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Dossier - Kultur- und Kreativwirtschaft

Kultur- und Kreativwirtschaft

Einleitung

Ob Architektur, Musik oder Werbung – die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine vielfältige Branche. Ihr gehören sowohl freiberuflich arbeitende Künstler und Kulturschaffende als auch Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer wie Kunsthändler, Agenten und Galeristen an.

Die vielen schöpferischen und gestaltenden Menschen prägen die Kultur- und Kreativwirtschaft: Autoren, Filmemacher, Musiker, bildende und darstellende Künstlerinnen und Künstler, Architekten, Designer und die Entwickler von Computerspielen schaffen künstlerische Qualität, kulturelle Vielfalt und kreative Erneuerung. Sie stehen zugleich für die wirtschaftliche Dynamik einer auf Wissen und Innovation basierenden Ökonomie.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört zu den wachstumsstärksten Branchen der Weltwirtschaft. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern und die Erwerbschancen innovativer kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler zu verbessern, hat die Bundesregierung im Jahr 2007 die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet. Koordiniert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Vier Zahlen zur Kultur- und Kreativwirtschaft

154
Symbolicon für Eurostapel

Milliarden Euro
setzt die Branche im Jahr schätzungsweise um

1,6
Symbolicon für Menschen

Millionen Menschen
arbeiten etwa in der Kultur- und Kreativwirtschaft

253
Symbolicon für Schreibtisch

Tausend
Freiberufler und gewerbliche Unternehmerinnen und Unternehmer sind in der Branche ca. tätig

3,1
Symbolicon für Tortendiagramm

Prozent
beträgt der Anteil der Branche am Bruttoinlandsprodukt (2016)

Branche im Überblick

Eine kreative Branche mit Zukunftspotenzial

Seit Ende der 1980er Jahre entwickelte sich die Kultur- und Kreativwirtschaft zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige der Weltwirtschaft. Ihr Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung in Deutschland betrug im Jahr 2016 schätzungsweise knapp 99 Milliarden Euro. Damit übertrifft die Branche erstmals wichtige Wirtschaftszweige wie die chemische Industrie, Energieversorger oder die Finanzdienstleistungsbranche.

Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, die überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Produktion und der Verbreitung von kulturellen oder kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen. Nicht dazu zählen Unternehmen, Einrichtungen oder vereinsartige Formen, die durch öffentliche Finanzierung getragen werden.

In Deutschland waren im Jahr 2016 über 1,1 Millionen Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft erwerbstätig, davon über 253.000 als selbständige Freiberufler und gewerbliche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie rund 864.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm 2016 gegenüber dem Vorjahr schätzungsweise um 3,5 Prozent zu. Damit wurden in den vergangenen vier Jahren annährend 100.000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs geschaffen. Berücksichtigt man auch die geringfügig Beschäftigten, waren 2016 sogar mehr als 1,6 Millionen Erwerbstätige in der Kultur- und Kreativbranche aktiv. Die 253.200 Unternehmen erzielten zusammen ein Umsatzvolumen von über 154 Milliarden Euro.

Im Rahmen Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft veröffentlicht die Bundesregierung einen jährlichen Monitoringbericht (PDF, 1MB) zur Entwicklung der Branche.

Infografiken

Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft

Für eine wettbewerbsfähige und dynamische Kreativbranche in Deutschland

Die Bundesregierung hat die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft geschaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und das Arbeitsplatzpotenzial noch weiter auszuschöpfen. Darüber hinaus sollen die Erwerbschancen innovativer kleiner Kulturbetriebe sowie freischaffender Künstlerinnen und Künstler verbessert werden.

Im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützt das BMWi die Branche auf vielfältige Art und Weise. Zentrale Ziele sind, die Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständiges Wirtschaftsfeld und als Wachstumsbranche zu etablieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zudem soll die wirtschaftliche Vernetzung innerhalb der Branche verbessert werden. Dafür wird ein Netzwerk für aller beteiligten Akteure aufgebaut, das über Fördermöglichkeiten informiert und Gründerinnen und Gründer in der Startphase unterstützt.

Zudem will das BMWi seine wirtschafts- und technologiepolitischen Programme anpassen, um künftig vermehrt Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft fördern zu können. Das BMWi strebt außerdem an, den Zugang zu Fremdkapital für Freiberufler und kleine Unternehmen der Branche zu erleichtern. Auch der Zugang zu Programmen der Außenwirtschaftsförderung soll verbessert werden, um das Potenzial der inländischen Branche im Ausland noch stärker zu präsentieren. Die Künstlersozialversicherung soll erhalten und weiter stabilisiert werden. Der Rahmen für digitalen Urheberschutz soll weiterentwickelt werden, um die Balance zwischen Urhebern und Nutzern wiederherzustellen.

Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

Seit 2016 fördert das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes Kooperationen zwischen der Kreativwirtschaft und anderen Branchen. Das Kompetenzzentrum wirbt für das Innovationspotenzial der Kreativwirtschaft und stellt Vernetzungsplattformen bereit. Das Kompetenzzentrum soll wesentlich dazu beitragen, die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständige Wirtschaftsbranche und Innovationsmotor stärker sichtbar zu machen.

Kultur- und Kreativpiloten Deutschland

Um das schöpferische Potenzial von Kultur- und Kreativschaffenden für Wirtschaft und Gesellschaft sichtbar zu machen, hat die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft den Titel "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland" ausgelobt. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die mit einer besonderen kreativen oder kulturellen Idee unternehmerisch durchstarten wollen. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Titelverleihung "Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2016"

German Motion Picture Fund

Digitales Filmeschaffen fördern

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert die deutsche Filmwirtschaft mit jährlich 10 Millionen Euro. Dazu wurde der "German Motion Picture Fund" (GMPF) ins Leben gerufen. Ziel ist die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Filmwirtschaft.

Durch den GMPF werden auf Bundesebene innovative Film- und Serienprojekte mit hohen Herstellungskosten und Ausgaben und digitales Filmschaffen in Deutschland unterstützt. So wurden unter anderem bereits die Spionageserie "Berlin Station", die im Berlin der 20er Jahre angesiedelte TV-Serie "Babylon Berlin" und die erste deutsche Serie des Video-Streaming-Dienstes Amazon Prime "You Are Wanted" durch den GMPF gefördert.

Das Konzept trägt dazu bei, den Filmstandort Deutschland international besser zu bewerben und insbesondere im Vergleich zum europäischen Ausland attraktiver zu machen. Damit leistet das BMWi einen Beitrag zur Stärkung der mittelständischen Filmwirtschaft und zur Sicherung der Qualität und Vielfalt des deutschen Films.

Neue Förderrichtlinie ab Dezember 2017

Um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Film- und Serienstandorts Deutschland noch zielgerichteter zu stärken, wurde die Förderrichtlinie zum 15. Dezember 2017 an die aktuellen Erfordernisse innovativen digitalen Filmschaffens in Deutschland angepasst: Neben High-End Serien und hochbudgetierten Kinofilmen fördert der GMPF nun auch hochbudgetierte Spielfilme ohne Kinoauswertung (also auch Video on Demand-Filme). Auch VFX-Arbeiten (sogenannte Visual Effects) und andere digitale Filmarbeiten werden künftig unterstützt. Für die Abwicklung des Förderprogramms ist die Filmförderungsanstalt (FFA) zuständig.

Einen Überblick über alle bislang geförderten Projekte sowie zu allen Richtlinien und Formularen finden Sie hier.

Pressemitteilungen

  • 15.01.2018 - Pressemitteilung - Wirtschaftsbranchen

    Pressemitteilung: Zypries: FashionTech birgt Zukunftspotenziale für Modestandort Deutschland

    Öffnet Einzelsicht
  • 08.12.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Kultur- und Kreativwirtschaft

    Pressemitteilung: Monitoring zur Kultur- und Kreativwirtschaft 2017 zeigt weiter Wachstum: die Kreativwirtschaft schließt zu etablierten Branchen auf!

    Öffnet Einzelsicht
  • 01.12.2017 - Pressemitteilung - Kultur- und Kreativwirtschaft

    Pressemitteilung: Check-in der Kultur-und Kreativpiloten: Bundeswirtschaftsministerin Zypries gibt Preisträger 2017 bekannt

    Öffnet Einzelsicht
  • 22.08.2017 - Pressemitteilung - Wirtschaftsbranchen

    Pressemitteilung: Bundesministerin Zypries plädiert für die Wiedereinführung eines Bundesdesignpreises

    Öffnet Einzelsicht
Museum Brandhorst steht symbolisch für Kultur- und Kreativwirtschaft; Quelle: iStock.com/tichr