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Artikel - Fachkräftesicherung

Fachkräfte für Deutschland

Einleitung

Fachkräfte sichern Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität. Angesichts der demografischen Entwicklung ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte für alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Zwar gibt es in Deutschland derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, allerdings können schon heute in bestimmten Regionen und Branchen offene Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden. Dies betrifft vor allem den MINT- und Gesundheitsbereich. Besonders in Süddeutschland und den neuen Bundesländern spitzt sich die Lage zu. Viele Unternehmen sind bereits akut von dem Mangel an Fachkräften betroffen: Mehr als 60 Prozent der Unternehmen sehen darin eine Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung. Der Fachkräftemangel als Entwicklungshemmnis ist aus Sicht der Unternehmen merklich angestiegen – 2010 waren es noch 16 Prozent, die den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko einstuften. Heute stellt dieser Mangel das größte Hemmnis dar, wie unter anderem aus der DIHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2018 hervorgeht.

Der demografische Wandel schlägt zu

Ein großer Faktor, der insbesondere in der Zukunft einen entscheidenden Einfluss auf den herrschenden Fachkräftemangel haben wird, ist die alternde Gesellschaft in Deutschland. Die Alterung verstärkt als Teil des demografischen Wandels die Engpässe im Fachkräftebereich. Laut aktuellen Vorausberechnungen wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, also Personen zwischen 20 und unter 65 Jahren, bereits im Jahr 2030 um 3,9 Millionen auf einen Bestand von 45,9 Millionen Menschen sinken. Im Jahr 2060 sind dann schon 10,2 Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Die Fachkraft – ein elementarer Wirtschaftsfaktor

Auch die Projektionen der Bundesregierung zeigen, dass das erfreulich hohe Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahren vor allem durch die EU-Binnenwanderung gestützt wurde. Diese aktuell projizierte Einwanderung wird aber nicht ausreichen, um den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials aufgrund des demographischen Wandels zu kompensieren. Zahlreiche Studien belegen, dass schon heute die Wirtschaftsleistung ohne Fachkräftemangel noch höher wäre.

Potenziale heben

Es ist demnach entscheidend, heute aktiv gegenzusteuern, um mit einer starken Fachkräftebasis auch die zukünftigen Anforderungen stemmen zu können. Daher fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ (www.kofa.de), das kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützt, Fachkräfte zu finden, zu binden und zu qualifizieren.

Die Bundesregierung setzt an verschiedenen Punkten an, um diese Herausforderung anzugehen. Zum einen will die Bundesregierung die Erwerbsbeteiligung steigern und Frauen sowie ältere Personen noch stärker in das Erwerbsleben einbinden. Zum anderen will sie die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland fördern und auch das Potenzial der Geflüchteten nutzen, in dem diese gezielt in den Arbeitsmarkt integriert werden. Zudem unterstützt die Bundesregierung Unternehmen dabei, die Vorteile einer vielfältigen Arbeitnehmerschaft, die aus Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters sowie verschiedener Herkunft besteht und auch Menschen mit Behinderung einschließt, zu nutzen und von diesen zu profitieren.

Vier Zahlen zum demografischen Wandel und zu Fachkräfteengpässen

30-45
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des Anteils
der Ü67-Jährigen an allen Erwerbstätigen zwischen 20-67 bis 2034.

1/3
Symbolicon für Wachstumskurve

weniger Erwerbspersonen bis 2060
(oder bis zu 16 Mio. Personen), wenn Deutschland keine Zuwanderung zulassen würde.

352
Symbolicon für Arbeiter

von 801 Berufsgattungen
sind aktuell mit Fachkräfteengpässen konfrontiert

61
Symbolicon für Bürogebäude in Deutschland

Prozent der Unternehmen
sehen Fachkräftemangel bereits heute als Risiko

Analyse und Trends

Wo der Schuh drückt

Derzeit besteht noch kein flächendeckender Fachkräftemangel, auch wenn es in einzelnen Regionen, Branchen und Berufen Engpässe gibt. Gerade in dem für Deutschland wichtigen Ingenieursbereich können aber schon jetzt viele Stellen nicht besetzt werden.

Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung sind sogar vielerorts bereits zur Regel geworden, wie die Studie (4/2017) „Fachkräfteengpässe in Unternehmen: Rezepte gegen den Fachkräftemangel“ des KOFA zeigt. Während im Jahr 2011 zwischen 30 und 40 Prozent der Stellen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Engpassberufen ausgeschrieben waren, betraf dies 2016/2017 bereits 66 Prozent aller offenen Stellen. Somit lässt sich hier bereits teilweise von einem verfestigten Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt sprechen. In allen Bundesländern wächst der demografische Druck aufgrund der Alterung auf dem Arbeitsmarkt: Die Babyboomer-Generation erreicht nach und nach das Rentenalter – doch zu wenig junge Menschen rücken nach. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen erreichte im Ausbildungsjahr 2016/17 ein neues Rekordhoch. Dabei geht die Zahl offener Ausbildungsplätze gerade in Ostdeutschland mit zahlreichen unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern einher – es ist zunehmend schwieriger, Stellensuchende und offene Ausbildungsplätze zusammenzubringen.

Gerade die Berufsausbildung ist gefragt

Dabei sind es gerade Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung, die am häufigsten fehlen. Aber auch an Spezialisten mit Meister oder Bachelorabschluss und Experten mangelt es in bestimmten Berufsgruppen zunehmend. Der Gesundheitssektor – insbesondere die Alten- und Krankenpflege – sind stark vom Fachkräftemangel betroffen. Gerade der Bedarf an Altenpflegern wird mit zunehmender Alterung der Gesellschaft weiter steigen. Aber auch Berufsgruppen, für die eine technische oder handwerkliche Ausbildung nötig ist, mangelt es an qualifiziertem Personal. Im Expertenbereich fehlen neben Ärzten auch Ingenieure und Informatiker – wichtige Berufsgruppen, die die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands mitgestalten.

Zu den von Fachkräfteengpässen besonders betroffenen Bereichen zählen:

  • Akademische Berufsgruppen in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen im Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Versorgungs- und Entsorgungstechnik, IT und Softwareentwicklung/ Programmierung, MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
  • Handwerk: Elektroinstallation und -montage, Rohrinstallation, Zerspanungstechnik, Werkzeugmechanik, Kunststoffverarbeitung, Rohrnetzbau/Rohrschlosserei, Schweißtechnik, Maschinenbau.
  • Pflege: Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege.

Daher muss die duale Ausbildung in Deutschland gestärkt werden. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb haben sich Bund, Bundesagentur für Arbeit, die Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder Ende 2014 in der Allianz für Aus- und Weiterbildung zusammen geschlossen. Gemeinsam wollen die Allianz-Partner noch mehr junge Menschen für einen der über 300 Ausbildungsberufe befähigen und gewinnen.

Im Süden mangelt es an Fachkräften – aber auch im Osten verschärft sich die Situation

Der Fachkräftemangel unterscheidet sich nicht nur nach Berufsgruppen – auch regional gibt es Unterschiede. So sind die wirtschaftsstarken Bundesländer im Süden Deutschlands besonders betroffen. In Bayern und Baden-Württemberg liegen circa zwei Drittel aller Stellen in Engpassberufen, wie die aktuelle KOFA-Studie zeigt. Entspannung gibt aus Sicht der Unternehmen kaum. Die Situation hat sich insbesondere in Ostdeutschland verschärft. Thüringen ist inzwischen nach Baden-Württemberg das Bundesland mit den stärksten Fachkräfteengpässen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das IAB-Betriebspanel 2017 (PDF, 2MB) für Ostdeutschland. 37 Prozent der im ersten Halbjahr 2017 verfügbaren Fachkräftestellen blieben in Ostdeutschland bis zum Befragungszeitpunkt unbesetzt. In Westdeutschland ist der Anteil unbesetzter Stellen zudem deutlich auf 36 Prozent gestiegen (2016: rund 30 Prozent).Damit lag die Nichtbesetzungsquote 2017 zum fünften Mal in Folge über der für Westdeutschland. Zudem fand sich für etwa ein Drittel der Ausbildungsplätze kein geeigneter Bewerber.

Die interaktive Karte des Kofa verdeutlicht, dass die Engpässe nicht flächendeckend sind, aber bestimmte Bezirke besonders hart treffen.

Publikationen

Potenziale heben

Wo bestehen die größten Fachkräftepotenziale im Inland?

Besonders die Potenziale bei Frauen, Älteren, Menschen mit Migrationshintergrund und Jugendlichen ohne Ausbildung sowie Menschen mit Behinderung können stärker genutzt werden. Vielfalt ist ein wichtiger Beitrag zum Unternehmenserfolg. Daneben steht besonders bei Engpassberufen die Ansprache internationaler Fachkräfte im Fokus.

Frauen

Das größte Beschäftigungspotenzial zur Fachkräftesicherung sind Frauen. Deutschland steht mit einer Erwerbsbeteiligung von Frauen zwischen 20 und 64 Jahren von über 74 Prozent im Jahr 2016 gut da. Die Zunahme der Frauenbeschäftigung in den letzten zehn Jahren basiert allerdings auf mehr Teilzeitbeschäftigung; die Zahl der Frauen, die in Vollzeit arbeiten, hat sich faktisch nicht verändert. In fast allen anderen EU-Ländern ist die Vollzeitquote höher. Zahlreiche Frauen mit Teilzeitjobs würden gerne ihre Stundenzahl erhöhen. Und noch mehr: Knapp 42 Prozent der Frauen im Alter zwischen 25 und 49 Jahre, die nicht am Erwerbsleben teilnehmen, gaben als Grund die Betreuung von Kindern und anderen Familienangehörigen an.

Unter den knapp fünf Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter, die derzeit nicht arbeiten und nicht aktiv auf Jobsuche sind, verfügt die Mehrzahl über eine gute Ausbildung. Es liegt also im Interesse der Wirtschaft, das Leistungs- und Qualifikationspotenzial der Frauen noch besser zu nutzen. Wichtig sind dafür bessere Möglichkeiten Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ältere Menschen

Jung und Alt - für Deutschlands Zukunft werden alle Generationen benötigt. Gerade ältere Beschäftigte verfügen über umfassendes Fachwissen und langjährige Berufserfahrung. Das Fachkräftepotenzial von Personen zwischen 55 und 64 Jahren liegt bis zum Jahr 2025 zwischen 600.000 und 1,1 Millionen. Dies geht aus einer Studie des ZEW aus Mannheim hervor, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Auftrag gegeben hat. Tatsächlich ist die Erwerbsbeteiligung von Älteren laut der aktuellen KOFA-Studie (4/2017) in den letzten Jahren angestiegen. Frauen in Engpassberufen bleiben heutzutage länger im Beruf und Männer sind häufiger auch nach dem 65. Lebensjahr weiterhin in Teilzeit beschäftigt.

Jeder Betrieb hat es in der Hand, durch gezielte Maßnahmen vom Potenzial Älterer zu profitieren: Eine altersgerechte Gestaltung der Arbeit, eine Verbesserung der Balance zwischen Beruf und Privatleben, eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung Älterer, aber auch eine gezielte Rekrutierung von Älteren oder ein aktives Gesundheitsmanagement - all dies sind Investitionen, die sich gleichermaßen für Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Deutschland als Ganzes auszahlen.

Menschen mit Migrationshintergrund

Ein großes Potenzial liegt auch bei Menschen mit Migrationshintergrund. Viele tausende zusätzliche Erwerbstätige könnten gewonnen werden, wenn Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker bei der Integration und Ausbildung unterstützt werden. Dabei geht es zum einem um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.

Um Zugewanderte besser in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren, unterstützen seit Frühjahr 2016 rund 170 sogenannte "Willkommenslotsen" Unternehmen bei der Besetzung von offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Geflüchteten. Sie vermitteln bundesweit Geflüchtete in Praktika, Hospitationen, Einstiegsqualifizierungen, Ausbildungen und Beschäftigungsverhältnisse in kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und seit Ende 2017 auch in große Unternehmen. Die Willkommenslotsen helfen bei Fragen zu Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten – und das mit Erfolg: Seit Programmbeginn wurden rund 11.500 Vermittlungen von Geflüchteten unterstützt.

Inklusion: Menschen mit Behinderung einstellen

Rund 177.000 Menschen mit Schwerbehinderung würden laut der Bundesagentur für Arbeit gerne arbeiten. Viele Menschen mit Behinderung sind überdurchschnittlich gut qualifiziert und ihre Behinderung bedeutet kaum Einschränkung für ihre Arbeitsleistung.

Das BMWi geht mit gutem Beispiel voran: So sind derzeit rund neun Prozent der Beschäftigten Menschen mit Behinderungen – deutlich mehr, als die gesetzlich vorgeschriebene Quote von sechs Prozent (Stand: Februar 2018).

Mehr zum Thema Inklusion in Unternehmen erfahren Sie auf der Internetseite des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung.

Deutsche Spitzenkräfte im Ausland

Nach Schätzungen arbeiten derzeit mindestens 200.000 hoch qualifizierte Deutsche in den USA, der Schweiz und der EU. Es ist erfreulich, dass deutsche Fachkräfte im Ausland einen Spitzenruf genießen. Gleichwohl können wir stärker als bisher versuchen, von diesem Erfahrungsschatz zu profitieren und diese Fachkräfte für eine Karriere in Deutschland zu begeistern. Deutschen Rückkehrern aus dem Ausland muss daher stärker als bisher eine Brücke gebaut werden. Hilfreich dafür sind unter anderem mehr Transparenz über Angebote und Chancen für Rückkehrinteressierte sowie mehr Unterstützung bei der Rückkehr und Reintegration.

Auszubildende bei der Arbeit zum Thema Ausbildung und Beruf; Quelle: Franz Bischof/Laif

© Franz Bischof/Laif

Erfolgsmodell Duale Ausbildung

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Weltoffene Kultur und Einwanderung

Internationale Fachkräfte - Chancen bieten und nutzen

Eine weltoffene Kultur ist entscheidend, um weltweit Fachkräfte für eine Karriere in Deutschland zu interessieren - in Politik, Gesellschaft, Verwaltung und in der Wirtschaft selbst.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung schreibt in seinem neuesten Gutachten: „Um das Erwerbspersonenpotenzial dauerhaft auf seinem heutigen Niveau zu halten, müssten von nun an jedes Jahr 400.000 Personen mehr nach Deutschland ein- als auswandern“.

Passende Angebote unterstützen Fachkräfte und Zugewanderte bei der erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt. Damit möglichst kein Arbeitsplatz unbesetzt bleibt, wird die Bundesregierung ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz auf den Weg bringen. Fest steht: Ohne die Zuwanderung können wir das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland auf Dauer nicht halten. Nur mit Ihnen kann der Mangel in den MINT- und anderen Bereichen wirksam gedämpft werden. Auch laut des aktuellen MINT-Herbstreports leisten ausländische MINT-Arbeitskräfte einen überproportionalen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Ohne sie würde die Fachkräftelücke um rund 118.100 Personen höher ausfallen.

Make it in Germany

„Make it in Germany" ist das mehrsprachige Informationsportal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland. Es informiert zuwanderungsinteressierte Fachkräfte über ihre Karrierechancen und enthält aktuelle Jobangebote in Engpassberufen. Zudem stellen sich internationale Fachkräfte vor, die bereits erfolgreich in Deutschland Karriere machen und erzählen, wie sie die Herausforderungen des Lebens in Deutschland gemeistert haben. Arbeitgeber in Deutschland erhalten Tipps bei der Rekrutierung internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, während sich Fachkräfte über Visumsfragen, Stellenangebote und über die deutsche Wirtschaft mit ihren Branchen informieren können. Seit Juni 2012 haben bereits mehr als 15 Millionen Nutzerinnen und Nutzer aus über 200 Ländern das Portal besucht – das sind monatlich im Schnitt 200.000 Personen.

Make it in Germany - 24 Stunden in Deutschland

Mit der "Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland" schafft die Bundesregierung auf www.make-it-in-germany.com erstmalig ein umfassendes, mehrsprachiges Beratungsangebot zu Fragen der Zuwanderung und Integration für zugewanderte und zuwanderungsinteressierte Fachkräfte, Studierende und Auszubildende. Sie erhalten unter der Rufnummer +49 30 1815-1111 eine persönliche Beratung zu den Themen Einreise und Aufenthalt, Deutschlernen, Arbeitssuche sowie Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Anerkennung ausländischer Qualifikationen

Die Bewertung und Anerkennung ausländischer Qualifikationen hat sich seit 2012 mit dem "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" verbessert. Mit dem Gesetz wurde ein Rechtsanspruch auf ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen mit einem deutschen Berufsabschluss eingeführt.

Zudem können zuwanderungsinteressierte Akademikerinnen und Akademiker, die nicht aus der EU stammen, sich für die Dauer von sechs Monaten in Deutschland zur Arbeitsplatzsuche aufhalten, wenn ihre Existenzgrundlage während dieser Zeit gesichert ist.

Praktisch: Das BQ-Portal des BMWi ist die umfangreichste Online-Wissens- und Arbeitsplattform zu ausländischen Berufsqualifikationen. Die Plattform bietet Beschreibungen von 87 Berufsbildungssystemen weltweit und über 3000 ausländische Berufsprofile. Auf diese Weise können die zuständigen Stellen (die Berufskammern) mit dem BQ-Portal ausländische Berufsabschlüsse besser einschätzen sowie schnell, einheitlich und transparent bewerten.

Hochqualifizierte internationale Fachkräfte werden insbesondere in den Engpassberufen benötigt. Deshalb wurde die Zuwanderung von Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung nach Deutschland erleichtert. Durch die Ausrichtung der sogenannten Positivliste von Engpassberufen an regionalen Arbeitsmarktbedürfnissen können nunmehr Fachkräfte mit einer in Deutschland anerkannten Berufsausbildung in über 130 Berufen arbeiten.

Auf dem Informationsportal zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen der Bundesregierung können sich Anerkennungssuchende rund um das Thema Anerkennung von Abschlüssen informieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) berichtet zudem immer wieder auf seiner Facebookseite über das Thema.

Blaue Karte EU

Die "Blaue Karte EU" ermöglicht es Akademikerinnen und Akademikern, die nicht aus der EU stammen und über ein Arbeitsplatzangebot verfügen, in Deutschland zu arbeiten und mit ihren Familien zu leben.

Zugewanderte bestmöglich unterstützen

Das erfolgreiche Programm zur passgenauen Besetzung von freien Ausbildungsstellen hilft dabei, Ausbildungsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen "passgenau" mit in- und ausländischen Jugendlichen ohne Flüchtlingsstatus zu besetzen. Das Programm unterstützt Berater und Beraterinnen, die wiederum Betriebe bei der Etablierung und Weiterentwicklung einer weltoffenen Kultur und bei der Integration von ausländischen Auszubildenden und ausländischen Fachkräften, die nicht als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, helfen.

Videos "Make it in Germany"

Duale Berufsausbildung im Ausland

Mit „Skills Experts“ Fachkräfte weltweit ausbilden

Unternehmen brauchen qualifizierte Fachkräfte, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das gilt auch für deutsche Firmen im Ausland. Das Programm "Skills Experts" unterstützt daher vor allem kleine und mittlere deutsche Unternehmen bei der bedarfsgerechten betrieblichen Ausbildung von Jugendlichen vor Ort.

In vielen Ländern weltweit mangelt es in unterschiedlichen Branchen an gut ausgebildeten Fachkräften. Dadurch können sowohl lokal tätige Firmen als auch weltweit agierende deutsche Unternehmen die Potenziale, die ihnen die jeweiligen Märkte bieten, nicht vollständig nutzen. Hier setzt das Programm "Skills Experts" an. Es unterstützt vor allem kleine und mittlere deutsche Unternehmen (KMU) im Ausland dabei, junge Menschen vor Ort bedarfsorientiert nach dem Vorbild der deutschen dualen Berufsausbildung auszubilden. Davon profitieren insbesondere deutsche KMU, aber auch die Partnerländer und junge Menschen in diesen Ländern.

Im Rahmen des Programms wird die Entsendung von Berufsbildungsexperten, sogenannten „Skills Experts“ an sieben AHK-Standorte (Bosnien-Herzegowina, Indonesien, Kenia, Kroatien, Malaysia, Mazedonien und Vietnam) finanziert. Der Aufbau weiterer Standorte (Ghana, Nigeria und Südafrika) ist geplant. Die „Skills Experts“ arbeiten eng mit dem DIHK als Programmpartner zusammen, um weltweit vergleichbare und qualitätsgesicherte Standards der betrieblichen Ausbildung und deren Zertifizierung nach deutschem Vorbild zu gewährleisten. Mehr dazu hier.

Themenportale für Fachkräfte

Pressemitteilungen

  • 01.08.2018 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Start des Ausbildungsjahrs 2018/19 - BMWi modernisiert Ausbildungsordnungen für über 20 Berufe

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.06.2018 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Staatssekretär Nussbaum: „Alles aus einer Hand und unter einem Dach – erfolgreicher Ansatz für die Integration von Geflüchteten in den Ausbildungsmarkt.“

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.04.2018 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Altmaier: „Berufliche Bildung ist ein Erfolgsmodell für den deutschen Mittelstand.“

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.04.2018 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Altmaier: Soziale Kompetenz in der Ausbildung ist mehr denn je gefragt

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Elektriker bei der Arbeit zum Thema Fachkräfte; Quelle: Getty Images/altrendo images