmwasser erzeugen.
  • Wärmepumpe: Eine Wärmepumpe nutzt Wärme aus der Luft, dem Grundwasser oder aus der Erde.

Aber: Nicht alle Möglichkeiten, mit erneuerbaren Energien zu heizen, sind gleichermaßen effizient. Mit dem MAP werden deshalb ausschließlich bestimmte, besonders effiziente Möglichkeiten gefördert (für mehr Informationen siehe "Wie hoch werden privat genutzte Anlagen gefördert?" bzw. "Wie hoch werden gewerblich genutzte Anlagen gefördert?").

Das MAP ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, um Anreize zu schaffen, Wärme verstärkt aus erneuerbaren Energien zu gewinnen: Private Verbraucher, Freiberufler, Unternehmen, Kommunen und weitere Antragsberechtigte, wie beispielsweise gemeinnützige Organisationen, erhalten vom Staat einen Zuschuss, wenn sie ihre alte Heizungs- oder Wärmeanlage gegen eine effiziente Solarthermieanlage, Biomasseanlage oder Wärmepumpe austauschen. Auch die Errichtung von Wärmenetzen und –speichern wird gefördert.

Über das MAP wurden seit dem Jahr 2000 bereits rund 1,8 Millionen Anlagen gefördert. Weitere Informationen und Antragsformulare finden private Verbraucher auf der Webseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): www.heizen-mit-erneuerbaren-energien.de. Unternehmen und Kommunen, die größere Anlagen nutzen, finden Informationen auf der Webseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Private Hauseigentümer, Freiberufler, Unternehmen, Kommunen und weitere Antragsberechtigte, wie beispielsweise gemeinnützige Organisationen oder Genossenschaften. Ausnahmen sind Bund, Bundesländer sowie deren Einrichtungen sowie Hersteller von förderfähigen Anlagen (es sei denn, sie agieren als Contractoren).

Zum 1. Januar 2016 wurde das MAP um das "Heizungspaket" erweitert. Es richtet sich an jeden, der eine neue Heizung einbauen möchte, die erneuerbare Energien nutzt. Voraussetzung ist, dass Sie eine alte Öl- oder Gasheizung ohne Brennwerttechnik außer Betrieb nehmen, die noch nicht der Austauschpflicht (§10 EnEV) unterliegt, und dass Sie gleichzeitig das ganze Heizsystem richtig einstellen und optimieren lassen - von den Rohrleitungen, über Pumpen bis zu den Heizkörpern. Möglich ist auch eine Förderung, wenn Sie Ihre bestehende Heizungsanlage beibehalten, diese aber mit einer Solarthermieanlage modernisieren und zeitgleich das Gesamtsystem optimieren. So nutzen Sie jeweils das volle Einsparpotenzial Ihrer neuen Heizungsanlage. Und auch das Klima profitiert, da der CO2-Ausstoß Ihrer Heizung auf ein Minimum reduziert wird.

Wenn Sie das Heizungspaket nutzen, erhalten Sie einen Zusatzbonus von 20 Prozent des MAP-Förderbetrags sowie weitere 600 Euro pauschal für die Optimierung des ganzen Heizsystems.

Ein Beispiel: Für einen Pelletkessel mit Wärmespeicher erhalten Sie einen MAP-Förderbetrag von 3.500 Euro. Hinzu kommt nun ein Zusatzbonus von 700 Euro für den Einbau des neuen Heizkessels sowie pauschal die 600 Euro für die Optimierung. Insgesamt also 1.300 Euro mehr durch das Heizungspaket.

Mit dem MAP werden nur Anlagen gefördert, die erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung nutzen und gewisse technische Mindestanforderungen erfüllen, und zwar: Solarthermieanlagen, Biomasseanlagen und Wärmepumpen. Auch die Errichtung von Wärmenetzen und -speichern wird gefördert.

Welche Anlagen genau förderfähig sind, lässt sich für private Verbraucher auf der Website des BAFA herausfinden: www.heizen-mit-erneuerbaren-energien.de (siehe Listen im jeweiligen Technologiebereich unter "Was wird gefördert"). Unternehmen und Kommunen, die größere Anlagen nutzen, finden Informationen zu förderfähigen Anlagen auf der Webseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Welche Anlage am besten zu einem bestimmten Gebäude passt, sollte vorab mit einem qualifizierten Energieberater (www.energie-effizienz-experten.de) geklärt werden.

Private Hausbesitzer erhalten für energieeffiziente Solarthermieanlagen, Biomasseanlagen (zum Beispiel Pelletkessel) und Wärmepumpen eine Förderung. Die Förderhöhe variiert je nach Anlage:

  • Für die Erstinstallation einer Solarthermieanlage zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung liegt sie zum Beispiel bei mindestens 2.000 Euro.
  • Für einen Pelletkessel mit Wärmespeicher gibt es beispielsweise mindestens 3.500 Euro Förderzuschuss.
  • Für eine Erdwärmepumpe zur Raumheizung oder zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung liegt die Fördersumme bei mindestens 4.000 Euro.

Genauere Informationen zur Förderung erhalten Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter www.heizen-mit-erneuerbaren-energien.de oder über die BAFA-Hotline unter 06196 908-1625.

Zum 1. Januar 2018 wurde das Förderverfahren umgestellt: Für alle Heizungsanlagen, die nach dem 31.12.2017 beauftragt und in Betrieb genommen werden, muss der Antrag gestellt werden, bevor die Installation der Anlage beauftragt wird. So gehen Sie vor:

  • Wählen Sie eine förderfähige Heizungsanlage aus - am besten zusammen mit einem qualifizierten Energieberater.
  • Wählen Sie auf der BAFA-Internetseite das entsprechende Onlineformular aus. Die Förderanträge finden Sie für die jeweilige Technologie unter www.heizen-mit-erneuerbaren-energien.de, dort im jeweiligen Technologiebereich unter "Formulare".
  • Füllen Sie den Antrag aus und senden Sie diesen über den Button „absenden“ direkt elektronisch an das BAFA. Soweit Nachweise erforderlich sind, können Sie diese über den „Upload-Bereich“ hochladen.
  • Sie erhalten dann automatisch eine Eingangsbestätigung an die von Ihnen angegebene Emailadresse sowie den Erklärungsbogen „Bestätigung wahrheitsgemäßer Angaben“. Diese drucken Sie bitte aus und senden den Ausdruck postalisch oder ebenfalls über den „Upload-Bereich“ an das BAFA zurück.
  • Jetzt können Sie die Installation der Heizung beauftragen, diese installieren lassen und in Betrieb nehmen.
  • Reichen Sie den Verwendungsnachweis und die geforderten Belege spätestens vor Ablauf der im Bewilligungsbescheid genannten Vorlagefrist beim BAFA ein.

Für den Fall, dass Sie Ihre Heizungsanlage in 2017 beauftragt haben, diese aber erst 2018 installiert wird, gilt eine Übergangsregelung. Bei Vorlage einer entsprechenden Erklärung durch Antragsteller und Fachunternehmer kann der Förderantrag bis zum 30. September 2018 noch nach Installation der Anlage gestellt werden.

Nähere Informationen zur Umstellung des Förderverfahrens erhalten Sie beim BAFA unter der Durchwahl 06196 908 2156 oder -2721 (Referat MAP).

Unternehmen oder Kommunen können, wenn sie ihre Wärmeerzeugung auf energieeffiziente Solarthermieanlagen, Biomasseanlagen oder Wärmepumpen umstellen, eine Förderung über das MAP erhalten. Auch die Errichtung von Wärmenetzen, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden, und die Installation von Wärmespeichern werden gefördert. Bei kleineren Anlagen (Biomasseanlagen und Wärmepumpen bis 100 kW Nennwärmeleistung bzw. Solarkollektoranlagen bis 40 qm Kollektorfläche) können sie wie private Verbraucher Investitionszuschüsse beim BAFA beantragen. Genauere Informationen zu Investitionszuschüssen bei kleineren Anlagen erhalten Sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder über die BAFA-Hotline unter 06196 908-1625.

Oft nutzen Unternehmen oder Kommunen aber größere Anlagen. In diesen Fällen können sie bei der KfW im Rahmen des Förderprogramms „Erneuerbare Energien- Premium (271)“ günstige Kredite in Höhe der Investitionskosten und Tilgungszuschüsse für diese Kredite erhalten. Die genaue Höhe der Tilgungszuschüsse hängt insbesondere vom Anlagentyp und der Investitionshöhe ab:

  • Für die Errichtung einer Solarthermieanlage gibt es einen Tilgungszuschuss von mindestens 30 Prozent der förderfähigen Nettoinvestitionskosten.
  • Für die Errichtung und Erweiterung von Biomasseanlagen mit mehr als 100 Kilowatt Nennwärmeleistung ist ein Tilgungszuschuss von bis zu 50.000 Euro je Einzelanlage möglich.
  • Bei Wärmepumpen ist ebenfalls ein Tilgungszuschuss von bis zu 50.000 Euro je Einzelanlage möglich. Zusätzlich wird die Errichtung einer Erdsonde gefördert: Bis 400 Meter Bohrtiefe beträgt die Förderung vier, danach sechs Euro pro Meter.
  • Bei Wärmenetzen, die überwiegend aus erneuerbaren Energien gespeist werden, wird jeder neu errichtete Meter mit 60 Euro gefördert. Der Tilgungszuschuss ist auf bis zu 1 Million Euro begrenzt und erhöht sich auf bis zu 1,5Million Euro, sofern Wärme aus Tiefengeothermieanlagen in das Wärmenetz eingespeist wird.
  • Die Förderung für große Wärmespeicher mit mehr als 10 m3 Wasservolumen werden bis zu 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten gefördert. Der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 1 Million Euro.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten zudem einen Bonus von 10 Prozent, das heißt ihr Tilgungszuschuss erhöht sich nochmals um 10 Prozent. Zum Beispiel erhalten sie statt einem Tilgungszuschuss von 25.000 Euro durch den Bonus 27.500 Euro. Weitere Informationen zur Förderung von größeren Anlagen über günstige Kredite und Tilgungszuschüsse durch die KfW finden Sie hier.

Insbesondere für Kommunen und große Unternehmen interessant ist die Förderung für den Aus- oder Neubau von Nahwärmenetzen. Voraussetzung für eine Förderung über das MAP ist allerdings, dass die durch diese Netze verteilte Wärme zu einem bestimmten Mindestanteil mit erneuer¬baren Energien erzeugt worden ist. Die Höhe des Mindestanteils variiert und hängt davon ab, durch welche Energiequellen die Wärme erzeugt wurde und ob überwiegend Be-standsgebäude oder Neubauten versorgt werden. Die Förderung erfolgt in Form eines Tilgungszuschusses von bis zu 60 Euro pro Meter mit einer Höchstgrenze von einer Million Euro, bzw. 1,5 Millionen Euro, wenn Wärme aus Tiefengeothermieanlagen in das Wärmenetz eingespeist wird.

Für weitere Infos zu günstigen Krediten und Tilgungszuschüssen wenden Sie sich bitte direkt an die KfW. Bei Fragen, die Sie telefonisch besprechen möchten, wenden Sie sich an das Infocenter der KfW.

Grundsätzlich kann die MAP-Förderung mit anderen öffentlichen Förderungen, zum Beispiel aus Landesförderprogrammen, verbunden werden, solange europarechtlich vorgegebene Höchstgrenzen nicht überschritten werden. Lassen Sie sich beraten.

Für bestimmte Förderprogramme - insbesondere zu den im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms aufgelegten KfW-Programmen - gibt es aber Einschränkungen, die eine Kumulierung untersagen. Diese Regelung bezieht sich aber nur auf die Investitionskosten für dieselbe Maßnahme. So kann der Einbau einer Heizungsanlage, die erneuerbare Energien einsetzt, nur einmal gefördert werden: entweder über das MAP oder über das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" (als Kredit- (Nr.151) oder Zuschussvariante (Nr. 430)).

Wenn aber im Rahmen einer umfassenden Sanierung eines Gebäudes neben dem Einbau der neuen Heizung weitere Maßnahmen vorgenommen werden (zum Beispiel Dämmung der Gebäudehülle, Austausch der Fenster etc.), können für diese weiteren Maßnahmen Förderungen aus dem KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" in Anspruch genommen werden und die Kosten für den Einbau zum Beispiel einer neuen Pelletheizung über das MAP gefördert werden.

Energieerzeugungsanlagen, die eine Vergütung nach dem Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) oder nach dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) erhalten, können nicht gefördert werden. Von dieser Regel ausgenommen sind Tiefengeothermieanlagen und Biomasseanlagen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung und die Förderung von Biogasleitungen, sofern das transportierte Biogas einer KWK-Nutzung zugeführt wird. Diese Anlagen / Leitungen können auch über das MAP gefördert werden, wenn Sie eine Vergütung nach dem EEG oder dem KWKG erhalten.

Private Hausbesitzer oder Unternehmen, die sich für kleinere Anlagen interessieren, können einfach die Hotline des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) anrufen: 06196 908-1625. 

Unternehmen und Kommunen, die sich für größere Anlagen (über 100 Kilowatt Nennwärmeleistung bei Biomasseanlagen oder Wärmepumpen) interessieren, und Fragen zu günstigen Krediten und Tilgungszuschüssen haben, können sich direkt an das Infocenter der KfW wenden.

Energieberater in Ihrer Nähe finden Sie auf www.machts-effizient.de/expertenliste.