Im deutschen Gaia-X Hub ist die Anwenderperspektive durch eine Vielzahl von Unternehmen und Experten vertreten. Bislang sind diese Hub-Mitglieder in den folgenden Domänen organisiert:
- Landwirtschaft
- Energie
- Finanzwirtschaft
- Geoinformation
- Gesundheit
- Industrie 4.0/KMU
- Mobilität
- Öffentlicher Sektor
- Smart City/Smart Region
- Smart Living
Klares Ziel ist es, den Scope auf weitere Domänen zu erweitern, die das Potenzial einer souveränen Dateninfrastruktur in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft widerspiegeln.
Die Mitglieder des deutschen Gaia-X Hubs sammeln, analysieren und bewerten Use Cases, um die Anforderungen an Gaia-X zu konsolidieren. Darüber hinaus verdeutlichen die Use Cases den Bedarf und den Mehrwert einer souveränen europäischen Dateninfrastruktur. Alle bisher geprüften Use Cases sind online in der Use Case Übersicht verfügbar. Jeder, der an der Gestaltung der Zukunft der europäischen digitalen Wirtschaft interessiert ist, ist eingeladen, einen Beitrag zu leisten.
Der deutsche Gaia-X Hub trägt zu den Zielen der europäischen Datenstrategie bei, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung europäischer Datenräume und Ökosysteme. Darüber hinaus unterstützt er die Nutzerseite bei der Entwicklung von Use Cases und trägt zur Skalierung der Gaia-X-Dienste bei. Er unterstützt den Aufbau und die Weiterentwicklung einer souveränen Dateninfrastruktur auf Basis der Federation Services und Policy Rules & Standards. Die Akteure können sich innerhalb des deutschen Gaia-X Hubs vernetzen und werden in ihren Bestrebungen zur Förderung einer souveränen Dateninfrastruktur unterstützt.
Wer wir sind
+850
Mitglieder
+425
Organisationen
10
Domänen
+65
Use Cases
Domänen innerhalb des deutschen Gaia-X Hubs
Landwirtschaft
In der Agrar- und Lebensmittelbranche entsteht ein enormer Digitalisierungsaufwand. Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe produzieren jeden Tag eine hohe Anzahl von Produkten, aber zunehmend auch eine große Menge an Daten. Doch die vorhandenen Daten sind nur wertvoll, wenn sie geteilt werden. Deshalb setzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette traditionelle Zulieferer wie Maschinenbauer und Agrochemiker, aber auch neue Akteure auf digitale und vielversprechende Wachstumstreiber wie Datenökosysteme. Die Akteure setzen digitale Tools und neue datengesteuerte Anwendungen ein und zielen dabei als Endnutzer nicht nur auf Landwirtinnen und Landwirte oder AgriFood-Unternehmen, sondern auch auf die Verbraucherinnen und Verbraucher. Damit in dieser Datenrevolution in naher Zukunft landwirtschaftliche Geschäftsmodelle skalieren und optimal genutzt werden können, ist die Bereitschaft, Daten zwischen allen Akteuren der AgriFood-Lieferkette auszutauschen, entscheidend für weitere Innovationen.
Das Spektrum der landwirtschaftlichen Betriebe ist groß, ebenso wie die Auswahl an verfügbaren digitalen Technologien. Die Größenasymmetrie zwischen den Akteuren innerhalb des Ökosystems, in welchem multinationale Konzerne, KMUs, Ein-Mann- und Familienbetriebe zusammenarbeiten, erfordert zusätzlich den Aufbau eines vertrauensvollen Klimas zwischen den Unternehmen und den Landwirtinnen und Landwirten. Neben dem Aufbau von Vertrauen gibt es noch weitere Herausforderungen, die zu bewältigen sind: Der Zugang zum digitalen Binnenmarkt muss gewährleistet sein, die Interoperabilität und Portabilität von Daten muss sichergestellt und die Interessen der gesamte Wertschöpfungskette müssen berücksichtigt werden. Gaia-X als offenes, transparentes und interoperables Ökosystem bietet eine geeignete Infrastruktur für die oben genannten Herausforderungen. Durch die Ermöglichung souveräner Datendienste wird Gaia-X die Digitalisierungsbestrebungen und den technologischen Fortschritt im Agrarsektor erheblich beschleunigen.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Dr. Stefan Stiene – Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Prof. Dr. Engel Hessel – Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Energie
Die Domäne Energie arbeitet an intelligenten Lösungen für die Stromerzeugung, Energiespeicherung, Stromübertragung und Verbrauchsüberwachung. Der Fokus liegt auf allen Potenzialen, die durch eine föderierte Dateninfrastruktur entlang der Wertschöpfungskette entstehen und zur Beschleunigung und Unterstützung der Energiewende beitragen. Ziel ist es, vertrauenswürdige und wertschöpfende Cloud-Dienste einfach aufzubauen, zusammenzustellen und zu nutzen sowie neue Produkte/Dienstleistungen zu schaffen und neue Geschäftsmodelle zu fördern. Dies ermöglicht, eine europäische und digitale Systemebene auf das bestehenden Energiesystem aufzusetzen, und reibungslos miteinander zu koppeln.
Datengetriebene Lösungen sollen dazu führen, dass die Domäne Energie den Übergang zu dekarbonisierter Energie und Kohlenstoffneutralität ermöglicht. Darüber hinaus fördern die Lösungen Energieeffizienz und Sektorkopplung (z. B. sogenannte green energy fluids) sowie mehr Flexibilität und die Integration erneuerbarer Energien in das europäische Stromsystem. Durch die Möglichkeit des Datenaustauschs zwischen den Akteuren können wertvolle Use Case entwickelt und somit neue Dienste für europäische Nutzerinnen und Nutzer sowie Unternehmen bereitgestellt werden.
Um diese Use Cases zu adressieren, sind länderübergreifend gemeinsame Wissensrepräsentationen, semantische Datenmodelle, Datenerfassungen und gemeinsame Datenfunktionen erforderlich. Der Zugriff auf Daten in vertrauenswürdigen und kollaborativen Cloud-Infrastrukturen ist Voraussetzung, um ein umfassendes Angebot unter hohen Sicherheitsstandards bereitstellen zu können. Dabei wird die Gaia-X-Strategie durch die Festlegung gemeinsamer Policy-Regeln den Schutz von Daten, Wissensrepräsentationen und Diensten, aber auch die Interoperabilität und Portabilität sicherstellen. Diese Werte sind entscheidend, um das Vertrauen und die Transparenz zu verstärken, und somit die Skalierung, Digitalisierung und Bereitstellung neuer Dienste auf europäischer Ebene zu ermöglichen.Kontakt zum Domänen Ambassador:
Prof. Dr. Michael Laskowski – EON
Finanzwirtschaft
Bislang fehlte vielen Banken, Versicherungen, Finanzinstituten ein vertrauenswürdiger Cloud-Service- & Datenraum zwischen eigenen internen Cloud- und Datenplattformen und internationalen Cloud-Plattformen, die unter extraterritorialen Gesetzen stehen. Hierdurch waren sie daran gehindert, auf vertrauenswürdige Cloud-/datenbasierte Dienste und Ökosysteme zurückzugreifen, welche dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hätten verschaffen können. Und wegen des Mangels an vertrauenswürdigen technischen Cloud-Standards wurden die Lösungsanbieter (darunter Fintechs, Cloud-Service-Provider, Software-Hersteller) beim Ausbau ihres Cloud-Geschäfts innerhalb der Finanzindustrie zurückgehalten, und somit die notwendige Transformation der Betriebs- und Geschäftsmodelle der Nutzer erheblich eingeschränkt.
Durch Gaia-X wird ein greifbarer und naheliegender Weg nach vorne aufgezeigt, um auf einfache Weise vertrauenswürdige und wertschöpfende datenbasierte Cloud-Dienste aufzubauen, zusammenzustellen und zu nutzen. Zudem können durch Gaia-X neue Produkte/Dienstleistungen geschaffen und neue Geschäftsmodelle gefördert werden, die mit den europäischen Vorschriften und Werten konform sind und das enorme europäische Potenzial hinsichtlich der technischen Expertise und der Marktgröße voll ausschöpfen. Gaia-X wird als europaweiter Innovationsbeschleuniger gesehen, der offene Innovation und Co-Konstruktionen durch die Bereitstellung von gesichertem Datenaustausch und Diensten der künstlichen Intelligenz auf konforme und sichere Weise vorantreibt. Durch die Bündelung der Ressourcen der Finanzindustrie, der Regierungen und der akademischen Institute wird ein Finanz-Datenraum innerhalb von Gaia-X geschaffen. Hierdurch trägt der Finanzsektor zum Gaia-X-Netzwerk bei und wird die Wettbewerbsfähigkeit Europas und die Stabilität der Finanzmärkte fördern. Im Mittelpunkt stehen dabei Forschung, KI-Entwicklung, disruptive Innovation und Stabilität im rechtlichen Umfeld.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Dr. Stephan Bredt – Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
Geoinformation
Die Entwicklung der Weltwirtschaft und ihrer Industrien - insbesondere in Europa - hängt stark von der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten ab. Dabei sind räumliche Daten, Informationen und Beziehungen von großer Bedeutung, da die Mehrheit der hochwertigen Datenkategorien (z.B. Umwelt, Mobilität) einen klaren Bezug zum Raum herstellen. Räumliche Beziehungen nahezu aller Datentypen führen zu weitreichenden Hebeleffekten für Volkswirtschaften und für Märkte der nachhaltigen Entwicklung. Daher ist es sinnvoll, eine allgemeine Basis zu entwickeln und zu pflegen. Idealerweise ist dies ein Netzwerk von Geoplattformen, -diensten und -methodiken, um unterschiedliche Industrieanforderungen auf einer technologieoffenen, gemeinsamen und harmonisierten Geodaten- und Geoinformationsbasis zu bedienen.
Die Mission der Domäne Geoinformation ist es, die Macht der räumlichen Beziehungen mit Hilfe von Geodaten-Technologien und Integration in wertschöpfende Geschäftsprozesse zu erschließen. Die Prinzipien von Gaia-X, wie Vertrauen, Governance, Datensouveränität, Datenportabilität und Offenheit, werden zusätzliche Wertschöpfung in der Verbreitung, Bereitstellung, Integration und Nutzung von Geodaten ermöglichen. Aus einem visionären Blickwinkel betrachtet, dient ein horizontales und wertorientiertes Netzwerk von miteinander verbundenen, privaten und öffentlichen Geoplattformen den Anforderungen anderer vertikaler Gaia-X Domänen, die ebenfalls auf Gaia-X Prinzipien basieren. Der Gesamtnutzen und die Hebelwirkung entstehen demnach durch eine Verbreitung von Geoinformationen in andere Gaia-X Domänen. Dieser domänenübergreifende Ansatz fördert den Austausch von Geoinformationen, schafft zusätzlichen Nutzen, forciert Crowd Sourcing, Kollaboration und Innovation und macht die Anwendung von räumlichen Technologien wirtschaftlicher und effizienter.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Gerd Buziek, Hon. Prof. Dr.-Ing. habil. – Esri Deutschland GmbH
Gesundheit
Kaum ein anderer gesellschaftlicher Bereich hat einen so unmittelbar positiven Nutzen für die Bürger wie der Gesundheitssektor. Die Potenziale, die durch digitale Technologien wie die Vernetzung über Cloud-Infrastrukturen oder künstliche Intelligenz ermöglicht werden, sind noch lange nicht ausgeschöpft. Für die innovative Medizin und Gesundheitsversorgung der Zukunft müssen Gesundheitsdaten aus unterschiedlichen Quellen zur Verfügung stehen und unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards kombiniert und verarbeitet werden.
Das erklärte Ziel der Domäne Gesundheit ist es, die Potenziale dieser Gesundheitsdaten zu erschließen um die Skalierungen, die für das Wachstum von Forschung und Innovation in Europa unerlässlich ist, zu ermöglichen. Darüber hinaus strebt die Domäne Gesundheit eine Zusammenarbeit mit den Akteuren des Gesundheitssektors an, um einen Gesundheitsdatenraum unter Verwendung des Gaia-X-Infrastrukturrahmens zu schaffen. Hierdurch sollen Gesundheitsdaten sicher und vertrauensvoll zugänglich gemacht und von jedem Akteur auf einheitliche Weise verwaltet und kontrolliert werden können. Das erfolgt zum einen durch die Analyse verschiedener digitaler Use Cases im Gesundheitsbereich, die mit Gaia-X umgesetzt werden sollen, und zum anderen durch die Identifizierung von branchenspezifischen Anforderungen. Die Use Cases decken die Vielfalt der Anwendungen im Gesundheitssektor ab, etwa im Pflegebereich, der Forschung und der Gesundheitsindustrie. So wird beispielsweise auch das aktuelle Themenfeld rund um das Coronavirus in Form von Use Cases näher untersucht.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Prof. Dr. Susanne Boll – OFFIS e.V. - Institut für Informatik
Prof. Dr. med. Klemens Budde – Charité
Prof. Dr. Roland Eils – Charité
Industrie 4.0/KMU
Typischerweise wird die heutige Wertschöpfung in Produktion und Fertigung in einem globalen Produktionswertschöpfungsnetzwerk generiert, das auf einzelnen, bi- und multilateralen Geschäftsbeziehungen zwischen Organisationen, Regionen, Märkten und Branchen aufbaut. Flexible Produktionswertschöpfungsketten werden dynamisch innerhalb des Produktionswertschöpfungsnetzwerks auf der Grundlage bilateraler Vereinbarungen zur Erfüllung spezifischer Geschäftsziele aufgebaut. Diese bilaterale Zusammenarbeit erschwert jedoch die Kooperation zwischen mehreren Stakeholdern, die der Wertschöpfungskette vor- und nachgelagert sind. Stattdessen ist ein grundlegender Paradigmenwechsel im globalen Produktionsökosystem erforderlich, um sich von der bilateralen Zusammenarbeit zu lösen und die zukünftigen Geschäftsanforderungen zu erfüllen: Multilaterale Zusammenarbeit, digitale Transparenz, integraler "souveräner Datenfluss". Die Anforderungen müssen einen durchgängigen Datenaustausch in einem vollständig interoperablen und souveränen datenorientierten Ökosystem ermöglichen.
Die Domäne Industrie 4.0/KMU knüpft an die genannten Anforderungen an, mit dem Ziel einen Mehrwert durch die Vernetzung und Nutzung der Daten im Produktionsumfeld zu schaffen. Dabei bildet die Initiative der "Plattform Industrie 4.0" die Grundlage für die Entwicklung einer föderierten Dateninfrastruktur auf der Basis europäischer Werte. Gaia-X erlaubt in diesem Zusammenhang ein souveränes und transparentes Angebot und die effiziente Verarbeitung von Daten und Diensten im Bereich Industrie 4.0. Das Ziel der Domäne Industrie 4.0/KMU ist es, auf Basis der Gaia-X-Infrastruktur ein Ökosystem für nutzbare Dienste in heterogenen Produktionsumgebungen zu schaffen und so einen Durchbruch und die breite Umsetzung von Industrie 4.0 zu erreichen.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Gerd Hoppe – Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Mobilität
Die Domäne Mobilität beschäftigt sich vorrangig mit den technischen Grundlage von Dateninfrastrukturen und deren Weiterentwicklung. Ziel ist eine transparente und sichere Dateninfrastruktur für bereichsübergreifende und industrielle Kollaboration. Diese soll Innovationen in Fahrzeugentwicklung und -betrieb begünstigen, neue Geschäftsmodelle ermöglichen und das Gesamtmobilitätserlebnis verbessern. In Form von Use Cases, z.B. aus der Produktion oder dem autonomen Fahren, werden konkrete Lösungen erarbeitet, die als Basis für anwendungsagnostische Software-Bausteine dienen. Schnittstellen und Nutzungsszenarien aus anderen Gaia-X Domänen werden berücksichtigt, denn mobilitätbezogene Daten haben eine hohe domänenübergreifende Relevanz. Von der Domäne Agrar über Energie, Gesundheit bis zu Smart City können neue Anwendungen durch diese Daten entstehen. Im Gegenzug profitiert die Domäne Mobilität sehr von der Domäne Geoinformation.
Die Daten der Domäne entstehen zu einem großen Teil durch individuelle Mobilität sowie nicht öffentliche Produktinformationen der Hersteller und Diensteanbieter und fließen dann wieder in Mobilitätsangebote ein. Daraus ergibt sich ein hoher Anspruch an Datensicherheit auf der einen und Nutzfreundlichkeit auf der anderen Seite. Fragen der Datensouveränität, der autorisierten Nutzung und der partiellen Verschlüsselung rücken in den Mittelpunkt. Durch die großen Datenmenge werden KI-gestützte Analysen und Tools relevant.
Die Interoperabilität der Gaia-X Dateninfrastruktur kann maßgeblich zu einer nachhaltigen und sicheren Mobilität beitragen. Ein vernetztes und technikoffenes Mobilitäts-Ökosystem ermöglicht die Zusammenarbeit aller Akteure entlang des gesamten Produktlebenszyklus: angefangen bei Herstellern, Zuliefern und Rohstofflieferanten, über Sharing-Economy-Initiativen und intelligente Service-Innovationen, bis hin zum intermodalen Flottenmanagement. Gaia-X schützt Persönlichkeitsrechte und geistiges Eigentum; im Einklang mit EU-Richtlinien können Produkte, Dienste und Prozesse optimiert sowie Sicherheitsrisiken und Umweltauswirkungen gemäß globalen und nationalen Vorschriften lückenlos erfasst und reduziert werden.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Prof. Frank Köster – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Ulrich Reinfried – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
Öffentlicher Sektor
Digitale Souveränität bedeutet die Fähigkeit des Staates, digital zu kommunizieren und zu handeln. Die öffentliche Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Souveränität in ihren verschiedenen Rollen als Anwender, Anbieter und Kunde digitaler Technologien durch den Ausbau offener Schnittstellen, Standards und Open-Source-Lösungen kontinuierlich zu stärken und damit Abhängigkeiten zu reduzieren.
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland und die Potenziale der Datennutzung müssen insgesamt noch stärker forciert werden. Daten sind die Grundlage von Entscheidungen, und ihre systematische Nutzung kann dabei helfen, öffentliche Dienstleistungen schneller und besser zu erbringen, Wertschöpfung sowie Geschäftsmodelle zu ermöglichen und die öffentliche Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen.
Erklärtes Ziel der Domäne Öffentlicher Sektor ist es, den Austausch zwischen Akteuren des öffentlichen Sektors und öffentlichen und privaten IT-Dienstleistern sowie Plattformbetreibern voranzutreiben und gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen. Hierdurch soll eine digital souveräne, resiliente und domänenübergreifende Dateninfrastruktur aufgebaut und die Datennutzung ganzheitlich verbessert werden. Aufgrund der föderalen Struktur Deutschlands bedeutet dies auch, die Behörden auf allen Ebenen noch stärker als bisher über Gaia-X zu informieren und zur Mitarbeit zu motivieren. Zudem will die Domäne die speziellen Anforderungen des öffentlichen Sektors an das entstehende Gaia-X-Architekturkonzept formulieren und sich dafür einsetzen, dass diese berücksichtigt werden.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Tina Siegfried – Dataport
Smart City/Smart Region
Smart Cities und Smart Regions haben sich international als festes Konzept für die Stadt- und Regionalentwicklung etabliert. In der "Smart City Satzung" der Bundesregierung werden beispielsweise Daten und Dateninfrastrukturen als wichtiger Baustein für die digitale Transformation von Städten und Gemeinden genannt. Der technische Kern aller intelligent vernetzten Kommunen sind Datenplattformen und Cloud-Lösungen. Die digitale Transformation sichert Standortvorteile im internationalen Wettbewerb, erhöht die Lebensqualität vor Ort und hilft, den soziologischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Gesellschaft zu begegnen. Erreicht wird dies durch den dezentralen Aufbau neuer digitaler Infrastrukturen und Anwendungen durch Städte, Gemeinden und Landkreise. In einer Kommune werden z. B. Dateninfrastrukturen in den Domänen Mobilität, Gesundheit, Verwaltung, Energie und Bildung dezentral entwickelt.
Die Domäne Smart City/Smart Region zielt darauf ab, die Infrastruktur durch die Bereitstellung von Datenplattformen für Städte, Gemeinden und Landkreise zu verbessern, um einen sicheren, rechtskonformen, regelgesteuerten Datenaustausch und eine umfassende Datenverarbeitung sowie die gemeinsame Nutzung von Daten aus verschiedenen Quellen zu gewährleisten. Gaia-X hilft bei der Umsetzung dieser gesetzten Ziele, indem es der Smart-City-Domäne einen verbesserten, einfachen und sicheren Zugang zu einer multifunktionalen und DSGVO konformen Cloud-Umgebung bietet. Gaia-X wird die erforderlichen Technologien zur Anbindung regionaler und funktional spezialisierter Rechenzentren bereitstellen und unterstützt damit die aufgabenspezifische Skalierung von Smart-City-Anwendungen.
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Sascha Tegtmeyer (Speaker) – Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung
Ulrich Ahle – FIWARE Foundation
Matthias Brucke – embeteco GmbH & Co. KG
Dr.-Ing. Alanus von Radecki – Daten-Kompetenzzentrum Städte und Regionen (DKSR)
Smart Living
Das "Smart Living"-Ökosystem entwickelt sich rasant weiter. In Europa haben Wohngebäude ein massives Potenzial für Smart-Home/Smart-Building-Technologien und für die entsprechenden intelligenten, branchenübergreifenden Anwendungen/Dienste. Daher werden Smart-Living-Technologien und darauf aufbauende smarte Dienste in Zukunft zunehmend zu einem festen Bestandteil unseres Lebens werden. Advanced Smart Services werden als essentiell für erweiterte Assistenzfunktionen sowie für mehr Energieeffizienz angesehen. Da Gebäude immer ein Bestandteil von übergeordneten Strukturen und Netzwerken sind, sollte ein Smart Home, ein Smart Building oder eine Gruppe von Smart Buildings in der Lage sein, intelligent mit smarten Energienetzen, smarten Stadtstrukturen, smarten Mobilitätsangeboten und smarten Assistenzdiensten zu interagieren. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind die Künstliche Intelligenz und ihr Potenzial für hochindividualisierte, kontextbezogene und domänenübergreifende Anwendungen. Eine wesentliche Voraussetzung für Künstliche Intelligenz ist die massive Digitalisierung von Gebäuden und der zugehörigen technischen Anlagen sowie die Entstehung von ausreichenden, vertrauenswürdigen, zuverlässigen, leicht zugänglichen und konsistenten Datenbanken.
Die Mission und das Ziel der Domäne Smart Living ist es daher, genannte domänenübergreifende Dienste und Anwendungen zu ermöglichen und Konzepte, Beispiele und grundlegende Implementierungen für Gaia-X-basierte Smart Living Data Spaces zu etablieren. Darüber hinaus strebt die Domäne Smart Living die Entwicklung von dedizierten KI-Methoden für intelligente Abfragen in föderierten Katalogen, KI-basierte Datenabstraktionen, digitale Zwillinge und eine intelligente Orchestrierung von Daten und Diensten an. Angesichts der intensiven Zusammenarbeit mit verwandten Domänen ist das übergeordnete Ziel der Smart Living-Domäne die Entwicklung eines sogenannten Gaia-X gestützten "Building as an intelligent Service".
Kontakt zum Domänen Ambassador:
Anke Hüneburg – ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.
Dr. Hilko Hoffmann – Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)