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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Einleitung

Die deutsche Wirtschaft überwindet allmählich ihre Schwächephase. Für das Jahr 2020 erwartet die Bundesregierung eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 1,1 Prozent. Die konjunkturelle Dynamik bleibt dabei zum Jahresauftakt 2020 noch verhalten. Im weiteren Verlauf dürfte die Wirtschaft wieder leicht an Fahrt aufnehmen.

Grundsätzlich bleibt die Entwicklung der Wirtschaft zweigeteilt: Einer robusten Binnenwirtschaft – gestützt durch steigende Einkommen, steuerliche Entlastungen und dynamische Staatsausgaben – steht die konjunkturelle Schwäche der exportorientierten Industrie gegenüber. Im Laufe des Jahres dürfte sich aber auch die Produktion der Industrie wieder langsam erholen. Der Gegenwind aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld wird im Zuge der Erholung des Welthandels abflauen. Im Jahresverlauf dürfte sich die konjunkturelle Dynamik der deutschen Volkswirtschaft spürbar erhöhen.

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Als Teil des Jahreswirtschaftsberichts veröffentlicht die Bundesregierung im Januar die Jahresprojektion. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist sowie das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme nach der Schuldenregel gemäß den Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

Die aktuelle Schätzung aus der Jahresprojektion 2020 können Sie hier einsehen.

Eckwerte der Jahresprojektion 2020

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland [1]2019Jahresprojektion
2020
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent, soweit nicht anders angegeben
ENTSTEHUNG des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
BIP (preisbereinigt)0,61,1
Erwerbstätige (im Inland)0,90,4
BIP je Erwerbstätigen-0,30,7
BIP je Erwerbstätigenstunde0,10,2
nachrichtlich:0,00,0
Erwerbslosenquote in % (ESVG-Konzept) [2]3,02,9
Arbeitslosenquote in % (Abgrenzung der BA) [2]5,05,0
VERWENDUNG des BIP in jeweiligen Preisen (nominal)
Konsumausgaben
Private Haushalte und priv. Organisationen ohne Erwerbszweck2,92,7
Staat5,04,5
Bruttoanlageinvestitionen5,44,6
Vorratsveränderungen und Nettozugang an Wertsachen (Mrd. EURO)-10,6-12,6
Inlandsnachfrage2,93,5
Außenbeitrag (Mrd. EURO)207,8196,1
Außenbeitrag (in % des BIP) [7]6,05,5
Bruttoinlandsprodukt (nominal)2,72,9
VERWENDUNG des BIP preisbereinigt (real)
Konsumausgaben
Private Haushalte und priv. Organisationen ohne Erwerbszweck1,61,3
Staat2,52,3
Bruttoanlageinvestitionen2,51,7
Ausrüstungen0,40,6
Bauten3,82,1
Sonstige Anlagen2,73,0
Vorratsveränderung und Nettozugang an Wertsachen (Impuls) [3]-0,90,0
Inlandsnachfrage1,01,6
Exporte0,92,0
Importe1,93,2
Außenbeitrag (Impuls) [3]-0,4-0,4
Bruttoinlandsprodukt (real)0,61,1
Preisentwicklung (2015 = 100)
Konsumausgaben der privaten Haushalte [4]1,31,4
Inlandsnachfrage1,81,9
Bruttoinlandsprodukt [5]2,21,8
VERTEILUNG des Bruttonationaleinkommens (BNE)
(Inländerkonzept)
Arbeitnehmerentgelte4,53,5
Unternehmens- und Vermögenseinkommen-2,91,2
Volkseinkommen2,32,9
Bruttonationaleinkommen2,92,9
nachrichtlich (Inländerkonzept):
Arbeitnehmer1,20,7
Bruttolöhne und -gehälter4,43,4
Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer3,22,7
Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte2,82,8
Sparquote in % [6]10,911,0

Quellen: Statistisches Bundesamt 2020; Jahresprojektion der Bundesregierung.
[1] Bis 2019 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes; Stand: Januar 2020;
[2] Bezogen auf alle Erwerbspersonen;
[3] Absolute Veränderung der Vorräte bzw. des Außenbeitrags in Prozent des BIP des Vorjahres (= Beitrag zur Zuwachsrate des BIP);
[4] Verbraucherpreisindex; Veränderung gegenüber Vorjahr: 2019: 1.4%; 2020: 1.5%
[5] Lohnstückkosten je Arbeitnehmer; Veränderung gegenüber Vorjahr: 2019: 3.6%; 2020: 2.2%
[6] Sparen in Prozent des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte einschl. betrieblicher Versorgungsansprüche.
[7] Saldo der Leistungsbilanz: 2019: +7.4%; 2020: +6.7%

Kennzahlen zur Jahresprojektion der Bundesregierung

1,1
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
2020 gegenüber Vorjahr

2,0
Symbolicon für Lastenwagen

Prozent Anstieg der Exporte
2020 gegenüber Vorjahr

1,3
Symbolicon für Geld

Prozent Anstieg der privaten Konsumausgaben
2020 gegenüber Vorjahr

190
Symbolicon für Arbeiter

Tausend mehr Erwerbstätige
2020 gegenüber Vorjahr

Aktuelle Lage

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2020

Zum Start in das neue Jahr deutete sich zunächst eine Belebung der Wirtschaftsaktivität an. Mit der Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Wirtschaftsentwicklung spätestens ab März zunächst merklich gedämpfter verlaufen. Die Auftragseingänge, die Umsätze und die Produktion in der Industrie erhöhten sich zum Jahresanfang deutlich, wozu auch Sondereffekte beitrugen. Die Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich im Februar erneut etwas. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 waren allerdings noch nicht eingepreist. Die Indikatoren für den privaten Konsum senden nach wie vor gemischte Signale. Die positive, aber gedämpfte Entwicklung der Beschäftigung setzte sich fort. Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich seitwärts.

ALLGEMEINE LAGE: LEICHTE AUFWÄHRTSBEWEGUNG WIRD DURCH DAS CORONAVIRUS GESTOPPT
Das Coronavirus setzt der deutschen Wirtschaft zu. Wie stark und wie lange ist gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen, weil noch keine aussagekräftigen konjunkturellen Daten verfügbar sind. Auch ist noch zu ungewiss, wie schnell und wie stark sich das Coronavirus verbreiten wird. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung muss aber mit relevanten konjunkturellen Auswirkungen gerechnet werden. Dabei war die deutsche Wirtschaft gerade dabei, ihre seit Anfang des Jahres 2018 anhaltende Schwächephase zu überwinden, die im Zusammenhang mit der globalen industriellen Rezession und den Handelskonflikten steht.

Lesen Sie hier mehr zur wirtschaftlichen Lage im März.

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Bund und Länder reagieren mit zahlreichen Maßnahmen auf die Corona-Krise. In der April-Ausgabe der Schlaglichter geben wir einen Überblick über verschiedene Hilfsmaßnahmen und zeigen Ihnen, wo Sie weitere, aktuelle Informationen erhalten. Andere wirtschaftspolitische Themen rücken derzeit verständlicherweise in den Hintergrund, sind aber ebenfalls wichtig. Mit dem Brexit ist nach 47 Jahren erstmals ein Land aus der EU ausgetreten. Nun geht es darum, die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen auszuhandeln. In unserem Fokus-Artikel fragen wir daher: Quo vadis, Vereinigtes Königreich? Außerdem finden Sie Beiträge über die Hauptstadtreise von Minister Altmaier in Vorbereitung auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die Verlängerung des Umweltbonus für den Kauf von Elektrofahrzeugen und Vorschläge für eine effizientere EU-Koordinierung im Rahmen des Europäischen Semesters. Außerdem befassen wir uns mit der unbürokratischen Entsendung von Arbeitskräften innerhalb der EU und der Gewinnung von Pflegefachkräften im Ausland. In der Rubrik "3 Fragen an" stellen wir Marco Wanderwitz vor, den neuen Beauftragten für die neuen Länder. Sie finden auch ausführliche Berichte über wirtschaftliche Lage. Angesichts der aktuellen Entwicklungen sind Aussagen über die aktuelle Lage sowie über den weiteren Verlauf mit sehr hoher Unsicherheit verbunden. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen werden die Forschungsinstitute am 8. April ihre Gemeinschaftsdiagnose vorlegen und am 29. April folgt die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung.

Pressemitteilungen

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Weiterführende Informationen

Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy