(Stand: 20. März 2020)

Der Corona-Effekt auf die international stark verflochtene deutsche Wirtschaft äußert sich in diversen Schocks, die anders als bei der Finanzkrise sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite betreffen: Zum einen leiden die deutschen Exporte unter einem Nachfrageshock, da der Konsum in China und anderen betroffenen Ländern einbricht und deutsche Exporte weniger stark nachgefragt werden.

Dann sind die Vorleistungen von einem Angebotsschock betroffen, da wegen des Stillstands bei chinesischen Zulieferern direkt und indirekt Störungen in den grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten entstehen. Hinzu kommen Produktionsbehinderungen, die aus der zeitweise Krankheits- oder Quarantänebedingte Arbeitsunfähigkeit der Arbeitnehmer erwachsen.

Außerdem ist die heimische Nachfrage im Tourismussektor, im Reise-, Messen- und Gaststättengewerbe auf Grund der Infektionsgefahr eingebrochen. Die jüngst ergriffenen Maßnahmen wie etwa Schulschließungen, die Schließung von Grenzen sowie von Gaststätten, Diskotheken und Freizeiteinrichtungen wirken ähnlich. Insgesamt wird sich die Anpassung der Konsumgewohnheiten an die neue Situation vorübergehend dämpfend auf die Konjunktur auswirken.

Die Bundesregierung ist dabei, umfangreiche Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen entgegen zu wirken.

Auch der Einzelhandel mit für die Bevölkerung systemrelevanten Waren (Lebensmittel und Drogerieartikel) steht vor großen Herausforderungen. Der Handel tut alles in seiner Möglichkeit Stehende, um die Verfügbarkeit der notwendigen Waren in den Verkaufsräumen sicherzustellen. Die Lager sind voll. Aktuell besteht die Herausforderung darin, ausreichend Verkaufspersonal und Lagermitarbeiter zu haben, insbesondere wenn der Krankenstand ansteigen sollte.