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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Einleitung

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem stetigen und breit angelegten Aufschwung mit einem soliden binnenwirtschaftlichen Fundament. Die Kapazitäten sind gut ausgelastet, die Beschäftigung ist auf Rekordniveau und die Verbraucherpreise sind stabil. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent (preisbereinigt).

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Als Teil des Jahreswirtschaftsberichts veröffentlicht die Bundesregierung im Januar die Jahresprojektion. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist sowie das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme nach der Schuldenregel gemäß den Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

Die aktuelle Schätzung aus der Herbstprojektion 2018 können Sie hier (PDF, 80KB) einsehen.

Vorstellung der Herbstprojektion 2018
© Bundespressekonferenz

Eckwerte der Herbstprojektion 2018

Veränderung des Bruttoinlandsproduktes (preisbereinigt) [1]201720182019
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent, soweit nicht anders angegeben
Bruttoinlandsprodukt2,21,81,8
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,81,62,0
Konsumausgaben des Staates1,51,42,5
Bruttoanlageinvestitionen2,93,02,7
- darunter Ausrüstungen 3,74,52,6
- Bauten2,93,03,0
Inlandsnachfrage2,02,02,2
Exporte 4,62,83,7
Importe4,83,64,9
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,61,71,9
Bruttoinlandsprodukt1,51,72,0
Erwerbstätige (Inland)1,41,30,9
nachrichtlich:
Verbraucherpreisindex1,81,92,0
absolute Werte in Mio. Personen
Erwerbstätige (Inland)44,344,945,3
Arbeitslose (BA)2,532,352,24

[1] Bis 2017 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes; Stand: August 2018;
[2] Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck.

Kennzahlen zur Lage der deutschen Wirtschaft

1,8
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
2018 gegenüber Vorjahr

2,8
Symbolicon für Lastenwagen

Prozent Anstieg der Exporte
2018 gegenüber Vorjahr

1,7
Symbolicon für Geld

Prozent Anstieg der privaten Konsumausgaben
2018 gegenüber Vorjahr

1,4
Symbolicon für Arbeiter

Prozent mehr Erwerbstätige
2018 gegenüber Vorjahr

Aktuelle Lage

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2018

Das Statistische Bundesamt hat heute bekannt gegeben, dass die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent gewachsen ist. Dies ist eine Abschwächung gegenüber den ursprünglichen Erwartungen, aber ein solides Ergebnis, das zeigt, dass die deutsche Wirtschaft nach wie vor wächst. Gründe für das geringere Wachstum liegen in einer global abgeschwächten Konjunktur, im Niedrigwasser durch die anhaltende Dürreperiode, in den Absatzproblemen der Automobilindustrie aufgrund der WLTP-Problematik und in dämpfenden Sondereffekten wie der Grippewelle oder Streiks. Die Binnenwirtschaft lieferte rechnerisch die entscheidenden Impulse. Der Sondereffekt WLTP läuft aber allmählich aus und ab dem Jahreswechsel ergeben sich zusätzliche Impulse durch die Umsetzung des Koalitionsvertrages, zum Beispiel durch die Senkung von Steuern und Abgaben oder das Baukindergeld. Das Wachstum setzt sich daher im laufenden Jahr fort. Trotz einer leichten Abschwächung der Auftragseingänge ist der Auftragsbestand weiterhin sehr hoch. Das Baugewerbe befindet sich in der Hochkonjunktur. Die Einkommen steigen und ebenso die Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Die Erwerbstätigkeit nimmt weiter zu und Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort. Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat heute der 85. Konjunkturrat für die öffentliche Hand getagt. Schwerpunkte der Sitzung sind traditionell die konjunkturelle Lage in Deutschland und der Ausblick auf die wirtschaftspolitische Strategie der Bundesregierung. Dieses Jahr wurde ferner ausführlich über die Auswirkungen protektionistischer Handelspolitik auf Wachstum und Konjunktur diskutiert.

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr preisbereinigt in einem unruhigen außenwirtschaftlichen Umfeld und trotz der Produktions- und Absatzstörungen bei den Pkw-Herstellern solide um 1,5 Prozent gewachsen, nach +2,2 Prozent im Boomjahr 2017. Die Impulse kamen rechnerisch ausschließlich von der Binnenwirtschaft. Die Ausfuhren nahmen angesichts der geringeren Dynamik der Weltwirtschaft langsamer zu als im Vorjahr und auch weniger als die von der starken Binnenwirtschaft nachgefragten Einfuhren. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben wurden spürbar ausgeweitet, aber weniger deutlich als im Vorjahr. Stärker als im Vorjahr entwickelten sich die Bruttoinvestitionen, wozu neben Investitionen in Ausrüstungen und Bauten auch ein Vorratsaufbau aufgrund des Staus bei den Pkw-Typenzulassungen beitrug. Der Lagerbestand dämpfte auch noch im Jahresendquartal die Erzeugung. Dennoch dürfte die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal nach dem Rückgang im dritten wieder zugelegt haben. Die Auftragseingänge in der Industrie zeigen eine Bodenbildung und stärken die Erwartung eines Ausklingens der WLTP-Problematik. Unterstützung erhält die Binnenkonjunktur Anfang des Jahres durch die spürbare Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern bei Steuern und Abgaben sowie die Erhöhung der monetären Sozialleistungen. Die Konjunktur dürfte daher auch zu Jahresbeginn aufwärtsgerichtet bleiben.

Lesen Sie hier mehr zur wirtschaftlichen Lage im Januar.

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Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Die Januar-Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik steht ganz im Zeichen der Digitalisierung: Wir berichten unter anderem über Reallabore als Testräume für Innovation und Regulierung, um neue digitale Technologien und Geschäftsmodelle in Deutschland erproben zu können. Außerdem stellen wir die KI-Strategie der Bundesregierung vor und informieren über die ersten Praxiserfahrungen mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung. Weitere Artikel befassen sich mit dem Weltpostverein und der Rolle von Referenzprojekten für die Exportinitiative Energie. Natürlich finden Sie wie immer alle Details über die aktuelle wirtschaftliche Lage.

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Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy