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Artikel - Luft- und Raumfahrt

Luft- und Raumfahrt

Einleitung

Die deutsche Luft- und Raumfahrt ist ein Technologie- und Konjunkturmotor. Sie verbindet fast alle Hochtechnologien des Informationszeitalters: Elektronik, Robotik, Mess-, Steuer-, Werkstoff- und Regeltechnik. Der Anteil der industriellen Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Gesamtumsatz der Branche liegt mit zehn Prozent auf sehr hohem Niveau.

Die daraus resultierenden Innovationen haben den Computerbau wesentlich beflügelt und finden auch Anwendung in vielen anderen Industriezweigen. Mobilfunksysteme, Navigationssysteme in Autos, Live-Übertragungen von sportlichen und politischen Großereignissen, Videokonferenzen mit Menschen in fernen Ländern oder globale Umwelt- und Klimaforschung wären ohne die Pionierleistungen dieser Branche nicht möglich. Die Luftfahrt verbindet nicht nur Kontinente, sondern hat sich auch Anfang dieses Jahrtausends als erste Verkehrsbranche der Nachhaltigkeit verpflichtet und konkrete Klimaschutzziele (ACARE 2020) definiert. Die Raumfahrt liefert neue Erkenntnisse über die Erde und das Weltall, erschließt neue Technikanwendungen, ermöglicht neuartige Dienstleistungen, fördert die internationale Zusammenarbeit und verbessert die Möglichkeiten der Abrüstungs- und Friedenspolitik über Europa hinaus. Die Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland ist damit - obwohl eine vergleichsweise kleine industrielle Branche - von enormer strategischer Bedeutung. Das gilt für alle Bereiche dieser Zukunftsbranche.

Luftfahrt

Die Luftfahrtbranche folgt dem Trend vieler Industriezweige hin zu steigender internationaler Arbeitsteilung sowie immer kürzeren Innovationszyklen bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Um die technologische Wettbewerbsfähigkeit der Luftfahrtindustrie in Deutschland nachhaltig zu unterstützen, fördert das BMWi diesen Sektor durch ein eigenständiges Luftfahrtforschungsprogramm und das Luftfahrzeugausrüsterprogramm.

Zivilluftfahrt

Airbus ist ein entscheidender Impulsgeber für die deutsche und europäische Luftfahrtindustrie. In engem Zusammenwirken von Industrie und Politik und gemeinsam mit den europäischen Partnern hat sich der europäische Flugzeughersteller dauerhaft auf Augenhöhe mit Boeing etabliert. In den vergangenen Jahren konnte Airbus Bestellungen und Auslieferungen erzielen, die eine Auslastung für die nächsten 7 bis 8 Jahre sichern.

Die Stärkung der Ausrüster- und Zulieferindustrie in Deutschland ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, um so zu internationalem Erfolg und einem umweltfreundlichen, sicheren, leistungsfähigen und passagierfreundlichen Luftfahrtsystem beizutragen.

Raumfahrt

Anders als im Luftfahrtbereich, in dem der kommerzielle Markt stark ausgeprägt ist, wird die internationale Raumfahrt weitgehend bestimmt durch staatliche Raumfahrtstrategien und die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Für die deutsche Raumfahrt haben daher die Raumfahrtpolitik der Bundesregierung und deren Beitrag zu europäischen Strukturen zentrale Bedeutung. In der Hightech-Strategie 2020 hat die Bundesregierung der Raumfahrt einen besonderen Stellenwert eingeräumt: Raumfahrt ist dort eine wichtige Schlüsseltechnologie. Denn Raumfahrttechnologien sind wichtige Instrumente der modernen Informations- und Industriegesellschaft.

Weitere Brancheninformationen finden Sie hier.

Vier Zahlen zur Luft- und Raumfahrtbranche

40
Symbolicon für Eurostapel

Milliarden Euro
Umsatz erzielte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie 2017

10
Symbolicon für Satellit

Prozent des Branchenumsatzes
fließen in Forschung und Entwicklung

111,5
Symbolicon für Menschen

Tausend Menschen
sind in der Branche in Deutschland beschäftigt

74
Symbolicon für Summe in Euro

Prozent
beträgt der Exportanteil am Umsatz der Luft- und Raumfahrtbranche

Ansprechpartner BMWi

Was macht das BMWi für die Luft- und Raumfahrt?

Das BMWi ist für die Luft- und Raumfahrtforschung der Bundesregierung federführend verantwortlich und setzt sich für eine konsistente ressortübergreifende Luft- und Raumfahrtpolitik ein.

Forschung fördern: Luftfahrtforschungsprogramm der Bundesregierung

Förderung mit Tradition: Schon seit 1995 fördert die Bundesregierung die Forschung und Technologieentwicklung in der Luftfahrt mit dem Luftfahrtforschungsprogramm – kurz LuFo. Schwerpunkte des aktuellen Aufrufs LuFo VI-2 sind unter anderem die Stärkung der Branche als Leitmarkt für Digitalisierung und Industrie 4.0 sowie Umweltinnovationen in der Luftfahrt und die nachhaltige Erhöhung des KMU-Anteils in LuFo. Mit der Förderlinie „hybridelektrisches Fliegen“ liegt ein besonderer Schwerpunkt von LuFo zudem auf disruptiven Antriebskonzepten, um die Luftfahrt mit Innovationen made in Germany perspektivisch CO2-neutral zu machen.

Finanzierung erleichtern: Das Luftfahrzeugausrüsterprogramm

Um die Ausrüster- und Zulieferindustrie der Luftfahrtbranche zu stärken und ihre technologische Vorreiterrolle zu sichern, fördert das BMWi anteilig Entwicklungsvorhaben durch Darlehen. Das begrenzt die Entwicklungsrisiken und schafft höhere finanzielle Sicherheit. Mehr erfahren

Internationale Zusammenarbeit und Branchenvernetzung stärken

Innovation ist keine Einbahnstraße. Luft- und Raumfahrttechnologien finden ihren Weg auch in andere Branchen – und umgekehrt. Mit Angeboten wie der StartUp-Night Luft- und Raumfahrt unterstützt das BMWi die technologische Vernetzung über Branchengrenzen hinweg. Ziel ist es, Innovationspotenziale und Synergien zu heben und zu verdeutlichen.

Das BMWi wirkt an der Gestaltung der internationalen Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Export in der Luft- und Raumfahrtbranche mit – und arbeitet dazu in nationalen, europäischen und internationalen Gremien mit. Außerdem flankiert das BMWi die Interessen der deutschen Luftfahrtindustrie in europäischen Forschungsrahmenprogrammen wie zum Beispiel Clean Sky, SESAR, Horizon 2020.

Forschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fördern

Mit institutionellen Fördermitteln von über rund 200 Millionen Euro im Jahr werden die Forschungsbereiche Luft- und Raumfahrt des DLR gefördert.

Deutsche Raumfahrtaktivitäten unterstützen

Das BMWi engagiert sich über die deutsche Mitgliedschaft in der Europäischen Weltraumorganisation ESA, das Nationale Programm für Weltraum und Innovation und stellt dazu jährlich rund 1,4 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit.

Branche im Fokus

Die Entwicklung der Luft- und Raumfahrtwirtschaft in Deutschland

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat sich im Geschäftsjahr 2018 gut entwickelt und konnte den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen.

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie als Gesamtbranche konnte im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz von 41 Milliarden Euro erreichen. Damit wurde das hohe Umsatzniveau von 2018 gehalten. Die Gesamtzahl der direkt in der Luft- und Raumfahrt Beschäftigten stieg von 111.500 im Jahr 2018 auf 114.000 im Jahr 2019 und damit auf einen neuen Höchststand.

Die Zivilluftfahrt ist weiter der größte Sektor der nationalen Luft- und Raumfahrtindustrie. Global steigende Bestell- und Auslieferungszahlen führten zu einer Steigerung von Produktion und Produktivität. Der Umsatz im Jahr 2019 steigerte sich um 10 Prozent auf 32 Milliarden Euro und hat damit einen Anteil von 78 Prozent am Gesamtumsatz der Branche. Gut 81.000 Menschen arbeiteten im Jahr 2019 in diesem Segment und damit rund 2.500 mehr als im Jahr 2018.

In der militärischen Luftfahrt ist die Beschäftigtenanzahl von 2019 mit der von 2018 vergleichbar, der Umsatz sank jedoch um 12 Prozent. 2019 betrug er rund 6,7 Milliarden Euro, 2018 waren es 7,7 Milliarden. Im Jahr 2019 arbeiteten 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Segment; im Jahr 2018 waren es 23.700.

Auch in der Raumfahrt entsprechen Umsatz und Beschäftigtenzahl dem Geschäftsjahr 2018. Der Umsatz lag 2019 bei 2,7 Milliarden Euro, 2018 waren es 2,9 Milliarden. Die Beschäftigtenzahl stieg um 700 auf 10.000 in 2019.

Die industrieeigenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Gesamtbranche liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau. Sie umfassten im Jahr 2019 ein Volumen von knapp 3,3 Milliarden Euro. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 8 Prozent des Branchenumsatzes. Der Exportanteil lag im Jahr 2019 gemessen am Umsatz der Gesamtbranche bei 77 Prozent.

Aufgrund des Nachfrageeinbruchs und der weitreichenden Einreisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie war der Passagierluftverkehr in Deutschland, Europa und der Welt seit dem Frühjahr 2020 weitgehend zum Erliegen gekommen. Zahlreiche Fluggesellschaften haben bis heute ihren Flugbetrieb drastisch reduziert. Branchenangaben zufolge ist der weltweite Passagierluftverkehr im Vergleich zu 2019 Corona-bedingt um 45 Prozent zurückgegangen; im Mai 2020 standen 16.500 von rund 29.000 Flugzeugen dauerhaft am Boden. Auch der Luftfrachtverkehr hat sich in Folge der weltweiten Rezession vermindert, allerdings nicht im gleichen Maße wie der Reiseflugverkehr. Inzwischen haben die deutschen und viele internationale Fluggesellschaften ihre Flugverbindungen schrittweise wieder aufgenommen. Viele dieser Verbindungen werden allerdings zunächst mit reduzierter Frequenz angeflogen. Die Branchenverbände rechnen damit, dass das Vorkrisenlevel im Luftverkehr frühestens in drei bis vier Jahren wieder erreicht sein wird. Dementsprechend wird die Rückkehr zur Normalität auch in der Luftfahrtindustrie im best-case-Szenario für 2021 und im worst-case-Szenario für 2025 prognostiziert.

Als weitere schwer kalkulierbare Risiken für die Entwicklung der Branche kommen globale Handelskonflikte und der Brexit hinzu.

Gerade die deutsche mittelständisch geprägte Zulieferindustrie steht damit vor großen Herausforderungen (fehlender Hochlauf der zivilen Luftfahrzeug-Programme) in den nächsten Jahren. Einerseits muss sie ihre technologische Leistungsfähigkeit erhalten (Lieferkette für die OEM), andererseits fallen in großem Maße Umsätze weg (laufende Programme, zukünftige neue Programme).

Weitere Branchen-Informationen zur Luft- und Raumfahrt finden Sie in unserem Branchenfokus.

Publikationen

Formeln an einer Tafel zum Thema Innovationspolitik; Quelle: stock.adobe.com – pict rider

© stock.adobe.com – pict rider

Innovationspolitik

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DLR

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt und Raumfahrt (aber auch Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung) sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden.

Das DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt und Raumfahrt (aber auch Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung) sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden.

Mit ca. 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erforscht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) Erde und Sonnensystem und stellt Wissen für den Erhalt der Umwelt zur Verfügung. Sein Portfolio reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von Produkten für morgen. Das DLR betreibt Großforschungsanlagen für eigene Projekte und als Dienstleister für Partner in der Wirtschaft. Darüber hinaus fördert es den wissenschaftlichen Nachwuchs, berät die Politik und ist eine treibende Kraft in den Regionen seiner derzeit bundesweit 30 Standorte.

Am 24. Juli 2017 haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das DLR die Strategie 2030 (PDF, 233 KB) vorgestellt. Sie zielt darauf ab, die Kernkompetenzen des DLR zu stärken und interne Synergiepotenziale noch gezielter zu nutzen, um die Spitzenposition in der Forschung zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft weiter auszubauen. Die strategischen Ziele in der Forschung, zehn neue Querschnittsprojekte und der neue Querschnittsbereich Digitalisierung spiegeln diese Ambitionen wider. Außerdem stellte der Bund 42 Millionen Euro für die Errichtung von sieben DLR Instituten in sechs Bundesländern zur Verfügung.

In den nächsten Jahren werden sieben weitere DLR-Institute in sechs Bundesländern hinzukommen. Hierfür stellt der Bund jährlich 42 Millionen Euro zur Verfügung. Thematische Schwerpunkte sind die Digitalisierung der Luftfahrtforschung, vernetzte Energiesysteme, der Schutz kritischer maritimer Infrastrukturen sowie Big Data und Smart Data in der Raumfahrt.

An der Umsetzung der deutschen Raumfahrtpolitik ist das DLR in einer Doppelrolle beteiligt: Zum einen ist das Raumfahrtmanagement im DLR im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten auf nationaler und europäischer Ebene zuständig. Zum anderen reicht die Tätigkeit des DLR als Forschungseinrichtung und Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung von innovativen Anwendungen und Produkten von morgen – auch im Bereich Luft- und Raumfahrt.

Start des ersten Satelliten für das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus

Pressemitteilungen

  • 24.03.2021 - Pressemitteilung - Handelspolitik

    Erstes Gespräch zwischen Altmaier und neuer US-Handelsbeauftragten Katherine Tai

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  • 26.02.2021 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Altmaier würdigt die herausragenden Verdienste von Prof. Wörner für die deutsche und europäische Raumfahrt

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.02.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Europäische Industriepolitik

    Deutschland und Frankreich: Gemeinsam für eine neue und innovative europäische Industriestrategie

    Öffnet Einzelsicht
  • 07.12.2020 - Pressemitteilung - Luft- und Raumfahrt

    Die „European Space Week 2020“ wirft einen Blick auf die Zukunft der europäischen Raumfahrt

    Öffnet Einzelsicht
  • 30.11.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Wirtschaftspolitik

    Bremen gibt Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz turnusgemäß ab

    Öffnet Einzelsicht
Rotorschaufeln zum Thema Luftfahrt; Quelle: DLR, CC-BY 3.0