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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunktur und Wachstum

Einleitung

Wirtschaftliche Enticklung zweitgeteilt: eingeschränkten Dienstleistungbereichen steht solide Industrie gegenüber

Die wirtschaftliche Lage präsentiert sich bis März zweigeteilt: Während die Dienstleistungsbereiche nach wie vor durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie eingeschränkt sind, zeigt sich die Industriekonjunktur bis zuletzt robust. Zwar ist der industrielle Ausstoß im Januar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Allerdings stellt sich dieser Rückgang vor dem Hintergrund eines sehr kräftigen Anstiegs im Dezember eher als Verschnaufpause dar. Die wirtschaftliche Aktivität in den Dienstleistungsbereichen ist derweil von den Lockdown-Maßnahmen geprägt, wenngleich auch hier zuletzt etwas mehr Zuversicht zu beobachten war. Generell sind im Rahmen der voranschreitenden Impfungen die Hoffnungen auf ein baldiges Zurückfahren der Beschränkungen groß. Die weitere Entwicklung der Wirtschaft hängt nun maßgeblich davon ab, wie nachhaltig das Infektionsgeschehen kontrolliert werden kann und wie schnell damit weitere Lockerungen möglich werden. Allerdings steht fest, dass ohne eine anhaltende Eindämmung der Corona-Pandemie auch keine „normale“ wirtschaftliche Aktivität möglich sein wird.

Im Rückblick hat die konjunkturelle Erholung des zweiten Halbjahrs 2020 im Schlussquartal 2020 durch eine zweite Pandemiewelle und den daraufhin vorgenommenen Maßnahmen zur Eindämmung deutlich an Schwung verloren. Gemäß der Detailmeldung des Statistischen Bundesamts kam es im vierten Quartal 2020 zu einem Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozent, was damit höher ausgefallen ist als vielerorts erwartet. Dennoch ist nach dem Anstieg im dritten Quartal um 8,5 Prozent der dämpfende Effekt der angeordneten Schließungen unverkennbar. Erwartungsgemäß war hierbei vor allem der private Konsum betroffen, der besonders stark auf soziale Kontakte angewiesen ist. Dieser Zustand im Dienstleistungsbereich hält nach wie vor an und prägt somit auch die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Vierteljahr 2021. Im Gegensatz dazu zeigt sich der deutsche Außenhandel und die damit eng verbundene Industriekonjunktur robust. Trotz der Belastungen im Dienstleistungsbereich präsentiert sich der Arbeitsmarkt daher auch weiterhin stabil: Die Erwerbstätigkeit nahm zuletzt wieder leicht zu, während die Kurzarbeit nahezu unverändert blieb.

Weltkonjunktur weiter auf Erholkurs

Die Weltkonjunktur erholt sich weiter, steht allerdings immer noch im Schatten der Pandemie. Die globale Industrieproduktion nahm im Dezember zum achten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat zu (+1,3 Prozent). Damit überstieg der weltweite industrielle Ausstoß sein Vorkrisenniveau. Der Welthandel expandierte im Dezember ebenfalls weiter (+0,6 Prozent) und überschritt auch erneut sein Vorkrisenniveau. Die Stimmungsindikatoren sprechen für eine leichte Erholung der Weltwirtschaft. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit erhöhte sich im Februar auf 53,2 Punkte (Dezember: 52,3 Punkte) und hält sich damit unverändert oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Insbesondere die Stimmung bei den Dienstleistern machte einen deutlichen Sprung nach oben, liegt aber immer noch hinter den Erwartungen in der Industrie. Nach wie vor dürfte hierfür ursächlich sein, dass von den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung primär die Dienstleistungsbranchen betroffen sind. Ein Grund für die zuversichtlichere Stimmung dürften die weltweiten Impfkampagnen sein.

Lesen Sie hier mehr zur wirtschaftlichen Lage im März 2021.

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Weitere Pressemitteilungen zur wirtschaftlichen Lage

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Konjunkturschlaglicht April 2021

Fortsetzung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung dämpft wirtschaftliche Entwicklung

Gesamtwirtschaft

Bruttoinlanfsprodukt und ifo Geschäftsklima (zentrierte gleitende Drei-Monats-Durchschnitte bzw. Quartale, saisonbereinigt, Veränderungen gegenüber Vorperiode in Prozent bzw. Salden bei ifo) Bild vergrößern

Bruttoinlanfsprodukt und ifo Geschäftsklima (zentrierte gleitende Drei-Monats-Durchschnitte bzw. Quartale, saisonbereinigt, Veränderungen gegenüber Vorperiode in Prozent bzw. Salden bei ifo)

© Statistisches Bundesamt (StBA), Bundesbank (BBk), ifo Institut

Die notwendigen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung haben die wirtschaftliche Entwicklung im Jahresschlussquartal 2020 belastet. Betroffen waren vor allem Dienstleistungsbereiche. Die Industrie hingegen zeigte sich robust. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich leicht um 0,3 %.

Lesen Sie hier mehr zum Konjunkturschlaglicht im April.

Dashboard Deutschland

Neue Online-Plattform bündelt Daten zur Corona-Krise

Zuverlässige Informationen sind in einer Krisensituation wie der Corona-Pandemie wichtiger denn je. Sie ermöglichen eine objektive Bewertung und schaffen damit die Basis zur Krisenbewältigung. Mit dem „Dashboard Deutschland“ stellen das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt (Destatis) seit dem 15. Dezember 2020 hochaktuelle Informationen zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf einer öffentlich zugänglichen Online-Plattform bereit.

Das im Auftrag der drei Ministerien entwickelte „Dashboard Deutschland“ bietet zum Start mehr als 100 aussagekräftige Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu den Themenbereichen Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. Die visualisierten Ergebnisse werden von Texten begleitet, die ihre Interpretation erleichtern. Zum Start des Angebots bietet das „Dashboard Deutschland“ bereits grundlegende Analysemöglichkeiten. Bis Mitte 2021 werden sowohl das inhaltliche Angebot als auch die technische Funktionalität weiter ausgebaut. Das „Dashboard Deutschland“ ist kostenfrei und ohne Registrierung nutzbar.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dashboard-deutschland.de

Aktuelle Projektion

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Durch die Corona-Pandemie sind die Weltwirtschaft und mit ihr die deutsche Volkswirtschaft in eine Rezession geraten. Die Jahresprojektion 2021, die im Januar durch das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht wurde, zeigt jedoch: Die Rezession ist nicht so stark ausgefallen wie befürchtet und der Aufschwung ging schneller als erwartet. Für das Jahr 2021 erwartet die Bundesregierung eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Wirtschaftsleistung von vor der Pandemie dürfte erst Mitte 2022 wieder erreicht werden. Ziel ist es, die Corona-Krise zu überwinden, wirtschaftliche Erholung zu unterstützen und Strukturen zu stärken.

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Als Teil des Jahreswirtschaftsberichts veröffentlicht die Bundesregierung im Januar die Jahresprojektion. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist sowie das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme nach der Schuldenregel gemäß den Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

Die aktuelle Schätzung aus der Jahresprojektion 2021 können Sie hier einsehen.

Kennzahlen zur Jahresprojektion der Bundesregierung

+3,0
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2021 erwartet

+5,3
Symbolicon für Münzen und Geldschein

Prozent Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2021 erwartet

+3,6
Symbolicon für Geld

Prozent beim privaten Konsum
in 2021

5,8
Symbolicon für Arbeiter

Prozent Arbeitslosenquote - leichter Rückgang erwartet
in 2021

Videos

Eckwerte und Produktionspotenzial

Eckwertetabelle und Produktionspotenzial

Veränderung des Bruttoinlandsproduktes (preisbereinigt) [1]2019202020212022
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Bruttoinlandsprodukt [1]0,6-5,03,02,6
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,6-6,03,62,9
Konsumausgaben des Staates2,63,41,10,5
Bruttoanlageinvestitionen2,5-3,53,63,5
- darunter Ausrüstungen 0,5-12,56,56,0
- Bauten3,81,51,92,4
- Sonstige Anlagen2,7-1,14,12,8
Vorratsveränderung und Nettozugang an Wertsachen (Impuls)-0,7-0,70,00,0
Inlandsnachfrage1,2-4,13,12,5
Exporte 1,0-9,96,45,7
Importe2,6-8,67,26,0
Außenbeitrag (Impuls) [3]-0,6-1,10,10,2
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [2]1,30,61,61,6
Erwerbstätige (Inland)45,344,844,845,1
Arbeitslose (BA)2,32,72,62,5

[1] Im Jahr 2020 beträgt das kalenderbereinigte Wachstum - 5,9 Prozent und die Jahresverlaufsrate beträgt - 4,6 Prozent;
[2] Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck;
[3] Absolute Veränderung des Außenbeitrags in Prozent des BIP des Vorjahres (=Beitrag zur Zuwachsrate des BIP).

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Weitere Projektionen finden Sie hier

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Wasserstoff ist das kleinste chemische Element, doch es kann der Wegbereiter für einen großen wirtschafts- und energiepolitischen Umbruch sein. Doch dafür braucht noch weitere Entwicklung. In dieser Ausgabe berichten wir über zahlreiche Projekte und Initiativen, mit denen das Bundeswirtschaftsministerium die Wasserstoffforschung für die Energie der Zukunft vorantreibt.

Der neue Monitoring-Bericht zur Energiewende zeigt über das Thema Wasserstoff hinaus, wo wir beim Umbau unseres Energiesystems stehen. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sind große Fortschritte erzielt worden, aber beim Stromverbrauch sind mehr Anstrengungen erforderlich.

Klimaschutz muss international gedacht werden. Dafür schlägt unser Wissenschaftliche Beirat den Aufbau eines Klimaclubs mit einem vereinbarten CO2-Mindestpreis sowie einem Grenzausgleich gegenüber Drittländern vor. Wir stellen das neue Beiratsgutachten kurz vor.

Das Thema „Corona“ beschäftigt uns auch in diesem Heft. Unter anderem berichten wir über die Nationale Reserve Gesundheitsschutz. Die Bundesregierung hat im letzten Sommer den Aufbau solcher Notkapazitäten beschlossen, um die Bevölkerung im Notfall mit Masken und Schutzausrüstungen versorgen zu können.

Um die Wirtschaft in der aktuellen Krise zu stützen, gab es auch auf europäischer Ebene entschlossene und solidarische Reaktionen. Das europäische Aufbauinstrument „Next Generation EU“ hat ein Volumen von 750 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt auf die so genannte Aufbau- und Resilienzfazilität, die wir im aktuellen Heft vorstellen.

Die Corona-Pandemie hat auch Subsahara-Afrika schwer getroffen. Doch Rohstoffe, Innovationen und die neue Freihandelszone AFCFTA bieten Chancen für eine Überwindung der Krise und neues Wachstum.

Außerdem berichten wir über die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung und Unterstützungsprogramme auf dem Ausbildungsmarkt.

Und wie immer finden Sie ausführliche Informationen über die aktuelle wirtschaftliche Lage.

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Weitere Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

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Analysen

Analysen der Wirtschaftsentwicklung

Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben am 8. April 2020 ihr Frühjahrsgutachten vorgestellt. Sie erwarten für dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt um 4,2 Prozent. Die Konjunktur wird sich nach aktuellen Ausgangsbeschränkungen schrittweise erholen. Die Forscher rechnen schon für das kommende Jahr wieder mit einem kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 5,8 Prozent.

Lesen Sie mehr dazu hier.

Konjunkturstatistik

Konjunkturstatistik

 

Konjunktur

KONJUNKTUR
Grafiken & Tabellen

Schlaglichter - Konjunktur April 2021

Pressemitteilungen

  • 16.03.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2021

    Öffnet Einzelsicht
  • 08.03.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Berichtsmonat Januar 2021

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.03.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Berichtsmonat Januar 2021

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.02.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Wirtschaftspolitik

    Die Neustarthilfe startet – Anträge können ab heute gestellt werden

    Video

    Öffnet Einzelsicht
  • 15.02.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2021

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.02.2021 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Berichtsmonat Dezember 2020

    Öffnet Einzelsicht
Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy