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Artikel - Regionalpolitik

Wirtschaft in den Regionen stärken

Einleitung

Regionen unterscheiden sich – in ihrer wirtschaftlichen Struktur und ihren Rahmenbedingungen für Wachstum. Das Ziel der Regionalpolitik ist es, wirtschaftliche Nachteile in schwächer entwickelten Gegenden auszugleichen und so gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu schaffen.

Regionalpolitik begreift sich als Standortpolitik von und für Regionen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Gleichbehandlung von Regionen mit ähnlich gelagerten Problemen und vergleichbaren wirtschaftlichen Defiziten. Eine koordinierte und gezielte Regionalpolitik ist die Voraussetzung für die ausgewogene Entwicklung eines Landes.

Im Fokus: strukturschwache Regionen

Die deutsche und europäische Regionalpolitik konzentriert sich auf die Unterstützung strukturschwacher Regionen. Durch den Ausgleich ihrer Standortnachteile soll ihnen der Anschluss an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung ermöglicht und so regionale Entwicklungsunterschiede abgebaut werden. Dadurch werden zugleich das gesamtwirtschaftliche Wachstum gestärkt, der Strukturwandel erleichtert und nicht zuletzt wettbewerbsfähige Arbeitsplätze geschaffen.

Gesamtdeutsches Fördersystem für strukturschwache Regionen

Am 1. Januar 2020 startete das gesamtdeutsche Fördersystem für strukturschwache Regionen. Die Bundesregierung stellt damit die Regionalförderung neu auf und bündelt sie erstmals unter einem Dach. Dabei werden bislang auf Ostdeutschland beschränkte Förderprogramme auf alle strukturschwachen Regionen in Ost und West ausgeweitet. Zudem erhalten bundesweit angebotene Fördermaßnahmen besondere Förderkonditionen, mit denen die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen gezielt unterstützt wird. Mehr erfahren

Zahlen zur regionalen Wirtschaftsförderung

3,6
Symbolicon für Geldscheine

Milliarden Euro
wurden in den Jahren 2014 bis 2018 im Rahmen der GRW-Förderung für gewerbliche Investitionen bewilligt

2,6
Symbolicon für Fabrik

Milliarden Euro
an GRW-Fördermitteln wurden 2014 bis 2018 für das verarbeitende Gewerbe bewilligt

974
Symbolicon für Schreibtisch

Millionen Euro
an GRW-Fördermitteln kamen in den Jahren 2014 bis 2018 dem Dienstleistungsbereich zugute

29
Symbolicon für Bürogebäude

Prozent der GRW-Infrastrukturförderung
von 2014 bis 2018 wurden für die wirtschaftsnahe Infrastruktur im Tourismusbereich bewilligt - das sind über 614 Millionen Euro

Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe

Regionale Wirtschaftsstrukturen verbessern

Das zentrale Instrument der nationalen Regionalpolitik ist die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Bereits seit 1969 fördert die GRW eine ausgewogene regionale Entwicklung in Deutschland.

Die GRW-Förderung konzentriert sich auf strukturschwache Regionen. Ziel ist es, über die Stärkung der regionalen Investitionstätigkeit dauerhaft wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und zu sichern. Strukturschwache Regionen werden gezielt aktiviert statt alimentiert.  

Förderspektrum: Eine breite Palette

Eine effektive Regionalpolitik stellt sich auf die Unterschiede zwischen verschiedenen Regionstypen ein. Zu diesem Zweck bietet die GRW einen breiten Katalog von Förderinstrumenten, den die Regionen ihren Bedarfen und Strategien entsprechend nutzen können.

Mit GRW-Mitteln werden gewerbliche Investitionen und Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur, Maßnahmen zur Vernetzung und Kooperation lokaler Akteure sowie Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen gefördert.

  • Die Förderung gewerblicher Investitionen zielt darauf ab, die Investitionstätigkeit von Unternehmen in strukturschwachen Regionen zu stärken. So wird der wachstumsnotwendige Strukturwandel erleichtert, wovon auch Arbeitsmarkt und regionales Einkommen profitieren.
  • Der Ausbau einer leistungsfähigen kommunalen wirtschaftsnahen Infrastruktur schafft die Voraussetzungen für die Ansiedlung von Unternehmen und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit strukturschwacher Regionen.
  • Maßnahmen zur Vernetzung und Kooperation zwischen lokalen Akteuren (bspw. regionale Entwicklungskonzepte, Regionalmanagements und Innovationscluster) verbessern die regionalen Standortbedingungen.

Die grundsätzlichen Leitlinien der GRW, das Fördergebiet, die Instrumente sowie die Förderregeln und -sätze sind im sogenannten Koordinierungsrahmen (PDF, 1 MB) festgelegt, der von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen wird. Die Förderregeln setzen den durch die europäischen Regionalbeihilferegeln vorgegebene (Subventions-)Rahmen um.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 haben Bund und Länder das Förderspektrum der GRW erweitert. Künftig können auch beihilfefreie Investitionen bestimmter wirtschaftsnaher Forschungseinrichtungen angestoßen werden. Zudem wird die Förderung von Kooperationsvorhaben der angewandten Forschung und Entwicklung für die beteiligten Forschungseinrichtungen geöffnet. Darüber hinaus wird zusätzlich zur bestehenden Förderung gewerblicher Investitionen ein ergänzender Tatbestand zur Förderung von Modernisierungsinvestitionen von kleinen und mittleren Unternehmen aufgenommen. Hinsichtlich der Förderung von Kommunikationsinfrastruktur im Rahmen der GRW gilt künftig, dass nur noch gigabitfähige Anschlüsse finanziell unterstützt werden können.

Auf die Förderung aus der GRW besteht kein Rechtsanspruch. Sie erfolgt als Zuschuss oder Zinsverbilligung und wird von Bund und Ländern zu gleichen Teilen finanziert.

Fördergebietskarte bestimmt die geförderten Regionen

Die Fördermöglichkeiten und -höchstsätze der GRW orientieren sich eng an der Strukturschwäche bzw. Bedürftigkeit der jeweiligen Region.

Die Bewertung der Strukturschwäche der Regionen erfolgt auf Basis eines bundesweit einheitlichen Verfahrens. Anhand eines ausdifferenzierten Regionalindikatorenmodells (Arbeitsmarkt- und Einkommensgrößen sowie Infrastrukturausstattung) wird eine Reihenfolge von der struktur- beziehungsweise wirtschaftsschwächsten bis zur struktur- beziehungsweise wirtschaftsstärksten Region erstellt, die den Ausschlag für das Ausmaß der Förderung je Region gibt. Die Ergebnisse dieses Verfahrens werden in fest vorgegebenen Zyklen überprüft.

Die gesamtdeutsche Fördergebietskarte (PDF, 579 KB) gibt Aufschluss über das aktuelle Fördergebiet seit dem 1. Juli 2014. Die Förderperiode wird voraussichtlich um zwei Jahre bis 31. Dezember 2022 verlängert, sofern die betreffenden europäischen Beihilfevorschriften wie geplant verlängert werden und die Europäische Kommission die Beibehaltung des Fördergebiets genehmigt.

  • Die neuen Länder und Berlin sind wegen des noch immer bestehenden Nachholbedarfs flächendeckend als GRW-Fördergebiet ausgewiesen.
  • Daneben gibt es Fördergebiete in ausgewählten strukturschwachen Regionen in den alten Ländern.

Die Förderhöchstsätze für Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft sind differenziert: Sie hängen vom Fördergebietsstatus der Region ab, der den wirtschaftlichen Entwicklungsstand widerspiegelt, sowie von der Größe des zu fördernden Unternehmens. Kleine und mittelständische Unternehmen erhalten höhere Fördersätze als Großunternehmen.

Länder setzen GRW-Förderung um

Unbeschadet des zwischen Bund und Ländern abgestimmten gesamtdeutschen Rahmens sind nach Art. 30 Grundgesetz in erster Linie die Länder für die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen verantwortlich. So ist auch die Durchführung der GRW-Förderung allein Angelegenheit der Länder. Innerhalb des gemeinsam von Bund und Ländern gesetzten Rahmens kann das Land räumliche oder sachliche Schwerpunkte setzen: Das Land bzw. die Region entscheidet, welche Projekte konkret gefördert werden und in welcher Höhe Unterstützung gewährt wird, erteilt die Bewilligungsbescheide und kontrolliert die Einhaltung der Förderbestimmungen durch die Zuschussempfänger (siehe „Landesspezifische Regelungen und Informationen der Länder“).

Vertiefte Informationen und Erläuterungen sind im Ersten Regionalpolitischen Bericht zu finden. Der Bericht erklärt die GRW von ihren konzeptionellen und rechtlichen Grundlagen bis hin zu ihren politischen Schwerpunkten und beleuchtet die zukünftigen Anforderungen an die nationale Regionalpolitik.

Vorbereitung der GRW-Förderperiode ab 2023

Die GRW ist ein dynamisches Instrument und wird beständig weiterentwickelt. Voraussichtlich am 31. Dezember 2022 endet die derzeitige GRW-Förderperiode. Für die Förderperiode ab 2023 ist neu festzulegen, in welchen Regionen die Regionalentwicklung mit Hilfe der GRW gefördert werden soll. Die kommende Förderperiode bereiten Bund und Länder im GRW-Unterausschuss vor.

In der EU legt jeder Mitgliedstaat selbst fest, in welchen Regionen nationale regionalpolitische Maßnahmen ergriffen werden. Wie hoch der Anteil der Fördergebiete (bezogen auf die Bevölkerung) in den einzelnen Mitgliedstaaten maximal sein darf, wird durch EU-Regionalleitlinien der Europäischen Kommission festgelegt. Bund und Länder haben in einer wissenschaftlichen Studie untersuchen lassen, wie sich mögliche Änderungen bei der für die nächste Förderperiode ab 2021 angewandten Berechnungsmethode auf den zu erwartenden Anteil der Fördergebietsbevölkerung an der Gesamtbevölkerung auswirken würden und welche Auswirkungen dies für den Ausweis von nationalen Fördergebieten hätte. Einen Entwurf der EU-Regionalleitlinien für die nächste Förderperiode hat die Europäische Kommission noch nicht vorgelegt.

Bei der GRW wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Regionen auf Ebene von Arbeitsmarktregionen untersucht. Hierdurch werden statistische Verzerrungen aufgrund des Auseinanderfallens von Wohn- und Arbeitsorten vermieden. Zur Vorbereitung der neuen Förderperiode haben Bund und Länder das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung beauftragt, den Zuschnitt der bestehenden Arbeitsmarktregionen zu überprüfen und Vorschläge für deren Neuabgrenzung zu erarbeiten.

Der Überprüfung des Regionalindikatorenmodells zur bundesweit einheitlichen Bewertung der Strukturschwäche der Regionen dient die wissenschaftliche Studie „Betrachtung und Analyse von Regionalindikatoren zur Vorbereitung der Neuabgrenzung des GRW-Fördergebiets ab 2021 („Raumbeobachtung“)“. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studie hat der GRW-Unterausschuss entschieden, die Grundstruktur des Indikatorenmodells mit seinen Arbeitsmarkt-, Einkommens- und Infrastrukturindikatoren beizubehalten und künftig die Indikatoren Unterbeschäftigung, Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen (Produktivität), Prognose der Erwerbsfähigenentwicklung 2015-2035 und Infrastrukturausstattung zu verwenden. Anhand dieser Indikatoren wird mithilfe der neu abgegrenzten Arbeitsmarktregionen voraussichtlich im Jahr 2021 die Strukturschwäche der Regionen bestimmt, anhand derer das zukünftige GRW-Fördergebiet festgelegt werden wird.

Statistischer Überblick und Evaluation zur Regionalförderung

Im Zeitraum von 2014 bis 2018 wurden im Rahmen der GRW für Investitionen der gewerblichen Wirtschaft Fördermittel im Umfang von insgesamt mehr als 3,6 Milliarden Euro bewilligt. Damit wurden Investitionen mit einem Gesamtvolumen von gut 21 Milliarden Euro angestoßen und mehr als 59.000 zusätzliche Dauerarbeitsplätze geschaffen sowie über 200.000 vorhandene Dauerarbeitsplätze gesichert. Im gleichen Zeitraum wurden für Investitionsvorhaben der wirtschaftsnahen Infrastruktur mit einem Gesamtvolumen von über 2,8 Milliarden Euro GRW-Mittel von mehr als 2 Milliarden Euro bewilligt (PDF, 298 KB).

Die GRW-Förderung wird regelmäßig von externen Gutachtern evaluiert. Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums untersuchten Prognos AG und InWIS an der Ruhr-Universität Bochum „Lehren aus dem Strukturwandel im Ruhrgebiet für die Regionalpolitik“ (September 2015).

Die nächste Evaluation der GRW durch einzelbetriebliche Erfolgskontrolle wird spätestens Mitte 2020 veröffentlicht.

Infografiken: Statistischer Überblick zur Regionalförderung

Strukturwandel meistern

Perspektiven für die Braunkohleregionen

Der Ausstieg aus der Kohle birgt große Herausforderungen. Denn die Menschen in den deutschen Kohleregionen brauchen realistische und greifbare Zukunftsperspektiven. Investitionen müssen mobilisiert werden, um vor Ort Arbeit, Einkommen und Wohlstand zu sichern.

Im November 2016 hat das Bundeskabinett den Klimaschutzplan 2050 (PDF: 1,9 MB) beschlossen. Der Plan enthält ambitionierte Klimaziele für einzelne Wirtschaftszweige für das Jahr 2030 – beispielsweise für den Verkehrssektor, die Industrie und die Energiewirtschaft. So soll die Energiewirtschaft bis 2030 ihre CO2-Emissionen in etwa halbieren. Der Ausstieg aus der emissionsintensiven Verstromung von Braunkohle birgt aber große strukturpolitische Herausforderungen für die deutschen Kohleregionen – die Lausitz, das Mitteldeutsche Revier, das Rheinische Revier und das Helmstedter Revier. Der Klimaschutzplan 2050 sah vor, die Arbeit der einzusetzenden Strukturwandelkommission vorzubereiten. Hierfür hat das BMWi in Absprache mit den Wirtschaftsministerien der betroffenen Länder drei wissenschaftliche Studien zu strukturpolitischen Fragestellungen beauftragt:

Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat die vier Braunkohleregionen anhand aktueller sozioökonomischer Indikatoren vergleichend untersucht und hieraus Regionalprofile zur wirtschaftlichen Lage und den Entwicklungsperspektiven erstellt.

Zudem hat das RWI eine vertiefte Betrachtung bestimmter Strukturdaten in den vier Braunkohleregionen vorgelegt. Diese Kurz-Studie finden Sie hier.

Prognos zeigt in seiner Metastudie auf, welche Handlungsfelder zur Bewältigung des Strukturwandels und zur regionalen Entwicklung der Braunkohleregionen in den Konzepten, Strategiepapieren und anderen Plänen für die Regionen erörtert werden.

Fraunhofer IMW analysiert nationale und internationale Erfahrungen zum Strukturwandel und zeigt in drei Fallstudien auf, welche Prozesse und Erfolgsfaktoren den Strukturwandel in den Regionen geprägt haben.

GRW-Förderung unterstützt Projekte in Braunkohleregionen

Bereits heute profitieren die Regionen von zahlreichen Maßnahmen des Bundes und der Länder, beispielsweise durch Innovationsprogramme und die Europäischen Strukturfonds. Da es sich bei den Braunkohleregionen überwiegend um strukturschwache Regionen handelt, stehen ihnen auch die Fördermöglichkeiten der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zur Verfügung. Damit werden neben Investitionen der gewerblichen Wirtschaft und wirtschaftsnahen kommunalen Infrastrukturinvestitionen schon jetzt auch Projekte zum Aufbau von länder- und landkreisübergreifenden Arbeitsstrukturen in Braunkohleregionen unterstützt.

Daneben hat das Bundeswirtschaftsministerium das Programm „Unternehmen Revier“ aufgelegt, das Ideenwettbewerbe zum Strukturwandel in Braunkohlerevieren fördert.

Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ empfiehlt Kohleausstieg bis 2038 und Entschädigungszahlungen

Als wichtigen Baustein für die Gestaltung des Strukturwandels in den Braunkohleregionen hat die Bundesregierung am 6. Juni 2018 die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ mit hochrangigen Expertinnen und Experten eingesetzt. Ziel der Kommission war es, einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Gestaltung des energie- und klimapolitisch begründeten Strukturwandels in Deutschland herzustellen. Dabei steht die Schaffung konkreter Perspektiven für neue, zukunftssichere Arbeitsplätze in den betroffenen Regionen im Vordergrund.

Mit der Übergabe des Abschlussberichts (PDF, 4 MB) an die Bundesregierung am 31. Januar 2019 hat die Kommission ihre Arbeit beendet. Darin empfehlen die Expertinnen und Experten der Kommission einen vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2038. Um die betroffenen Regionen beim Strukturwandel zu unterstützen, sieht der Bericht Mittel in Höhe von über 40 Milliarden Euro vor. Der Ausstieg aus der Braunkohle soll zudem Stromkunden nicht zusätzlich belasten – auch Energieunternehmen erhalten für die Abschaltung ihrer Kraftwerke Entschädigungszahlungen.

Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen

Die strukturpolitischen Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (KWSB) werden durch das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen umgesetzt. Am 22. Mai 2019 wurden hierfür die Eckpunkte zur Umsetzung der strukturpolitischen Empfehlungen der KWSB (PDF, 220 KB) vom Bundeskabinett beschlossen.

Am 28. August 2019 hat das Bundeskabinett den vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie vorgelegten Gesetzentwurf für ein Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen (PDF, 533 KB) verabschiedet.

Weitere Informationen zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ finden Sie auf der zugehörigen Themenseite.

Bundesminister Altmaier zum Bericht der Kohlekommission

Regionale Investitionskonzepte

Arbeiter beim Bau eines Hauses symbolisiert Soziale Marktwirtschaft; Quelle: Getty Images/Helen King

© Getty Images/Helen King

Aufbau Ost

Wirtschaftsentwicklung in den neuen Bundesländern

30 Jahre nach dem Mauerfall ist die Bilanz positiv: Ostdeutschlands Wirtschaftskraft wächst, gleiches gilt für die Beschäftigung. Trotzdem ist der Prozess der Angleichung der Lebensverhältnisse noch nicht abgeschlossen. Eine weitere Stärkung der Wirtschaftskraft durch Förderung von Investitionen, Innovationen und Internationalisierung bleibt unerlässlich.

Der Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2019 zeigt: Die Angleichung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensverhältnisse zwischen Ost- und Westdeutschland ist 30 Jahre nach dem Mauerfall weit vorangekommen: Verkehrs-, Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur wurden massiv modernisiert und erweitert. Der bauliche Zustand der Städte und Dörfer hat sich sichtbar verbessert, der in DDR-Zeiten entstandene Sanierungs- und Modernisierungsstau wurde weitgehend abgebaut. Ostdeutschland hat sich zu einem attraktiven, mittelständisch geprägten und international wettbewerbsfähigen Unternehmensstandort entwickelt. Auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt erreichte die Arbeitslosenquote nach aktuellsten Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeit im Jahr 2019 mit einem Jahresdurchschnitt von 6,4 Prozent einen neuen historischen Tiefstand. Betrug die Differenz zwischen den ost- und westdeutschen Arbeitslosenquoten Anfang der 2000er Jahre noch mehr als 10 Prozentpunkte, lag diese im Jahr 2019 nur noch bei 1,7 Prozentpunkten. In Westdeutschland erreichte die Arbeitslosenquote im Jahr 2019 einen Jahresdurchschnitt von 4,7 Prozent.

Die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands ist von 43 Prozent im Jahr 1990 auf 75 Prozent des westdeutschen Niveaus im Jahr 2018 gestiegen und entspricht damit nahezu dem Durchschnitt der Europäischen Union. Auch wenn es einigen ostdeutschen Regionen gelungen ist, westdeutsche Regionen bei der Wirtschaftskraft zu überholen, bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: Auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer hat noch kein ostdeutsches Flächenland die Produktivität des westdeutschen Landes mit der niedrigsten Produktivität erreicht. Selbst die wirtschaftlichen Zentren der ostdeutschen Länder verfügen, gemessen an der Arbeitsproduktivität und dem Lohnniveau, nur über eine Wirtschaftskraft auf dem Niveau strukturschwacher städtischer Regionen Westdeutschlands. Gründe hierfür sind unter anderem die Kleinteiligkeit der Wirtschaftsstruktur in Ostdeutschland, d. h. das Fehlen von großen Unternehmen und Konzernzentralen, was wiederum in einer vergleichsweise geringen Innovationskraft resultiert. Auch die demografische Entwicklung in vielen ländlich geprägten Regionen Ostdeutschlands wirkt sich nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere auch auf die Sicherung der Daseinsvorsorge aus.

30 Jahre nach dem Mauerfall bleibt es das politische Ziel der Bundesregierung, gleichwertige Lebensverhältnisse überall im Land anzustreben, bestehende Disparitäten zu verringern und deren Verfestigung zu verhindern. Ein zentrales Element der aktiven regionalen Strukturpolitik ist ein Gesamtdeutsches Fördersystem für strukturschwache Regionen. Damit wird der Bund die Entwicklung in den ostdeutschen Ländern auch weiterhin flankieren, die bis auf wenige Ausnahmen noch durch eine flächendeckende wirtschaftliche Strukturschwäche geprägt sind.

Weitere Informationen zu den neuen Bundesländern finden Sie hier.

Bau von Bahnschienen symbolisiert Investitionsstrategie; Quelle: Getty Images/Thomas Trutschel

© Getty Images/Thomas Trutschel

Investitionen stärken

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Europäische Regionalpolitik

Strukturpolitik für Europa

Regionalpolitik ist auch ein europäisches Thema: Ein zentrales Politikziel in der Europäischen Union (EU) ist der soziale, wirtschaftliche und territoriale Zusammenhalt in der Union. Deshalb werden in der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 etwa ein Drittel der Haushaltsmittel der EU dafür eingesetzt, Unterschiede im Entwicklungsstand der europäischen Regionen zu verringern. Dazu fördert die EU in ihrer Regional- und Strukturpolitik gezielt Wachstum und Beschäftigung - mit den beiden EU-Strukturfonds: dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Die EU-Strukturpolitik ist die wichtigste europäische Investitionspolitik, insbesondere beim Thema „Innovation & Forschung“.

Der EFRE finanziert vor allem Investitionen zur Stärkung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Maßnahmen, die der Forschung und technologischen Entwicklung sowie dem Abbau von CO2 in allen Bereichen der Wirtschaft dienen. Der ESF zielt mit seiner Förderung auf die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik und unterstützt Maßnahmen zur Bildung und Qualifizierung sowie soziale Integration und Armutsbekämpfung.

EFRE und ESF funktionieren nach dem Prinzip der Kofinanzierung: Werden Projekte aus den Strukturfonds gefördert, müssen stets auch öffentliche Mittel des betreffenden Landes beigesteuert werden.

In Deutschland ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das verantwortliche Ministerium für die Gesamtkoordinierung der EU-Strukturpolitik und für den EFRE.

Förderung für ein nachhaltiges Wachstum in Europa

Die europäische Strukturpolitik ist auf die Förderung von Wachstum und Beschäftigung ausgerichtet.

Derzeit laufen die Verhandlungen für die zukünftige Förderperiode 2021 bis 2027. Dabei zeichnet sich ab, dass die EU-Strukturpolitik auch künftig ihren hohen Stellenwert behalten wird. Der Fokus der künftigen Förderperiode soll nach den Vorschlägen der EU-Kommission zu den EU-Strukturfonds auf den Zielen „Innovativer und intelligenter wirtschaftlicher Wandel“ sowie „Klima- und Umweltschutz“ liegen. Das BMWi setzt sich für eine moderne und innovationsorientierte europäische Strukturpolitik ein, die u. a. Zukunftstechnologien gerade in strukturschwachen Regionen fördert. Die Verhandlungen zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen sowie zum Legislativpaket der EU-Strukturfonds treten im Jahr 2020 in die entscheidende Phase ein. Sie werden aller Voraussicht nach einen Schwerpunkt in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 darstellen.

Weitere Informationen zu den europäischen Investitions- und Strukturfonds finden Sie hier.

Pressemitteilungen

  • 02.01.2020 - Pressemitteilung - Regionalpolitik

    Altmaier: Konzentrieren Regionalförderung auf Innovationen als Wirtschaftskraft von morgen – neuer Koordinierungsrahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftstruktur“ (GRW)

    Öffnet Einzelsicht
  • 30.12.2019 - Pressemitteilung - Regionalpolitik

    Bundesregierung stellt mit dem gesamtdeutschen Fördersystem ihre Regionalförderung zum 1. Januar 2020 neu auf

    Öffnet Einzelsicht
  • 08.11.2019 - Pressemitteilung - Neue Bundesländer

    Ostbeauftragter Hirte: Mauerfall war ein Aufbruch in die Freiheit

    Öffnet Einzelsicht
  • 25.09.2019 - Pressemitteilung - Neue Bundesländer

    Ostbeauftragter Hirte: „Weit gekommen, aber noch nicht am Ziel“

    Öffnet Einzelsicht
  • 10.09.2019 - Pressemitteilung - Regionalpolitik

    Brötchen kaufen und bringen lassen per App

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

  • 05.12.2019 - Online-Version - Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

    Artikel: Jahresgutachten 2019/2020 des Sachverständigenrates

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.09.2019 - Online-Version - Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

    Artikel: Finanztransfers des Bundes – Bedeutung für gesamtstaatliche Investitionen

    Öffnet Einzelsicht
Bau eines Gebäudes symbolisiert Regionalpolitik