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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunktur und Wachstum

Einleitung

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2020

Die deutsche Volkswirtschaft durchlebte im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie eine schwere Rezession, vergleichbar mit der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Im Jahr 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt um 5,0 % zurückgegangen.[1] Als Folge des Teil-Lockdowns im November und der anschließenden Verschärfung und Verlängerung dürfte die Wirtschaftsleistung nach einer kräftigen Erholung im dritten Quartal 2020 von 8,5 % im Schlussquartal lediglich stagnieren. Trotz des Teil-Lockdowns hat die Industrieproduktion im November weiter zugenommen, ebenso wie die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes. Dies deutet darauf hin, dass die Industrie – anders als noch im Frühjahr – von den Maßnahmen bisher weniger stark betroffen ist. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz sind im November weiter gestiegen, die Entwicklung im Einzelnen verlief allerdings recht unterschiedlich. Während die Umsätze im Internet- und Versandhandel deutlich zunahmen, litt der stationäre Handel insbesondere unter den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung. Die Frühindikatoren haben sich im Dezember eingetrübt, obwohl die Verschärfung des Lockdowns noch nicht maßgeblich mit eingeflossen ist. Die Zahl der monatlichen Pkw-Neuzulassungen privater Halter erreichte im Dezember saisonbereinigt die Marke von über 135.000 und lag damit spürbar über ihren durchschnittlichen Monatswerten der Jahre 2018 und 2019. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich trotz des Teil-Lockdowns stabil. Die Erwerbstätigkeit ging im November nur leicht zurück und die um saisonale Einflüsse bereinigte Arbeitslosigkeit sank im Dezember erneut merklich. Die Anzeigen für Kurzarbeit im November und Dezember deuten indes auf einen Anstieg der Menschen in Kurzarbeit hin.

Die wirtschaftliche Erholung legt angesichts des neuen Lockdowns eine Pause ein

Pandemiebedingt ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 insgesamt um 5,0 % zurückgegangen, nachdem es zehn Jahre lang zuvor Jahr für Jahr zunahm. Letztlich fällt das Minus aber deutlich niedriger aus, als es im Verlauf des letzten Jahres von vielen Experten erwartet worden war. Dies ist neben der Resilienz der deutschen Wirtschaft auch auf die sehr umfangreichen Maßnahmenpakete der Bundesregierung zur Stützung der Wirtschaft und zur Stabilisierung der Einkommen zurückzuführen. Nach dem historischen Einbruch im zweiten Quartal von 9,8 % war mit der schrittweisen Rücknahme der Einschränkungen ein bemerkenswerter Aufholprozess zu beobachten. Im dritten Quartal konnte die deutsche Wirtschaft ein Plus von 8,5 % verbuchen und erreichte damit wieder rund 96 % ihres Niveaus vom Schlussquartal 2019 vor Ausbruch der Pandemie. Obwohl die weitere Erholung allmählich an Fahrt verlor, waren auch noch im November überwiegend Steigerungen der Wirtschaftsleistung zu beobachten. Als Folge des erneuten Lockdowns dürfte es im vierten Quartal zu einer Stagnation des Bruttoinlandsprodukts gekommen sein.

Am aktuellen Rand zeigt der konjunkturelle Verlauf ein zweigeteiltes Bild: Einerseits ist der Dienstleistungssektor von den Einschränkungen der sozialen Kontakte wieder stärker betroffen, während andererseits sich die Industrie weiter robust entwickelt. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe und die Industrieproduktion haben im November trotz des Teil-Lockdowns weiter zugenommen. Auch der Warenhandel konnte erneut zulegen. Im Dezember verbesserten sich die Geschäfts- und Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe, obwohl die zum Zeitpunkt der Umfragen noch ausstehende Einigung über ein umfassendes Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zum Brexit für Unsicherheit gesorgt haben dürfte. Auch der Arbeitsmarkt erweist sich bislang als recht widerstandsfähig. In den letzten Monaten hat die Beschäftigung tendenziell zugenommen, während die Arbeitslosigkeit weiter zurückging. Die Kurzarbeit dürfte aber zuletzt wieder verstärkt in Anspruch genommen worden sein.

Lesen Sie hier mehr zur wirtschaftlichen Lage im Januar 2021.

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Weitere Pressemitteilungen zur wirtschaftlichen Lage

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Konjunkturschlaglicht Dezember 2020

Neuer harter Lockdown lastet auf der deutschen Wirtschaft

Gesamtwirtschaft

ifo Konjunkturtest insgesamt (Salden, saisonbereinigt) Bild vergrößern

ifo Konjunkturtest insgesamt (Salden, saisonbereinigt)

© ifo Institut

Die weitere Erholung der deutschen Wirtschaft wird durch den erneuten Lockdown gebremst. Nach einem beeindruckenden dritten Quartal dürfte die konjunkturelle Dynamik im Schlussquartal 2020 durch die neuen Einschränkungen deutlich schwächer ausfallen.

Lesen Sie hier mehr zum Konjunkturschlaglicht im Dezember.

Dashboard Deutschland

Neue Online-Plattform bündelt Daten zur Corona-Krise

Zuverlässige Informationen sind in einer Krisensituation wie der Corona-Pandemie wichtiger denn je. Sie ermöglichen eine objektive Bewertung und schaffen damit die Basis zur Krisenbewältigung. Mit dem „Dashboard Deutschland“ stellen das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt (Destatis) seit dem 15. Dezember 2020 hochaktuelle Informationen zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf einer öffentlich zugänglichen Online-Plattform bereit.

Das im Auftrag der drei Ministerien entwickelte „Dashboard Deutschland“ bietet zum Start mehr als 100 aussagekräftige Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu den Themenbereichen Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. Die visualisierten Ergebnisse werden von Texten begleitet, die ihre Interpretation erleichtern. Zum Start des Angebots bietet das „Dashboard Deutschland“ bereits grundlegende Analysemöglichkeiten. Bis Mitte 2021 werden sowohl das inhaltliche Angebot als auch die technische Funktionalität weiter ausgebaut. Das „Dashboard Deutschland“ ist kostenfrei und ohne Registrierung nutzbar.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dashboard-deutschland.de

Aktuelle Projektion

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Durch die Corona-Pandemie sind die Weltwirtschaft und mit ihr die deutsche Volkswirtschaft in eine Rezession geraten. Die Herbstprojektion 2020, die Ende Oktober durch das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht wurde, zeigt jedoch: Die Rezession ist nicht so stark ausgefallen wie befürchtet und der Aufschwung ging schneller als erwartet.

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Als Teil des Jahreswirtschaftsberichts veröffentlicht die Bundesregierung im Januar die Jahresprojektion. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist sowie das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme nach der Schuldenregel gemäß den Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

Die aktuelle Schätzung aus der Herbstprojektion 2020 können Sie hier einsehen.

Kennzahlen zur Frühjahrsprojektion der Bundesregierung

-5,5
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
2020 gegenüber Vorjahr

-10,3
Symbolicon für Lastenwagen

Prozent Rückgang der Exporte
2020 gegenüber Vorjahr

-6,9
Symbolicon für Geld

Prozent Rückgang der privaten Konsumausgaben
2020 gegenüber Vorjahr

380
Symbolicon für Arbeiter

Tausend weniger Erwerbstätige
2020 gegenüber Vorjahr

Videos

Eckwerte und Produktionspotenzial

Eckwertetabelle und Produktionspotenzial

Vewendung des Bruttoinlandsproduktes (preisbereinigt) [1]2019202020212022
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Bruttoinlandsprodukt [1]0,6-5,54,42,5
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,6-6,94,53,4
Konsumausgaben des Staates2,64,70,8-0,4
Bruttoanlageinvestitionen2,5-3,84,83,0
- darunter Ausrüstungen 0,5-15,811,94,3
- Bauten3,83,11,82,3
- Sonstige Anlagen2,7-1,53,12,9
Vorratsveränderung und Nettozugang an Wertsachen (Impuls)-0,7-0,10,00,0
Inlandsnachfrage1,2-3,83,72,4
Exporte 1,0-10,37,15,4
Importe2,6-7,16,05,4
Außenbeitrag (Impuls) [3]-0,6-1,90,80,3
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,30,51,31,4
Erwerbstätige (Inland)45,344,945,045,3
Arbeitslose (BA)2,32,72,62,4

[1] Im Jahr 2020 beträgt das kalenderbereinigte Wachstum - 5,9 Prozent und die Jahresverlaufsrate beträgt - 4,6 Prozent;
[2] Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck;
[3] Absolute Veränderung des Außenbeitrags in Prozent des BIP des Vorjahres (=Beitrag zur Zuwachsrate des BIP).

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Weitere Projektionen finden Sie hier

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Die Corona-Krise hat zu einem Digitalisierungsschub geführt. Gleichzeitig wird deutlich, dass noch Nachholbedarf besteht. Zeit sich mit einer Grundsatzfrage zu beschäftigen: Wie zeitgemäß ist die Ordnungspolitik in einer digitalisierten Wirtschaft? In der neuen Ausgabe argumentieren wir, dass unsere bisherigen wirtschaftspolitischen Grundsätze weiterhin gelten, auch wenn Anpassungen erforderlich sind, um die Herausforderungen der Digitalisierung angemessen zu adressieren.

Bilanz zur deutschen Ratspräsidentschaft: In den letzten sechs Monaten ist es gelungen, die Weichen für den Wiederaufschwung und eine wettbewerbsfähige und innovative europäische Wirtschaft zu stellen. Im Interview berichtet Bundesminister Peter Altmaier, wie die Funktionsfähigkeit der Europäischen Union in Pandemiezeiten sichergestellt werden konnte und was die deutsche EU-Ratspräsidentschaft wirtschaftspolitisch erreicht hat.

Trotz hervorragender Qualifikationen sind Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. In einem Namensartikel unterstreicht unsere Parlamentarische Staatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker die Notwendigkeit, die gläserne Decke zu durchbrechen, und erklärt, welche Maßnahmen die Große Koalition und das BMWi bereits getroffen haben, um gleichberechtigte Teilhabe zu fördern.

Im Zuge der Corona-Krise sind internationale Lieferketten vorübergehend stark eingebrochen. Es stellt sich die Frage, wie sich der globale Handel nach der Überwindung der Pandemie entwickeln wird. Im neuen Heft beleuchten wir strukturelle Faktoren, die den Welthandel langfristig beeinflussen können, und diskutieren, welche wirtschaftspolitischen Herausforderungen bestehen.

Außerdem finden Sie weitere Beiträge zu den Novemberhilfen, dem neuen Datenportal „Dashboard Deutschland“, Berichte über die Asien-Pazifik-Konferenz und die EU-Konferenzen zu KMU und Innovationsclustern sowie alle Details zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Welt.

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Weitere Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

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Analysen

Analysen der Wirtschaftsentwicklung

Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben am 8. April 2020 ihr Frühjahrsgutachten vorgestellt. Sie erwarten für dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt um 4,2 Prozent. Die Konjunktur wird sich nach aktuellen Ausgangsbeschränkungen schrittweise erholen. Die Forscher rechnen schon für das kommende Jahr wieder mit einem kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 5,8 Prozent.

Lesen Sie mehr dazu hier.

Konjunkturstatistik

Konjunkturstatistik

 

Konjunktur

KONJUNKTUR
Grafiken & Tabellen

Schlaglichter - Konjunktur Januar 2021

Pressemitteilungen

  • 14.01.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Januar 2021

    Video

    Öffnet Einzelsicht
  • 08.01.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe - Berichtsmonat November 2020

    Öffnet Einzelsicht
  • 07.01.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe Berichtsmonat November 2020

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.01.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftspolitik

    Abschlagszahlungen für außerordentliche Wirtschaftshilfe für Dezember gestartet

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.12.2020 - Pressemitteilung - Wirtschaftspolitik

    Altmaier und der neue BDA-Präsident Dr. Dulger vereinbaren enge Abstimmung für wirtschaftlichen Aufschwung nach Corona-Pandemie

    Öffnet Einzelsicht
Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy