Sprungmarken-Navigation

Artikel - Mittelstandspolitik

Erfolgsmodell Mittelstand

Einleitung

Mittelständische Unternehmen sind der Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft: Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften über 40 Prozent der Bruttowertschöpfung und stellen 56 Prozent der Arbeitsplätze sowie 80 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

Der Mittelstand ist der wichtigste Innovations- und Technologiemotor Deutschlands und genießt zurecht auch international großes Ansehen. Obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie die mittelständischen Unternehmen hart getroffen haben, sind sie dank staatlicher Hilfsmaßnahmen und erfolgreichem Krisenmanagement recht gut durch die Pandemie gekommen. Um mit ihren bewährten Spezialisierungs- und Nischenstrategien auch weiterhin erfolgreich auf internationalen Märkten zu agieren, muss der Mittelstand künftig verstärkt die Digitalisierung für sich nutzen und für qualifizierte Fachkräfte attraktiv sein.

Damit der deutsche Mittelstand angesichts der aktuellen und künftigen Herausforderungen vital, stark und innovativ bleibt, setzt das Bundeswirtschaftsministerium an vielen verschiedenen Hebeln an, um Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Beschäftigung in der mittelständischen Wirtschaft weiter zu stärken. Hier knüpft auch die Mittelstandsstrategie von Bundeswirtschaftsminister Altmaier an. Sie soll die starke Stellung des Mittelstands im nationalen und internationalen Wettbewerb auch in Zukunft sicherstellen.

Bundesminister Altmaier zur Bedeutung des deutschen Mittelstands für Wachstum und Beschäftigung

Vier Zahlen zum Mittelstand

56
Symbolicon für Menschen

Prozent aller Arbeitsplätze
in Deutschland stellen mittelständische Unternehmen

99,4
Symbolicon für Bürogebäude in Deutschland

Prozent aller deutschen Unternehmen
zählen zum Mittelstand

34
Symbolicon für Eurostapel

Prozent des Gesamtumsatzes
in Deutschland erwirtschaftet der Mittelstand

80
Symbolicon für Statistik

Prozent der Auszubildenden
in Deutschland sind bei mittelständischen Firmen beschäftigt

Vielseitig, dynamisch, innovativ

KMU als Erfolgsmodell

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) prägen den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Stärke unseres Wirtschaftsmodells beruht nicht auf der Dominanz einzelner Unternehmen, Branchen oder Wirtschaftsregionen – sondern auf der Vielfalt kleiner, mittlerer und großer Unternehmen. Sie sind in den unterschiedlichsten Bereichen spezialisiert, oftmals eng verzahnt und im ganzen Land verteilt.

Der Mittelstand ist äußerst vielseitig. Das Spektrum reicht vom traditionellen Familienunternehmen bis zum hippen Start-up, vom klassischen Handwerksbetrieb über Selbstständige und Dienstleister wie zum Beispiel Händler und Freiberufler bis zum hoch innovativen High-Tech-Unternehmen, vom regionalen Anbieter bis zum Global Player, vom Solo- oder Kleinstunternehmen bis hin zu Unternehmen mit vielen Hundert Beschäftigten weltweit. Zum Mittelstand zählen traditionsreiche Marken ebenso wie Newcomer oder weniger bekannte Marken, die in gleicher Weise für Qualität, Präzision und Innovation stehen. Diese Mischung macht den deutschen Mittelstand stark.

Der Mittelstand – ein starker Partner für Großunternehmen. Der Mittelstand kooperiert eng mit Großunternehmen und übernimmt Aufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Als verlässlicher – und oftmals hochspezialisierter – Partner deckt der Mittelstand vor- und nachgelagerte Stufen des Wertschöpfungsprozesses ab und hilft Großunternehmen, innovative und komplexe Produkte, Dienstleistungen und Systemlösungen umzusetzen.

Der deutsche Mittelstand ist international stark aufgestellt. Mittelständische Unternehmen sind durch Importe und Exporte in die Weltwirtschaft eingebunden. Im Zeitraum 2009 bis 2019 ist allein die Anzahl der aus der EU importierenden mittelständischen Unternehmen von 453.000 auf 656.000 gestiegen. Zudem exportieren insgesamt 340.000 mittelständische Unternehmen in die EU und in Drittländer. Dabei ist der Anteil der Exportumsätze am Gesamtumsatz der exportierenden Unternehmen in den letzten Jahren gestiegen und deutet auf eine entsprechende Spezialisierung hin. Ab einem Jahresumsatz von zwei Millionen Euro weist mindestens jedes dritte Unternehmen Auslandsaktivitäten auf. Der Weg ins Ausland lohnt sich dabei auch für die kleinen Unternehmen: Selbst bei sehr kleinen Betriebsgrößen werden hier durchschnittlich über 15 Prozent des Umsatzes aus dem Auslandsgeschäft generiert.

Der Mittelstand ist Innovations- und Technologiemotor. Im EU-Vergleich schneiden deutsche Mittelständler bei den Innovationsaktivitäten sehr gut ab: So waren im Jahr 2018 rund 68 Prozent der deutschen KMU innovationsaktiv; im EU-Mittel waren es 50 Prozent. Viele kleine Unternehmen, meist Familienbetriebe, sind zudem mit Hightech-Produkten in bestimmten Marktnischen oder in Zulieferketten für große Unternehmen Weltmarktführer ("Hidden Champions").

Mittelstand in Deutschland ist eine (Geistes-)Haltung. Was alle mittelständischen Unternehmen eint, ist eine Unternehmenskultur, in der Eigentum und Leitung in einer Hand liegen – und damit auch Verantwortung und Risiko. Das garantiert kurze Entscheidungswege und schnelle Entscheidungsprozesse und schafft die nötige Flexibilität, um schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Zugleich führt es zu einer Geschäftspolitik, die auf Kontinuität und Langfristigkeit ausgerichtet ist. Dies findet seinen Ausdruck im verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern und einer engen Verwurzelung in der Region, in der die Unternehmen ansässig sind. Dank der Nähe zum Kunden und seinen Bedürfnissen können Marktveränderungen frühzeitig aufgespürt und in tragfähige, innovative Lösungen übersetzt werden.

Der deutsche Mittelstand hat sich international zum Markenzeichen entwickelt ("German Mittelstand"). Aus Deutschland kommen überproportional viele "Hidden Champions". Sie produzieren in engem Kontakt zu ihren weltweiten Kunden hochspezialisierte und meist innovative Produkte und Problemlösungen. Das Erfolgsrezept: Beste Qualität, hohe Wertschöpfungstiefe und Konzentration auf die ureigenen Kompetenzen.

Vielfältig und dynamisch, bodenständig und innovativ. Dank dieser Stärken erweist sich der Mittelstand als enorm krisenfest und trägt entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit und zum hohen Beschäftigungsstand in Deutschland bei. Mittelständler betreiben auch in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld eine langfristig orientierte Personalpolitik, investieren in ihre Beschäftigten und bilden aus. Damit verhelfen mittelständische Unternehmen Deutschland zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stabilität und der geringsten Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

Damit mittelständische Unternehmen auch weiterhin diese Schlüsselfunktion in unserem Wirtschaftsmodell einnehmen können, stellt das BMWi sie ins Zentrum seiner Wirtschaftspolitik. Mit seiner modernen Mittelstandspolitik verbessert das BMWi die Rahmenbedingungen für Unternehmertum, wirbt für ein gründer- und unternehmerfreundliches Klima und setzt Anreize für eine langfristig erfolgreiche unternehmerische Betätigung.

Aktenordner zum Thema Bürokratieabbau

© kelifamily - stock.adobe.com

Alltag erleichtern, Wirtschaft entlasten

Zum Artikel

Video-Reihe "Meisterstücke"

Schwerpunkte der Mittelstandspolitik

Fit für die Zukunft

Neustart nach der Corona-Pandemie, Energiewende, Digitalisierung, demografischer Wandel – der deutsche Mittelstand steht aktuell vor vielfältigen Herausforderungen. Zugleich bieten sich ihm enorme Chancen: Der Neustart nach der Corona-Pandemie ermöglicht eine strategische Neuorientierung, der demografische Wandel und die Energiewende eröffnen beispielsweise neue Geschäftsfelder und Möglichkeiten. Der Einsatz digitaler Lösungen kann Unternehmen helfen, Geschäftsprozesse zu verschlanken, die Produktivität zu erhöhen und sich in internationale Wertschöpfungsnetze einzubringen.

Mit der bewährten Kombination aus Kontinuität und Dynamik ist der deutsche Mittelstand gut aufgestellt für die anstehenden Herausforderungen und strukturellen Umbrüche. Als Mittelstandsministerium unterstützt das BMWi die Unternehmen durch seine moderne, zukunftsgewandte Mittelstandspolitik und setzt Anreize für eine langfristig erfolgreiche unternehmerische Betätigung.

10 Schwerpunkte der Mittelstandspolitik des BMWi:

Gründungen und Unternehmensnachfolgen sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland von erheblicher Bedeutung. Über 300.000 Unternehmensgründungen jährlich sorgen für zusätzliche wirtschaftliche Dynamik und Arbeitsplätze. Start-ups sind als Innovatoren der Mittelstand von morgen. Erfolgreiche Übergaben von einer Unternehmergeneration an die nächste sichern bewährte Geschäftsmodelle, unternehmerisches Know-how und Arbeitsplätze.

Das BMWi setzt sich mit verschiedenen Maßnahmen für mehr Unternehmertum in Deutschland ein und spricht gezielt auch Gruppen an, die bislang im Gründungsgeschehen unterrepräsentiert sind, beispielsweise Frauen (BMWi-Initiative FRAUEN unternehmen) sowie potenzielle Gründerinnen und Gründer mit Einwanderungsgeschichte. Der vom BMWi koordinierte Initiativkreis „Unternehmergeist in die Schulen“ setzt sich zum Ziel, bundes- und landesweite Aktivitäten, Initiativen und Projekte zur Stärkung von Unternehmergeist und ökonomischem Wissen an Schulen zu bündeln und so zu einer Erhöhung der Gründungsdynamik in Deutschland beizutragen.

Im Existenzgründungsportal (www.existenzgruender.de) und www.existenzgruenderinnen.de stehen umfangreiche Informations- und Beratungsangebote für Gründungsinteressierte bereit. Die 2018 zusammen mit der KfW initiierte Gründerplattform (https://gruenderplattform.de) ist als digitale modulare Arbeitsplattform konzipiert, auf der Gründungsinteressierte die Möglichkeit haben, eine Geschäftsidee zu entwickeln oder einen Businessplan zu erstellen und mit zentralen Akteuren für Gründungsberatung und finanzierung in Kontakt zu treten.

Die bundesweite KfW-/BMWi-Unternehmensnachfolgebörse Nexxt-Change.org bringt übergabeinteressierte Unternehmerinnen und Unternehmer online mit potenziellen Nachfolgerinnen und Nachfolgern zusammen. Die laufende BMWi-Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“ versucht durch Modellprojekte vor Ort, auf beiden Seiten für das Thema Unternehmensnachfolge zu sensibilisieren und im Idealfall Übergebende und Nachfolgende zu matchen. Die Bund-Länder-Task-Force „Unternehmensnachfolge“ des Gemeinsamen Programms von Bund und Ländern für eine leistungsstarke, bürger- und unternehmensfreundliche Verwaltung setzt sich zum Ziel, Potenziale für rechtliche Vereinfachungen zu identifizieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Das EXIST-Programm stärkt die Gründungskultur an Hochschulen und stellt Stipendien für junge Existenzgründerinnen und -gründer aus der Wissenschaft zur Verfügung. Über die „German Accelerators“ in Boston, Palo Alto und New York City bekommen junge Start-ups tatkräftige Unterstützung bei der Internationalisierung und den ersten Schritten auf dem US-amerikanischen Markt.

Mehr über Existenzgründung erfahren.

Mittelständische Unternehmen bilden das wirtschaftliche Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus, und ihre Investitionsbereitschaft ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Da die Finanzierung von Investitionen über Bankkredite im deutschen Mittelstand weit verbreitet ist, muss der Zugang zu Kreditmitteln insbesondere dort sichergestellt werden, wo Marktschwächen auftreten. Hier setzt das breite Förderangebot von der KfW aus ERP-Mitteln an, das Existenzgründungen und Wachstumsinvestitionen finanziert als auch bei der Umsetzung von Innovations- oder Digitalisierungsprojekten wirksam unterstützt.

Zur Stärkung des Wagniskapitalmarktes stellt das BMWi insgesamt rund zwei Milliarden Euro über verschiedene Instrumente zur Verfügung, darunter die ERP/EIF Wachstumsfazilität in Höhe von 500 Millionen Euro, der Ko-Investmentfonds coparion mit einem Fondsvolumen von 225 Millionen Euro und der auf 1,7 Euro Milliarden aufgestockte ERP/EIF-Dachfonds (umfasst den European Angels Fonds). Darüber hinaus setzt sich das BMWi für eine Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Venture Capital ein und will Börsengänge junger Wachstumsunternehmen vorantreiben.

Mehr über Mittelstandsfinanzierung erfahren.

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine zentrale Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Zum einen steht Deutschland insgesamt in einem schärfer werdenden internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe, zum anderen konkurrieren Mittelständler mit Großunternehmen um geeignete Fachkräfte. Aus demographischen Gründen werden die inländischen Potenziale absehbar nicht reichen, um den Fachkräftebedarf der deutschen Wirtschaft zu decken. Eine moderne Mittelstandspolitik muss daher die inländischen Potenziale besser ausschöpfen und gleichzeitig um qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland werben.

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) ist eine zentrale Maßnahme des BMWi zur Unterstützung von Unternehmen bei der Fachkräftesicherung. Es bietet KMU und Multiplikatoren Informationen sowie Handlungsempfehlungen. Damit liefert das KOFA eine Hilfe zur Selbsthilfe bei der Rekrutierung und Qualifizierung von Fachkräften.

Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung stärken BMWi, Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder die Attraktivität und gesellschaftliche Anerkennung der dualen Berufsausbildung. Mit dem Programm "Passgenaue Besetzung" werden KMU von Beraterinnen und Beratern bei der Besetzung von freien Ausbildungsplätzen unterstützt. Gemeinsam mit den Sozialpartnern werden die Ausbildungsordnungen regelmäßig an neue Anforderungen der Arbeitswelt angepasst, etwa beim Thema "digitale Kompetenzen". Zur Stärkung interkultureller Kompetenzen von Auszubildenden, Ausbilderinnen und Ausbildern durch Auslandspraktika wurde das Programm "Berufsbildung ohne Grenzen" geschaffen. Mehr erfahren

Darüber hinaus setzt sich das BMWi für die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland ein. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Information und Beratung sowie der besseren Vermittlung ausländischer Fachkräfte an Unternehmen in Deutschland.

So betreut das BMWi das Dachportal der Bundesregierung zur Fachkräfteeinwanderung Make-it-in-Germany.“. “Make it in Germany“ bietet in vier Sprachen umfassende Informationen und Beratungsangebote rund um das Thema Einwanderung. Daneben fördert das BMWi zwei Pilotprojekte, welche die DIHK Service GmbH bzw. der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) durchführen. Die Pilotprojekte „Hand in Hand for International Talents“ und „Handwerk bietet Zukunft“ erproben neue Wege für die Vermittlung ausländischer Fachkräfte. In ausgewählten Ländern und Berufen übernehmen die Projektpartner alle Phasen des Einwanderungsprozesses von der Vermittlung von Bewerbern über die Anerkennungs- und Visaverfahren bis hin zur Integration in Deutschland. Die Projekte vernetzen erstmalig das Kammernetzwerk im In- und Ausland mit dem Rekrutierungsservice der BA.

Zur Integration von geflüchteten Menschen in Ausbildung und Arbeit stellt das BMWi zusammen mit Partnern verschiedene Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung, darunter das Unternehmensnetzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge" sowie rund 90 "Willkommenslotsen" bei den regional ansässigen Kammern und Organisationen der Wirtschaft, die Unternehmen bei der Integration von Geflüchteten über Praktika, Ausbildung und Beschäftigung unterstützen und sie in allen praktischen Fragen beraten. Mehr erfahren.

Eine moderne, effektive Regulierung sowie eine effiziente Verwaltung sind wichtige Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsordnung: Unternehmer/innen, junge Gründer/innen oder Unternehmensnachfolger/innen sollen sich vor allem auf ihr Geschäft konzentrieren und auf bürokratische Anforderungen und Verwaltungsverfahren möglichst wenig Zeit verwenden.

Mit der Bürokratiebremse "One in-one out" hat die Bundesregierung einen wirksamen Mechanismus zur Begrenzung der Bürokratiekosten für die Wirtschaft etabliert. Demnach muss für jede neue Belastung eine Entlastung in gleicher Höhe erfolgen.

Mit den Bürokratieentlastungsgesetzen I, II und III konnten Bürokratie und Erfüllungsaufwand für Unternehmen drastisch reduziert werden (Entlastungswirkung der drei Gesetze: knapp 2 Milliarden Euro). Auch das „Maßnahmenpaket für Bürokratieerleichterungen“ birgt ein hohes langfristiges Entlastungspotential. Zentraler Punkt des Maßnahmenpakets ist der Aufbau eines Basisregisters für Unternehmensstammdaten in Verbindung mit einer bundeseinheitlichen Wirtschaftsnummer. Das Basisregister wird nicht nur den Mittelstand spürbar entlasten, sondern auch die Verwaltung.

Der KMU-Test garantiert, dass die spezifischen Folgekosten aller Gesetz- und Verordnungsentwürfe der Bundesregierung für kleine und mittelständische Unternehmen verpflichtend in den Blick genommen werden.


Mehr über Bürokratieabbau erfahren.

Das Netzwerk Mittelstand-Digital informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung und unterstützt finanziell bei Digitalisierungsprojekten. Zu Mittelstand-Digital gehören die geförderten Zentren, das Investitionszuschussprogramm Digital Jetzt und die Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft samt der Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand (TISiM). Mehr erfahren.

Zur Unterstützung der Digitalisierung im Mittelstand hat das BMWi bundesweit mittlerweile 25 Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren und Mittelstand-Digital-Zentren eingerichtet. Die Zentren in ganz Deutschland helfen mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Netzwerken zum Erfahrungsaustausch, Veranstaltungen und praktischen Beispielen.

Das Investitionszuschussprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ bietet KMU und Handwerksbetrieben mit 3 bis 499 Mitarbeitern finanzielle Unterstützung in zwei Modulen: (1) bei Investitionen in digitale Technologien, insbesondere Hard- und Software sowie (2) bei Investitionen in die Qualifizierung zu Digitalthemen. Es soll investive Anreize zur Verbesserung der Krisenfestigkeit und Wettbewerbsfähigkeit setzen und neue digitale Geschäftsmodelle zugänglich machen. Mehr erfahren.

Die Initiative fördert Einzel- und Verbundprojekte, die konkrete Unterstützungs-, Sensibilisierungs- und Qualifikationsangebote für KMU erarbeiten. Leuchtturmprojekt der Initiative ist die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand (TISiM), die zum 1.1.2020 erfolgreich gestartet ist. Ihre Aufgabe ist es, anhand eines KI-basierten Verfahrens passgenaue Sicherheitsmaßnahmen zu bündeln und zu vermitteln. Das Tool steht online und in einem flächendeckenden bundesweiten Netz regionaler Anlaufstellen zur Verfügung. Mehr erfahren.

Innovationsfähigkeit entscheidet über künftige Wettbewerbsfähigkeit. Bei der Suche nach innovativen Antworten und nachhaltigen Lösungen auf gesellschaftliche Veränderungen und globale Herausforderungen, wie Klimawandel, die Digitalisierung aller Lebensbereiche und die demografische Entwicklung, kommt dem deutschen Mittelstand eine bedeutende Rolle zu. Die BMWi-Innovationspolitik ist insbesondere auf den Mittelstand ausgerichtet und stützt sich auf das Konzept „Von der Idee zum Markterfolg“. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fördert themenoffen einzelbetriebliche FuE-Projekte, Kooperationsprojekte mit anderen Unternehmen und/oder Forschungseinrichtungen sowie das Management innovativer Netzwerke. Die Unternehmen bestimmen selbst, wie und mit wem sie ihre Projekte realisieren. Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) unterstützt vorkommerzielle Projekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Diese volumenmäßig größten Programme werden durch weitere Maßnahmen ergänzt. Mit den Schwerpunkten (1) Antrieb für innovative Gründungen, (2) Impulse für mehr Innovationskompetenz, (3) vorwettbewerbliche Perspektiven für besseren Transfer und (4) Chancen für marktnahe Innovationen werden Herausforderungen adressiert, denen KMU in den verschiedenen Phasen des Innovationsprozesses gegenüberstehen.

Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und die Qualitätsinfrastruktur mit den Elementen Akkreditierung, Marktüberwachung, Messwessen und Normung flankieren den „Weg von der Idee zum Markterfolg“. Mit dem neuen Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) hat das BMWi den Fokus seiner Innovationsförderung auf marktnahe nichttechnische Innovationen erweitert. Seit 2020 wird die erfolgreiche Projektförderung durch eine steuerliche FuE-Förderung ergänzt. Im Rahmen der Transferinitiative, die das Umsetzen von Ideen in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen unterstützt, wird die Innovationspolitik des BMWi systematisch und kontinuierlich weiterentwickelt.

Der deutsche Mittelstand ist international stark aufgestellt: Mittelständische Unternehmen sind durch Importe und Exporte in die Weltwirtschaft eingebunden. Im Zeitraum 2009 bis 2019 ist allein die Anzahl der aus der EU importierenden mittelständischen Unternehmen von 453.000 auf 656.000 gestiegen. Zudem exportieren 340.000 mittelständische Unternehmen in die EU und in Drittländer. Und der Weg ins Ausland lohnt sich: Selbst kleine Unternehmen generieren einen beachtlichen Teil ihres Umsatzes aus dem Auslandsgeschäft. Exportierende Mittelständler entwickeln sich erfahrungsgemäß auch im Inlandsgeschäft positiver als ihre Wettbewerber.

Mit seinen Angeboten zur Außenwirtschaftsförderung stellt das BMWi den mittelständischen Unternehmen ein effizientes, flexibles und nachfrageorientiertes Förderangebot zur Verfügung, das sie bei der Internationalisierung unterstützt. Spezielle Exportinitiativen zu Zukunftsbranchen wie Energie, Umwelttechnologie, Gesundheitswirtschaft und zivile Sicherheit sowie das Markterschließungsprogramm für viele andere Industriezweige unterstützen gezielt durch Marktinformationen sowie Markterschließungs- und Geschäftsreisen. Darunter fallen beispielsweise das Informations- und Serviceangebot der Auslandshandelskammern, Exportinitiativen, Informationen Germany Trade & Invest (GTAI) zu Märkten und Branchen sowie zu Recht, Zoll und zu Ausschreibungen, Messebeteiligungen und Exportkreditgarantien. Im Bereich Energie unterstützen sie zudem bei der Konsortialbildung, bei der Projektentwicklung in Schwellen- und Entwicklungsländern und bei der Umsetzung von Leuchtturmprojekten. Das Wirtschaftsnetzwerk Afrika stellt KMU, die sich in den afrikanischen Märkten engagieren möchten, ein gebündeltes Informations-, Beratungs -und Unterstützungsangebot zur Verfügung. Ebenso engagiert sich das BMWi für Handelserleichterungen und den Abschluss von bilateralen und multilateralen Freihandelsabkommen.

Mehr über Handelspolitik erfahren.

Der europäische Binnenmarkt hat für Mittelständler stark an Bedeutung gewonnen: Über 93 Prozent der mittelständischen Exporteure bedienen mittlerweile den europäischen Markt. Das BMWi vertritt die Interessen von Mittelständlern in Brüssel mit starker Stimme: Es setzt sich für einen mittelstandsfreundlichen Binnenmarkt, einen unbürokratischen Zugang zu EU-Förderprogrammen sowie den Abbau von ungerechtfertigten Hemmnissen ein – zugleich aber auch für den Erhalt von bewährten, erfolgreichen Strukturen wie der Selbstverwaltung der Wirtschaft und ihren zentralen Elementen duale Berufsausbildung, Meisterpflicht, Kammerwesen und Sozialpartnerschaft.

Ein weiterer wichtiger Punkt für mittelständische Unternehmen ist der Abbau bürokratischer Hürden im Rahmen der Arbeitnehmerentsendung. Entsprechend setzt sich die Bundesregierung für Erleichterungen der europäischen Vorgaben ein. So soll z. B. bei kurzen oder kurzfristigen Entsendungen bzw. Dienstreisen generell keine A1-Bescheingung mehr notwendig sein. Weiterhin steht das BMWi mit der Europäischen Kommission und auch anderen europäischen Mitgliedstaaten in engem Kontakt, um bei der Arbeitnehmerentsendung mittelstandsfreundliche Lösungen zu finden. Nur so kann der EU-Binnenmarkt für Dienstleistungen gestärkt werden. Mehr über den Dienstleistungssektor erfahren.

Gegenüber dem deutschen Mittelstand sensibilisiert das BMWi frühzeitig für Vorhaben der EU-Kommission (beispielsweise mit dem EU-Mittelstandsmonitor) und macht verstärkt auf relevante Förderprogramme (unter anderem COSME) und Ausschreibungen aufmerksam. Mehr erfahren.

Im internationalen Vergleich ungewöhnlich ist die sehr breite regionale Verteilung des Mittelstands in ganz Deutschland: Woanders sucht man die Unternehmen bevorzugt in den Hauptstädten – in Deutschland sind die meisten Mittelständler überall ansässig, auch in kleinen Orten. Damit das auch so bleibt, setzt sich das BMWi mit einer gezielten Regionalpolitik für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in strukturschwachen Regionen ein.

Über die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) werden gewerbliche Investitionen und Investitionen in die kommunale wirtschaftsnahe Infrastruktur, Maßnahmen zur Vernetzung und Kooperation lokaler Akteure sowie Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen gefördert. Ergänzt wird die GRW durch weitere Programme, die die Vernetzung von Mittelständlern untereinander sowie mit gemeinnützigen externen Industrieforschungseinrichtungen in strukturschwachen Regionen fördern (zum Beispiel Cleantech-Initiative Ostdeutschland oder das Förderprogramm INNO-KOM).

Mehr über Regionalpolitik erfahren.

Die Energiewende bietet gerade kleinen Mittelständlern zahlreiche Chancen, in neuen Märkten wie Energiedienstleistungen oder energetischer Gebäudesanierung zu expandieren, und schafft damit Arbeitsplätze in den Regionen, etwa im Bau und im Handwerk. Mit Beratungsangeboten und geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten unterstützt das BMWi den Mittelstand, diese neuen Geschäftsfelder zu erschließen. Zudem fördert das BMWi mittelständische Unternehmen bei der energieeffizienten Gestaltung ihrer Produktionsprozesse und der Einführung energieeffizienter Technologien.

Mehr über die Energiewende erfahren.

Publikationen

Pressemitteilungen

  • 30.06.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Mittelstandsfinanzierung

    „Nullzinsen“ ab 01.07.2021 für die Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben

    Öffnet Einzelsicht
  • 22.06.2021 - Pressemitteilung - Mittelstandsfinanzierung

    Altmaier: „Setzen mit 10 Milliarden Zukunftsfonds den Benchmark in Europa“

    Öffnet Einzelsicht
  • 25.03.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Mittelstandsfinanzierung

    KfW-Sonderprogramm bis Jahresende verlängert – Kredithöchstbeträge werden angehoben

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.03.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Europäische und internationale Energiepolitik

    Berliner Konferenz bringt die wichtigsten Player der globalen Energiewende zusammen

    Video

    Öffnet Einzelsicht
  • 15.03.2021 - Pressemitteilung - Digitale Technologien

    GAIA-X startet in die Anwendungsphase

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.03.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Kultur- und Kreativwirtschaft

    Bund zeichnet innovative Unternehmerinnen und Unternehmer der Kultur- und Kreativwirtschaft aus – Gerade in schwierigen Zeiten wichtiges Signal

    Öffnet Einzelsicht
  • 02.03.2021 - Pressemitteilung - Europäische Wirtschaftspolitik

    Informeller Handelsministerrat – Austausch über neue EU-Handelsstrategie

    Öffnet Einzelsicht
Zierpflanzerei zum Thema Politik für den Mittelstand; Quelle: mauritius images / euroluftbild.de / Hans Blossey