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Artikel - Energiewende im Gebäudebereich

Gebäude energieeffizienter machen

Einleitung

Rund 35 Prozent unserer gesamten Endenergie verbrauchen wir in den eigenen vier Wänden, vor allem für Heizung und Warmwasser. Dabei gilt: Wo viel verbraucht wird, lässt sich auch viel einsparen.

Geringere Energiekosten, mehr Wohnkomfort, ein höherer Immobilienwert, eine gesicherte Altersvorsorge und ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz - das sind fünf gute Gründe, in den eigenen vier Wänden auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen. Starten Sie jetzt Ihre persönliche Energiewende! Das BMWi unterstützt Sie dabei mit attraktiven Förderprogrammen.

Kosten runter, Komfort rauf

Seit dem Jahr 2000 haben rund fünf Millionen Eigentümer eine energetische Gebäudesanierung durchgeführt – und dabei von staatlichen Fördergeldern profitiert. Klar ist: Wer saniert, kann sich unter anderem über niedrigere Heizkosten und ein behagliches Raumklima freuen.

Effizienzstrategie Gebäude

Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand realisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir energieeffizientere Gebäude und einen höheren Anteil erneuerbarer Energien am Wärmeverbrauch.

Mit der Energieeffizienzstrategie Gebäude liegt eine Gesamtstrategie für diesen Sektor vor. Sie integriert den Strom-, Wärme- und Effizienzbereich und schafft damit einen klaren Handlungsrahmen für die Energiewende im Gebäudebereich. Mehr erfahren Sie hier.

Informationsoffensive "Deutschland macht‘s effizient"

Eine Familie steht vor ihrem Haus mit Solardach, symbolisiert Deutschland machts effizient

© Getty Images/Henglein and Steets

Energieeffizienz lohnt sich: Denn die sauberste und günstigste Energie ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. Damit die Energiewende ein Erfolg wird, wollen wir noch effizienter mit Strom und Wärme umgehen. Ob Austausch der alten Heizungsanlage oder der Einbau energiesparender Fenster: Mit über 17 Milliarden Euro bis 2020 fördern wir Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen bei ihren Maßnahmen für mehr Energieeffizienz. Das hilft der Umwelt, sorgt für mehr Wohnkomfort und schont den Geldbeutel. Jetzt informieren unter der kostenlosen Hotline 0800 0115 000 und auf www.machts-effizient.de.

Deutschland macht's effizient

© BMWi

Informationsportal
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Beratung

Gut beraten, gut saniert

Erst die Beratung, dann die Sanierung: Denn fundierte Information und Expertise sind die Voraussetzungen für eine kluge Entscheidung über eine energetische Sanierung.

Vom ersten Überblick bis zur konkreten Analyse gibt es für jeden Bedarf ein passendes Informations- und Beratungsangebot.

Erster Überblick: Beratungsangebot der Verbraucherzentralen

Wer sich einen ersten Überblick verschaffen will und Tipps zum Energiesparen sucht, ist bei den Verbraucherzentralen an der richtigen Adresse: Ihr Informationsangebot reicht von Online- und Telefonberatung über Beratungsgespräche bis hin zu Terminen bei Ihnen zu Hause. 

"Gebäude-Check" als Beratungsangebot der Verbraucherzentralen

Interessant für Hauseigentümer ist der "Gebäude-Check": In einem rund zweistündigen Vor-Ort-Termin nimmt ein Energieberater der Verbraucherzentrale Ihren Energieverbrauch unter die Lupe und gibt Ihnen erste Handlungsempfehlungen zum Energiesparen mit auf den Weg. Die Kosten betragen für Sie gerade einmal 20 Euro, denn alle Energieberatungsangebote der Verbraucherzentralen werden vom BMWi mit der „Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentralen“ gefördert. Weitere Informationen gibt die kostenlose Hotline der Verbraucherzentralen unter der Rufnummer 0800 - 809 802 400.

"Heiz-Check" der Verbraucherzentralen

Zusätzlich zum "Gebäude-Check" haben die Verbraucherzentralen am 1. Oktober 2015 einen "Heiz-Check" gestartet, der für Besitzer von Heizungsanlagen interessant ist. Hierbei steht die Effizienz des Heizsystems in der Praxis im Vordergrund. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten hier in einem zweistündigen Vor-Ort-Termin von Energieberatern praktische Tipps zur Optimierung ihrer Heizung und können so Geld sparen. Dieses Angebot kostet gerade einmal 40 Euro, da auch diese Energieberatung Teil der Bundesförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist.

Praktisches Werkzeug: Der Sanierungskonfigurator

Der Sanierungskonfigurator des BMWi ist ein Online-Tool, mit dem Sie Ihr Haus ganz einfach am PC "sanieren" können. Dafür machen Sie zuerst Angaben zum Ist-Zustand Ihres Gebäudes, zum Beispiel: Wann wurde es gebaut? Wie groß ist es? Welche Heizung ist eingebaut? Wie alt ist die Heizung? Anschließend können Sie zwischen verschiedenen Sanierungsmöglichkeiten wählen: Möchten Sie die Fassade dämmen? Neue Fenster einsetzen? Oder lieber die Heizungsanlage austauschen? Mit dem Online-Tool können Sie nach ein paar Klicks und Angaben zu Ihrem Gebäude abschätzen, welche Sanierungsmaßnahmen sich für Sie wirklich lohnen: www.sanierungskonfigurator.de

Vor-Ort-Beratung mit Energieeffizienz-Experten

Um den konkreten Sanierungsbedarf zu ermitteln und ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erstellen, lohnt sich eine persönliche "Vor-Ort-Beratung". Damit diese Beratung für jeden erschwinglich ist, wird sie vom BMWi mit Zuschüssen gefördert. Der Energieberater macht konkrete Vorschläge, welche Sanierungsmaßnahmen passend für Ihr Haus ergriffen werden könnten und wie diese durch den Bund finanziell gefördert werden.

Eine Vor-Ort-Beratung erfolgt in drei Schritten – wie genau, das erfahren Sie in unserem Themenportal Deutschland macht`s effizient.

Der individuelle Sanierungsfahrplan

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein softwaregestützes Instrument für die schrittweise energetische Gebäudesanierung. Der Gebäudeenergieberater erstellt mit dem iSFP einen verständlichen Überblick über die in einem Gebäude anstehenden Sanierungen und fasst diese zu sinnvollen Maßnahmepaketen zusammen. Neben Energieeinsparpotenzialen und den Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien werden auch die dafür notwendigen Investitionen abgeschätzt sowie die Heizkosten- und CO2-Einsparungen ausgewiesen. Details erfahren Sie hier.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden energetische Fachplanungs- und Baubegleitungsleistungen im Zusammenhang mit der Umsetzung von Einzelmaßnahmen mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Hierzu zählt auch eine akustische Fachplanung. Diese Leistungen müssen durch Energieeffizienz-Fachleute oder einen zusätzlich zu diesem beauftragten Dritten erbracht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Themenportal Deutschland macht`s effizient.

Zahlen und Fakten zur Energiewende im Gebäudebereich

rd. 35
Symbolicon für Heizen

Prozent der gesamten Endenergie
in Deutschland verbrauchen wir in den eigenen vier Wänden – vor allem für Warmwasser und Heizung

4,6
Symbolicon für Haus mit Tür

Millionen Wohnungen
wurden seit 2006 bis Dezember 2016 in Deutschland energetisch saniert oder neu gebaut

400
Symbolicon für Geldscheine

Millionen Euro pro Jahr
umfasst das Marktanreizprogramm des BMWi, womit erneuerbare Energien im Wärmemarkt vorangetrieben werden

40
Symbolicon für Tortendiagramm

Prozent des Darlehensbetrags
werden bei einem KfW-Kredit bis 120.000 Euro für die Sanierung der eigenen vier Wände übernommen

BMWi-Förderung über die KfW

Energieeffizient sanieren und bauen mit Geld vom Staat

Mit den KfW-Programmlinien „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ unterstützt das BMWi den Neubau oder die energetische Sanierung Ihres Gebäudes. Bis zu 40 Prozent der Kosten übernimmt das BMWi für Sie. Dabei gilt: je energiesparender ein Gebäude, desto höher die Förderung.

Die KfW-Förderung zum energieeffizienten Bauen und Sanieren ist ein Motor für Energieeffizienz im Gebäudebereich und zentrales Instrument der Energiewende. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, Unternehmen, Kommunen oder soziale Einrichtungen können von zinsgünstigen Krediten und attraktiven Zuschüssen für die energetische Sanierung oder den Neubau energieeffizienter Gebäude profitieren. Im Januar 2020 wurden die Fördersätze in den KfW-Programmlinien "Energieeffizient Bauen" und „Energieeffizient Sanieren“ deutlich erhöht. Damit setzt das BMWi die Beschlüsse des Klimakabinetts vom September 2019 um.

Etwa jeder dritte Neubau in Deutschland wird durch die KfW-Förderung finanziell unterstützt und damit nach besserem Standard errichtet, als es das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorschreibt.

Mehr Informationen zur KfW-Förderung und den Fördermöglichkeiten im Detail:

Erprobung innovativer Modellvorhaben für die künftige Gebäudeförderung

Wie müssen in Zukunft die Effizienzhaus-Standards weiterentwickelt werden, um die Sanierungsrate zu erhöhen? Diese Frage stellen sich das BMWi sowie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Zusammen mit der KfW werden im Rahmen eines Modellvorhabens 100 Effizienzhaus-Sanierungen mit veränderten Anforderungen in der Praxis erprobt.

Gesucht werden innovative, besonders energieeffiziente Sanierungsvorhaben, die die Anforderungen für die Modellvorhaben mit und ohne Einsatz erneuerbarer Energien erfüllen. Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme als Modellvorhaben läuft bis zum 30.04.2021. Die Auswahl der Vorhaben erfolgt durch eine Fachjury. Die ausgewählten Modellvorhaben erhalten einen höheren Zuschuss als in der bestehenden Förderung.

Mit Ihrer Teilnahme entwickeln Sie die künftigen Effizienzhausstufen aktiv mit und leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der KfW.

Neues Förderangebot für Gebäude ab 2021

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“, als Kernelement des nationalen Klimaschutzprogramms 2030, wird die energetische Gebäudeförderung von der Bundesregierung neu aufgestellt.

Ab 2021 werden die bestehenden Programme – darunter das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (umgesetzt als Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren) und das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) – schrittweise ersetzt und in einem modernisierten, vereinfachten und optimierten Förderangebot gebündelt.

Die BEG besteht aus den drei Teilprogrammen

  • BEG WG (Neubau und Komplettsanierung von Wohngebäuden zum Effizienzhaus),
  • BEG NWG (Neubau und Komplettsanierung von Nichtwohngebäuden zum Effizienzgebäude) und
  • BEG EM (Sanierung mit Einzelmaßnahmen an Wohn- und Nichtwohngebäuden),

die jeweils in einer Zuschuss- und einer Kreditvariante angeboten werden.

Struktur der BEG

© BMWI

Der Start der neuen BEG erfolgt dabei gestaffelt: Zunächst mit Einführung der Zuschussförderung für Einzelmaßnahmen im Teilprogramm BEG EM zum 01.01.2021 beim BAFA, im Übrigen durch die KfW ab 01.07.2021. Bis zum 01.07.2021 können daher Förderkredite und Zuschüsse für Effizienzhäuser und -gebäude bei der KfW noch wie gewohnt im Rahmen der Programmlinie „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ beantragt werden.

Ab 2023 erfolgt die Förderung in jedem Fördertatbestand wahlweise als direkter Investitionszuschuss des BAFA oder als zinsverbilligter Förderkredit mit Tilgungszuschuss der KfW.

Das Technologieeinführungsprogramm „EBS-Zuschuss Brennstoffzelle“ (KfW 433) wird darüber hinaus neben der BEG auch weiterhin als eigenständige Förderung bestehen bleiben.

Im Zuge der BEG EM werden seit dem 01.01.2021 folgende Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden mit folgenden Zuschüssen gefördert:

  • Maßnahmen an der Gebäudehülle (zum Beispiel Außenwände, Dachflächen, der Austausch von Türen und Fenstern, sommerlicher Wärmeschutz): 20 Prozent
  • Anlagentechnik (zum Beispiel Einbau und Austausch oder Optimierung raumlufttechnischer Anlagen, Efficiency Smart Home): 20 Prozent
  • Erneuerbare Energien für Heizungen (zum Beispiel Wärmepumpen, Biomasseanlagen, Hybridheizungen, innovative Heizungstechnik auf Basis erneuerbarer Energien oder Solarkollektoranlagen): 20 bis 50 Prozent
  • Maßnahmen zur Heizungsoptimierung (zum Beispiel hydraulischer Abgleich inklusive des Austauschs von Heizungspumpen): 20 Prozent
  • Fachplanung und Baubegleitung im Zusammenhang mit der Umsetzung von Einzelmaßnahmen der BEG EM: 50 Prozent

Wird eine Sanierungsmaßnahme auf Grundlage eines über die „Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW) geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umgesetzt, erhöht sich der jeweilige Fördersatz um zusätzliche fünf Prozentpunkte (iSFP-Bonus). Die Maßnahme muss hierfür jedoch innerhalb eines Zeitraums von maximal 15 Jahren nach Erstellung des iSFP umgesetzt werden.

Hier erhalten Sie Antworten zu den häufigsten Fragen zur Einführung der BEG.

Häufig gestellte Fragen zur Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)

Bis wann können Anträge bei der KfW zur Programmlinie „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ gestellt werden?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Warum wird das Programm neu aufgesetzt?

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Wo beantragt der Kunde zukünftig was?

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Infografiken

Heizen mit Erneuerbaren

Attraktive Fördermöglichkeiten für Heizungstechnik

Erneuerbare Energien spielen für die Stromerzeugung eine bedeutende Rolle, im Wärmebereich bestehen aber noch erhebliche Potenziale. Dabei wird für das Heizen zu viel Energie verbraucht: Mehr als zwei Drittel der Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten ineffizient, rund zehn Millionen der Kessel sind älter als 15 Jahre.

Erneuerbare Energien spielen für die Stromerzeugung eine bedeutende Rolle, im Wärmebereich bestehen aber noch erhebliche Potenziale. Dabei wird für das Heizen zu viel Energie verbraucht: Mehr als zwei Drittel der Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten ineffizient, rund zehn Millionen der Kessel sind älter als 15 Jahre.

Mit attraktiven Förderprogrammen will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mehr Haus- und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer, aber auch Unternehmen und Kommunen motivieren, bei der Wärme auf die Kraft aus Sonne, Biomasse und Erdwärme zu setzen.

Die Förderung beruht dabei auf zwei Säulen:

Erstens: Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) werden Zuschüsse durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen ausgezahlt.

Darunter fallen unter anderem Solarthermiekollektoren auf dem Dach, Pelletheizungen im Keller und effiziente Erdsonden im Garten für die Wärmepumpe im Haus.

Zweitens: Zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse werden durch die KfW in dem Programm Erneuerbare Energien - Premium für große, gewerbliche Anlagen vergeben. Diese können beispielsweise Wäschereien, Hotels oder kommunale Eigenbetriebe in Anspruch nehmen, die in Biomasse-Heizkraftwerke investieren oder dafür ausgelegte Wärmenetze errichten.

Die Programme zielen auf die Modernisierung bestehender Gebäude ab.

Austausch von Ölheizungen

Wer seine alte Ölheizung durch eine neue, energieeffiziente und klimafreundliche Heizung ersetzt, kann eine Förderung von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten erhalten. Dazu zählen Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden – zum Beispiel eine Wärmepumpe oder eine Biomasse-Anlage – sowie Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent, beispielsweise über die Einbindung von Solarthermie. Der Antrag wird im Rahmen der BEG EM beim BAFA gestellt werden.

Heizungsoptimierung

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) wird auch die Optimierung bestehender Heizungsanlagen gefördert.

Rund 33 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in Deutschland entfallen auf den Gebäudebereich. Insbesondere bei der Wärmeversorgung bestehen nach wie vor große Potenziale, die Energieeffizienz zu steigern. So ist ein Großteil der in Gebäuden eingesetzten Pumpen veraltet und verbrauchen unnötig viel Strom. Durch den Einbau von modernen, hocheffizienten Pumpen können Stromeinsparungen von bis zu 80 Prozent erreicht werden. Weitere Energieeinsparungen können durch den hydraulischen Abgleich, das heißt durch eine Optimierung des Betriebs der Heizungsanlage, erzielt werden. Dies ist ohne bauliche Änderungen möglich.

Egal ob im Eigenheim, Büro oder im Vereinsheim: Durch den optimierten Betrieb einer Heizungsanlage kann Energie und Geld gespart, und gleichzeitig die Energiewende vorangebracht werden. Mit der BEG EM setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie weitere Förderimpulse. Das Förderprogramm unterstützt Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Bestandsgebäuden und leistet einen wesentlichen Beitrag zu einer wirtschaftlichen, sicheren und klimaschonenden Energieversorgung mit dem Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands in Deutschland.

Gefördert werden folgende Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilsystems in Bestandsgebäuden, mit denen die Energieeffizienz des Systems erhöht wird, wenn sie die festgelegten technischen Mindestanforderungen erfüllen:

  • hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage inklusive der Einstellung der Heizkurve, des Austauschs von Heizungspumpen sowie der Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung;
  • Maßnahmen zur Absenkung der Rücklauftemperatur bei Gebäudenetzen;
  • im Falle einer Wärmepumpe auch die Optimierung der Wärmepumpe,
  • die Dämmung von Rohrleitungen,
  • der Einbau von Flächenheizungen, von Niedertemperaturheizkörpern und von Wärmespeichern im Gebäude oder gebäudenah (auf dem Gebäudegrundstück) sowie
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechniken.

Bezuschusst werden die Fördermaßnahmen jeweils mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

Alle Informationen zum Antragsverfahren finden Sie in der "Förderrichtlinie zur Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)“ und auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Weitere Informationen finden Sie auch unter www.machts-effizient.de.

Steuerliche Förderung

Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Seit dem 1. Januar 2020 lassen sich mit der energetischen Gebäudesanierung Steuern sparen. Steuerlich absetzbar sind Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien, die an selbstgenutztem Wohneigentum umgesetzt werden. Hierzu zählen etwa der Austausch einer Heizung, der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden.

Bei den Maßnahmen sind 20 Prozent der Aufwendungen (maximal 40.000 Euro pro Wohnobjekt) steuerlich abzugsfähig, verteilt über drei Jahre. Bei der energetischen Baubegleitung und Fachplanung sind abweichend davon sogar 50 Prozent der anfallenden Kosten förderfähig. Die steuerliche Förderung erfolgt als Abzug von der Steuerschuld, sodass sie von einer Vielzahl von Eigenheims-Besitzerinnen und -Besitzern in Anspruch genommen werden kann. Voraussetzung ist, dass die Wohnung beziehungsweise das Wohngebäude bei Beginn der Maßnahme mindestens zehn Jahre alt ist.

Die steuerliche Förderung kann erstmalig mit der Einkommensteuererklärung für 2020 im Jahr 2021 geltend gemacht werden. Der Steuererklärung muss dazu eine Fachunternehmensbescheinigung beigefügt werden, mit der die ordnungsgemäße Durchführung der Sanierungsmaßnahme durch den ausführenden Handwerks-Betrieb oder eine Energieberaterin oder Energieberater bestätigt wird. Eine vorherige Antragstellung ist nicht erforderlich. Die steuerliche Förderung kann alternativ zu den bestehenden Förderprogrammen des Bundes in Anspruch genommen werden. Eigenheims-Besitzerinnen und –Besitzer können sich also entscheiden: entweder wählen sie die steuerliche Förderung oder sie beantragen die staatliche Förderung über die Investivprogramme beim BAFA oder der KfW.

Weitere Informationen zur steuerlichen Förderung finden Sie auf den Seiten von „Deutschland macht’s effizient“.

Häufig gestellte Fragen zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Welche Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung werden gefördert?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wie hoch ist die steuerliche Förderung?

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Wer profitiert von der steuerlichen Förderung?

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Anreizprogramm Energieeffizienz

Gezielte Förderung für mehr Investitionen in Wohnqualität und effizientes Heizen

Das BMWi bringt Energieeffizienz und Klimaschutz weiter voran: Mit dem "Anreizprogramm Energieeffizienz" werden die Fördermöglichkeiten erweitert – für mehr Investitionen in effizienteres Heizen mit erneuerbaren Energien und innovativen Brennstoffzellen-Heizungen.

Mit der KfW-Förderung "Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Brennstoffzelle" (Produkt-Nummer 433) unterstützt das BMWi den Einbau von Brennstoffzellen-Heizungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Ziel ist, die zukunftsweisende Brennstoffzellentechnologie breitenwirksam am Markt zu etablieren. Die Förderung steht für Brennstoffzellen-Heizungen mit einer elektrischen Leistung bis 5 kW zur Verfügung. Diese können sowohl in Neubauten als auch bei Sanierungen installiert werden. Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Contractoren, gemeinnützige Organisationen und kommunale Gebietskörperschaften können von attraktiven Zuschüssen profitieren. Weitere Informationen zur Brennstoffzellen-Förderung gibt es auf der Internetseite der KfW: www.kfw.de/433.

Mit dem „Heizungspaket“ enthält das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) zudem eine spezielle Förderkomponente für große Heizungsanlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wer eine Förderung in dem Programm Erneuerbare Energien – Premium bei der KfW beantragt und dabei ineffiziente Heizungen austauscht, wie zum Beispiel alte Ölheizungen, erhält einen um 30 Prozent erhöhten Tilgungszuschuss. Weitere Informationen zum Heizungspaket gibt es bei der KfW unter www.kfw.de/271.

Mehr erfahren unter: deutschland-machts-effizient.de

Häufig gestellte Fragen zur Wärmedämmung bei Gebäuden

Lohnt sich Wärmedämmung für Haus- und Wohnungsbesitzer wirklich?

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Warum ist die energetische Gebäudesanierung wichtig für den Erfolg der Energiewende?

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Verursacht die Herstellung der Dämmmaterialien mehr Energieaufwand als die Dämmung selbst letztendlich einspart?

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Treibt die Wärmedämmung die Mietpreise in die Höhe?

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Rechtlicher Rahmen

Ein modernes Energieeinsparrecht

Die Bundesregierung fördert in vielfältiger Weise Maßnahmen zur Energieeinsparung im Gebäudebereich. Mit öffentlichen Mitteln können jedoch nur Maßnahmen gefördert werden, die über das gesetzlich Geforderte hinausgehen. Was energetisch für Gebäude gesetzlich gefordert ist, legt das Energieeinsparrecht fest. Es wird kontinuierlich den technischen Möglichkeiten und den politischen Zielsetzungen und Erfordernissen angepasst – stets unter Wahrung des Wirtschaftlichkeitsgebots. Eine Novellierung wird derzeit vorbereitet.

Die gesetzlichen Anforderungen des Energieeinsparrechts zielen darauf ab, in Gebäuden aller Art Energie einzusparen und den Einsatz von erneuerbaren Energien zu befördern. So wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Importe gesenkt, die Versorgung sicherer gemacht und das Klima geschützt.

Wesentliche energieeinsparrechtliche Anforderungen an Gebäude finden sich im Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und in der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) sowie im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Aktuell wird die Novelle des Energieeinsparrechts durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorbereitet.

Im neuen Gebäudeenergiegesetz sollen EnEG, EnEV und EEWärmeG zusammengeführt und ein einheitliches Regelungssystem geschaffen werden, das Energieeffizienz und den Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebereich integriert. Durch diese Vereinheitlichung lässt sich das Energieeinsparrecht leichter anwenden und umsetzen. Zudem erhalten Bauherren mehr Flexibilität bei der Erfüllung der energetischen Anforderungen. Zum Niedrigstenergiestandard für Neubauten erfordert die EU-Gebäuderichtlinie eine Regelung für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand, die behördlich genutzt werden, bis Ende 2018 und für private Neubauten bis Ende 2020. Das geltende Wirtschaftlichkeitsgebot wird dabei beachtet.

Innerhalb des geltenden Regelwerks zum Energieeinsparrecht ist das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) derzeit die Ermächtigungsgrundlage für folgende Rechtsverordnungen:

  • Energieeinsparverordnung (EnEV)
    In der Energieeinsparverordnung (EnEV) werden die geltenden energetischen Standards für alle Gebäudearten festgeschrieben.
  • Heizkostenverordnung (HeizkostenV)
    Die Heizkostenverordnung legt fest, dass der wesentliche Anteil der abzurechnenden Kosten für Heizen und Warmwasserbereitung vom Verbrauchsverhalten des Nutzers abhängig sein muss.

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) definiert den zu nutzenden Anteil an erneuerbaren Energien in Gebäuden.

Nähere Informationen zu den geltenden Gesetzen und Verordnungen erhalten Sie hier.

Offshore-Windpark zum Thema Energiewende; Quelle: ABB

© ABB

Unsere Energiewende: sicher, sauber, bezahlbar

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Energiewende-Plattform Gebäude

Gemeinsam die Energiewende im Gebäudebereich voranbringen

Die Energiewende-Plattform Gebäude identifiziert gemeinsam mit Akteuren aus Immobilienwirtschaft, Gewerbe, Industrie sowie der Verbraucherseite und der öffentlichen Hand die vielfältigen Potenziale des Gebäudesektors für die Energiewende und erarbeitet konkrete Maßnahmen.

In der Energiewende Plattform Gebäude kommen die relevanten Interessensgruppen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und den betroffenen Ressorts sowie der Länder zusammen. In den Sitzungen werden aktuelle Entwicklungen vorgestellt und diskutiert sowie die gebäudebezogenen Ergebnisse und Zwischenstände der Arbeitsgruppen der beiden Energiewende-Plattformen Energieeffizienz und Gebäude besprochen.

Mehr zur Arbeit und zu den Ergebnissen der Energiewende Plattform Gebäude finden Sie hier.

Glossar Energiewende

Symbolicon für Buch

Von Abwärme bis Wirkungsgradprinzip: Das Glossar erläutert wichtige Begriffe rund um das Thema Energiewende.

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Pressemitteilungen

  • 14.12.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Start der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und neue Förderrichtlinie zur Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN)

    Öffnet Einzelsicht
  • 02.12.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Erneuerbare heizen ein: Rekordzahlen im Förderprogramm „Heizen mit Erneuerbaren Energien“

    Öffnet Einzelsicht
  • 09.10.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Gute Nachrichten für den Klimaschutz: Weitere Aufstockung der BMWi-Gebäudeförderprogramme

    Video

    Öffnet Einzelsicht
  • 27.07.2020 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Klimaschutzprogramm wirkt: Förderprogramme für Investitionen in energieeffizientes Bauen und Sanieren weiterhin erfolgreich

    Öffnet Einzelsicht
  • 18.06.2020 - Pressemitteilung - Energiewende

    Bundestag verabschiedet Gebäudeenergiegesetz und beschließt Abstandsregelung für Windanlagen und Aufhebung des Photovoltaik-Deckels

    Öffnet Einzelsicht

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Ein eingerüstetes Gebäude symbolisiert Energiewende im Gebäudebereich