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Artikel - Schlüsseltechnologien

Förderprogramm Industrielle Bioökonomie Erste Ausschreibungsrunde startet am 25. Januar 2021: Nutzung existierender Multipurpose-Demonstrationsanlagen

Einleitung

Industrielle Bioökonomie

© Adobe Stock/Grispb

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche bioökonomische Produkte und Verfahren im Labormaßstab entwickelt, mit denen fossile Rohstoffe, in vielen Fällen unter Nutzung biologischer Rest- und Abfallstoffe, ersetzt, Treibhausgasemissionen minimiert und Beiträge zur Erschließung neuer Wertschöpfungsketten geleistet werden konnten. Ziel ist es nun, die zugrundeliegenden innovativen Prozesse im industriellen Maßstab breit umzusetzen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt daher mit seinem Förderprogramm Industrielle Bioökonomie den Transfer bioökonomischer Produkte und Verfahren in die industrielle Praxis.

Was wird gefördert?

Fördermodule für die Nutzung und den Bau von Demonstrationsanlagen

Gefördert werden bei Nutzung und Bau von Demonstrationsanlagen für die industrielle Bioökonomie die Skalierung innovativer Prozesse zur praxisnahen Erprobung und Optimierung im Rahmen von zwei Fördermodulen:

  • Im Modul A wird die Nutzung existierender öffentlicher oder privater Multi-Purpose-Anlagen in Deutschland sowie in Europa zur Erprobung und Weiterentwicklung eigener Verfahren der industriellen Bioökonomie gefördert. Die Förderung umfasst beispielsweise Nutzungsentgelte für Anlagen, Vertragsverhandlungen für die Nutzung dieser Anlagen, Abstimmungsprozesse, Schutzrechtsvereinbarungen mit Anlagenbetreibern, die Betreuung der Abläufe durch eigenes Personal vor Ort, die Erlangung, Validierung und Verteidigung von Patenten und anderen immateriellen Vermögenswerten sowie Innovationsberatungsdienste.
  • Im Modul B werden vorbereitende Tätigkeiten, Durchführbarkeitsstudien zum Errichten von unternehmenseigenen Single-Use-Demonstrationsanlagen und zusätzlich die Durchführung von Markteinführungen gefördert. Ein strategisches Ziel ist es dabei, den Aufbau von Leuchtturmprojekten im Bereich der industriellen Bioökonomie zu unterstützen und insbesondere mit konkreten Planungsunterlagen und Konzepten die Entscheidungsgrundlage für die Investition in eine bioökonomische Demonstrationsanlage zu schaffen.

Wer wird gefördert?

Zielgruppen der Fördermodule

Das Modul A adressiert Start-ups und kleine mittelständische Unternehmen (KMU) sowie mittelständische Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten und in Ausnahmefällen auch Großunternehmen. Forschungseinrichtungen können als Kooperationspartner von Unternehmen mitwirken.

Unternehmenstyp
Beschäftigte
Umsatz- und Bilanzsumme
Kleinstunternehmen
Weniger als 10 Mitarbeitenden
kleiner 2 Mio. Euro
Kleine Unternehmen
Weniger als 50 Mitarbeitenden
kleiner 10 Mio. Euro
Mittlere UnternehmenWeniger als 250 Mitarbeitenden
kleiner 50 Mio. Euro
Mittlere UnternehmenBis zu 1.000 Mitarbeitenden

Ausnahmefälle: Großunternehmen sind im Modul A förderfähig, wenn

  • sie Teil einer Wertschöpfungskette mit KMU sind und
  • wenn sie mit ihrem Projekt eine Lücke bei der Implementierung der Bioökonomie schließen.

Zudem müssen förderfähige Prozessabläufe vor Ort eine Durchführung und Überwachung der Testroutinen für die in den Demonstrationsanlagen zu testenden Produkte und/oder Verfahren umfassen.

Das Modul B richtet sich an gewerbliche Unternehmen jeder Größe. Die Unternehmen können allein oder auch zusammen mit Forschungseinrichtungen im Konsortium Anträge einreichen.

Wie wird gefördert?

Art der Förderung und Förderkonditionen

m Modul A erfolgt die Förderung je nach Art der Antragsteller und Fördermaßnahme als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Anteilsfinanzierung nach der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) Anlage 1 oder nach der „De-minimis Verordnung“, einer europäischen Förderregelung, die unter anderem Grenzen für Förderhöhen setzt.

Im Modul B wird grundsätzlich auf Basis der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) Anlage 1, gefördert. Die Durchführung von Markteinführungsmaßnahmen erfolgt über eine Förderung nach dem De-minimis Verfahren.

Die Förderhöhe für Projektkosten und -ausgaben richtet sich nach den in der Förderrichtlinie zur Industriellen Bioökonomie festgelegten Fördersätzen, die je nach Fördermodul und Art der Antragsteller variieren.

Für die Module A und B sind die maximalen Fördersätze wie folgt vorgesehen:

AntragstellerModul AModul B
Start-ups (Gründung vor <3 Jahren)50 %1
80 %3
Kleinstunternehmen:
Weniger als 10 Mitarbeitenden sowie Umsatz und Bilanzsumme
kleiner 2 Mio. Euro
50 %1
80 %3
70 %1
100 %4
Kleine Unternehmen:
Weniger als 50 Mitarbeitenden sowie Umsatz und Bilanzsumme
kleiner 10 Mio. Euro
50 %1
80 %3
70 %1
100 %4
Mittlere Unternehmen:
Weniger als 250 Mitarbeitenden sowie Umsatz und Bilanzsumme
kleiner 50 Mio. Euro
50 %1
80 %3
60 %1
100 %4
weitere mittelständische Unternehmen (unter 1000 Beschäftigte)50 %250 %
100 %4
Großunternehmen (über 1.000 Mitarbeitenden)50 %250 %
100 %4
Forschungseinrichtungen (als Teil eines Konsortiums mit Unternehmen)90 %90 %

1 nach AGVO Anhang 1
2 nach De-minimis
3 Für Innovationsberatungsdienste erfolgt eine Förderung bis max. 80 Prozent nach De-minimis. Hierbei ist die Förderquote abhängig von Qualität des Projektes und zur Verfügung stehenden Mitteln.
4 In Modul B kann zusätzlich durch Unternehmen auch eine Förderung der Markteinführung mit einer Förderquote bis max. 100 Prozent nach De-minimis beantragt werden.

Ausschreibungsrunden

Themen und Termine der zwei Ausschreibungsrunden

In der ersten Ausschreibungsrunde wird das Fördermodul ANutzung existierender Multipurpose-Demonstrationsanlagen in Deutschland und Europa zur Erprobung und Weiterentwicklung eigener Verfahren der industriellen Bioökonomie“ adressiert. Die erste Ausschreibungsrunde startet am 25. Januar 2021. Die Frist zur Teilnahme an dieser Ausschreibungsrunde ist der 1. März 2021. Die Vorlagefrist gilt als Ausschlussfrist. Verspätet eingegangene Skizzen können für diese Ausschreibungsrunde nicht mehr berücksichtigt werden.

Die Skizzeneinreichung der zweiten Ausschreibungsrunde in den Fördermodulen A und B startet am 26.05.2021 und wird dann bis zum 30. Juni 2021 möglich sein. Im Modul B werden vorbereitende Tätigkeiten, Durchführbarkeitsstudien zum Errichten von unternehmenseigenen Single-Use-Demonstrationsanlagen und zusätzlich die Durchführung von Markteinführungen gefördert.

Antragsverfahren

Wie funktioniert die Antragstellung?

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Das Verfahren beginnt in der ersten Stufe mit der elektronischen Skizzenvorlage über die vom Projektträger bereitgestellte Plattform positron:s. Wird eine Skizze als förderfähig bewertet, erfolgt unter der Voraussetzung ausreichender Haushaltsmittel, eine Empfehlung zur Antragstellung. Mit Eingang der vollständigen Antragsunterlagen über das elektronische Formularsystem easy-Online des Bundes setzt sich das Antragsverfahren in der zweiten Stufe fort und endet in der Regel mit einer Bewilligung oder Ablehnung der förmlichen Anträge durch das BMWi. Für die Vollantragstellung wird die Verwendung einer elektronischen Signatur empfohlen.

Skizzen und/oder Förderanträge können verfahrensbeendend jederzeit zurückgezogen werden.

Eine Bewertung der Antragsskizzen für Projektförderanträge zu Modul A wird, durch das BMWi unterstützt, durch den Projektträger erfolgen.

Für Projektförderanträge zu Modul B wird ein Beratungsgremium, ebenfalls im Zusammenwirken mit dem Projektträger, eine Begutachtung und Bewertung der Antragsskizzen vornehmen und somit das BMWi bei der Antragsprüfung beratend unterstützen.
Dieses Beratungsgremium setzt sich aus von den Arbeitsgruppen der Dialogplattform „Industrielle Bioökonomie“ benannten Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern des Projektträgers zusammen.

Antrags- und Skizzentools

Die Antragstools

Das Online-Einreichungstool „positron:s“ für die Skizzenvorlage wird am 25. Januar 2021 geöffnet. Sie können sich bei „positron:s“ registrieren und einen Login erhalten, um Ihre Projektidee einzugeben und sich genauer über Struktur und Anforderungen der Projektskizzen zu informieren. Für die Vollantragstellung wird die Verwendung einer elektronischen Signatur empfohlen.

Für die Antragstellung des späteren Vollantrages wird das elektronische Formularsystem easy-Online des Bundes verwendet.

 

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Weitere Informationen

Industrielle Bioökonomie