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Artikel - Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien

Einleitung

Erneuerbare Energien gehören zu den wichtigsten Stromquellen in Deutschland und ihr Ausbau ist eine zentrale Säule der Energiewende. Unsere Energieversorgung soll klimaverträglicher werden und uns gleichzeitig unabhängiger vom Import fossiler Brenn-, Kraft- und Heizstoffe machen.

Solaranlage zum Thema Erneuerbare Energien; Quelle: iStock.com/nullplus

© iStock.com/nullplus

Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr „grüner“. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf rund 42 Prozent im Jahr 2019. Damit wurde die Zielmarke von 35 Prozent für das Jahr 2020 vorzeitig deutlich übertroffen.

Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz – kurz EEG – vor.

Insgesamt stellt sich die Stromerzeugung in Deutschland wie in der folgenden Grafik dar:

Bruttostromerzeugung in Deutschland 2017 in TWh Bild vergrößern

Bruttostromerzeugung in Deutschland 2017 in TWh; vorläufige Angaben, z.T. geschätzt; ** regenerativer Anteil; Stand: Februar 2018

© AG Energiebilanzen

Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien zunehmend eine wichtige Rolle. Derzeit beträgt der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte 13,9 Prozent. Bis zum Jahr 2020 sollen es 14 Prozent sein.

Die Energieträger der Energiewende

Wind- und Sonnenenergie sind die wichtigsten erneuerbaren Energieträger. Daneben leisten Biomasse und Wasserkraft einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung.

  • Sonnenenergie: Im Strombereich wird mit Photovoltaikanlagen die Energie der Sonnenstrahlung direkt in Strom umgewandelt. Neue Solaranlagen gehören heute zu den günstigsten Erneuerbare-Energien-Technologien. Mehr als 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen stellten Ende des Jahres 2019 mit rund 47,5 Gigawatt Leistung den zweitgrößten Anteil der Stromerzeugungssysteme bei den erneuerbaren Energien, nach der Windenergie an Land mit einer installierten Leistung von über 52 Gigawatt.
    Im Wärmebereich nutzen die Solarkollektoren die Energie der Sonne, um Wärme für die Trinkwassererwärmung oder für Industrieprozesse zu erzeugen.
  • Windenergie spielt gegenwärtig die tragende Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Im Jahr 2018 betrug die installierte Leistung der Windenergieanlagen an Land 52,5 Gigawatt und auf See 6,4 Gigawatt. An Land wurden rund 90,5 TWh und auf See rund 19,5 TWh erzeugt, insgesamt also rund 110 Terawattstunden. Damit liegt der Anteil der Windenergieanlagen am deutschen Bruttostromverbrauch bei 18,6 Prozent. Bis zum Jahr 2030 soll nach den Plänen der Bundesregierung eine Leistung von 15 GW bei Windenergie auf See am Netz sein.
  • Biomasse wird in fester, flüssiger und gasförmiger Form zur Strom- und Wärmeerzeugung und zur Bereitstellung von Biokraftstoffen genutzt. Innerhalb der erneuerbaren Energien tragen die Biomassen mit knapp 23 Prozent zur Stromerzeugung, 86 Prozent zum Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte und 88 Prozent zum Endenergieverbrauch im Verkehr bei.

Mehr Informationen zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien finden Sie auf www.erneuerbare-energien.de.

Seit dem 3. Juli 2017 bildet die neue Informationsplattform SMARD nahezu in Echtzeit aktuelle Entwicklungen am Strommarkt ab – auch zu erneuerbaren Energien. SMARD bereitet die Daten transparent, verständlich und übersichtlich auf. Somit können verschiedene Nutzergruppen mit SMARD den Fortgang der Energiewende jederzeit nachverfolgen. Für Expertinnen und Experten stehen zudem umfangreiche Funktionen zur vertieften Analyse bereit.

Vier Zahlen zu erneuerbaren Energien

13,9
Symbolicon für Grüner Strom

Prozent Anteil
der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte in Deutschland im Jahr 2018

37,8
Symbolicon für Sonne

Prozent Anteil
der erneuerbaren Energien am gesamten Bruttostromverbrauch in Deutschland im Jahr 2018

17
Symbolicon für Windräder

Prozent Anteil
der gesamten Windenergie an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2018

4,33
Symbolicon für Geld

ct/kWh: Durchschnittlicher Zuschlagswert
in der letzten Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen nach dem EEG 2017 (zum Vergleich: erste Ausschreibungsrunde der Pilotrunde durchschnittlicher Zuschlagswert 9,17 ct/kWh)

Offshore-Windpark zum Thema Energiewende; Quelle: ABB

© ABB

Unsere Energiewende: sicher, sauber, bezahlbar

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EEG 2021

Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität

Strom aus erneuerbaren Energien leistet einen wesentlichen Beitrag zu Erreichung der Klimaziele Deutschlands und der Europäischen Union. Auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität bis 2050 muss deshalb der Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent weiter vorangetrieben werden. In Deutschland ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit mehr als 20 Jahren eine zentrale Grundlage für den Ausbauerfolg der erneuerbaren Energien im Stromsektor. Bereits heute deckt Strom aus erneuerbaren Energien an vielen Tagen mehr als die Hälfte des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Um diesen Erfolg fortzusetzen, sind die entsprechenden Rahmenbedingungen im „EEG 2021“ zu schaffen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien kann auch mittel- und langfristig nur weiter erfolgreich sein, wenn auch das energiewirtschaftliche Zieldreieck weiterhin eingehalten wird. Neben dem Umwelt- und Klimaschutz gehört hierzu auch, dass die Kosten im Interesse einer preisgünstigen Energieversorgung und bezahlbarer Strompreise begrenzt bleiben. Mit Blick auf eine sichere und kosteneffiziente Stromversorgung müssen die erneuerbaren Energien außerdem stärker in den Strommarkt und das Stromversorgungssystem integriert werden, und ihr Ausbau muss mit dem Ausbau der für den Transport erforderlichen Stromnetze synchronisiert werden. Schließlich muss mit steigenden Ausbaumengen auch die Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland gestärkt werden, insbesondere für den Ausbau der Windenergie an Land.

Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen soll das „EEG 2021“ zukunftsfähige Lösungen für die beschriebenen Herausforderungen liefern. Am 23. September 2020 hat die Bundesregierung den Gesetzentwurf für das EEG beschlossen. Das „EEG 2021“ soll das geltende EEG 2017 ersetzen und zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Die wichtigsten Inhalte des EEG 2021 gliedern sich in sechs Komplexe:

Im EEG 2021 wird das Ziel verankert, dass der gesamte Strom in Deutschland noch vor dem Jahr 2050 treibhausgasneutral ist. Dies gilt sowohl für den hier erzeugten Strom als auch für den hier verbrauchten Strom. Auch Stromlieferungen nach Deutschland müssen treibhausgasneutral sein, wenn die Europäische Union insgesamt das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen will. Deutschland wird sich infolgedessen für entsprechende Regelungen im europäischen Kontext einsetzen.

Die erneuerbaren Energien sollen im Jahr 2030 65 Prozent des deutschen Stromverbrauchs bereitstellen. Damit dieses wichtige Zwischenziel auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität erreicht werden kann, werden mit dem EEG 2021 zentrale Weichen gestellt. So legt dieses Gesetz das Zielmodell des Klimaschutzprogramms 2030 verbindlich fest und regelt, in welchem Umfang die einzelnen Technologien zu dem 65-Prozent-Ziel beitragen sollen und mit welchen Ausbaupfaden dies erreicht werden kann. Die Ausbaupfade sind teilweise noch ambitionierter als im Klimaschutzprogramm 2030 geregelt, um zusätzliche Sicherheit bei der Erreichung des 65-Prozent-Ausbauziels zu schaffen. Hieraus abgeleitet werden die erforderlichen Ausschreibungsmengen für die einzelnen Technologien bis zum Jahr 2028 festgelegt, da diese Ausschreibungsmengen bis 2030 realisiert werden. Über die Ausschreibungsmengen für die Zeit ab 2029 (Realisierungszeitpunkt ab 2030) wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Die neuen Ausschreibungsmengen sehen einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien vor. Um dies zu erreichen, macht dieses Gesetz weitere Flächen für die Energiewende nutzbar: Um den Windausbau an Land wieder anzukurbeln, können künftig auch weniger windstarke Standorte genutzt werden, und auch für Solaranlagen in der Freifläche wird die Gebietskulisse erweitert. Durch diese Maßnahmen soll der Ausbau der erneuerbaren Energien weiteren Schwung erhalten und der Wettbewerb in den Ausschreibungen gesichert werden.

Das 65-Prozent-Ausbauziel kann allerdings nur mit einer gemeinsamen Anstrengung aller Akteure in Bund, Ländern und Kommunen erreicht werden. Neben den hier vorgelegten energierechtlichen Änderungen müssen weitere Weichen gestellt werden. So müssen insbesondere auch das Planungs-, das Genehmigungs- und das Natur- und Artenschutzrecht die ambitionierten Ausbauziele für erneuerbare Energien widerspiegeln. Auch müssen die Verfahrensdauern für die Genehmigung neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen verkürzt werden. Bund und Länder werden hierfür gemeinsame weitere Anstrengungen unternehmen und sich dabei eng abstimmen. Zu diesem Zweck wird mit diesem Gesetz ein Kooperationsausschuss beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingerichtet und es werden die Berichtspflichten von Bund und Ländern weiterentwickelt.

In der bereits im Klimaschutzprogramm 2030 angekündigten und am 10. Juni 2020 vom Bundeskabinett beschlossenen Nationalen Wasserstoffstrategie strebt die Bundesregierung an, die Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage zu befreien. Dabei wird sichergestellt, dass dadurch die EEG-Umlage nicht steigt. Die Bundesregierung erarbeitet gegenwärtig in einem transparenten Prozess die erforderlichen Rahmenbedingungen. Zu diesem Zweck hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 18. August 2020 einen Stakeholder-Dialog eröffnet. Die Ergebnisse dieses Dialogprozesses werden im weiteren Verfahren in dieses Gesetz nachgetragen.

Durch die Umstellung der Fördersystematik auf Ausschreibungen ist es gelungen, die Förderkosten für Neuanlagen dauerhaft zu senken. Es ist für die Akzeptanz des EEG wichtig, die Kosten auch in Zukunft im Rahmen zu halten. Hierzu enthält dieses Gesetz diverse Einzelmaßnahmen. Diese Maßnahmen verfolgen das Ziel, die Förderkosten für neue Erneuerbare-Energien-Anlagen weiter zu senken. Das umfasst insbesondere eine Anpassung der Höchstwerte in den Ausschreibungen für Wind an Land und Photovoltaik, eine schnellere Reaktion des sogenannten atmenden Deckels auf Kostenentwicklungen bei den Solaranlagen und eine Erhöhung des Wettbewerbs bei den Ausschreibungen für Solaranlagen durch die erwähnte Erweiterung der Flächenkulisse.

Ein besonders wichtiger und wirksamer Schritt für die Stromverbraucher ist die teilweise Finanzierung der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt. Im Klimaschutzprogramm wurde beschlossen, die Mehreinnahmen aus der ab 2021 für die Sektoren Wärme und Verkehr geltenden Kohlendioxid-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz für die Entlastung der EEG-Umlage zu verwenden. Zusätzlich wurden im Rahmen der Beschlüsse zum Konjunkturpaket Zuschüsse zur EEG-Finanzierung in Höhe von 11 Milliarden Euro beschlossen, um die EEG-Umlage im Jahr 2021 auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde und im Jahr 2022 auf 6,0 Cent pro Kilowattstunde zu deckeln.

Damit wird die EEG-Umlage in den nächsten Jahren sinken. Die Absenkung der EEG-Umlage könnte mittelfristig zu konträren Effekten bei der „Besonderen Ausgleichsregelung“ führen. Bislang begünstigte Unternehmen könnten dann davon bedroht sein, die Schwellenwerte zur Besonderen Ausgleichsregelung nicht mehr zu erreichen und aus der Regelung herauszufallen. Auch könnte die durch die Covid-19-Pandemie verursachte Rezession dazu führen, dass Unternehmen die Schwellenwerte zur „Besonderen Ausgleichsregelung“ nicht mehr erreichen. Um den daraus resultierenden Unsicherheiten Rechnung zu tragen und der Wirtschaft in der wirtschaftlich schwierigen Gesamtsituation keine weiteren Lasten aufzuerlegen, wird durch dieses Gesetz die „Besondere Ausgleichsregelung“ weiterentwickelt, indem verhindert wird, dass Unternehmen aus der Besonderen Ausgleichsregelung herausfallen. Hierdurch wird Sicherheit für die Wirtschaft trotz der genannten Herausforderungen geschaffen.

Es werden gezielte Maßnahmen zum Erhalt der Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien vorgeschlagen. Windanlagenbetreiber können die Kommunen künftig – wie im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat vereinbart – finanziell an den Erträgen neuer Anlagen beteiligen. Diese Zahlungen können für Anreize sorgen, damit vor Ort neue Flächen für die Windenergie ausgewiesen werden.

Bei der Photovoltaik werden die Rahmenbedingungen für den sogenannten Mieterstrom verbessert, wie bereits im Mieterstrombericht der Bundesregierung angekündigt. Mieterstrom ist ein wichtiger Baustein für die Akzeptanz der Energiewende, weil er auch eine Partizipation von Mieterinnen und Mietern an der Energiewende ermöglicht.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat ein Netzausbau-Controlling etabliert, wodurch der Netzausbau jetzt deutlich vorankommt. Erste Erfolge werden bereits sichtbar. Für eine verbesserte Netz- und Marktintegration enthält dieses Gesetz darüber hinaus ein Bündel an Einzelmaßnahmen. Für eine verbesserte regionale Steuerung und damit für eine erleichterte Integration in das Stromversorgungssystem und eine Reduzierung der Systemkosten werden „Südquoten“ in den Ausschreibungen eingeführt. Die Südquote beträgt für Windenergieanlagen an Land 15 Prozent in den Jahren 2021 bis 2023 und 20 Prozent ab dem Jahr 2024; die Südquote für Biomasseanlagen beträgt 50 Prozent. Dies wirkt sich entlastend auf den Netzengpass in der Mitte Deutschlands aus und fördert flexible Stromerzeugung in Süddeutschland. Das bisherige Netzausbaugebiet wird dabei aufgehoben, da mit den Südquoten neue Instrumente seine Aufgabe übernehmen.

Für eine bessere Marktintegration werden die gleitende Marktprämie weiterentwickelt und die Vergütung von Erneuerbare-Energien-Anlagen bei negativen Börsenpreisen für Neuanlagen abgeschafft. Durch diese Maßnahmen werden zugleich Anreize für Speichertechnologien und neue Perspektiven für Innovationen gesetzt. Die Bundesregierung wird die Regelung weiterentwickeln und für das parlamentarische Verfahren einen Vorschlag erarbeiten, der es ermöglicht, dass die Zeiten negativer Börsenpreise nach Ablauf des Förderzeitraums nachgeholt werden können.

Die Anforderungen an die Steuerbarkeit von Erneuerbare-Energien-Anlagen werden ausgeweitet und die Digitalisierungsstrategie über Smart-Meter-Gateways konsequent fortgeschrieben. Die Innovationsausschreibung wird gestärkt und mengenmäßig ausgeweitet; die gemeinsamen Ausschreibungen werden in diese Innovationsausschreibung integriert. Für Photovoltaik-Dachanlagen und für hoch flexible Biomethananlagen im Süden Deutschlands werden neue Ausschreibungssegmente eingeführt, um Potenziale für zusätzliche Mengen zu heben und die Ausschreibungen bei den erneuerbaren Energien auszuweiten. Die Stromerzeugung aus Biomasse soll flexibler werden; hierzu werden die mengenmäßige Begrenzung der sogenannten Flexibilitätsprämie aufgehoben und neue Anforderungen für sich flexibilisierende Neuanlagen gestellt.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll künftig so weit wie möglich marktgetrieben voranschreiten. Die Bundesregierung wird daher in ihren Erfahrungsberichten künftig regelmäßig untersuchen, ob und inwieweit die für die Erreichung der mittel- und langfristigen Ausbauziele erforderlichen Ausbaumengen auch marktgetrieben realisiert werden. In diesem Fall legt die Bundesregierung bis spätestens 2027 einen Vorschlag für einen Umstieg von der finanziellen Förderung auf einen marktgetriebenen Ausbau vor.

Für ausgeförderte Anlagen – also Erneuerbare-Energien-Anlagen, deren 20-jähriger Vergütungszeitraum ab 2021 ausläuft – wird der Rechtsrahmen angepasst. Bereits nach geltender Rechtslage bleibt der Anspruch auf vorrangige Einspeisung auch nach Ablauf der Förderdauer bestehen, und die Anlagenbetreiber können ihren Strom direkt vermarkten und dadurch Markterlöse für den Weiterbetrieb erzielen. Den Betreibern kleiner Anlagen, für die ein Weiterbetrieb in der Direktvermarktung unter Umständen derzeit unwirtschaftlich sein könnte, wird übergangsweise bis zu ihrer vollständigen Marktintegration durch dieses Gesetz eine Alternative zur Direktvermarktung geboten: Diese Anlagenbetreiber können den in der Anlage erzeugten Strom bis Ende 2027 auch dem Netzbetreiber zur Verfügung stellen und erhalten hierfür den Marktwert abzüglich der Vermarktungskosten. Hierdurch werden sowohl ein Abbau dieser Anlagen als auch ein „wildes Einspeisen“ verhindert. Für die Betreiber größerer Anlagen, insbesondere von Windenergieanlagen an Land, wird bis Ende 2021 eine entsprechenden Regelung zur Überbrückung der durch die Covid-19-Pandemie bedingten niedrigen Strompreise geschaffen.

Weitere Informationen zum Stand des Gesetzgebungsverfahrens erhalten Sie hier.

EEG 2017

Wettbewerbliche Vergütung der erneuerbaren Energien

Mit dem EEG 2017 wurde die nächste Phase der Energiewende eingeläutet: Die Förderhöhe des erneuerbaren Stroms wird nicht wie bisher staatlich festgelegt, sondern grundsätzlich durch wettbewerbliche Ausschreibungen am Markt ermittelt - ein Paradigmenwechsel bei der Förderung der erneuerbaren Energien.

Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien ist und bleibt eine tragende Säule der Energiewende. Der Anteil erneuerbarer Energien soll von derzeit rund 32 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 und gemäß der Vereinbarung im Koalitionsvertrag auf 65 Prozent im Jahr 2030 steigen. Mehr Wettbewerb, ein kontinuierlicher Ausbau mit effektiver Steuerung, Begrenzung der Kosten, Akteursvielfalt und Verzahnung mit dem Netzausbau sind die Koordinaten für die nächste Phase der Energiewende.

Ausbau steuern, Kosten begrenzen und Akteursvielfalt erhalten

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, ist der Motor für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Mit der Reform des EEG im Jahr 2014 folgte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende. Mehr zum EEG und der Novelle im Jahr 2014 erfahren Sie hier.

Das EEG 2017 ist aktuell das zentrale Instrument, um eine effektive jährliche Mengensteuerung zu erreichen und die erneuerbaren Energien stärker an den Markt heranzuführen. Seit dem 1. Januar 2017 wird die Höhe der EEG-Vergütungen durch Ausschreibungen am Markt bestimmt. Die Kernpunkte der EEG-Novelle finden Sie in dieser Präsentation (PDF, 552 KB). Weitere Informationen finden Sie hier.

Mit einem Bündel an Maßnahmen wird dafür Sorge getragen, dass mit dem EEG 2017 auch die Akteursvielfalt erhalten bleibt. So wurden möglichst einfache Ausschreibungsmodelle eingeführt und die Bedingungen für Bürgerenergiegesellschaften bei der Ausschreibung von Wind an Land erleichtert. Darüber hinaus sind kleine Anlagen bis 750 kW von den Ausschreibungen von vornherein ausgenommen. Weitere Informationen zu nationalen und europaweiten Ausschreibungen finden Sie hier.

Ergebnisse aus den Ausschreibungen

Seit Beginn der Ausschreibungen für den Ausbau von Windenergie und Photovoltaik nach EEG 2014 und EEG 2017 sind die durchschnittlichen Zuschlagswerte insbesondere bei Photovoltaik stark gesunken. So ist der mengengewichtete Zuschlagspreis zwischen der ersten Ausschreibungsrunde der PV-Pilotausschreibung vom April 2015 bis zur letzten Runde nach EEG 2017 im Jahr 2018 um rund 50 Prozent gesunken. Der durchschnittliche Zuschlagswert im Jahr 2018 lag bei rund 4,5 ct/kWh.

Infografiken zu den Ausschreibungsergebnissen

Entwicklung der Förderkosten für Solarparks

Durchschnittliche Zuschlagswerte der Ausschreibungsergebnisse für PV-Freiflächenanlagen Bild vergrößern

Durchschnittliche Zuschlagswerte der Ausschreibungsergebnisse für PV-Freiflächenanlagen

© BMWi

Hohe Realisierungsraten bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen aus den ersten fünf Ausschreibungsrunden von durchschnittlich rund 95 Prozent zeigen, dass die bezuschlagten Projekte in der Regel auch realisiert werden. Infografik als (PDF, 84 KB)

Das EEG 2017 sieht neben den technologiespezifischen Ausschreibungen erstmals Pilotausschreibungen vor, in denen Photovoltaik- und Windkraftanlagen an Land gemeinsam ausgeschrieben werden. Die verschiedenen Technologien konkurrieren direkt miteinander. Grundlage dafür ist die Verordnung zu den gemeinsamen Ausschreibungen von Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen (GemAV). In den Jahren 2018 bis 2020 finden jährlich zwei Ausschreibungstermine mit jeweils 200 MW statt. Im Rahmen der GemAV werden zwei Komponenten erprobt, mit denen die Systemintegration des Zubaus von Wind- und Solaranlagen verbessert werden soll. Es wird eine so genannte Verteilernetzkomponente eingefügt, damit der Zubau möglichst dort stattfindet, wo noch Platz im Verteilernetz ist. Und es werden ab dem Jahr 2019 regional differenzierte Höchstwerte gelten, damit auch ein Zubau in Mittel- und Süddeutschland stattfindet.

Die Ergebnisse und weitere Informationen zu einzelnen Ausschreibungen finden Sie unter Erneuerbare-Energien.de

Ausbau der Erneuerbaren und Netzausbau besser verzahnen

Bund und Länder halten an den bestehenden Netzausbauplänen fest. Dennoch ist hier noch mehr Tempo gefragt. Für eine Übergangszeit wird es aber in einigen Regionen in Deutschland Engpässe im Übertragungsnetz geben - vor allem in Norddeutschland. Es ist jedoch wichtig, dass die produzierte Energie auch transportiert werden kann und bei den Verbrauchern ankommt. Daher wird der Windenergieausbau an Land übergangsweise dort lokal entsprechend angepasst, wo sich verstärkt Netzengpässe zeigen. Mehr zum Thema Netzausbau erfahren Sie hier.

Mehr zum EEG 2017 erfahren Sie hier.

EEG 2014

Die richtigen Weichen gestellt

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, ist der Motor für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Mit der Reform des EEG im Jahr 2014 folgte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende.

Das EEG hat die Grundlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien geschaffen und sie zu einer der tragenden Säulen der deutschen Stromversorgung werden lassen. Im Jahr 2000 waren es nur rund sechs Prozent. Ziel des EEG war es, den jungen Technologien wie Wind- und Sonnenenergie durch feste Vergütungen und garantierte Abnahme des Stroms den Markteintritt zu ermöglichen.

Mit der Reform des EEG im Jahr 2014

  • wurde ein verbindlicher Ausbaukorridor festgelegt
  • wurden die Kosten stark reduziert durch Konzentration auf die kostengünstigen Technologien Windkraft und Photovoltaik
  • wurde festgelegt, dass neue große Anlagen den produzierten Strom eigenverantwortlich vermarkten müssen (bessere Integration in den Strommarkt)
  • wurde eine Trendwende bei den Förderkosten eingeleitet und die EEG-Umlage stabilisiert.

Der Strompreis ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für energieintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Für sie gibt es die Besondere Ausgleichsregelung, die unter bestimmten Voraussetzungen vorsieht, dass nur eine reduzierte EEG-Umlage zu zahlen ist. Zudem sieht das EEG auch für Eigenversorger und Eigenerzeuger unter bestimmten Voraussetzungen gewisse Privilegien vor. Hier erfahren Sie mehr zur Besonderen Ausgleichsregelung und zur Eigenversorgung.

Mehr zum EEG erfahren Sie hier.

Solaranlage und Windräder zum Informationsportal Erneuerbare Energien; Quelle: BMWi/Holger Vonderlind

© BMWi/Holger Vonderlind

Informationsportal Erneuerbare Energien

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Infografiken zu erneuerbaren Energien

Glossar Energiewende

Symbolicon für Buch

Von Abwärme bis Wirkungsgradprinzip: Das Glossar erläutert wichtige Begriffe rund um das Thema Energiewende.

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Erneuerbare aus dem EU-Ausland

Grenzüberschreitende EE-Ausschreibungen für EU-Staaten

Mit dem EEG 2017 wird die Energiewende grenzüberschreitend verankert: Ausschreibungen zur Förderung erneuerbarer Energien sollen im Umfang von fünf Prozent der jährlich zu installierenden Leistung für die Teilnahme von Anlagen mit Standort in anderen Mitgliedstaaten geöffnet werden (ca. 300 Megawatt pro Jahr). Die grenzüberschreitenden Ausschreibungen treten ergänzend neben die nationalen Ausschreibungen, welche nur Anlagen mit Standort in Deutschland offen stehen.

Im Jahr 2016 wurden im Rahmen einer Pilot-Kooperation über die gegenseitige Öffnung von Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit Dänemark erste Erfahrungen gesammelt. An den von der Bundesnetzagentur und der dänischen Energieagentur durchgeführten Ausschreibungen konnten sich Anlagen mit Standort in Deutschland und in Dänemark beteiligen. Es handelte sich um die europaweit ersten grenzüberschreitenden Ausschreibungen.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen sind weitere grenzüberschreitende Ausschreibungen geplant. Zudem soll die anteilige Öffnung auf die Möglichkeit der Kooperation im Bereich Windenergie an Land erweitert werden.

Hier mehr erfahren.

Umspannwerk

© BMWi/Holger Vonderlind

Strommarkt

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Erneuerbare Wärme und Verkehr

Beim Heizen auf Erneuerbare setzen

Mehr als die Hälfte unserer Energie wenden wir für die Wärme- und Kälteerzeugung auf. Daher ist der Ausbau erneuerbarer Energien auch im Wärmemarkt von zentraler Bedeutung für die Energiewende insgesamt.

Erneuerbare Energien werden auch im Wärmemarkt immer wichtiger: Von 2000 bis 2016 hat sich in Deutschland der Anteil am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte von 4,4 Prozent auf 13,4 Prozent verdreifacht.

Im Wärmemarkt wird der Einsatz erneuerbarer Energien durch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) geregelt. Es sieht vor, dass Bauherren bei Neubauten Wärme anteilig aus erneuerbaren Energien gewinnen, bestimmte Ersatzmaßnahmen wie beispielsweise zusätzliche Dämmmaßnahmen durchführen oder Kraft-Wärme-Kopplung bzw. Fernwärme nutzen.

Ergänzend zum EEWärmeG fördert die Bundesregierung mit Hilfe des Marktanreizprogramms (MAP) den Einsatz erneuerbarer Energien, um deren Anteil an der Wärmeversorgung zu erhöhen. Hauptsächlich für den Gebäudebestand wird der Einsatz von Erneuerbare-Technologien im Wärmemarkt gefördert - beispielsweise Solarthermie-Anlagen, Holzpellet-Heizungen und effiziente Wärmepumpen.

Erneuerbare im Verkehr

Im Verkehrssektor leisten vor allem Biokraftstoffe wie Bioethanol, Biodiesel oder Biogas seit einigen Jahren einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieversorgung. Im Jahr 2016 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch des Verkehrs 5,1 Prozent. Gemeint sind damit zurzeit fast ausschließlich Biokraftstoffe für Autos, Lastwagen, Züge, Schiffe und Flugzeuge. Aber erneuerbare Energien werden auch Schritt für Schritt wichtiger, um mehr Elektroautos anzutreiben. Die Elektromobilität steht für CO2-armes Fahren und verbindet die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind mit dem Verkehrssektor.

Ausführliche Informationen finden Sie auf dem Informationsportal "Erneuerbare Energien" und "Deutschland macht's effizient".

Ein eingerüstetes Gebäude symbolisiert Energiewende im Gebäudebereich

© istockphoto.com/OGphoto

Gebäude energieeffizienter machen

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Exportinitiative Energie

Auf in neue Märkte!

Die Exportinitiative Energie unterstützt kleine und mittlere deutsche Unternehmen der Energiebranche bei der Erschließung von Auslandsmärkten.

Angesprochen sind Unternehmen, die Energielösungen im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, intelligente Netze oder Speicher anbieten. Auch neue Technologien wie Power to Gas oder Brennstoffzellen rücken in den Fokus. Nutzen Sie das Angebot der Exportinitiative für sich und ihren Export! Wertvolle Informationen zum breiten Angebotsspektrum der Initiative sowie einen Veranstaltungskalender finden Sie hier und auf dem Informationsportal der Exportinitiative.

Was macht eigentlich... die Exportinitiative Energie?

Meldung

  • 13.12.2019 - Meldung - Erneuerbare Energien

    Mitteilung des BMWi an die EU-Kommission zu vorrangigem Dispatch von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

    Öffnet Einzelsicht

Pressemitteilungen

  • 19.11.2020 - Pressemitteilung - Erneuerbare Energien

    Altmaier: EU-Offshore-Strategie ist Startschuss für weitere Beratungen zu koordiniertem Erneuerbaren-Ausbau auf See

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.11.2020 - Pressemitteilung - Erneuerbare Energien

    Bundestag beschließt wichtige Windenergie-Gesetzesvorhaben

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.11.2020 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Bundesregierung setzt deutsche Häfen unter Landstrom

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.11.2020 - Pressemitteilung - Energiewende

    „Strombasierte Kraftstoffe der Zukunft – Forschungsergebnisse ermöglichen die Bewertung und Vergleichbarkeit verschiedener Technologiepfade“

    Öffnet Einzelsicht
  • 02.11.2020 - Pressemitteilung - Europäische und internationale Energiepolitik

    Staatssekretär Feicht: World Energy Outlook zeigt, wie die Antwort auf die Covid-19 Krise die künftige Energieversorgung neu gestalten kann

    Video

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

  • 31.05.2019 - Meldung - Erneuerbare Energien

    Europäischer Gerichtshof: EEG 2012 ist keine staatliche Beihilfe

    Öffnet Einzelsicht

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Solaranlage zum Thema Erneuerbare Energien; Quelle: iStock.com/nullplus