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Artikel - Tourismuspolitik

Dialogprozess Nationale Tourismusstrategie

Einleitung

 

Tourismus ist ein starker Wirtschaftsfaktor. Die Bundesregierung hat sich die Zielvorgabe gemacht, eine nationale Tourismusstrategie zu erarbeiten.

In einem umfassenden Dialogprozess zwischen Politik, Tourismuswirtschaft, Verbänden und NGOs, koordiniert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und unter Federführung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung und Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß, wird nun bis Herbst 2020 ein Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen erarbeitet, welcher der Bundesregierung vorgelegt wird.

Prozess

Der Prozess

Tourismus ist eine Querschnittsbranche mit vielen Akteuren und mit viel Expertise! Um allen Akteuren gleichermaßen die Chance zur Beteiligung zu ermöglichen, findet der Dialogprozess auf zwei Ebenen statt. Basis für die bundesweiten Dialoge mit der Branche ist die Online-Konsultation, an der sich möglichst viele touristische Akteure mit ihrer jeweiligen Expertise über die Adresse nts@bmwi.bund.de beteiligen sollen. Parallel werden diese und andere Ideen in sechs Zukunftsdialogen mit Expertinnen und Experten aus der gesamten Branche diskutiert.

Die Veranstaltungen werden entsprechend der sechs strategischen Ziele ausgerichtet, die in dem Eckpunktepapier der Bundesregierung formuliert und vom Bundeskabinett beschlossen wurden. Die damit ebenfalls beschlossenen Handlungsfelder werden in den jeweiligen Veranstaltungen mit Blick auf das jeweilige strategische Ziel diskutiert. So sollen hier unter anderem aktuelle, branchenrelevante Themen identifiziert, diskutiert und priorisiert werden. Informationen zu den Zukunftsdialogen finden Sie weiter unten.

Im Anschluss an die Zukunftsdialoge wird das beauftragte Konsortium die erarbeiteten Handlungsempfehlungen fachlich bewerten, ordnen, priorisieren und mit den Verantwortlichen von Bund und Ländern diskutieren, bevor es im Herbst 2020 seinen Abschlussbericht vorlegt und dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung übergibt.

Themen

Sechs strategische Ziele

Die Zukunftsdialoge behandeln die folgenden strategischen Ziele aus dem Eckpunktepapier des Bundeskabinetts:

1. Wir schöpfen die vielfältigen Potenziale des Tourismus weiter aus.

2. Wir stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Deutschland und der mittelständisch geprägten Tourismuswirtschaft und belassen ihr Freiräume, sich zu entfalten.

3. Wir gestalten eine moderne, barrierefreie, verlässliche sowie nachhaltige Mobilität und digitale Infrastruktur, die die Bedürfnisse der Reisenden und die Herausforderungen durch eine Zunahme des Verkehrs berücksichtigen.

4. Wir streben einen Qualitätstourismus an, der

  • im Einklang mit Natur und Kultur lebenswerte Räume schafft und erhält,
  • zur Lebensqualität aller Menschen – Besucher wie Einheimische – beiträgt und
  • das Deutschlandbild im Ausland positiv prägt.

5. Wir nutzen das Potenzial des Tourismus, um die wirtschaftliche Entwicklung in anderen Teilen der Welt nachhaltig zu stärken und zu Frieden, Toleranz und Völkerverständigung beizutragen.

6. Wir unterstützen eine umwelt- und klimaverträgliche Entwicklung des Tourismus.

Eckpunkte

Der Beschluss

Im April 2019 hat die Bundesregierung Eckpunkte (PDF, 64 KB) einer nationalen Tourismusstrategie beschlossen.

Die nationale Tourismusstrategie hat drei übergeordnete politische Ziele.

Sie soll:

  • die inländische Wertschöpfung erhöhen,
  • die Lebensqualität der in Deutschland lebenden Menschen nachhaltig steigern,
  • einen Beitrag zur internationalen Stabilität leisten.

Das BMWi hat unter der Federführung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß, MdB, im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung ein Konsortium aus drei Beratungsunternehmen damit beauftragt, einen Dialogprozess zur nationalen Tourismusstrategie durchzuführen.

Ziel des Prozesses ist es, einen Katalog mit Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung zu erarbeiten, der von der gesamten Branche mitgestaltet und im Oktober 2020 übergeben wird. Dieses Konsortium besteht aus Dr. Fried & Partner, PROJECT M und Serviceplan Berlin. Darüber hinaus wird das Center for Innovation & Sustainability in Tourism (C.I.S.T) als wissenschaftlicher Beirat das Projekt begleiten.

Veranstaltungen

Zukunftsdialoge

Die sechs Zukunftsdialoge widmen sich thematisch je einem der sechs strategischen Ziele aus dem Papier „Eckpunkte der Bundesregierung - Orientierungsrahmen für eine nationale Tourismusstrategie“:

Der Dialogprozess zur Nationalen Tourismusstrategie ist gestartet. Über 80 Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der deutschen Tourismuswirtschaft haben in der Gelsenkirchener Veltins-Arena den Startschuss gegeben.

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© Nancy Behle

Aktionsbereiche der Workshops:

  • Rahmenbedingungen für die Internationalisierung
  • Nachfragepotenziale: Zukünftige Gäste und Besucher
  • Angebotsoptimierung und -innovation
  • Marketingkommunikation und Distribution
  • Erhöhung der Wertschöpfung

Zum Thema „Umwelt- und klimaverträgliche Entwicklung des Tourismus“ fand am 6. Februar 2020 der zweite Zukunftsdialog unter Mitwirkung von Thomas Bareiß, dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung und Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie auf der Schwäbischen Alb statt.

Zukunftsdialog zum Thema „Umwelt- und klimaverträgliche Entwicklung des Tourismus“ unter Mitwirkung von Thomas Bareiß, dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung und Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

© Martin Schrenk

Aktionsbereiche der Workshops:

  • Zusammenarbeit im Klimaschutz
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Naturschutz, Biodiversität und Ressourcenschonung
  • Sensibilisierung und Kommunikation der Reisenden
  • Initiativen zur Verbesserung des ökologischen Handelns der Tourismuswirtschaft

Im Mittelpunkt des 3. Zukunftsdialogs in München am 10. März 2020 stand das strategische Ziel „Wir gestalten eine moderne, barrierefreie, verlässliche sowie nachhaltige Mobilität und digitale Infrastruktur, die die Bedürfnisse der Reisenden und die Herausforderungen durch eine Zunahme des Verkehrs berücksichtigen“ aus dem Eckpunktepapier der Bundesregierung.

Zukunftsdialog zum Thema „Mobilität und digitale Infrastruktur“

© Fenja Weberskirch

Aktionsbereiche der Workshops:

  • Erreichbarkeit der Zielgebiete
  • Tourismusmobilität vor Ort
  • Freizeitwegeinfrastruktur (auch Wasser)
  • Intermodalität und Konnektivität
  • Politische und rechtliche Rahmenbedingungen der Verkehrswirtschaft

Aktionsbereiche der Workshops:

  • Qualitätstourismus in Deutschland
  • Förderung des Deutschlandbilds im Ausland
  • Beitrag zur Lebens- und Standortqualität in ländlichen Räumen in Deutschland
  • Beitrag zur Lebens- und Standortqualität in urbanen Räumen in Deutschland
  • Tourismusbewusstsein und -akzeptanz in Deutschland

Aktionsbereiche der Workshops:

  • Stärkung von Resilienz und Reduzierung der Verwundbarkeit
  • Soziale und ethische Standards der Tourismuswirtschaft
  • Erhalten und Fördern der Rahmenbedingungen für einen ökologisch verträglichen Tourismus
  • Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung
  • Beitrag zu Frieden, Toleranz und Völkerverständigung

Aktionsbereiche der Workshops:

  • Deregulierung und Bürokratieabbau
  • Tourismusfinanzierung und -förderung
  • Attraktivität des Touristischen Arbeitsmarktes
  • Aus- und Weiterbildung im Tourismus
  • Innovationsfähigkeit der Tourismuswirtschaft

Weiterführende Informationen

 Ettal vom Berg Laber aus gesehen zum Thema Tourismusstrategie