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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Einleitung

Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter und damit das zehnte Jahr in Folge auf Wachstumskurs. So rechnet die Bundesregierung für das Jahr 2019 mit einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent – im Jahr 2020 wird ein Wachstum von 1,0 Prozent erwartet. Gleichzeitig entwickeln sich der Arbeitsmarkt ebenso wie die Löhne weiterhin positiv. Das führt durch Entlastungen bei Steuern und Abgaben zu steigenden privaten Einkommen.

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Als Teil des Jahreswirtschaftsberichts veröffentlicht die Bundesregierung im Januar die Jahresprojektion. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist sowie das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme nach der Schuldenregel gemäß den Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

Die aktuelle Schätzung aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2019 können Sie hier einsehen.

Eckwerte der Herbstprojektion 2019

Veränderung des Bruttoinlandsproduktes (preisbereinigt) [1]201820192020
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent, soweit nicht anders angegeben
Bruttoinlandsprodukt [2]1,50,51,0
Konsumausgaben privater Haushalte [3]1,31,41,2
Konsumausgaben des Staates1,32,22,1
Bruttoanlageinvestitionen3,52,51,9
- darunter Ausrüstungen 4,40,61,0
- Bauten2,53,82,2
- Sonstige Anlagen4,32,53,0
Vorratsveränderung und Nettozugang an Wertsachen (Impuls)0,3-0,60,0
Inlandsnachfrage2,11,21,5
Exporte 2,11,02,0
Importe3,62,63,3
Außenbeitrag (Impuls) [4]- 0,4- 0,6- 0,4
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [3]1,51,41,5
Bruttoinlandsprodukt1,52,31,9
Erwerbstätige (Inland)1,40,80,3
nachrichtlich:
Verbraucherpreisindex1,81,51,6
absolute Werte in Mio. Personen
Erwerbstätige (Inland)44,945,245,4
Arbeitslose (BA)2,342,272,31

[1] Bis 2019 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes; Stand: August 2019;
[2] Im Jahr 2020 beträgt das kalenderbereinigte Wachstum 0,6 % und die Jahresverlaufsrate beträgt 1,1 %;
[3] Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck;
[4] Absolute Veränderung des Außenbeitrags in Prozent des BIP des Vorjahres ( = Beitrag zur Zuwachsrate des BIP).

Kennzahlen zur Lage der deutschen Wirtschaft

0,5
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
2019 gegenüber Vorjahr

1,0
Symbolicon für Lastenwagen

Prozent Anstieg der Exporte
2019 gegenüber Vorjahr

1,4
Symbolicon für Geld

Prozent Anstieg der privaten Konsumausgaben
2019 gegenüber Vorjahr

0,3
Symbolicon für Arbeiter

Millionen mehr Erwerbstätige
2019 gegenüber Vorjahr

Aktuelle Lage

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im November 2019

Die gesamtwirtschaftliche Leistung der deutschen Wirtschaft hat im dritten Quartal leicht zugenommen. Das Wachstum bleibt aber weiterhin schwach. Die Indikatoren signalisieren noch keine konjunkturelle Erholung, aber die Geschäftsklimaindikatoren senden erste Hoffnungsschimmer. Die Produktion in der Industrie ist tendenziell weiter rückläufig, die Bauproduktion bewegt sich auf hohem Niveau und die Dienstleistungen expandieren. Die industriellen Auftragseingänge lassen auf eine Bodenbildung hoffen. Die deutschen Ausfuhren haben im dritten Quartal deutlich zugenommen, während die Einfuhren stagnierten. Am Arbeitsmarkt erfolgte der Beschäftigungsaufbau konjunkturbedingt langsamer und die Arbeitslosigkeit hat sich von niedrigem Niveau aus leicht erhöht.

Die Konjunktur in Deutschland verläuft weiterhin gedämpft. Im dritten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung lediglich um 0,1 % gegenüber dem Vormonat an. Zuvor war sie im ersten Quartal 2019 unterstützt durch Sondereffekte aufwärts revidiert um 0,5 % gestiegen und im zweiten Quartal abwärts revidiert um 0,2 % zurückgegangen. Die deutsche Wirtschaft ist auch im dritten Quartal weiterhin gekennzeichnet durch einen Abschwung in der Industrie, dem eine florierende Baukonjunktur und solide wachsende Dienstleistungen gegenüber stehen. Auf der Verwendungsseite waren zunehmende private und staatliche Konsumausgaben, steigende Bauinvestitionen sowie ein positiver Wachstumsbeitrag des Außenhandels zu verbuchen. Die einschlägigen Konjunkturindikatoren deuten noch nicht auf eine grundlegende Veränderung der konjunkturellen Situation hin, es gibt aber erste leichte Hoffnungsschimmer. Von den Geschäftsklimaindikatoren, insbesondere den Erwartungskomponenten, kommen erste Anzeichen einer möglichen konjunkturellen Aufhellung. Hierzu würde eine Verbesserung des außenwirtschaftlichen Umfelds beitragen.

Lesen Sie hier mehr zur wirtschaftlichen Lage im November.

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Übersicht

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

In der November-Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik stellen wir Ihnen ausführlich die Herbstprojektion der Bundesregierung vor. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums berichten wir außerdem über den Europäischen Wirtschaftsraum, der Nicht-EU-Länder wie Norwegen erfolgreich in den EU-Binnenmarkt integriert. Wir werfen einen Blick auf die Industriekonferenz, die einen wichtigen Meilenstein im Dialogprozess zur Industriestrategie darstellte, und zeigen, welche digitalen Energielösungen im Forschungsprojekt SINTEG erprobt werden. Wir informieren zudem über die Gründerwoche, Verwaltungspartnerschaften, Entlastungen bei verpflichtenden Energieberatungen, Vorschläge zur Modernisierung der Wirtschaftsstatistik sowie - wie immer - über die aktuelle konjunkturelle Lage.

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Weiterführende Informationen

Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy