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Artikel - Schlüsseltechnologien

Förderprogramm Industrielle Bioökonomie Zweite Ausschreibungsrunde läuft: Skizzeneinreichung bis 30.06.2021

Einleitung

Industrielle Bioökonomie

© Adobe Stock/Grispb

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche bioökonomische Produkte und Verfahren im Labormaßstab entwickelt, mit denen fossile Rohstoffe, in vielen Fällen unter Nutzung biobasierter Rest- und Abfallstoffe, ersetzt, Treibhausgasemissionen minimiert und Beiträge zur Erschließung neuer Wertschöpfungsketten geleistet werden konnten. Ziel ist es nun, die zugrundeliegenden innovativen Prozesse im industriellen Maßstab breit umzusetzen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt daher mit seinem Förderprogramm Industrielle Bioökonomie den Transfer bioökonomischer Produkte und Verfahren in die industrielle Praxis.

Was wird gefördert?

Fördermodule für die Nutzung und den Bau von Demonstrationsanlagen

Gefördert werden bei Nutzung und Bau von Demonstrationsanlagen für die industrielle Bioökonomie die Skalierung innovativer Prozesse zur praxisnahen Erprobung und Optimierung im Rahmen von zwei Fördermodulen:

Fördermodul A

Im Modul A wird die Nutzung existierender öffentlicher oder privater Multi-Purpose-Anlagen in Deutschland sowie in Europa zur Erprobung und Weiterentwicklung eigener Verfahren der industriellen Bioökonomie gefördert. Die Förderung umfasst beispielsweise Nutzungsentgelte für Anlagen, Vertragsverhandlungen für die Nutzung dieser Anlagen, Abstimmungsprozesse, Schutzrechtsvereinbarungen mit Anlagenbetreibern, die Betreuung der Abläufe durch eigenes Personal vor Ort, die Erlangung, Validierung und Verteidigung von Patenten und anderen immateriellen Vermögenswerten sowie Innovationsberatungsdienste.

Grundlegende inhaltliche Bewertungskriterien für Skizzen und Vollanträge:

  • Mindestens drei der vier folgenden Kriterien zur Nachhaltigkeit sollen erfüllt werden

    • Ersatz fossilbasierter Verfahren durch biobasierte
    • Nutzung biogener Rest-/Abfallstoffe zur Steigerung der Ressourceneffizienz und als Beitrag zu einer Kreislaufwirtschaft (zirkuläre Bioökonomie)
    • Quantifizierbare Reduktion der Emission von Treibhausgasen
    • Generierung zusätzlicher Wertschöpfung auf Basis biobasierter Roh- und Reststoffe

Zuwendungsfähige Projekte müssen sich auf industrielle Produktionsverfahren beziehen und bioökonomische Verfahren bzw. Produkte fokussieren, die

  • unter ganzheitlicher Betrachtung ökologisch (z.B. gem. ISO 14040 / 14044) und sozial (Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze) nachhaltig sowie ökonomisch sinnvoll sind,
  • eine Neuartigkeit aufweisen, die bspw. zu einer Kostenreduktion oder Verbesserung von Produkteigenschaften im Vergleich zu konventionellen Verfahren führt,
  • marktfähig sind (Marktzugang und Verwertungsrechte müssen vorhanden sein).

Für die Vorhaben sollte dargestellt werden, dass

  • zugrundeliegende Verfahren bereits das Technology Readiness Level (TRL) 4 (Nachweis der technischen Machbarkeit im Labormaßstab) erreicht haben,
  • eine Mehrzweckdemonstrationsanlage zur Skalierung und Erprobung des betrachteten Prozesses im geplanten Projektzeitraum zur Verfügung steht und
  • sie in der Regel nicht ausschließlich eine spezifische Zielbranche adressieren.

Hinweis: Im Rahmen der europäischen Initiative „Pilots4U“ stellen die Betreiber einiger Mehrzweckdemonstrationsanlagen ihr Leistungsangebot auf der Website www.biopilots4u.eu dar. Sofern Sie noch keinen Betreiber einer Mehrzweckdemonstrationsanlage identifizieren konnten, dessen Anlage zur Skalierung und Erprobung Ihres Prozesses innerhalb des Fördermoduls A geeignet ist, könnten Sie hier fündig werden. Wir weisen Sie darauf hin, dass es sich bei den auf der verlinkten Seite vorgenommenen Eintragungen weder um eine abschließende Aufzählung noch um eine Empfehlungsliste handelt. Gerne können Sie also auch andere geeignete Anlagen nutzen, die hier nicht registriert sind.

Sie sind selbst Betreiber einer Mehrzweckdemonstrationsanlage für Prozesse der industriellen Bioökonomie und möchten Ihre Anlage gern Förderinteressierten zur Skalierung ihrer Prozesse zur Verfügung stellen? Kontaktieren Sie uns gern per E-Mail (industrielle-biooekonomie@vdivde-it.de) und schildern Sie uns, welches Anlagenequipment Sie zur Verfügung stellen können und wer die zuständige Ansprechperson (E-Mail-Adresse und Telefonnummer) in Ihrem Hause ist.

Fördermodul B

Im Modul B werden vorbereitende Tätigkeiten für die Errichtung unternehmenseigener Single-use-Demonstrationsanlagen der industriellen Bioökonomie gefördert. Hierzu zählen Durchführbarkeitsstudien zur Errichtung der Demonstrationsanlagen (Basic-Engineering mit Planungsunterlagen und Konzepten, SWOT-Analysen, Ressourcenplanung und Bewertung der Erfolgsaussichten als Entscheidungsgrundlage für die Investition) und die Vorbereitung der Markteinführung (Genehmigungsverfahren, Konkretisierung des Geschäftsmodells, Marktanalyse, Cash-Flow-Planung für die geplante Single-use-Anlage) . Ein strategisches Ziel ist es dabei, den Aufbau von Leuchtturmprojekten im Bereich der industriellen Bioökonomie zu unterstützen und insbesondere mit konkreten Planungsunterlagen und Konzepten die Entscheidungsgrundlage für die Investition in eine bioökonomische Demonstrationsanlage zu schaffen.

Grundlegende inhaltliche Bewertungskriterien für Skizzen und Vollanträge:

  • Mindestens drei der vier folgenden Kriterien zur Nachhaltigkeit sollen erfüllt werden

    • Ersatz fossilbasierter Verfahren durch biobasierte
    • Nutzung biogener Rest-/Abfallstoffe zur Steigerung der Ressourceneffizienz und als Beitrag zu einer Kreislaufwirtschaft (zirkuläre Bioökonomie)
    • Quantifizierbare Reduktion der Emission von Treibhausgasen
    • Generierung zusätzlicher Wertschöpfung auf Basis biobasierter Roh- und Reststoffe

Zuwendungsfähige Projekte müssen sich auf industrielle Produktionsverfahren beziehen und bioökonomische Verfahren bzw. Produkte fokussieren, die

  • unter ganzheitlicher Betrachtung ökologisch (z.B. gem. ISO 14040 / 14044) und sozial (Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze) nachhaltig sowie ökonomisch sinnvoll sind,
  • eine Neuartigkeit aufweisen, die bspw. zu einer Kostenreduktion oder Verbesserung von Produkteigenschaften im Vergleich zu konventionellen Verfahren führt,
  • marktfähig sind (Marktzugang und Verwertungsrechte müssen vorhanden sein, die Verwertungsperspektive muss konkret beschrieben werden).

Für die Vorhaben sollte dargestellt werden, dass

  • zugrundeliegende Verfahren bereits das Technology Readiness Level (TRL) 6 (Nachweis des erfolgreichen Einsatzes in Einsatzumgebung im Pilotmaßstab) erreicht haben und
  • sie in der Regel nicht ausschließlich eine spezifische Zielbranche adressieren.

Wer wird gefördert?

Zielgruppen der Fördermodule

Das Modul A adressiert Start-ups und kleine mittelständische Unternehmen (KMU) sowie mittelständische Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten und in Ausnahmefällen auch Großunternehmen. Forschungseinrichtungen können als Kooperationspartner von Unternehmen mitwirken.

Unternehmenstyp
Beschäftigte
Umsatz- und Bilanzsumme
Kleinstunternehmen
Weniger als 10 Mitarbeitenden
kleiner 2 Mio. Euro
Kleine Unternehmen
Weniger als 50 Mitarbeitenden
kleiner 10 Mio. Euro
Mittlere UnternehmenWeniger als 250 Mitarbeitenden
kleiner 50 Mio. Euro
Mittlere UnternehmenBis zu 1.000 Mitarbeitenden

Ausnahmefälle: Großunternehmen sind im Modul A förderfähig, wenn

  • sie Teil einer Wertschöpfungskette mit KMU sind und
  • wenn sie mit ihrem Projekt eine Lücke bei der Implementierung der Bioökonomie schließen.

Zudem müssen förderfähige Prozessabläufe vor Ort eine Durchführung und Überwachung der Testroutinen für die in den Demonstrationsanlagen zu testenden Produkte und/oder Verfahren umfassen.

Das Modul B richtet sich an gewerbliche Unternehmen jeder Größe. Die Unternehmen können allein oder auch zusammen mit Forschungseinrichtungen im Konsortium Anträge einreichen.

Wie wird gefördert?

Art der Förderung und Förderkonditionen

Im Modul A erfolgt die Förderung je nach Art der Antragsteller und Fördermaßnahme als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Anteilsfinanzierung nach der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) Anlage 1 oder nach der „De-minimis Verordnung“, einer europäischen Förderregelung, die unter anderem Grenzen für Förderhöhen setzt.

Im Modul B wird grundsätzlich auf Basis der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) Anlage 1, gefördert. Die Durchführung von Markteinführungsmaßnahmen erfolgt über eine Förderung nach dem De-minimis Verfahren.

Die Förderhöhe für Projektkosten und -ausgaben richtet sich nach den in der Förderrichtlinie zur Industriellen Bioökonomie festgelegten Fördersätzen, die je nach Fördermodul und Art der Antragsteller variieren.

Für die Module A und B sind die maximalen Fördersätze wie folgt vorgesehen:

AntragstellerModul AModul B
Start-ups (Gründung vor <3 Jahren)50 %1
80 %3
Kleinstunternehmen:
Weniger als 10 Mitarbeitenden sowie Umsatz und Bilanzsumme
kleiner 2 Mio. Euro
50 %1
80 %3
70 %1
100 %4
Kleine Unternehmen:
Weniger als 50 Mitarbeitenden sowie Umsatz und Bilanzsumme
kleiner 10 Mio. Euro
50 %1
80 %3
70 %1
100 %4
Mittlere Unternehmen:
Weniger als 250 Mitarbeitenden sowie Umsatz und Bilanzsumme
kleiner 50 Mio. Euro
50 %1
80 %3
60 %1
100 %4
weitere mittelständische Unternehmen (unter 1000 Beschäftigte)50 %250 %
100 %4
Großunternehmen (über 1.000 Mitarbeitenden)50 %250 %
100 %4
Forschungseinrichtungen (als Teil eines Konsortiums mit Unternehmen)90 %90 %

1 nach AGVO Anhang 1
2 nach De-minimis
3 Für Innovationsberatungsdienste erfolgt eine Förderung bis max. 80 Prozent nach De-minimis. Hierbei ist die Förderquote abhängig von Qualität des Projektes und zur Verfügung stehenden Mitteln.
4 In Modul B kann zusätzlich durch Unternehmen auch eine Förderung der Markteinführung mit einer Förderquote bis max. 100 Prozent nach De-minimis beantragt werden.

Ausschreibungsrunden

Themen und Termine der zwei Ausschreibungsrunden

In der ersten Ausschreibungsrunde vom 25. Januar 2021 bis 1. März 2021 wurde das Fördermodul A „Nutzung existierender Multipurpose-Demonstrationsanlagen in Deutschland und Europa zur Erprobung und Weiterentwicklung eigener Verfahren der industriellen Bioökonomie“ adressiert.

Die Skizzeneinreichung der zweiten Ausschreibungsrunde startete am 26. Mai 2021, in der die Fördermodule A „Nutzung existierender Multipurpose-Demonstrationsanlagen“ und B „vorbereitende Tätigkeiten, Durchführbarkeitsstudien zum Errichten von unternehmenseigenen Single-Use-Demonstrationsanlagen inkl. Durchführung von Markteinführungen“ adressiert werden. Die Frist zur Teilnahme an dieser Ausschreibungsrunde ist der 30. Juni 2021. Die Vorlagefrist gilt als Ausschlussfrist. Verspätet eingegangene Skizzen können für diese Ausschreibungsrunde nicht mehr berücksichtigt werden.

Antragsverfahren

Wie funktioniert die Antragstellung?

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Das Verfahren beginnt in der ersten Stufe mit der elektronischen Skizzenvorlage über die vom Projektträger bereitgestellte Plattform positron:s. Wird eine Skizze als förderfähig bewertet, erfolgt unter der Voraussetzung ausreichender Haushaltsmittel, eine Empfehlung zur Antragstellung. Mit Eingang der vollständigen Antragsunterlagen über das elektronische Formularsystem easy-Online des Bundes setzt sich das Antragsverfahren in der zweiten Stufe fort und endet in der Regel mit einer Bewilligung oder Ablehnung der förmlichen Anträge durch das BMWi. Für die Vollantragstellung wird die Verwendung einer elektronischen Signatur empfohlen.

Skizzen und/oder Förderanträge können verfahrensbeendend jederzeit zurückgezogen werden.

Eine Bewertung der Antragsskizzen für Projektförderanträge zu Modul A wird, durch das BMWi unterstützt, durch den Projektträger erfolgen..

Für Projektförderanträge zu Modul B wird ein Beratungsgremium, ebenfalls im Zusammenwirken mit dem Projektträger, eine Begutachtung und Bewertung der Antragsskizzen vornehmen und somit das BMWi bei der Antragsprüfung beratend unterstützen.
Dieses Beratungsgremium setzt sich aus von den Arbeitsgruppen der Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“ benannten Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern des Projektträgers zusammen.

Antrags- und Skizzentools

Die Antragstools

Das Online-Einreichungstool „positron:s“ ist für die Skizzenvorlage geöffnet. Sie können sich bei „positron:s“ registrieren und einen Login erhalten, um Ihre Projektidee einzugeben und sich genauer über Struktur und Anforderungen der Projektskizzen zu informieren. Für die Vollantragstellung wird die Verwendung einer elektronischen Signatur empfohlen.

Für die Antragstellung des späteren Vollantrages wird das elektronische Formularsystem easy-Online des Bundes verwendet.

Hinweis zum Info-Mailing

Möchten Sie in Zukunft aktuelle Informationen zum Förderprogramm Industrielle Bioökonomie erhalten, dann senden Sie uns bitte eine kurze E-Mail zu.

 

Weitere Informationen

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