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Artikel - Digitale Technologien

GAIA-X Eine vernetzte Datenstruktur für ein europäisches digitales Ökosystem

Einleitung

GAIA-X: Eine europäische Dateninfrastruktur der nächsten Generation

Mit GAIA-X entwickeln Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Frankreich und Deutschland gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern einen Vorschlag zur Gestaltung der nächsten Generation einer Dateninfrastruktur für Europa. Ziel ist eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur, die den höchsten Ansprüchen an digitale Souveränität genügt und Innovationen fördert. In einem offenen und transparenten digitalen Ökosystem sollen Daten und Dienste verfügbar gemacht, zusammengeführt und vertrauensvoll geteilt werden können.

GAIA-X ist ein Projekt von Europa für Europa. Ziel ist es, gemeinsame Anforderungen an eine europäische Dateninfrastruktur zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund sind Offenheit, Transparenz und europäische Anschlussfähigkeit zentral für GAIA-X. Zum aktuellen Zeitpunkt sind bereits Vertreter aus sieben europäischen Ländern aktiv am Projektgeschehen beteiligt. Wir wollen weitere europäische Partner dazu einladen, sich dem Vorhaben anzuschließen und mitzugestalten. Viele Gespräche dazu laufen bereits und werden weiter intensiviert werden. Darüber hinaus steht GAIA-X im kontinuierlichen Austausch mit der Europäischen Kommission.

Europa tätigt umfangreiche Investitionen in digitale Technologien und innovative Geschäftsmodelle. Dabei sollen diejenigen, die Innovationen vorantreiben, auch ökonomisch davon profitieren. So werden Wertschöpfung und Beschäftigung in Europa gesichert.

Damit Unternehmen und Geschäftsmodelle aus Europa heraus weltweit wettbewerbsfähig sein können, braucht es ein offenes digitales Ökosystem. Dieses sollte sowohl die digitale Souveränität der Nutzer von Cloud-Dienstleistungen als auch die Skalierungsfähigkeit europäischer Cloud-Anbieter ermöglichen.

Im Rahmen des Projektes GAIA-X werden die Grundlagen für den Aufbau einer vernetzten, offenen Dateninfrastruktur auf Basis europäischer Werte erarbeitet. Aus der Vernetzung dezentraler Infrastrukturdienste soll eine Dateninfrastruktur entstehen, die zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System zusammengeführt werden, in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht und geteilt werden können.

Einladung zur Mitarbeit

Gemeinsam für eine europäische Dateninfrastruktur

GAIA-X setzt auf bewährte Stärken Europas. Dazu zählen unter anderem die Vielfalt der Angebote sowie starke mittelständische und dezentrale Strukturen. Auf diese Weise werden die zahlreichen über Europa verteilten Investitionen in digitale Technologien verknüpft und eine stärkere Wirkung entfaltet.

Einladung zur Mitarbeit

GAIA-X ist von Offenheit und Transparenz geprägt. Die Offenheit für nationale und europäische Initiativen mit ähnlicher Zielrichtung wie GAIA-X gibt dem Projekt ein entscheidendes Momentum für eine gemeinsame europäische Zusammenarbeit. Aufbauend auf existierenden Lösungen und deren Weiterentwicklung wollen wir aus Europa heraus wettbewerbsfähige Angebote für die Welt entwickeln.

Bereits heute sind mehr als 300 Organisationen aus verschiedenen Ländern an GAIA-X beteiligt. Weiterhin ist das Projekt für neue europäische Interessierte offen, um es gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln und aufzubauen. Die Mitwirkung am Projekt ist auch für Marktteilnehmer außerhalb Europas möglich, die unsere Ziele der Datensouveränität und Datenverfügbarkeit teilen.

Alle Interessierten, die ihre domänenspezifischen und technischen Anforderungen einbringen und aktiv mitarbeiten wollen, sind zur Mitarbeit bei GAIA-X eingeladen: Sowohl durch den Beitrag technischer Expertise, durch die Einreichung neuer Use Cases als auch durch die aktive und kontinuierliche Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe. Ihr Interesse können Sie per Mail an contact@data-infrastructure.eu bekunden.

Screenshot der Website trusted-cloud.de

Trusted Cloud

Serverraum

IT-Sicherheit

Screenshot aus dem Video Report Digitalisierung: Digitale Plattformen

Report Digitalisierung - Digitale Plattformen

Roborter in der Industrie

Industrie 4.0

KI

KI-Strategie

Labyrinth

KI-Innovations- wettbewerb

Statements einiger GAIA-X-Gründungsmitglieder

Technologisches Konzept

Wie funktioniert GAIA-X?

Föderierte Dienste bieten einen Mehrwert, wenn sie gemeinsame Standards für Transparenz und Interoperabilität beinhalten. GAIA-X leistet hierbei einen wertvollen Beitrag und bietet den Rahmen für Anbieter von Rechenzentren, Cloudlösungen, High Performance Computing (HPC) und sektorspezifischen Cloud- und Edge-Systemen, um sich aufeinander abzustimmen. Dafür werden benutzerfreundliche Services entwickelt, die es ermöglichen, Anbieter zu identifizieren und unterschiedliche Angebote miteinander zu kombinieren. GAIA-X beschreibt die technischen Voraussetzungen, die nötig sind, um den Betrieb des GAIA-X-Ökosystems sicherzustellen. Die Konzeption folgt dabei den Prinzipien von Security by Design und Privacy by Design, um höchste Sicherheitsanforderungen und den Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten.

Die technische Umsetzung der föderierten Services wird sich zunächst auf folgende Bereiche konzentrieren:

  • die Implementierung eines sicheren und föderierten Identitätsmanagements und die Schaffung von Vertrauensmechanismen (Security and Privacy by Design)
  • die Entwicklung von souveränen Daten-Services, die die Identität von Quelle und Empfänger der Daten gewährleisten und die Zugriffs- und Nutzungsrechte auf die Daten sicherstellen
  • die Breitstellung eines nutzerfreundlichen Zugangs zu verfügbaren Anbietern, Knoten und Diensten. Die notwendigen Informationen werden durch den föderierten Katalog bereitgestellt.
  • die Integration von bestehenden Standards, um die Interoperabilität und Portabilität zwischen Infrastruktur, Anwendungen und Daten sicherzustellen
  • die Einführung von Compliance Regeln sowie von Zertifizierungs- und Akkreditierungsangeboten
  • die Bereitstellung von Open-Source-Software und Standards, um Anbieter bei der Migration in eine sichere, föderierte und interoperable Infrastruktur zu unterstützen.

Weitere föderierte Services werden im Laufe des Projektes identifiziert und entwickelt. Der weitere Zeitplan berücksichtigt dabei die technischen Anforderungen von unterschiedlichsten Anwendergruppen.

GAIA-X in der Praxis

Use Cases: GAIA-X aus Anwenderperspektive

GAIA-X ermöglicht Anwendern perspektivisch den Zugang zu einem breiten, relevanten und spezialisierten Produkt- und Serviceportfolio von Cloud-Anbietern und somit die Nutzung passgenauer Lösungen. In diesem Zusammenhang bietet GAIA-X volle Transparenz durch die Selbstbeschreibung und zertifizierten Datenschutz sowie regulatorischen Kriterien der angebotenen Produkte und Services.

Klare Bedingungen zur Teilnahme an GAIA-X beziehungsweise für die Zusammenarbeit und gemeinsame Regeln der unternehmensübergreifenden Authentifizierung und Zugriffssteuerung stärken das zugrundeliegende Vertrauensniveau, senken die Teilnahmehürden und reduzieren den bilateralen Abstimmungsaufwand zwischen einzelnen Anwendern.

Ein weiterer wichtiger Mehrwert von GAIA-X ist die Gewährleistung der Datenhoheit: Jeder Anwender entscheidet auf Basis der eigenen Datenklassifizierung selbst, wo seine Daten gespeichert werden und von wem sowie zu welchem Zweck sie verarbeitet werden dürfen. GAIA-X ermöglicht insoweit modulare Lösungen. Anwender können darüber hinaus über die vertrauenswürdige Dateninfrastruktur auf KI-Anwendungen und Datenpools zugreifen. Auf Basis von Standardisierungsvorgaben und den unterschiedlichen Steuerungsmöglichkeiten der Datenübertragung können Daten über die Unternehmen hinweg ausgetauscht, mit weiteren Daten verknüpft, aufbereitet, ausgewertet und zur Monetarisierung in Wertschöpfungsnetzwerken genutzt werden. Durch die Möglichkeiten des Daten- und Serviceaustauschs können Innovationen gefördert, Synergien genutzt und neue Geschäftsmodelle entwickelt und skaliert werden.

Das Ziel des Workstreams 1 „Anwenderökosysteme und -anforderungen“ ist die Realisierung der genannten Mehrwerte durch eine breite und nachhaltige Aktivierung der Anwender- und Nachfrageseite. Dies erfolgt durch die kontinuierliche Identifikation, Einbindung, Entwicklung sowie Umsetzung von domänenspezifischen Bedarfsbeispielen (sogenannten Use Cases), die den Bedarf und Mehrwert einer souveränen, europäischen Dateninfrastruktur illustrieren. Mittlerweile wurden mehr als 40 Use Cases in acht Domänen („Industrie 4.0/KMU“, „Gesundheit“, „Finanzwesen“, „Öffentlicher Sektor“, „Smart Living“, „Energie“, „Mobilität“ und „Agrar“) dargestellt. Sie stammen von verschiedenen Unternehmen und Organisationen aus europäischen Ländern, insbesondere Deutschland und Frankreich aber auch den Niederlanden, Spanien und der Schweiz. Einerseits zeigen sie die Notwendigkeit und den Mehrwert von GAIA-X auf. Andererseits repräsentieren sie jeweils eine Domäne und dienen als Ausgangspunkt, um domänenspezifische und -übergreifende Anforderungen abzuleiten, zu validieren und diese in die Entwicklung von GAIA-X einfließen zulassen.

Alle Projektbeteiligten sind zur Mitarbeit im Workstream 1 „Anwenderökosysteme und -anforderungen“ eingeladen: Sowohl durch die Einreichung neuer Use Cases als auch durch die aktive und kontinuierliche Mitarbeit in einer domänenspezifischen Arbeitsgruppe. Die Ergänzung um weitere Domänen ist willkommen. Selbstverständlich können Use Cases auch außerhalb der Arbeitsstruktur von GAIA-X entwickelt und umgesetzt werden.

Use Case Galerie

GAIA-X Use Cases

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektstruktur

Projektstruktur

Das Projekt GAIA-X ist in themenspezifische Arbeitsbereiche (sogenannte Workstreams) unterteilt:

  1. Anwenderökosysteme und -anforderungen
  2. Technische Umsetzung

Darüber hinaus gibt es unter dem Begriff „Gemeinsame Anforderungen“ eine funktionsübergreifende Einheit, den sogenannten Expert Tribe. Dieser besteht aus zwei Gruppen, die flexibel einberufen werden und sich mit inhaltlichen Themen beschäftigen, denen ein starkes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Workstreams zugrunde liegt. Die Projektstruktur ist agil, kann im Zeitverlauf gemäß den Rahmenbedingungen angepasst werden und gewährleistet eine themenübergreifende Zusammenarbeit.

Projektstruktur GAIA-X Bild vergrößern

Projektstruktur GAIA-X

© BMWi

1. Workstream 1 „Anwenderökosysteme und -anforderungen“

Der Workstream 1 „Anwenderökosysteme und -anforderungen“ fokussiert sich auf die breite und nachhaltige Aktivierung der Anwender- und Nachfrageseite und fördert durch die kontinuierliche Umsetzung erster ausgewählter domänenspezifischer Bedarfsbeispiele (sogenannte Use Cases) den Aufbau und die Weiterentwicklung einer europäischen Dateninfrastruktur. Darüber hinaus steht die Definition von domänenspezifischen und -übergreifenden Anforderungen sowie bereits bestehende Lösungsansätze, auf denen GAIA-X aufbauen sollte, bei den Arbeiten im Fokus. Aktuell sind die Domänen „Industrie 4.0/KMU“, „Gesundheitswesen“, „Öffentlicher Sektor“, „Finanzwesen“, „Energie“, „Mobilität“ und „Smart Living“ vertreten und in entsprechenden Arbeitsgruppen organisiert.

Die Entwicklung und Umsetzung der Use Cases erfolgt grundsätzlich außerhalb des Workstreams in den jeweiligen Use Case Teams durch die Unternehmen und/oder Organisationen. Die Use Case Teams können ihren Input in den Workstream und den domänenspezifischen Arbeitsgruppen geben.

2. Workstream 2 „Technische Umsetzung“

Der Workstream 2 „Technische Umsetzung“ beschäftigt sich mit dem Aufbau der europäischen, rechtskonformen und souveränen Dateninfrastruktur. Durch die Mitgliederbeiträge und den etablierten Bottom-Up-Ansatz sind die Strukturen und Arbeitsgruppen des Workstreams agil und passen sich den Anforderungen der Anwenderseite und den rechtlichen Rahmenbedingungen an. Die Arbeitsgruppen des Workstream widmen sich verschiedenen Themenbereichen wie zum Beispiel Rahmenarchitektur, der technischen Beschreibung der Funktionalitäten, den physischen und infrastrukturellen Kriterien für die Selbstbeschreibungen der Anbieter, Services und Knoten, den Empfehlungen für Speicher-, Rechen- und Netzwerkdienste, der Definition geeigneter Prüfkriterien von Leistungszusagen, der Konzeptionierung eines kontinuierlichen QoS Prozesses und der Entwicklung von User Stories.

Aktuell erarbeitet der Workstream ein technisches Konzept, das die technische Definition der notwendigen Referenzarchitektur beinhaltet und die technischen Grundfunktionalitäten der Dateninfrastruktur beschreibt. Die domänenspezifischen Anforderungen der Anwender- und Nutzerperspektive bilden den entscheidenden Beitrag für die Fortentwicklung und Umsetzung der technischen Grundfunktionalitäten und fließen in das technische Konzept ein.

3. Expert Tribe „Gemeinsame Anforderungen“

Die funktionsübergreifende Einheit (Expert Tribe) umfasst zwei ad-hoc einberufene Expertengruppen aus den verschiedenen Workstreams zur Identifikation gemeinsamer Anforderungen. Sie beschäftigen sich mit inhaltlichen Themen, denen ein starkes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Workstreams zugrunde liegt. Dazu zählen Themenbereiche wie die allgemeinen technischen Anforderungen und regulatorische Aspekte.

Im Expert Tribe „Technische Anforderungen“ werden aus domänenspezifischen Anwender- und Nutzerperspektiven gemeinsame, allgemeine und technische Anforderungen an eine europäische Dateninfrastruktur gesammelt, bewertet und abgestimmt. Die Arbeiten bilden eine elementare Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung der technischen Grundfunktionalitäten und fließen in das technische Konzept ein. Anforderungen hinsichtlich der zu erfüllenden gesetzlichen Rahmenbedingungen werden im Expert Tribe „Regulatorik“ definiert.

Blog - Wo steht das Projekt GAIA-X?

Aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse zu GAIA-X

 

Blog - Wo steht das Projekt GAIA-X?

Computertastatur mit der Aufschrift BLOG

Mit dem Ziel, eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur für Europa zu schaffen, wird das Projekt GAIA-X kontinuierlich weiterentwickelt. Dieser Blog sammelt aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse und informiert über Veranstaltungen sowie weitere Neuigkeiten.

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Publikationen

Sämtliche Veröffentlichungen zu GAIA-X

 

Videos

Sämtliche Videos zu GAIA-X

 

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Projekt GAIA-X

 

1. Was ist das Projekt GAIA-X?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

2. Warum brauchen wir GAIA-X? Was ist der Mehrwert?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

3. Was sind die wesentlichen Elemente? Bauen Sie einen weiteren Hyperscaler in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten am Markt?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Glossar

Die wichtigsten Begriffe und Themen rund um Gaia-X

 

Glossar

Symbolicon für Buch

Glossar GAIA-X

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Pressemitteilungen

  • 04.06.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Digitale Technologien

    Deutschland und Frankreich Vorreiter beim ersten Schritt Europas in Richtung einer europäischen Dateninfrastruktur

    Video

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  • 19.02.2020 - Pressemitteilung - Digitale Technologien

    Altmaier: Wir wollen GAIA-X gemeinsam mit Europa verwirklichen

    Öffnet Einzelsicht
  • 29.10.2019 - Gemeinsame Pressemitteilung - Digitale Technologien

    Pressemitteilung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit für eine sichere und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur

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Grafik geometrische Formen